Devil (2010)

Meist stehen Filme bei mir länger im Regal, bis sie ihren Weg in den Blu-ray-Player finden. Bei „Devil“ war es ein wenig anders: Donnerstag bestellt, heute geliefert und sofort angeschaut. Warum die Dringlichkeit? Zum einen hat die ERGOThek eine Empfehlung für den Film ausgesprochen, und zum anderen passt er mit angenehmen 80 Minuten Laufzeit exzellent in das Abendprogramm junger Eltern…

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Passend zum #horroctober habe ich mit „Devil“ seit einer halben Ewigkeit einmal wieder einen Horrorfilm gesehen. Wurde auch Zeit. Ohne die Empfehlung wäre er aber wahrscheinlich an mir vorübergegangen. Obwohl ich viel von M. Night Shyamalans frühen Werken halte, hat sein Ruf in den vergangenen Jahren doch stark gelitten. In diesem Fall tritt er sogar nur als Produzent und Co-Autor auf, was mich an der Qualität des Films zweifeln ließ. Letztendlich aber unbegründet, denn „Devil“ ist angenehm knackige Genrekost.

Die Prämisse ist simpel und auf einen Handlungsort begrenzt. Horrorkino eben. Die Szenerie in einen Aufzug zu verlegen ist zwar nicht neu (siehe „Abwärts“, „Fahrstuhl des Grauens“ sowie sein US-Remake „Down“), bringt hier jedoch einen netten Twist in Bezug auf die üblichen Genrekonventionen (z.B. abgelegene Hütten, alte Herrenhäuser). Für sich genommen funktioniert die Geschichte auch. Sie ist spannend erzählt, wirklich schön inszeniert und wartet mit einem mehr oder weniger konventionellen Ende auf, das jedoch wie die größte Wendung seit Anbeginn des Kinos präsentiert wird. Nun gut. Shyamalan eben.

Positiv ist auf jeden Fall, dass bis zur finalen Wendung nahezu alles möglich gewesen wäre. So hätte ich mir gewünscht, dass der Film uns Zuschauer komplett an der Nase herumführt und sowohl sein Titel „Devil“, als auch die erzählte Geschichte einzig und allein dazu dienen, uns durch die Augen des tief gläubigen Wachmanns auf eine übernatürliche Fährte zu locken. Am Ende hätte es sich um einen raffinierten Thriller gehandelt, der mit den Erwartungen der Zuschauer spielt. Aber ist ja nicht mein Film.

Letztendlich ist „Devil“ ein kleiner, aber feiner Genrefilm, der dem Zuschauer ziemlich genau das liefert, was zu erwarten war. Nette Schockeffekte, eine mitreißende Inszenierung und Spaß am Mitraten. Am Ende ist alles leider unspektakulärer, als der Aufbau vermuten lässt. Gute Unterhaltung für 80 Minuten ist auf jeden Fall garantiert – und das ist mehr, als viele andere Filme dieses Genres von sich behaupten können: 7/10 Punkte.

Oblivion (2013)

Nachdem ich mein liebstes Hobby in letzter Zeit doch sehr vernachlässigt habe, musste ich heute einfach einen Film sehen. Trotz Schlafmangel, spätem Feierabend und quengelnden Kindern war es um 21 Uhr endlich soweit und „Oblivion“ fand den Weg in den Blu-ray-Player. Der Film stand schon länger auf meiner Liste und nachdem ich die wohlwollende Besprechung von Robert im Sneakpod gehört hatte, war die Entscheidung einfach…

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2013 scheint wahrlich ein gutes Jahr für Sci-Fi-Freunde zu sein. Neben „Oblivion“ betreten etliche weitere hoch budgetierte Filme dieses Genres das Spielfeld, welche allerdings größtenteils nur gemischte Kritiken (z.B. „Elysium“) bekamen. Doch als Genrefreund drücke ich ganz gerne mal ein Auge zu und somit ging ich ohne Vorbehalte an Joseph Kosinskis Werk heran. Das Erste was auffällt ist, wie unglaublich gut die Welt von „Oblivion“ aussieht. Perfektes Produktionsdesign, das sich dennoch organisch in die Welt einfügt. Verfallene Welten, die unglaublich gut aussehen und die ich stundenlang betrachten könnte – aber ich bin ja auch jemand, der bereits viel Zeit beim Betrachten von Matte Paintings in den Foren von CGTalk verbrachte.

