The Thing (2011)

Da hat man nun eine Woche Urlaub und schafft gerade einmal zwei Filme. Soweit ist es also schon gekommen. Aufgrund der sommerlichen Temperaturen, habe ich mich heute aufgrund des erfrischenden Handlungsortes für „The Thing“ entschieden. Diese Neuauflage des Genre-Klassikers von John Carpenter aus dem Jahre 1982 schien mir durchaus interessant zu sein, da mir bis zur heutigen Sichtung nicht wirklich klar war, ob es sich nun um ein Remake oder um ein Prequel handelt.

Um es kurz zu machen: Matthijs van Heijningen Jr. hat mit „The Thing“ sowohl Remake als auch Prequel geschaffen. So interessant dieser Ansatz auch erscheinen mag, so groß sind auch seine Schwächen. Remake bedeutet hier nämlich auch Remake und somit birgt der Film für Kenner des Carpenter-Orginals keinerlei Spannung bzw. Überraschungen, denn schließlich wissen wir alle, was von dem Camp der Norweger am Ende des Tages übrig bleibt. Das was man als Zuschauer zu sehen bekommt, ist leidlich spannend inszeniert, die – leider etwas zu CGI-lastigen – Kreaturen sind erneut schön eklig geraten und es kommt zumindest wieder ein gewisses Gefühl der Paranoia auf.

Man kann an dieser Stelle festhalten, dass der Film für neue Besucher der alienverseuchten 1982er Antarktis durchaus ziemlich gut funktionieren dürfte. Für alle anderen hat man etliche Verweise auf den chronologischen Nachfolger eingestreut, die mehr oder weniger aufdringlich in die Handlung eingebaut wurden. Dies mag plump wirken, ich für meinen Teil hatte jedoch meine Freude daran – und das obwohl ich John Carpenters „Das Ding aus einer anderen Welt“ bisher erst einmal bewusst gesehen habe. Besonders die direkte Verknüpfung im Abspann hat bei mir das Bedürfnis geweckt danach auch noch Kurt Russell in die Antarktis zu folgen.

Letztendlich ist der 2011er „The Thing“ ein zweischneidiges Schwert. Zum einen bekommt man einen durchaus brauchbaren, aber eben auch sehr unnötigen, Sci-Fi-Schocker zu sehen und zum anderen einen gewissen Fanservice präsentiert, der leider auch nicht wirklich mehr zu bieten hat. Selbst Freunden des Originals wird die Sichtung keine Schmerzen bereiten, doch letztendlich wird van Heijningen Film – im Gegensatz zu Carpenters Klassiker – nur eine Randnotiz  in der Filmgeschichte bleiben: 6/10 Punkte.

Transformers: Die Rache – OT: Transformers: Revenge of the Fallen (2009)

Aktualisierung: Ich habe „Transformers: Die Rache“ am 14. März 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Nach einer recht stressigen Woche und dem Ausblick auf noch mehr davon in den nächsten Tagen, haben wir einstimmig beschlossen uns bei der Wahl des Wochenendfilms auf Popcornkino zu beschränken. Da die Auswahl an noch ungesehenen Filmen in diesem Bereich nicht groß war, wanderte letztendlich „Transformers: Die Rache“ in den Blu-ray-Player – und obwohl ich nach den ersten 10 Minuten bereits wieder ausschalten wollte, haben wir letztendlich tatsächlich durchgehalten…

Transformers: Die Rache (2009) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Transformers: Die Rache (2009) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Erwartet hatte ich mir ehrlich gesagt nicht viel. Zwar wusste mich der Vorgänger „Transformers“ bei der Zweitsichtung recht gut zu unterhalten, doch waren die Kritiken für diese erste Fortsetzung so vernichtend, dass ich wahrlich eine der größten filmischen Katastrophen erwartete. Zu Beginn des Films wird man auch sofort in eine völlig übertriebene Actionsequenz hineingeworfen, woraufhin ich die Sichtung auch beinahe abgebrochen hätte. Doch letztendlich blieben wir dabei und nach einer gewissen Zeit hat sich anscheinend mein Wahrnehmung auf das Niveau des Films eingepegelt, was dazu führte, dass ich über weite Strecken tatsächlich gut unterhalten wurde.

