Jurassic Park (1993)

Aktualisierung: Ich habe „Jurassic Park“ am 16. November 2024 zum ersten Mal mit meinen Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Es kann auch Vorteile haben, wenn der Compuer den ganzen Abend mit Renderarbeiten beschäftigt ist. Man kommt einmal wieder dazu einen Film zu sehen. Da meine Zeit für solcherlei Späße im Moment sehr begrenzt ist, habe ich zu einem meiner absoluten Lieblingsfilme gegriffen: Steven Spielbergs „Jurassic Park“. Kaum ein anderes popkulturelles Werk hat mich jemals wieder so beeindruckt.

Jurassic Park (1993) | © Universal Pictures Germany GmbH

Jurassic Park (1993) | © Universal Pictures Germany GmbH

Im Alter von 10 oder 11 Jahren blätterte ich eines Nachmittags den STERN meiner Eltern durch. Dort erblickte ich die Besprechung eines Romans, der ein Dinosaurierskelett auf dem Cover hatte: „Dino Park“. Nach dem Überfliegen der Rezension gab es dann kein Halten mehr: Das Buch musste ich haben! Die Geschichte schien der wahrgewordene Traum eines jeden dinosaurierverrückten Jungen zu sein – und sie war es auch. Ich habe die Seiten förmlich verschlungen. Da waren all meine Freunde – vom Tyrannosaurus rex über den Brachiosaurus bis hin zum Triceratops – versammelt. In der spannendsten Geschichte, die ich bis dahin gelesen/gesehen/gehört hatte. Bis heute ist „Jurassic Park“ – bzw. damals eben „Dino Park“ – eines der wenigen Bücher, die ich schon mehrfach gelesen habe – und es ist immer noch verdammt gut!

Kurze Zeit nach dem Roman erfuhr ich von der Verfilmung. Ich kaufte mir nun jede Filmzeitschrift, sammelte jedes Fitzelchen Information und steigerte meine Erwartungen somit ins Unermessliche. Im Jahre 1993 – ich war bereits 12 – war es dann endlich soweit. Ich fuhr mit meiner Mutter nach Nürnberg ins Kino. Noch nie war ich in so einem großen Kino, wie dem Atlantik, das es inzwischen schon lange nicht mehr gibt. Die Reihen füllten sich. Eltern wurden des Kinos verwiesen, da ihre Kinder noch keine 12 waren. Ich jedoch war es. Der Raum wurde dunkel. „Jurassic Park“ erschien auf der Leinwand. Ich hatte zuvor noch nie so eine Gänsehaut, wie bei der Anflugsszene auf die Insel. Nachdem das Licht wieder anging hatte ich für alle Ewigkeiten einen neuen Freund gewonnen: Steven Spielbergs „Jurassic Park“.

Nach unzähligen Sichtungen hat sich gestern wieder die gleiche Magie eingestellt. Ich kann die Dialoge inzwischen mitsprechen, doch sie haben sich noch nicht abgenutzt. Der Spannungsaufbau sucht immer noch seinesgleichen. Der Score ist für mich immer noch einer der besten, die je geschrieben wurden. Gänsehaut. Wirklich. Und das schöne: Man kann ihn auch losgelöst vom Film wunderbar hören. Wie so viele Scores von John Williams. Dann natürlich die Dinosauerier. Für mich die beste Nutzung von Effekten, die ich jemals in einem Film gesehen habe. Durch die Kombination von CGI und Animatronics wird ein Realitätsgrad erreicht, den man vorher noch nicht kannte und der auch danach nur selten erreicht wurde. Einfach perfekt.

Auch als Romanumsetzung funktioniert der Film tadellos: Sicher wurde viel weggelassen, aber der Geist der Geschichte wurde eingefangen. Die Charaktere sind auf der Leinwand lebendig geworden und die Spannung ist ebenso nervenzerfetzend, wie in der Vorlage.