Was das Gefühl für Stil angeht, erinnert Kosinskis jüngster Film durchaus an seinen 2010er „TRON: Legacy“, dem damals auch schon der Vorwurf style over substance gemacht wurde. Ich mocht den Film allerdings und auch „Oblivion“ überzeugt mich durch seine detailliert darsgestellte Welt. Was die Geschichte angeht, so war ich in der ersten Filmhälfte noch voll dabei. Die erste Wendung hatte ich zwar bereits nach nur wenigen Minuten erahnt, doch sind diese Überraschungen glücklicherweise ähnlich unaufregend inszeniert, wie im inhaltlich durchaus verwandten „Moon“, der dramaturgisch jedoch um einiges stärker ist.

Etwas genervt war ich von den auslandenden Actionszenen in der zweiten Filmhälfte, die ziemlich redundant wirkten. Aber diese muss man ab einem gewissen Budget wohl in einem Film unterbringen. Auch die Identität des finalen Gegenspielers fand ich nicht allzu überzeugend. HAL lässt grüßen, hatte jedoch weit mehr Charakter. Dennoch funktioniert der Film insgesamt, was zugegebenermaßen größtenteils an seinen fantastischen Bildern (z.B. die Poolszene) und dem imposanten Score liegt.

Auch für Sci-Fi-Freunde mag „Oblivion“ keine Offenbarung darstellen, doch neben den unzähligen Sequels, Prequels und Remakes ist es angenehm eine tatsächliche neue Geschichte zu sehen – auch wenn deren Versatzstücken natürlich bereits mehr als bekannt sind. Kein neuer Genreklassiker, doch ein unterhaltsamer Filmabend ist auf jeden Fall drin. Und die zerstörte Erde sieht gut aus. So unglaublich gut: 7/10 Punkte.

Extreme Frontiers: South Africa (Charley Boorman’s South African Adventure)

Es war einmal wieder soweit und Charley Boorman hat sich zu einem neuen Abenteuer aufgemacht. Dieses Mal ging es nach Südafrika, wo unser wackerer Abenteurer so manche Extremsituation zu meistern hatte. Ob die Reisedoku ihrem Titel „Extreme Frontiers: South Africa“ somit tatsächlich gerecht wird, oder ob der gemütlicher klingende Alternativtitel „Charley Boorman’s South African Adventure“ eher Programm ist, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Wie bereits „Extreme Frontiers: Racing Across Canada“ ist auch der Ausflug nach Südafrika in vier kurze Episoden unterteilt. Fand ich die Zeit bereits beim Vorgänger deutlich zu knapp bemessen, wiegt dieser Umstand im aktuellen Fall noch schwerer: Charley scheint von einem Ereignis zum nächsten zu hetzen und mögliche Highlights, wie z.B. der Besuch des Kruger National Parks, werden in nicht einmal 10 Minuten abgehandelt. Hinzu kommen etliche historische Gegebenheiten, die zwar grob nacherzählt werden, doch aufgrund der oberflächlichen Behandlung keinen wirklichen Mehrwert für den Zuschauer darstellen – dem Reiseerlebnis eher abträglich.

Spaß gemacht hat die Reise trotz meiner Kritikpunkte auf jeden Fall, wenngleich die Herausforderungen für Charley meist so enden, dass im Vorfeld viel Wind um nichts gemacht wird und die Extremsituationen a) recht einfach zu bewältigen sind oder b) abgebrochen werden müssen. Ein amüsanter Trip durch Südafrika, der das Potential des Landes leider nicht komplett nutzt: 7/10 Punkte.