Man darf sich natürlich nichts vormachen: Die Geschichte ist, wenn man dem Film überhaupt eine solche zugestehen möchte, größtenteils unglaublich hanebüchen. Tote Roboterkrieger, die mit unserem Hauptcharakter Sam Witwicky im Geiste kommunizieren. Ein absurder Plot rund um die Auslöschung der Sonne und Mördermaschinen, die unter den Pyramiden von Gizeh versteckt sind. Hinzu kommen Figuren, die unglaublich platt gezeichnet sind und keinerlei Form der Charakterentwicklung erfahren. Einzig bei Optimus Primes Niederlage musste ich an sein Ableben in den Comics denken, das mich als Kind doch ziemlich mitgenommen hatte – ganz im Gegensatz zur gestrigen Filmversion davon. Man sieht schon, dass die Stärken in anderen Bereichen liegen müssen.

„Transformers: Revenge of the Fallen“ ist in erster Linie natürlich ein großes Actionfeuerwerk. Besonders im Finale ist die Action so übertrieben bombastisch, dass man ihr kaum noch folgen kann. Allerdings empfand ich die Kameraführung bei Weitem nicht so extrem irritierend, wie ich dies nach den meisten Kritiken befürchtet hatte. Michael Bay ist es durchaus gelungen enorme Schauwerte in die viel zu langen zweieinhalb Stunden Film zu verpacken. Die CGIs sind exzellent und setzen das Sci-Fi-Szenario auf jeden Fall beeindruckend in Szene. Ich hatte somit durchaus Spaß mit den kämpfenden Riesenrobotern – besonders die Schlacht im Wald – und auch die Werbebilder für das US-Militär sehen natürlich sehr schick aus, doch reicht das für ein gelungenes Filmerlebnis?

Fazit

Eigentlich vereint „Transformers: Die Rache“ alles, was man an einem Film verabscheuen sollte: Anbiederung an die Zielgruppe, pseudocoole Inszenierung, keine Handlung, blasse Charaktere und ein ärgerlich reaktionärer Grundton. Selbst der Humor versagt – bis auf das perfekt getimte ‚We gotta catch that plane!‘ – beinahe komplett. Doch gestern hat mir das irgendwie gereicht. Mich hat der Film nach einigen Anlaufschwierigkeiten tatsächlich erstaunlich gut unterhalten: 6/10 Punkte. Und nun dürft ihr meine Kritik in der Luft zerreißen…

Your Highness – Extended Edition (2011)

Als ich das erste Mal von David Gordon Greens „Your Highness“ hörte, war ich neugierig. Eine R-Rated-Komödie mit Fantasysetting? Das hörte sich zumindest nach Spaß an. Die Kritiken waren jedoch größtenteils vernichtend, weshalb ich von einer Sichtung zunächst absah. Nachdem der Film in Christians Foyer und dem Medienjournal jedoch ziemlich gelobt wurde und unzählige Trailer-Sichtungen später, führte kein Weg mehr daran vorbei mich selbst auf dieses äußerst ungewöhnliche Quest zu begeben…

Am erstaunlichsten an „Your Highness“ ist wohl, dass der Film überhaupt in dieser Form produziert wurde – und dass die Macher tatsächlich Schauspieler, wie Natalie Portman, James Franco oder Zooey Deschanel für das Projekt gewinnen konnten. Doch worum geht es in dem Film überhaupt? Dies zu beantworten ist gar nicht so einfach. Im Grunde erleben unsere Helden ein klassisches Sword & Sorcery-Abenteuer, das auch etliche Aspekte dieses Subgenres aufgreift: ein Quest muss bestritten und ein verrückter Magier besiegt werden. Hinzu kommen schleimige Monster, nackte Tatsachen und einige Hektoliter Blut und Gekröse. So weit, so 80er Jahre Fantasyfilm. Doch dies macht nur den einen Teil des Films aus.