Fazit

„Jurassic Park“ ist für mich der perfekte Unterhaltungsfilm. Steven Spielbergs Meisterstück. Für mich stimmt hier einfach alles. Sicherlich kann ich den Film nicht objektiv betrachten, aber das will ich auch gar nicht. Er ist – und das mag sich nun komisch anhören – wie ein guter, alter Freund: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Die Zeitmaschine – OT: The Time Machine (1960)

Wie nach der Sichtung der Neufassung angekündigt, habe ich mir zum Vergleich noch einmal George Pals „Die Zeitmaschine“ angesehen. Diese gestrige Sichtung werde ich wohl noch länger in Erinnerung behalten, da sich zu den stroboskobartigen Effekten der Zeitreise die stroboskobartigen Effekte eines Gewitters gesellt hatten. Film in der dritten Dimension sozusagen. Wer braucht da schon ein 3D-Kino?

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Natürlich sind mir bei der gestrigen Sichtung besonders die Unterschiede zur Version von Simon Wells aufgefallen – und derer gibt es gar viele. Interessant fand ich, dass die Qualitätskurve der beiden Filme nahezu gleich ist – wenn auch auf gänzlich unterschiedlichem Niveau. Auch bei George Pal konnten mich besonders die Szenen vor dem Auftauchen der Morlocks mitreißen. Die Einleitung ist grandios erzählt und die Zeitreisen gefallen mir – trotz veralteter Tricktechnik – noch um einiges besser als in der 2002er Version. Der Kampf in der Höhle ist meiner Meinung nach auch hier der schwächste Teil des Films, wenngleich er auch nie den qualitativen Abgründen des Remakes nahe kommt. Zusammenfassend kann man sagen, dass Pals Adaption die von H.G. Wells Urgroßenkel in jeder Hinsicht meilenweit schlägt.

Der größte Unterschied der beiden Filme zeigt sich in der Motivation des Zeitreisenden: Hat er bei Simon Wells rein persönliche Gründe, so sucht er bei George Pal gerade einmal nach einer Lösung für die Probleme der Menschheit. Dadurch bekommt der Film eine ganz andere Tragweite. Eigentlich sollte man meinen, dass man sich mit dem pesönlichen Verlust von Alexander Hartdegen (2002)  eher identifizieren könnte, als mit dem wissenschaftlichen Ehrgeiz von George (1960) – doch mitnichten. Durch die Erzählstruktur mit umschließender Klammer und das daraus resultierende Voice-over ist man viel näher mit dem Zeitreisenden verbunden und kann seine Motivation besser nachvollziehen.

Es gibt unzählige weitere Beispiele, warum die 1960er Fassung der von 2002 überlegen ist. Um nur ein paar zu nennen: Die Masken der Morlocks, die Darstellung der Eloi, das komplexere Verhältnis von Eloi und Morlock etc. Man sieht, wer als deutlicher Gewinner aus diesem Rennen geht. Im Nachhinein müsste ich die Neufassung wohl auch abwerten.

Auch für sich betrachtet kann „Die Zeitmaschine“ heute noch in allen belangen überzeugen. Eine fantastische Ausstattung trifft auf den Sci-Fi-Charme der 60er Jahre. Wer sich auch nur etwas für den phantastischen Film interessiert, sollte George Pals Version der H.G. Wells-Geschichte zum Pflichtprogramm zählen: 9/10 Punkte.

Rollerball (1975)

Neben „Logan’s Run“, „Soylent Green“ und „THX 1138“ ist Norman Jewisons „Rollerball“ einer der großen Sci-Fi-Filme der 70er Jahre. Er thematisiert ähnliche Themen, wie seine Brüder im Geiste und ist doch anders. Sehr actionbetont. Ein Sportfilm. Dennoch wird auch hier die Luft einer bevorstehenden Revolution geatmet. Die Zeit des Umbruchs ist gekommen.

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„Rollerball“ lebt eindeutig von Hauptdarsteller James Caan und den Actionsequenzen. Diese sind wahrlich atemberaubend inszeniert. Man ist als Zuschauer live beim Spiel dabei. Dies liegt vermutlich auch daran, dass die Regeln recht transparent in die Filmhandlung eingebaut worden sind. Das Spiel ist absolut glaubwürdig. Teilweise sogar erschreckend glaubwürdig. Brot und Spiele in Perfektion.