Bones – Season 6

Über die vergangenen acht Monate verteilt, habe ich mir in sehr unregelmäßigen Abständen „Bones – Season 6“ angesehen. Auch wenn mir die Serie größtenteils viel Spaß gemacht hat, kam sie hauptsächlich dann zum Einsatz, wenn Luft zwischen den Hauptserien war. Dies ist vor allem dem Fall-der-Woche-Prinzip geschuldet, doch für solch ein Crime Procedural funktioniert „Bones“ auch im sechsten Jahr noch tadellos…

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Wieder einmal stehen hauptsächlich die Einzelfälle im Vordergrund. Doch gibt es auch ein paar übergreifende Handlungsstränge, die immer wieder aufgegriffen werden (z.B. Gravedigger, Scharfschütze). Dies sorgt für Abwechslung und bricht das Schema der Serie ab und zu recht angenehm auf. Hinzu kommt eine Episode, in welcher die inzwischen wieder abgesetzte Serie „The Finder“ als Backdoor-Pilot eingeführt wird. Großes sollte man sich aber nicht erwarten, denn letztendlich lebt die Serie in erster Linie weiterhin von den Beziehungen der Charaktere untereinander. So könnte man beinahe vermuten, die Arbeit mit Mord und Totschlag wäre nur das Setting für diverse Beziehungswirren.

Manchmal wird es dann aber doch ernst und die Charaktere sehen sich einer direkten Bedrohung ausgesetzt. Dies ist oft spannend, wirkt im ansonsten eher lockeren Ton der Serie aber auch etwas aufgesetzt. Überhaupt sollte man eine Toleranz gegenüber dieser seltsamen Mischung aus brutalen Mordfällen und Soap Opera-Elementen besitzen. Für mich funktioniert es – zumindest zeitweise – irgendwie noch ganz gut, doch der Cliffhanger im Finale hat auch meine Toleranzgrenze ziemlich strapaziert.

Im Vergleich zur fünften Staffel macht die Serie konsequent dort weiter, wo sie aufgehört hatte. Nichts, was ich jeden Tag sehen müsste, doch einmal pro Woche begebe ich mich ganz gerne mit Booth und Bones auf Tour. Nun ist sowieso erst einmal eine Pause angesagt, da die kommende Staffel erst wieder in günstigere Preisregionen rutschen muss. Geschieht dies, werde ich den Ermittlern in Washington, D.C. aber vermutlich einen weiteren Besuch abstatten: 7/10 (7.1) Punkte.

96 Hours: Taken 2 – OT: Taken 2 (2012)

Was wurde über diesen Film geschimpft. Die schlechteste Fortsetzung aller Zeiten, kein Vergleich zum grandiosen Original und vieles mehr gab es in diversen Kritiken zu lesen. Dennoch hatte ich Lust Bryan Mills noch einmal in Aktion zu sehen und somit schob ich „96 Hours: Taken 2“ ohne große Erwartungen, jedoch mit einer gewissen Vorfreude, in den Player. Ob diese Fortsetzung tatsächlich so stark abfällt, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Der Vorgänger hatte mich damals – wie nahezu jeden seiner Zuschauer – wirklich begeistert. „Taken“ war ein geradliniger Actionfilm, der Liam Neeson in gehobenem Alter als Actionheld etablierte, und dabei eine angenehm erfrischende Härte an den Tag legte. Der zweite Teil beginnt, wie bereits sein Vorgänger, eher ruhig: Man lernt die aktuelle Lebenssituation der Charaktere kennen und wird auf das Setting vorbereitet. Ich fand diesen langsamen Einstieg erneut sehr gelungen, wenngleich es weder inhaltliche noch schauspielerische Offenbarungen zu sehen gibt. Für einen Actionfilm jedoch genau das richtige Quentchen an Charakterentwicklung und Spannungsaufbau.