Um den Rest zu begreifen, sollte man sich eine zotige Slacker-Komödie im Judd Apatow-Stil vorstellen mit folgender Handlung vorstellen: Unser Held Thadeous (herrlich: Danny McBride) muss sich auf seinem ersten Quest beweisen und hilft seinem Bruder Fabious (James Franco) dessen Angebetete (Zooey Deschanel) aus den Klauen des bösen Zaubereres Leezar (Justin Theroux) zu befreien und das Fuckening – ja, richtig gelesen – zu verhindern. Der Humor schwankt dabei zwischen dämlich und unfassbar dämlich, doch hat dies für mich erstaunlich gut funktioniert. Man darf an dieser Stelle allerdings nicht den Fehler machen einen guten Film zu erwarten, doch wer schon immer mal eine High Budget-Produktion sehen wollte, in der Natalie Portman das Gemächt eines Minotaurus als Trophäe überreicht werden soll, der darf ruhig einen Blick riskieren.

Ich hatte wirklich enorm viel Spaß mit „Your Highness“, auch wenn mindestens 50% der Witze einfach zu platt für meinen Geschmack waren. In erster Linie haben mir die Fantasyaspekte gefallen, die erstaunlicherweise wirklich gut funktionieren. Auch die Charaktere harmonieren sehr gut miteinander und sind auf ihre ganz besondere Art und Weise sympathisch. Die Bewertung des Films fällt mir nun nicht leicht, denn ich könnte genauso gut Argumente für eine 4 Punkte-, wie für eine 8 Punkte-Wertung finden. Somit bleibe ich bei der goldenen Mitte und der Gewissheit, dass ich die nächste Sichtung nicht mehr nüchtern und mit größerem Publikum angehen werde: 6/10 Punkte.

Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn – OT: The Adventures of Tintin (2011)

Aktualisierung: Ich habe „Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn“ am 25. Februar 2022 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Mit Hergés Comic-Universum rund um die Abenteuer des Reporters Tim und seines Hundes Struppi hatte ich bisher nur wenige Berührungspunkte. So kann ich mich zwar nicht daran erinnern die Comics gelesen zu haben, doch die Zeichentrickfilme wurden damals im örtlichen Kino zur Kindervorstellung aufgeführt. Kann Steven Spielbergs „Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn“ noch einmal das gleiche Gefühl von Abenteuer vermitteln, das ich damals empfunden habe? Nach den ersten Trailern war ich skeptisch, doch aufgrund der größtenteils äußerst positiven Kritiken wollte ich den Film dann doch sehen. Ins Kino habe ich es jedoch nicht geschafft, was ich nach der gestrigen Sichtung allerdings nicht als großen Verlust empfinde…

Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn (2011) | © Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn (2011) | © Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Anfangs konnte mich die fantastisch gestaltete Welt noch begeistern: äußerst detailgetreu und mit viel Liebe in Szene gesetzt. Als Beispiel sei hier z.B. der Straßenkünstler genannt, der Tim in der Hegré-Version aufs Blatt zaubert. Grandios! Während des Prologs hatte ich somit noch das Gefühl ein wahrlich fantastisches Filmerlebnis vor mir zu haben. Bereits an diesem Punkt ist mir jedoch einmal wieder aufgefallen, wie schwer es mir fällt zu real gestaltete Charaktere, die mittels Performance Capture aufgenommen wurden, zu akzeptieren ohne mir stets ihrer Künstlichkeit bewusst zu sein. Manche Bewegungen reißen mich immer wieder aus dem Film heraus und die Technik dominiert die Geschichte. So beeindruckend ich die oft fotorealistischen Renderings auch finde, so sind sie dem Film letztendlich doch abträglich. Insofern war ich beinahe schon etwas enttäuscht, dass Spielbergs Film noch mit den gleichen Problemen zu kämpfen hat, wie bereits Zemeckis mit „Der Polarexpress“ oder auch „Die Legende von Beowulf“ – beide Filme fand ich zum damaligen Zeitpunkt allerdings zumindest technisch imposanter.