So gelungen auch die Spielszenen sind, so hätte ich mir doch etwas mehr Hintergrundinformationen über die Corporations gewünscht. Ich denke ein Informationsvorsprung des Zuschauers gegenüber den Figuren hätte der Geschichte nicht geschadet. So tappt man etwas im Dunkeln. Man kann die Motivation von Jonothan E. (James Caan) zwar nachvollziehen, doch eher auf der persönlichen Ebene. Hier wäre etwas mehr kritischer Unterbau nötig gewesen.

Inszenatorisch reißen natürlich besonders die „Rollerball“-Szenen mit. Diese sind auch – für die damalige Zeit – famos in Szene gesetzt und rasant geschnitten. Etwas gestört habe ich mich an den vielen Zooms, die heute einfach etwas unfilmisch wirken. Schauspiel und der klassische Score sind auf hohem Niveau und passen perfekt zur Geschichte.

„Rollerball“ ist sicherlich nicht die beste der düsteren 70er Jahre Utopien, doch kann der Film auch heute noch mitreißen und unterhalten. Dank der tollen Spielszenen und der interessanten – aber ausbaufähigen – Rahmenhandlung, kann ich guten Gewissens immer noch 8/10 Punkte vergeben. Das Remake von John McTiernan soll dagegen ja nicht so gelungen sein.

Flucht ins 23. Jahrhundert – OT: Logan’s Run (1976)

Durch einen Hinweis der fernseherin bin ich seit langem einmal wieder in den Genuss von „Flucht ins 23. Jahrundert“ (OT: „Logan’s Run“) gekommen. Dieser Film reiht sich nahtlos bei Klassikern wie „Soylent Green“, „THX 1138“ oder „Rollerball“ ein. Diese Sci-Fi-Filme der 70er Jahre bestechen durch eine ganz besondere Atmosphäre und gehören für mich auch heute noch zu den besten Erzeugnissen dieses Genres.

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Die Geschichte um Logan 5 weiß von Anfang an zu fesseln. Man wird als Zuschauer mit den Regeln dieser Gesellschaft vertraut gemacht und ist ihnen im weiteren Verlauf der Geschichte – durch die Augen von Logan – auch ausgesetzt. Die Kuppelwelt ist fantastisch gestaltet und man bekommt Ansichten aus jeder möglichen Perspektive zu sehen. Sicher mag manches heute etwas lächerlich erscheinen, doch für 1976 sind die Effekte wirklich grandios. Mich hat zudem keine Effektszene aus dem Film herausgerissen, was für mich stets der wichtigste Indikator für die Qualität der verwendeten Modelle und Techniken ist.

Der Verlauf der Handlung bleibt stets interessant. Durch den Schauplatzwechsel im dritten Akt kommt ein weiteres Element hinzu, das mich in der Wirkung etwas an „Der Planet der Affen“ erinnert hat. Dem Zuschauer bekanntes wird in einem den Figuren unbekannten Kontext gezeigt. Meiner Meinung nach äußerst gelungen. Auch die Charakterentwicklung von Logan und Jessica bleibt einigermaßen glaubwürdig. Alleine das Ende der Geschichte scheint mir etwas zu platt und zu sehr auf heile Welt ausgelegt.

„Logan’s Run“ zählt auch heute noch zu den interessantesten Filmen seines Genres. Zwar teils etwas angestaubt und dramaturgisch nicht immer gelungen, kann er nach wie vor ausgezeichnet unterhalten. Ich denke jedoch, dass eine neue Adaption der Vorlage in den richtigen Händen wirklich das Zeug dazu hat, dem Original neue Seiten abzugewinnen. Ich bin gespannt. Michael Yorks Logan wird auf jeden Fall stets das Original bleiben: 8/10 Punkte.