Kaum in Istanbul angekommen, geht die Hatz auch schon los. Die Prämisse des Vorgängers wird auf den Kopf gestellt, die Regeln bleiben dabei jedoch die gleichen: Bryan Mills (Liam Neeson) hat erneut alles im Griff – und das obwohl er sich dieses Mal selbst in Gefangenschaft befindet. Per Mobiltelefon dirigiert er seine Tochter (Maggie Grace), bis er sich selbst wieder auf die Jagd machen kann. Viele Gegebenheiten sind hanebüchen, das gebe ich unumwunden zu. Angefangen bei den Fahrkünsten der Tochter, über örtliche Zusammenhänge, bis hin zur stereotypen Darstellung der Entführer: keineswegs logisch oder politisch korrekt, doch stets unterhaltsam.

Die Inszenierung der Actionszenen hat leider ein wenig gelitten. So gibt es zwar wunderschön anzusehende Totalen zu sehen, die einen guten Überblick geben, doch sobald die Kamera näher am Geschehen ist, verfällt Regisseur Olivier Megaton oftmals in krudes Schnittgewitter. Hart fand ich den Streifen dennoch, aber das mag auch daran liegen, dass ich den Extended Cut sah, der auch den Gewaltgrad im Vergleich zur Kinofassung etwas nach oben schraubte.

Letztendlich hat mich „Taken 2“ beinahe so gut unterhalten, wie der Vorgänger. Istanbul als Schauplatz fand ich toll und ernst nehmen darf man solch einen Film ohnehin nicht. Ich mochte die Charaktere nach wie vor und habe mich erneut an Liam Neesons körperlichem Einsatz erfreut. Sicher keineswegs originell und auch nicht so sauber ausgeführt, wie der Vorgänger, doch insgesamt für rund 90 Minuten erneut ein großer Actionspaß: 7/10 Punkte.

The Office (US) – Season 9

Nach 9 Jahren verlässt eines der Comedy-Schwergewichte die US-Serienbühne. Als ich vor ca. 6 Jahren die ersten zaghaften Versuche unternahm, mich in dem kleinen Büro in Scranton heimisch zu fühlen, hätte ich es nie für möglich gehalten, dass „The Office (US) – Season 9“ einmal so gemischte Gefühle bei mir hervorrufen würde. Abschied ist mir eben schon immer schwer gefallen…

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Zunächst einmal möchte ich meine Emotionen aufgrund des Serienfinales ausblenden und konkret etwas zur 9. Staffel schreiben. Diese war qualitativ höchst heterogen, d.h. teils haben mich einzelne Episoden unglaublich genervt und teils lag ich vor Lachen fast am Boden – letzteres kam jedoch leider viel seltener vor. Am schlimmsten fand ich wohl, wie man mit bereits etablierten Charakteren umgegangen ist: Besonders Andy Bernard (Ed Helms) hat man auf Kosten seiner Sympathie zu einer hassenswerten Witzfigur verkommen lassen. Wirklich schade. Generell lässt sich festhalten, dass die Geschichten immer abgedrehter und die Figuren zu einer Karikaturen ihrer selbst wurden.

Als es in der Beziehung zwischen Pam und Jim zu bröckeln beginnt, hatte ich mit dem Schlimmsten gerechnet. Glücklicherweise hat man noch die Kurve gekriegt und Pam keine – wie anfangs zu befürchten war – Beziehung zum Tonmann der fiktiven Dokumentation angedichtet, sondern dieses Ereignis genutzt, um das Finale vorzubereiten. Gegen Ende der hat die Serie auch fast wieder zu alter Größe zurückgefunden und ich habe die finalen drei Doppelepisoden sehr genossen. Ein rundum gelungener Abschluss nach drei holprigen Jahren. Insgesamt würde ich die qualitative Einordung der einzelnen Staffeln wohl wie folgt vornehmen:

  1. „The Office (US) – Season 3“
  2. „The Office (US) – Season 1 & 2“
  3. „The Office (US) – Season 4“
  4. „The Office (US) – Season 5“
  5. „The Office (US) – Season 6“
  6. „The Office (US) – Season 7“
  7. „The Office (US) – Season 9“
  8. „The Office (US) – Season 8“