Inhaltlich macht „The Adventures of Tintin“ einiges richtig. Besonders in der ersten Filmhälfte kommt das Gefühl von Abenteuer schon ziemlich gut rüber. Durch die Figur des Captain Haddock wird das Ensemble um exakt den nötigen Grad von Wahnsinn bereichert, der für einen unterhaltsamen Abenteuerfilm nötig ist. So weit, so gut. In der zweite Hälfte verkommt der Film jedoch leider zu einem völlig überdrehten Actionspektakel. Bereits zuvor war mir die oft überstürzt wirkende Erzählweise aufgefallen, doch gegen Ende nimmt sich Spielberg überhaupt keine Zeit mehr für seine Figuren. Dies schlägt sich auch in der Inszenierung nieder. Die Kamera ist völlig losgelöst und richtet sich nur in den seltensten Fällen nach den bekannten Regeln der Montage. Anfangs mag das noch unterhaltsam wirken, doch schon nach kurzer Zeit hätte ich mir klassischere Einstellungen und Schnitte gewünscht.

In Bezug auf „Die Abenteuer von Tim und Struppi“ habe ich oft gelesen, dass Spielberg keine effekthascherischen 3D-Effekte verbaut habe. Doch selbst ohne 3D-TV ist mir in unzähligen Einstellungen aufgefallen, dass man hier nur nach dem 3D-Effekt geschielt hat. Die Kamera kreist beständig um unsere Protagonisten, der Spazierstock des Bösewichts wird stets mitten in die Kamera gehalten usw. Wirklich penetrant und für ein gelungenes Filmerlebnis überflüssig. Ohne den 3D-Effekt beständig im Hinterkopf zu haben, hätte man den Film zumindest inszenatorisch deutlich angenehmer gestalten können. Schade um die netten Ansätze und die aufwändig gestalteten Sets und Charaktere.

Fazit

Insgesamt bin ich wirklich etwas enttäuscht von Spielbergs Abenteuerspektakel. Besonders Kritiken, die ihn auf nahezu eine Stufe mit den alten „Indiana Jones“-Filmen heben, kann ich nun wirklich nicht nachvollziehen. Da hat mir ja sogar der vielgescholtene „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ besser gefallen. Trotz großer Kritikpunkte ist „The Adventures of Tintin“ größtenteils unterhaltsames Actionkino, das – aufgrund seiner Ambitionen im technischen Bereich – inhaltlich weit hinter seinen Möglichkeiten bleibt. Schade um die netten Ansätze. Das können Sie besser Mr. Spielberg: 6/10 Punkte.

Die Chroniken von Narnia: Die Reise auf der Morgenröte – OT: The Chronicles of Narnia: The Voyage of the Dawn Treader (2010)

Aktualisierung: Ich habe „Die Chroniken von Narnia: Die Reise auf der Morgenröte“ am 21. Januar 2023 zum zweiten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Gestern Abend habe ich mir mit „Die Chroniken von Narnia: Die Reise auf der Morgenröte“ gleich das erste meiner filmischen Weinachtsgeschenke zu Gemüte geführt. Besonders da ich dieses Jahr nicht dazu gekommen bin auch nur einen meiner persönlichen Weihnachtsfilmklassiker zu sehen, habe ich mich sehr auf den Film gefreut – zumal ich auch mit dieser Filmreihe die eher stillen Tage des Jahres verbinde. Ist es dem „The Voyage of the Dawn Treader“ gelungen an seine Vorgänger anzuknüpfen?

Die Chroniken von Narnia: Die Reise auf der Morgenröte (2010) | © Walt Disney

Die Chroniken von Narnia: Die Reise auf der Morgenröte (2010) | © Walt Disney

Zunächst einmal muss ich auf die unverschämte Veröffentlichungstaktik von 20th Century Fox eingehen: Bis vor ein paar Wochen war der Film in Deutschland nur gekürzt erhältlich, da man wohl auf eine größere Zielgruppe geschielt hat. Diese Kürzungen betreffen sowohl die ursprüngliche Kinofassung, die DVD- und die Blu-ray-Veröffentlichung des Films. Einzig die 3D-Blu-ray ist ungekürzt erschienen und wird unverschämt teuer vertrieben. Wenn man einmal davon absieht, dass die Kürzungen so oder so keinen Sinn machen, da sich der Film auch um ein paar Minuten erleichtert keineswegs für 6-jährige Kinder eignet, ist diese Veröffentlichungspolitik ein Schlag ins Gesicht aller Filmfreunde. Interessenten sei deshalb lieber gleich zur UK-Fassung geraten.