The Time Machine (2002)

Das Original „Die Zeitmaschine“ von George Pal ist mir aus frühester Kindheit noch in dunkler Erinnerung. Besonders die Begriffe Eloi und Morlock haben sich mir ins Gedächtnis gegraben. Ansonsten weiß ich nicht mehr viel von dem Film. Gestern habe ich mir – krankheitsbedingt – nun die Zeit genommen und die Adaption von 2002 gesehen: Simon Wells „The Time Machine“. Trotz durch die Bank schlechter Kritiken wollte ich mir auf jeden Fall selbst eine Meinung bilden, da die Vorraussetzungen gar nicht so schlecht waren: Regie führte nämlich Simon Wells, Urgroßenkel des Autors H.G. Wells. Dieser dürfte demnach an einer äußerst werkgetreuen Umsetzung des Stoffs interessiert gewesen sein.

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Der Film beginnt auch recht gelungen. Das viktorianische London ist mit viel Liebe zum Detail inszeniert und auch die Umsetzung der Geschichte weiß zu gefallen. Ich war hier sehr positiv überrascht. Die erste Zeitreise kommt dann etwas plötzlich. Hier hätte ich mir mehr etwas mehr Vorbereitung gewünscht. Die zweite Zeitreise wird dann grandios visualisiert und ist dementsprechend mitreißend. Einzig die Zwischenstops erscheinen mir etwas gehetzt, was aber wohl teils erschwerten Produktionsbedingungen zuzuschreiben ist. Die Museumsszene mit Vox finde ich allerdings wirklich gelungen. Kurze Zeit später findet sich unser Zeitreisender auch schon 800.000 Jahre in der Zukunft wieder. Seiner letzten Station.

Auch diese letzte Station ist aufwengig gestaltet und kann von der Geschichte überzeugen – zumindest bis die bösen Morlocks die Bühne betreten. Diese sind der Multimillionendollarproduktion absolut unwürdig und wirken wie einem B-Movie entsprungen. Auch die Handlung wird hier billigen Actionsequenzen geopfert. Mit dem Auftritt von Jeremy Irons als Über-Morlock rutscht der Film dann gänzlich in die Schwachsinnigkeit ab. Zwar immer noch ansehbar, aber es ist nichts mehr vom Charme der ersten Filmhälfte vorhanden. Wirklich schade.

Man merkt dem Film – besonders in den letzten Minuten – deutlich an, dass es Schwierigkeiten bei der Produktion gab. Nicht nur wurde in letzter Sekunde der Regisseur ersetzt, es musste mit einem Schauspielerstreik gekämpft werden und eine aufwändige Szene – die Zerstörung von New York – wurde nach dem 11. September aus dem Film geschnitten. Diese und weitere Faktoren haben dem Film bestimmt viel genommen, was schade ist, da sich durchaus Potential bemerkbar gemacht hat.

Insgesamt bleibt von „The Time Machine“ ein zwiespätiger Eindruck zurück. Für Zeitreisefreunde kann ich dennoch eine Empfehlung aussprechen. Man sollte nur nicht zu viel erwarten. Ich werde demnächst auf jeden Fall eine Sichtung der 1960er Version nachschieben. Hierfür gibt es knappe 6/10 Punkte.

Riddick: Chroniken eines Kriegers – Director’s Cut – OT: The Chronicles of Riddick

Im Anschluss an „Pitch Black“ habe ich mir gestern noch David Twohys Fortsetzung „Riddick: Chroniken eines Kriegers“ im Director’s Cut angesehen. Dies war meine erste Sichtung und aufgrund diverser vernichtender Kritiken war meine Erwartungshaltung nicht all zu groß. Letztendlich bekam ich dann genau das, womit ich gerechnet hatte: Einen großen, albernen Sci-Fi-Actionfilm.