Aufgrund des wirklich gelungenen Finales blicke ich letztendlich doch sehr wehmütig auf meine 6 Jahre mit der US-Version von „The Office“ zurück. Die ersten drei Staffeln hatten mich nahezu perfekt unterhalten, danach folgten drei immer noch sehr gute Jahre und erst gegen Ende hat die Qualität deutlich nachgelassen. Dennoch gab es immer wieder Episoden, die mich zum lachen brachten. Besonders wenn man sich tagtäglich in der Geschäftswelt bewegt, lassen sich durchaus einige Parallelen ziehen.

Über die Jahre sind mir die Serie und ihre Charaktere wirklich ans Herz gewachsen. Das famose Finale wertet die ansich eher schwache 9. Staffel letztendlich so auf, dass ich die Serie im kommenden Jahr doch vermissen werde. Na, vielen Dank auch! Ein echter Höhepunkt zum Abschluss – ‚That’s what she said!‘ –, der es mir tatsächlich schwer macht, Abschied von diesem kleinen Büro in Scranton zu nehmen: 7/10 (7.0) Punkte.

In the Line of Fire: Die zweite Chance (1993)

Nach einem anstrengenden Tag, habe ich mich heute einmal mehr nach einfacher Unterhaltung gesehnt. Auch wenn es schon recht spät war, wagten wir uns tatsächlich an einen Film: Wolfgang Petersens „In the Line of Fire“ war mir noch von etlichen TV-Ausstrahlungen in guter Erinnerng und somit freute ich mich auf einen Abend voll klassischer 90er Jahre Unterhaltung…

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Zunächst einmal war ich erstaunt, wie gut ich mich noch an die Handlung erinnern konnte. Dabei ist die letzte Sichtung bestimmt schon 10 Jahre her. Erschrocken hat mich dagegen, wie altmodisch der Film teils wirkt. Besonders die Szenen, in denen Computer verwendet werden, wirken wie aus einer anderen Welt – ähnlich ging es mir übrigens auch mit Petersens „Air Force One“ von 1997. Ansonsten habe ich mich aber an der klassischen Inszenierung und dem langsamen Erzähltempo erfreut, das den Figuren Zeit zum Atmen gibt und die Handlung bedächtig, aber beständig nach vorne treibt.

Nicht nur die Bilder wirken teils etwas altbacken, auch die Charaktere. So ist Clint Eastwoods Frank Horrigan tatsächlich ein Relikt längst vergangener Tage und die einzige bedeutende weibliche Figur – Rene Russos Agent Raines – letztendlich nur Staffage. Es kommt nie so klar heraus, ob Horrigans sexistische Bemerkungen augenzwinkernd gemeint sind, ob sie seine Altmodischkeit unterstreichen sollen, oder ob sie ernst gemeint sind – auf jeden Fall verfällt Raines Horrigan natürlich und am Ende kommen sie zusammen. Diese einfältige Beziehung ist wohl auch mein größter Kritikpunkt an dem Film.

Grandios fand ich dagegen einmal mehr John Malkovich als psychopathischen und wandlungsfähigen Killer. Er spielt selbst Eastwood in jeder Szene an die Wand. Absolut fantastisch und eine wahre Freude zum Anschauen. Die Handlung des Films ist wenig überraschend, doch stets spannend und wer auf Politsetting in Thrillerform steht, und dem 90er Jahre Actionkino nur ein wenig abgewinnen kann, der dürfte auch heute noch großen Spaß mit „In the Line of Fire“ haben: 7/10 Punkte.

The Cabin in the Woods (2011)

Obwohl es gestern Abend aufgrund eines langwierigen Kampfes mit den nicht schlafen wollenden Kindern eigentlich schon viel zu spät war, habe ich dennoch an meinem Plan festgehalten und mir endlich „The Cabin in the Woods“ angesehen. Immerhin soll es sich hierbei um die neue Offenbarung im Horrorgenre handeln, die von niemand geringerem als Joss Whedon geschrieben und produziert wurde – meine Vorfreude war folglich enorm. Spoiler sind zu erwarten.