Nun jedoch zum Inhalt des Films: Im Gegensatz zu „Der König von Narnia“ und „Prinz Kaspian von Narnia“ lässt der dritte Teil der Reihe die epische Breite vermissen, die seinen noch Vorgängern innewohnte. „Die Reise auf der Morgenröte“ erzählt eine eher kleine Geschichte mit einer überschaubaren Anzahl an Charakteren sowie teils sehr persönlichen Momenten. Für mich wäre dies eigentlich kein Kritikpunkt, hätte man sich wirklich auf diese Aspekte konzentriert und nicht versucht möglichst jeden Zuschauertyp zu bedienen. Die Handlung wird holprig erzählt, doch gibt es viele kleine Abenteuer zu erleben, die sowohl Schauwerte bieten als auch Unterhaltungswert besitzen. An die Vorgänger gelingt es der Geschichte jedoch nicht anzuknüpfen.

Am meisten hat mich jedoch wohl die technische Umsetzung gestört. Zum einen hat 20th Century Fox das Format bei der Heimkinoauswertung von Cinemascope auf 16:9 geöffnet, was die Bildkomposition oft leider komplett zerstört. Hinzu kommt eine bzw. fehlt eine entsprechende Farbkorrektur, was den Film unglaublich flach und glattgebügelt erscheinen lässt. Selbst wenn der Film auf Video gedreht wurde, hätte man ihn mehr nach Kino aussehen lassen müssen. All diese Aspekte lassen „Die Reise auf der Morgenröte“ über weite Strecken wie einen Fernsehfilm aussehen, dessen Regisseur nur ein erstaunlich hohes Budget zur Verfügung hatte.

Fazit

Auch wenn sich meine Kritik nun sehr negativ liest, so wurde ich über die knapp zwei Stunden Laufzeit ziemlich gut unterhalten. Inhaltliche Schwächen verzeihe ich dem Film dabei eher, als inszenatorische. Technisch ist Heimkinoauswertung – wenn man wirklich einen Film sehen möchte – eine kleine Katastrophe, doch ich bewerte hier schließlich nicht die Blu-ray, sondern den Film an sich – und der ist mit 6/10 Punkten noch gut bedient.

New York für Anfänger – OT: How to Lose Friends & Alienate People

Nach einer äußerst fordernden Arbeitswoche habe ich mir gestern Abend Robert B. Weides „New York für Anfänger“ angesehen. Die Komödie schien mir genau die richtige Wahl zu sein, um den grauen Alltag zu vergessen. Leider ist es mir nicht gelungen abzuschalten, was sich auch negativ auf das Filmerlebnis ausgewirkt hat. Trotz Simon Pegg konnte der Film meine Erwartungen somit nicht komplett erfüllen.

Nach „Run, Fatboy, Run“ wartete ich 2008 voller Hoffnung auf Simon Peggs zweiten kömodiantischen Alleingang ohne seine sonstigen Partner Nick Frost und Edgar Wright. Jedoch hat es „How to Lose Friends & Alienate People“ nie ins örtliche Kino geschafft, woraufhin ich den Film auch schnell wieder vergessen hatte. Erst kürzlich ist er mir wieder in die Hände gefallen und trotz durchwachsener Kritiken erwartete ich mir eine bissige Lifestyle-Satire mit einem meiner Lieblingsschauspieler.