Zunächst einmal finde ich die grundlegende Idee des Films samt Übernahme des Charakters aus „Pitch Black“ sehr gelungen. Viele Kritiker haben sich daran gestört, dass eine Nebenfigur aufgeblasen wird, doch ich finde den Schritt nur konsequent, war Riddick im Vorgänger doch eindeutig der interessanteste Charakter. Ich hatte zudem immer gedacht, dass die beiden Filme außer dem Antihelden nichts gemein haben. Dem ist allerdings nicht so: Es wird Bezug auf die Ereignisse aus „Pitch Black“ genommen und die Überlebenden spielen tragende Rollen in der Fortsetzung. All das wirkt seltsamerweise nicht erzwungen oder aufgesetzt – und das obwohl „The Chronicles of Riddick“ eine ganz andere Art Film darstellt, wie sein Vorgänger.

In den Chroniken wird eine episch anmutende Geschichte erzählt. Fantasyelemente übernehmen die tragende Rolle und das Design scheint Filmen wie „Stargate“ oder „Dune“ entsprungen. Die erste halbe Stunde konnte mich auch wirklich begeistern: Es wird von Planet zu Planet gereist, gibt unzählige Figuren und mystische Namen. Die Einführung der Charaktere fand ich zudem sehr gelungen. Doch dann betreten die Bösewichte die Bühne. Diese sind – neben ihrer Eigenschaft Welten auszulöschen – leider überhaupt nicht furcheinflößend. Da hatte ich selbst vor den Grashüpfern aus „Galaxy Quest“ mehr Respekt. Die Kostüme wirken wie aus der originalen „Star Trek“-Serie und die Dialoge sind teils so haarsträubend, dass es an Körperverletzung grenzt. Ich habe mich oft wirklich in einer Parodie gewähnt. Unglaublich.

Sobald die Handlung wieder direkt bei Riddick und Co. ist, macht der Film allerdings wirklich Spaß. Der Gefängnisaufenthalt samt Ausbruch ist sehr gelungen. Sowohl vom Produktionsdesign, als auch von der Action. Man darf  allerdings keine Sekunde über Logik, sowie Sinn und Zweck des Ganzen nachdenken, dann kann man den Unterhaltungswert auch voll und ganz genießen. Denn den besitzt der Film auf jeden Fall. Davon abgesehen ist Riddick wirklich eine tolle Figur. Sicher sollte man von Vin Diesel keine Shakespearschen Schauspielleistungen erwarten, doch als Actionheld taugt er allemal.

Die Geschichte an sich wäre auch gar nicht schlecht wären da nicht, ja wären da nicht die Necromonger. Ich weiß auch nicht was Twohy hier geritten hat. Die Idee (Aufzwingen einer dubiosen Religion) wäre ja an sich noch ganz brauchbar, aber die Handlungen der Figuren, die wirklich dummen Dialoge und die schrecklichen Kostüme machen aus den Villains einfach nur Witzfiguren. Dieser Umstand nimmt dem Film so viel. Es ist wahrlich eine Schande.

„The Chronicles of Riddick“ ist ein wirklich unterhaltsamer Sci-Fi-Actioner, der eigentlich alles besitzt, was man als Genrefreund braucht: Fremde Welten, Raumschiffe, Action, einen schnittigen Helden, Effekte en masse und eine einigermaßen brauchbare Geschichte. Doch leider besitzt der Film auch die Necromonger. Somit sind mehr als 6/10 Punkte leider nicht drin.

Pitch Black: Planet der Finsternis (2000)

Das Jahr, in dem „Pitch Black: Planet der Finsternis“ in die Kinos kam, war für mich das Jahr der Sneak Previews. Das letzte Schuljahr. Unendlich viel Zeit. Parties. Kino. So wurde der Besuch der Sneak zum wöchentlichen Ritual. Irgendwann kamen vermehrt Gerüchte auf, es würde ein Science-Fiction-Film gezeigt. Eine gelungene Abwechslung im Komödiensumpf. Nach drei Wochen war es schließlich soweit und ich sah mit „Pitch Black“ einen meiner unterhaltsamsten Sneak-Filme. Für das Folgende droht Spoilergefahr.