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Auch wenn es wirklich nicht einfach war, so gelang es mir doch größtenteils Spoiler zu vermeiden – leider nur größtenteils, denn ich hatte leider den Trailer gesehen und dieser liefert leider (wie eben so oft) viel zu viele Informationen. Danach hatte ich bis zur Sichtung gestern Abend lange Zeit mir meine eigene Geschichte zusammen zu reimen – und leider muss ich sagen, dass diese Kopfkino-Version gelungener war, als das was ich letztendlich zu sehen bekam. Sorry, Joss. Dabei fing alles so gut an und die erste Filmhälfte hält einige herrliche Szenen parat. Schon alleine der Epilog: Bradley Whitford („The West Wing“), Richard Jenkins („Six Feet Under“) und die bezaubernde Amy Acker („Angel“) liefern sich ein whedonesques Wortgefecht – was kann man mehr wollen?

Ich fand es herrlich, dass auch die typischen Opfer durchaus Charakter hatten und ihre stereotypen Eigenschaften erst durch die Puppenspieler verpasst bekommen haben. Besonders die Darstellung dieses ungewöhnlichen Bürojobs hat mir ausgezeichnet gefallen. Typische und nur allzu bekannte Bürothemen (z.B. Telefonat über Lautsprecher) wurden aufgegriffen und mit besonderem Twist erzählt. Herrlich! Zwar zeichnete sich schon in der ersten Filmhälfte ab, wohin sich die Geschichte bewegen sollte, doch insgesamt hatte ich zu diesem Zeitpunkt wirklich noch enorm viel Spaß mit dem Film.

Auch die zweite Filmhälfte war mit ihrer Monsteraction durchaus unterhaltsam, doch hätte ich mir hier weniger Splatter und mehr Inhalt gewünscht. Vielleicht war ich auch nur enttäuscht, dass Whedon nicht mein Kopfkino umgesetzt hatte. Auf jeden Fall fand ich den Grund für das ganze Spektakel extrem schwach. Opfergaben für irgendwelche alten Götter? Also doch nur ein weiteres Horrorklischee. Dabei hätte man so viel aus der Idee machen können. Ich hatte mir z.B. ausgemalt, dass die Puppenspieler für ein Filmstudio arbeiten, weil sich gezeigt hat, dass man mit echter Angst mehr Erfolg an der Kinokasse hat und jeder Horrorfilm seit Jahren auf diese Weise gedreht wird. Auch hatte ich erwartet, dass die Monster nur inszeniert sind und nicht eine echte Zombie-Redneck-Torture-Family usw. aus dem Hut gezaubert wird – insgesamt also mehr Spiel mit Fiktion, unserer Wahrnehmung des Genres und mehr Anspielungen auf die Filmbranche.

Insgesamt bin ich wohl tatsächlich etwas enttäuscht, wenngleich ich „The Cabin in the Woods“ auch nicht schlecht fand. Ein großer Spaß für Genrefreunde, denen ich jedoch zunächst „Tucker & Dale vs. Evil“ ans Herz legen würde. Nett, witzig und mit teils herrlichen whedonesquen Dialogen, doch weit davon entfernt der „Scream“ der 2010er Jahre zu sein: 7/10 Punkte.