Von Bissigkeit ist in „New York für Anfänger“ leider nicht viel zu spüren. Es gibt zwar formidable Ansätze, doch leider verfängt sich die Buchverfilmung immer mehr in typischen RomCom-Strukturen. Glücklicherweise gibt es den nicht zu bremsenden Simon Pegg zu bewundern, der herrlich die Balance zwischen nervtötender Penetranz und herzerweichender Trotteligkeit zu spielen weiß. Auch die meisten anderen Darsteller (u.a. Jeff Bridges, Kirsten Dunst, Gillian Anderson und Megan Fox) wissen zu überzeugen, können jedoch das unfertig wirkende Drehbuch nicht ausgleichen.

Letztendlich ist „How to Lose Friends & Alienate People“ eine etwas unausgewogene Mischung aus Lifestyle-Satire und RomCom, die aufgrund ihrer gut aufgelegten Darstellern zu unterhalten weiß. Leider jedoch hat man den Film aufgrund seiner Formelhaftigkeit bestimmt auch schon bald wieder vergessen. Für einen netten Abend aber durchaus empfehlenswert – besonders für Fans von Simon Pegg: 6/10 Punkte.

RED (Retired Extremely Dangerous)

Nach einem auslaugenden Arbeitstag hatte ich mich sehr auf einen entspannten Filmabend gefreut. Da in letzter Zeit etliche Blindkäufe ihren Weg in meine Sammlung gefunden haben, war die Qual der Wahl groß. Letztendlich haben wir uns auf „RED“ (Retired Extremely Dangerous) geeinigt, der genau das richtige Maß an Unterhaltung versprach. Schließlich muss man auch bei der Filmwahl stets die eigenen Aufmerksamkeitsdefizite mit einkalkulieren…

Robert Schwentkes („Flightplan“) Actionkomödie hat größtenteils ziemlich gute Kritiken bekommen, dennoch hatte ich den Film nie so richtig auf dem Radar. Mit Bruce Willis, John Malkovich, Helen Mirren und Morgan Freeman in den Hauptrollen, wollte ich jedoch auf jeden Fall einmal reinschauen. Die Besetzung ist es auch, die den Film über den Genredurchschnitt hebt. Neben den genannten Schauspielgrößen sind es jedoch vor allem Mary-Louise Parker und Richard Dreyfuss, die mich überzeugt haben. Karl Urban kann seinem Anspruch einen ebenbürtigen Gegenspieler darzustellen dagegen leider nie ganz gerecht werden.

Die Geschichte des Films ist eher ein Deckmantel für diverse Actioneinlagen und humorvolle Szenen, die meist auf das Alter der Protagonisten anspielen. Ein wenig Verschwörung, ein wenig Rache und viel Action. Nichts Besonderes, aber genug um den Film zu tragen. Am besten hat mir jedoch die erste Hälfte des Films gefallen, in der vor allem die Charaktere eingeführt und etabliert werden. Gegen Ende verliert sich „RED“ dagegen in ungefähr schon ein gutes dutzend Mal gesehen Konflikten und deren gewaltsamer Bewältigung.

Erwähnen sollte ich vielleicht noch die stimmige – wenn auch immer etwas zu glatt wirkende – Inszenierung. Florian Ballhaus fängt unsere Altstars gekonnt ein und weiß mit netten Kameraspielereien zu punkten. Alles in allem ist „RED“ eine unterhaltsame Actionkomödie, die in ihren besten Momenten ein wenig an James Camerons „True Lies“ erinnert, größtenteils aber auf zu vorhersehbare Kost setzt und hauptsächlich durch ihre Darsteller zu überzeugen weiß: 6/10 Punkte.

Edit: Nachdem ich die Handlung des Films nur zwei Tage nach dessen Sichtung schon wieder komplett vergessen habe, mir aber immerhin noch einige unterhaltsame Szenen in Erinnerung sind, musste „RED“ nachträglich eine leichte Abwertung (um 1 Punkt) hinnehmen.

Daybreakers (2009)

Es gibt Filme, die eine fantastische Prämisse besitzen. So gelungen, dass ich sie stets am liebsten sofort sehen würde. Oft jedoch bleibt die Umsetzung der Grundidee dann leider hinter den Erwartungen zurück. Auch „Daybreakers“ der Spierig-Brüder ist solch ein Film, dessen Sichtung ich kaum abwarten konnte und der letztendlich weniger aus seiner Prämisse herausholte, als in meinen Augen möglich gewesen wäre.