Auch heute noch mach David Twohys Sci-Fi-Actioner Spaß. Viel Spaß. Zudem ist er einem im Kino selten gewordenen Genre zugehörig: Dem klassichen Weltraumfilm. Ein Weltraumfilm mit Monstern. Gab es so etwas – sieht man einmal von diversen B- und C-Movies ab – überhaupt außerhalb der „ALIEN“-Reihe? „Pitch Black“ hat – für mich – eine Lücke gefüllt. Sicherlich darf man ihn qualitativ nicht mit den Scott/Cameron-Meisterwerken vergleichen, doch das muss man auch gar nicht. Der Film besitzt genug Eigenständigkeit um einfach nur gut zu unterhalten.

Die Figuren sind zwar alle etwas klischeehaft, aber gut gezeichnet. Keine seelenlosen Abziehbilder – und das ist in einem Monsterfilm schon einmal viel Wert. Zudem gibt es mit Riddick einen Charakter, der nur schwer zu durchschauen ist und der – netter Einfall – seine Fähigkeiten mit den Monstern teilt. Zwar ist diese Figur bewusst cool angelegt und hat immer einen flotten Spruch auf den Lippen, doch darf man trotz allem nicht den Fehler machen und „Pitch Black“ als reines Vin Diesel-Vehikel à la „xXx“ sehen.

Neben einer spannenden Handlung und – innerhalb der Genregrenzen – überzeugenden Figuren, kann besonders die Optik überzeugen. Das Licht der drei Sonnen wird sehr glaubwürdig dargestellt und auch der Look der Aliens weiß zu gefallen, wenngleich sich das niedrige Budget hier doch ab und zu bemerkbar macht. Das Ende weiß dann auch inhaltlich zu gefallen, kann sich die Ripley-Gedächtnis-Amazone nicht ins Schiff retten, sondern wird in letzter Sekunde zu Hackfleisch. Eine augenzwinkernde Verbeugung vor dem Vorbild? Ich will es einmal glauben.

„Pitch Black“ ist alles andere als großes Kino. Zu großartigem Unterhaltungskino reicht es aber allemal – und das ist manchmal schon viel Wert. Wer auf Filme wie „The Cave“ steht, der wird auch mit diesem kleinen, feinen Sci-Fi-Schocker glücklich: 7/10 Punkte.

Children of Men (2006)

Gestern Abend habe ich mir endlich Alfonso Cuaróns „Children of Men“ angesehen. Wieder ein Film, bei dem ich mich ärgere, ihn nicht auf der großen Leinwand gesehen zu haben. Doch hätte auch dieses Erlebnis kaum die Intensität der gestrigen Sichtung übertreffen können.

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Alfonso Cuarón hat mit „Children of Men“ eine düstere Zukunftsvision erschaffen. Eine Art von Film, wie sie seit den 70ern nicht mehr gemacht werden. Die Adaption von P.D. James‘ Roman erinnernt am ehesten an verstörende Utopien, wie „Soylent Green“ oder „Fahrenheit 451“. Der Film ist dreckig, es liegt eine beständige Hoffnungslosigkeit in der Luft und es gibt keine Helden. Damit erhebt sich „Children of Men“ über den Status eines reinen Unterhaltungsfilms. Er hat eine Aussage. Mag man ihn nun als Kommentar zur Globalisierung, als Warnung vor dem Klimawandel oder als Analogie zu heutigen Krisengebieten sehen. Der Film funktioniert. Er funktioniert auf all diesen Leveln.

Die Geschichte an sich ist eher einfach. Eine Rettungsmission. Von A nach B. Doch den Film darauf zu reduzieren wäre nicht nur oberflächlich, es wäre schlicht falsch. Man sieht die Welt durch die Augen von Theo Faron. Einem Mann ohne Zukunft. Ohne Hoffnung. Auf seiner Reise erhascht man unzählige Eindrücke einer kranken Welt. Einer Welt, die aus den Fugen geraten ist. Die im Jahre 2027 – in dem der Film angesiedelt ist – bereits seit langer Zeit aus den Fugen geraten ist. Durch das Aufkeimen von Hoffnung wird Theo wieder ein Sinn in seinem Leben gegeben. Er wandelt nicht mehr wie tot durch diese kranke Welt. Er hat ein Ziel und muss sich deshalb mit dieser Welt auseinander setzen.