Die Tür (2009)

Besprechungen zu deutschen Filme sind zu einer Seltenheit auf meinem Blog geworden, doch freue ich mich immer wenn es etwas Sehenswertes aus unserem Land zu sichten gibt. Anno Sauls Verfilmung des Akif Pirinçci-Romans „Die Tür“ steht bereits auf meiner Liste, seitdem mir der Sneakpod vor gut drei Jahren davon vorschwärmte. Zudem handelt es sich um einen Genrefilm, was meine Neugier zusätzlich entfachte…

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Bei „Die Tür“ handelt es sich – wenn man den Film in eine Schublade stecken möchte – wohl am ehesten um ein Mysterydrama. Ein Mann verschuldet den Tod seine Tochter, geht fünf Jahre später durch eine mysteriöse Tür und findet sich am Tag des Unfalls wieder. Er kann seine Tochter retten und wird mit seinem jüngeren Ich konfrontiert. Allein diese Prämisse ist in meinen Augen ziemlich interessant und erinnert an Filme, wie „The Butterfly Effect“, erzählt dabei aber eine – zumindest zu Beginn – viel intimere Geschichte.

Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel vorwegnehmen, doch nimmt der Film ein paar Wendungen, die ich so nie erwartet hätte. Besonders in der letzten halben Stunde überschlagen sich die Ereignisse und aus dem sehr persönlichen Drama wird unerwarteterweise ein spießbürgerlicher Nachbarschaftshorror, der beinahe schon schwarzhumorig an der Satire kratzt. Dennoch schaffen es sowohl Drehbuch als auch Inszenierung trotz dieses Bruchs die Handlung recht glaubwürdig bis zum bitteren Finale zu führen. Auch wenn ich die Wendungen so nicht erwartet hatte und durchaus interessant fand, so hätte ich mir dennoch gewünscht, dass sich die Geschichte mehr auf das persönliche Schicksal David Andernachs (Mads Mikkelsen) konzentriert.

Ähnlich wie Tim Fehlbaums „Hell“ oder die animierte Verfilmung von Pirinçcis „Felidae“, muss sich auch „Die Tür“ nicht vor der internationalen Genrekonkurrenz verstecken. Teilweise fand ich das Drehbuch etwas holprig und die Entscheidungen des Hauptcharakters nicht immer nachvollziehbar, doch wollte ich stets wissen, wie es mit dieser abstrusen Situation weitergeht. Zumindest für eine einmalige Sichtung kann ich den Film somit nur jedem Mysteryfreund ans Herz legen. Schade, dass man sonst kaum etwas über den Film liest. Verdient hätte er es: 7/10 Punkte.

The Mentalist – Season 2

Nachdem sich die Sichtung weit über ein halbes Jahr hingezogen hat, kann ich „The Mentalist – Season 2“ mit dem Schreiben der Besprechung nun tatsächlich abhaken. Wie man an dem langen Zeitraum sieht, hat mich die Serie auch in ihrer zweiten Staffel nicht wirklich vor den Fernseher gelockt. Wenn ich dann eine DVD eingelegt habe, wurde ich jedoch meist gut unterhalten – und manchmal ist das auch völlig ausreichend…

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Viel schreiben brauche ich zum zweiten Jahr der Serie nicht, denn nahezu alles, was es zur ersten Staffel zu sagen gab, hat auch hier Relevanz. Die Show lebt nach wie vor von der gelungenen Darstellung Simon Bakers als titelgebenden Mentalist. Das restliche Team bekommt ein wenig mehr Kontur, doch wirklich spannend sind die Charaktere nach wie vor nicht. Leider kann man dies auch über einen Großteil der Fälle sagen. Besonders in der ersten Staffelhälfte plätschern diese vor sich hin und die Auflösungen sind zwar nett anzusehen, doch Wendungen o.ä. riecht man als geübter Zuschauer bereits meilenweit gegen den Wind.

Im letzten Drittel der Staffel dagegen schien es mir, als würden die Autoren versuchen neue Wege zu gehen, was in ein paar wirklich netten Fällen resultierte. Nichts Weltbewegendes, doch immerhin sehr solide Krimiunterhaltung. Der mit Red John wortwörtlich rote Faden zieht sich auch durch diese Staffel und wird im Finale zum bisherigen Höhepunkt getrieben. Neben dem günstigen Staffelpreis wohl ein Grund, warum ich vorerst am Ball bleiben werde. Besonders eilig habe ich es jedoch mit der Sichtung nicht: 7/10 (6.8) Punkte.