Es ist die Zeit in der Vampire die Welt beherrschen. Die Menschheit ist bis auf ein paar wenige Überlebende ausgerottet bzw. verwandelt worden. Die Nahrung wird knapp und es ist an der Zeit neue Resourcen zu erschließen. Eine fantastische Ausgangssituation! Alleine die Beschreibung des Films zu lesen hatte meine Fantasie beflügelt. Der Einstieg ist auch wirklich gelungen. Man bekommt eine dystopische Welt zu sehen, in der sich Vampire so gut es geht durch ihr Leben Untotendasein schlagen. Eine große Hungersnot aufgrund immer knapper werdender Nahrungsmittel, sprich Menschen, wird angedeutet. Eine globale Krise, die inzwischen bis in die Großstädte vordringt. Davon hätte ich gerne mehr gesehen. Leider jedoch wird schon bald eine eher actionreichere Gangart eingeschlagen, welche die etwas ungelenk Handlung voranstolpern lässt.

Teils schien es mir als wären zwei unterschiedliche Filme zusammengeschnitten worden: Ein dystopischer Film noir, dessen kühle Charaktere existenzielle Fragen aufwerfen und mit sich und ihrem Schicksal hadern, und ein recht splattriger Actionfilm, der weit mehr auf Effekte, als auf Geschichte und Charaktere Wert legt. Hinzu kommt, dass sich die Wendungen mit dem Holzhammer ankündigen und so mancher Erzählfaden mehr schlecht als recht zu Ende geführt wird.

Mich haben beide Elemente von „Daybreakers“ ziemlich gut unterhalten. Die große Genrehoffnung ist der Film aber leider nicht. Dazu ist er zu unausgewogen inszeniert, die Charaktere sind zu schwach gezeichnet und die Geschichte bleibt in letzter Konsequenz zu oberflächlich. Dennoch möchte ich den Spierig-Brüdern ihren Innovationswillen zugute halten. Vampirfreunde abseits von „Twilight“ und Co. sollten auf jeden Fall einen Blick riskieren: 6/10 Punkte.

Cargo (2009)

Nachdem mich Christian Alverts atmosphärischer Sci-Fi-Schocker „Pandorum“ erst kürzlich nahezu vollends zu überzeugen wusste, haben mir C4rter und Lars den den schweizer Genrefilm „Cargo“ ans Herz gelegt. Die mit 5 Mio. CHF (ca. 3,8 Mio. Euro) relativ günstige Produktion hatte aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte sowieso schon mein Interesse geweckt, jedoch hatte ich stets Angst nur einen etwas größeren Amateurfilm zu sehen zu bekommen.

Die Angst war glücklicherweise weitgehend unbegründet. Dennoch stellt sich mir nun natürlich die Frage, nach welchen Maßstäben „Cargo“ am besten zu bewerten ist. Sollte man seine Entstehungsgeschichte berücksichtigen oder ihn direkt mit seinen Genrekollegen vergleichen? Ich habe mich für letztere Möglichkeit entschieden, denn dies dürfte weitgehend unverfälscht zeigen, welches Potential doch in diesem kleinen Film steckt. So oder so sollte man sich als Filminteressierter mit der 9-jährigen Entstehungsgeschichte des Films auseinandersetzen. Es lohnt sich.

Der Film beginnt mit einer äußerst beeindruckenden CGI-Sequenz, welche uns eine gigantische Raumstation zeigt. Überhaupt kann man den Effekten nichts ankreiden. Sie unterstützen allesamt die Geschichte und zeigen uns teils beeindruckende Welten. Besonders der Frachtraum ist hier als besonders gelungen hervorzuheben. Überhaupt merkt man dem Film an, dass sich viele Gedanken um das Produktionsdesign gemacht wurden. Die stärksten Elemente erinnern hier an Filme, wie „Blade Runner“ oder „Alien“ – bei manchen Sets fällt das knappe Budget dann allerdings doch leider negativ auf.