Was mich bei „Children of Men“ wirklich umgehauen hat, ist die Inszenierung. Alfonso Cuarón erschafft eine Welt, wie sie glaubhafter und beängstigender nicht sein könnte. Man fühlt sich nicht wie 20 Jahre in der Zukunft. Das ist jetzt. Heute. Der Zuschauer ist live dabei. Wenn Bomben explodieren, wenn Immigranten über den Haufen geschossen werden, wenn es keine Hoffnung mehr gibt. Unglaublich. Unglaublich intensiv. Ich war selten so beeindruckt von der Art der Inszenierung. Ganz groß. Ich möchte nicht wissen, wie der Kameramann bei der finalen Häuserschlacht geschwitzt hat, die – mindestens 5 Minuten lang – ohne einen einzigen Schnitt auskommt. Ich kann es nur noch einmal sagen: Unglaublich!

Trotz seiner grandiosen Wirkung ist der Film nicht fehlerfrei. The Human Project als MacGuffin erschien mir etwas plump. Ebenso die Ehrfurcht der militärischen Einheit vor dem Baby. Auch das Ende hat mich letztendlich nicht 100%ig überzeugt. Doch das sind alles nur Nebensächlichkeiten in einem wirklich herausragenden Film.

Bei den Schauspielern überzeugt allen voran einmal wieder Clive Owen, dem man den gebrochenen Helden voll und ganz abnimmt. Auch Michael Caine als Althippie hat seine Momente und auch der Rest des Casts fügt sich grandios in diese düstere Zukunft ein. Erwähnen muss ich auch noch die grandiosen VFX. So ist z.B. in der Geburtsszene das Baby vollständig computeranimiert. Wirklich grandios gemacht und nicht – zumindest auf den ersten Blick – zu erkennen.

„Children of Men“ sollte man wirklich gesehen haben. Hinter der oberflächlichen Haupthandlung steckt so viel mehr. Alfonso Cuarón hat sich meiner Meinung nach selbst übertroffen. Ich hoffe der Film wirkt bei der nächsten Sichtung noch genauso intensiv: 9/10 Punkte.

Sunshine

Nachdem ich schon viel darüber gelesen hatte, wollte ich mir gestern selbst eine Meinung über Danny Boyles „Sunshine“ bilden. Ich mag Danny Boyle. „Kleine Morde unter Freunden“ war ein sympathisches Kinodebut, „Trainspotting“ ein Meisterwerk und „28 Days Later“ zumindest ein wirklich unterhaltsamer Genrefilm. Meine Erinnerungen an „Lebe lieber ungewöhnlich“ sind kaum mehr vorhanden und „The Beach“ konnte mich nicht wirklich überzeugen. Schon allein aufgrund des Genres waren meine Erwartungen an Boyles jüngstes Werk gestern doch recht hoch…

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…und wie das so ist mit hohen Erwartungen, wird man schnell enttäuscht. Bei „Sunshine“ hat es allerdings etwas länger gedauert. Die Geschichte ist nicht neu. Man kennt ähnliche Ausgangssituationen bereits aus „Event Horizon“ – der selbst nur eine Ansammlung von Zitaten ist – und unzähligen anderen Filmen („2001 – A Space Odyssey“ klammere ich einmal bewusst aus). Doch das macht nichts. Aufgrund der visuellen und heizenden Kraft der Sonne, werden den üblichen Genremustern doch immer wieder neue Facetten abgewonnen. Hinzu kommt ein – in Anbetracht der Grundprämisse – realistisches Setting und gute Schauspieler.