Die Geschichte des Films erinnert anfangs, wie man auch überall liest, an Ridley Scotts Sci-Fi-Klassiker „Alien“, ohne jedoch auch nur zu irgendeinem Zeitpunkt dessen Intensität zu erreichen. Gegen Ende des Films werden dagegen Erinnerungen an „Matrix“ wach, was eine nette Wendung darstellt, insgesamt aber zu unaufregend erzählt wird. Hier sehe ich auch das große Manko des Films: Die Geschichte ist für sich genommen recht nett und hat durchaus Potential, doch das – um es neudeutsch auszudrücken – lahme Pacing des Films will oft nicht so recht funktionieren. Es fehlt an Geschwindigkeitswechseln und dramatischen Szenen. Der Film wirkt zu sehr, als würde er auf Schienen laufen.

Trotz meiner Kritikpunkte sollten sich Sci-Fi-Freunde „Cargo“ durchaus einmal ansehen. Die Mischung aus Big Budget Bildern und recht deutsch bzw. schweizerisch wirkendem Kammerspiel hat man so auf jeden Fall noch nie gesehen. An seine Vorbilder kommt der Film natürlich nicht heran, doch das was er erreicht, muss man erst einmal nachmachen. Interessant, anders und für Genrefans auf jeden Fall sehenswert: 6/10 Punkte.

Bee Movie: Das Honigkomplott

Nach einer viel zu kurzen Silversternacht und einem relativ geschäftigen Neujahrstag, war abends seichte Unterhaltung gefragt. Da ich Dreamworks‘ „Bee Movie: Das Honigkomplott“ sowieso schon länger einmal sehen wollte, kam mir die TV-Austrahlung gerade recht. Schade nur, dass ich somit auf den englischen Originalton verzichten musste.

Was hatte ursprünglich mein Interesse an „Bee Movie“ geweckt? Natürlich das aktive Mitwirken von Jerry Seinfeld, dessen TV-Serie „Seinfeld“ auch heute noch zu meinen absoluten Lieblingen zählt. Konnte denn auch etwas von dem oft respektlosen und anarchischen Humor in die bunte Cartoonwelt hinübergerettet werden? Zumindest zum Teil. Besonders wenn man bedenkt, dass es sich hier um einen auf Kinder zugeschnittenen Animationsfilm handelt, so sind manche Gags doch herrlich absurd.

Am meisten Probleme hatte ich wohl mit der nur recht oberflächlichen Charakterisierung der Hauptfiguren und der Prämisse, dass eine Biene beinahe schon selbstverständlich mit den Menschen interagiert. Das Thema Suspension of Disbelief hätte hier wahrlich mit mehr Fingerspitzengefühl angegangen werden können. Hat man die Situation aber erst einmal akzeptiert, dann macht die Geschichte durchaus Spaß. Leider jedoch geht ihr größtenteils das Herz und die erzählerische Dichte von vielen anderen Animationsfilmen – sprich den Werken aus dem Hause Pixar – ab.

Zu bewundern gibt es etliche virtuelle Gaststars – wie z.B. Sting, Ray Liotta oder Larry King – und auch die restlichen Charaktere sind ihren menschlichen Vorbildern nachempfunden: Patrick Warburton (Jeff Bingham, „Rules of Engagement“) konnte ich z.B. auch in der Synchro eindeutig identifizeren. In diesen Szenen macht der Film dann auch dem erwachsenen Publikum Spaß. Der Rest ist nett animiert, doch zu vorhersehbar und nach Schema F erzählt.

Betrachtet man „Bee Movie“ als neues Werk von Jerry Seinfeld, wird man vermutlich enttäuscht werden. Sieht man ihn aber als klassischen Animationsfilm, weiß man wohl schon eher die teils seltsam anmutenden Gags zu schätzen. Leider kein ganz großer Wurf, doch für knapp 90 Minuten durchaus unterhaltsam: 6/10 Punkte.