Gegen Ende steigt die Spannung, doch da das anscheinend nicht genug war, gibt es den – für die letzten Boyle-Filme fast schon obligatorischen – Einbruch in der letzten halben Stunde der Geschichte. Es wird ein Spannungsmoment geschaffen. Ein unnötiges Spannungsmoment. Ein nicht spannendes Spannungsmoment und somit ein retardierendes Moment zum unpassendsten Zeitpunkt. Wirklich schade, denn hier wurde enorm viel Potential verschenkt. Was hätte man nicht alles machen können? Sich mehr auf den Vergleich Mensch/Icarus fliegt zu nah zur Sonne, verbrennt sich die Flügel etc. stützen. Mehr auf das Drama zwischen den Figuren verlassen oder auch einfach nur weitere sonnenbezogene Katastrophen schaffen. Mit dem Bruch in der Handlung konnte ich leider fast nichts anfangen. Visuell durchaus stark und interessant inszeniert, doch was hilft das, wenn die Geschichte Schaden nimmt?

„Sunshine“ ist ein guter Film. Ein sehenswerter Film mit toller Optik. Leider kann die Geschichte nicht das halten, was ich mir von ihr erwartet hatte. Schade drum. Mit etwas mehr Feinarbeit am Skript (das geht an Sie, Mr. Garland!) hätte „Sunshine“ durchaus das Zeug gehabt sich einen Platz unter den Sci-Fi-Klassikern zu sichern. So leider nicht: 7/10 Punkte.

Sky Captain and the World of Tomorrow (2004)

2005 hat „Sin City“ für Furore in den Kinos gesorgt. Ein Film, bei dem ausschließlich mit virtuellen Sets gearbeitet wurde. Ein Meilenstein der Technik – oder etwa doch nicht? Bereits 2004 kam ein Film namens „Sky Captain and the World of Tomorrow“ in Kinos, der exakt den gleichen Ansatz verfolgt hat: Schauspieler vor Bluescreen und Sets komplett aus dem Computer. Leider war der eigentliche Wegbereiter dieser Technik nicht halb so erfolgreich wie Robert Rodriguez Comicverfilmung. Er ist dennoch – oder gerade deshalb – mindestens ebenso sehenswert.

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„Sky Captain and the World of Tomorrow“ basiert auf einem Kurzfilm, den Regisseur Kerry Conran über etliche Jahre zusammen mit ein paar Freunden in seiner Garage gedreht hat. Die Sets und die Nachbearbeitung entstanden komplett an seinem Homecomputer mit gängiger Consumersoftware. Das Ergebnis ist wahrlich unglaublich. Aufgrund dieses Kurzfilms hat Conran einen Produzenten gefunden, der mutig genug war, aus dem Kurzfilm einen Kinofilm zu machen. Das Endergebnis ist mehr als beeindruckend und wirklich gelungen, bedenkt man das geringe Produktionsbudget und die mangelnde Erfahrung des Regisseurs.

Das Design des Films ist fantastisch. Der Look entspricht dem von 30er/40er Jahre Film noir Produktionen. Auch Überblendungen und Schnitte erinnern an diese Periode. Das Produktionsdesign fügt sich wunderbar in diese stilistische Epoche ein und ist – trotz der Sci-Fi-Elemente – vollständig retro gehalten. Komplettiert wird der Look durch die Farbgebung, die teils an frühe Nachcolorierungsprozesse erinnert.

Am besten jedoch gefällt mir an „Sky Captain and the World of Tomorrow“ – neben dem Titel – die eigentliche Geschichte. Die beiden Hauptfiguren Polly Perkins und der titelgebende Joe „Sky Captain“ Sullivan ergänzen sich wunderbar und streiten beinahe den kompletten Film über. Hier werden Erinnerungen an Indy und seine Begleiterinnen wach. Auch der Score scheint einem „Indiana Jones“-Film entsprungen. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich hier einen jungen John Williams und nicht Edward Shearmur dahinter vermuten. Auch der Rest des Films erinnert an die guten, alten Abenteuerfilme. Sicherlich alles eine Spur überdrehter und comichafter, doch die Kerngeschichte ist wunderbar klassisch und einfach sympathisch.

„Sky Captain and the World of Tomorrow“ bietet neben seinen herausragenden technischen Aspekten eine äußerst unterhaltsame Geschichte und gut aufgelegte Darsteller. Es ist wirklich schade, dass der Film relativ wenig Beachtung erfahren hat. Er hätte es verdient: 8/10 Punkte.