The Descent 2: Die Jagd geht weiter (2009)

Ein anstrengender, aber vergnüglicher Tag im Schwimmbad, die Kinder endlich im Bett, die Frau unterwegs – folglich die Chance endlich einmal wieder einen Horrorfilm zu sehen. Die Wahl fiel letztendlich auf „The Descent 2“, der schon seit geraumer Zeit auf meiner Liste stand. Ob ich ich die Sichtung ohne Nervenzusammenbruch durchgestanden habe, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Neil Marshalls Vorgänger „The Descent“ zählt nach wie vor zu meinen Lieblingsfilmen des Genres. Das damalige Kinoerlebnis steckt mir heute noch in den Knochen – und das meine ich genauso, wie ich es schreibe. Der 2009er Nachfolger ignoriert das europäische Ende und greift die US-Schnittfassung auf, was Fans des Film schon einmal übel aufstoßen dürfte. Ich jedoch habe damit meinen Frieden gemacht und sehe das Sequel eher als alternative Fortführung der Geschichte, was in diesem Genre meiner Meinung nach ohnehin der einzig gangbare Weg ist, sich nicht den Spaß an so manchem Film verderben zu lassen. So oder so war ich gespannt auf die Handlung – und ob mich die Rückkehr in die Höhle genauso traumatisieren würde, wie mein erster Besuch.

Wie zu erwarten, bekommt man ein typisches Sequel zu sehen: mehr vom bereits Bekannten, mehr unmotiviertes Blut und weit weniger Handlung. Rein atmosphärisch kann „The Descent 2“ nahtlos an seinen Vorgänger anschließen, auch wenn die Höhle ein wenig zu perfekt ausgeleuchtet ist, das Blut ein wenig zu rot spritzt und die Gruppendynamik dieses Mal nicht so recht funktionieren will. Wer bitte schickt denn eine Gruppe unerfahrener Armleuchter (inlusive traumatisiertem Opfer) in ein unerforschtes Höhlensystem? Natürlich wird unsere bunte Truppe demenstsprechend schnell dezimiert (besonders die Männer müssen zeitig dran glauben), so dass sich am Ende wieder eine reine Frauengruppe mehr oder weniger erfolgreich gegen die Crawler zur Wehr setzen darf. Weniger Klaustrophobie als beim Erstling, dafür mehr Gemetzel – wer hätte es gedacht?

Glücklicherweise wirkt der Film formal nicht viel billiger als der Vorgänger. Inhaltlich ist das eine andere Geschichte und man hat schon teils das Gefühl ein Remake zu sehen. Immerhin werden die vorangegangenen Geschehnisse direkt aufgegriffen, was zu einigen interessanten Überraschungen führt. Das endgültige Finale wirkte auf mich ein wenig aufgesetzt und war nur einfach nur fies, wenn auch leider ohne jeglichen Sinn dahinter. Irgendwie schade, da der Film gar keine solch platte zweite Ebene nötig gehabt hätte. Freunde des ersten Teils sollten lieber noch einmal diesen schauen, doch wer Lust auf noch mehr Höhlenhorror hat, der kann ruhig einmal einen Blick riskieren – gepackt hatte mich das Setting auch beim zweiten Mal: 5/10 Punkte.

Friday Night Lights – Season 4

Mit knapp zwei Wochen Sichtungszeit hat mich „Friday Night Lights – Season 4“ noch intensiver am Leben in Dillon teilhaben lassen, als die vorhergehenden Staffeln. Ich finde es nach wie vor unglaublich, wie stark die Sogwirkung ist, die von dieser TV-Serie über High School-Football in Texas ausgeht. Das  hätte ich zuvor niemals gedacht. Doch auch die vorletzte Staffel hat bewiesen, dass man ohne Vorurteile an solch eine Serie herangehen sollte… Spoiler sind zu erwarten.

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Das vierte Jahr in Dillon, doch auch das vierte Jahr mit den Dillon Panthers? Es hatte sich ja bereits im Finale der dritten Staffel abgezeichnet, dass große Veränderungen anstehen – und das sollte sich auch bewahrheiten. Die Änderungen sind teils sogar so gravierend, dass man als Kenner der ersten drei Staffeln beinahe das Gefühl hat, in einem Reboot gelandet zu sein. Es gibt viele neue Charaktere und mit der Verlagerung des Handlungsschwerpunkts an die East Dillon High fühlt sich auch die texanische Kleinstadt anders an, als in den Staffeln zuvor. Überhaupt wird die Serie düsterer und dramatischer, bleibt dabei aber realistisch und glaubwürdig – und bindet uns Zuschauer somit noch enger an ihre Charaktere.

Trotz der Veränderungen besteht zu keiner Sekunde ein Zweifel, dass man man weiterhin „Friday Night Lights“ vor sich hat. Dies liegt vor allem natürlich an den Taylors, die weiterhin das Zentrum nahezu aller Handlungsstränge bilden. Mit Tim Riggins entwickelt sich zudem ein Charakter beständig weiter, den man bereits seit der ersten Staffel verfolgt. Weiterhin gelingt es den Autoren auch in diesem Jahr liebgewonnenen Figuren einen emotional packenden und inhaltlich zufriedenstellenden Abschluss zu gewähren. Das habe ich besser wohl noch in keiner anderen Serie erlebt, zumal die meisten Figuren auch nicht einfach weg sind, sondern weiterhin Gastauftritte haben und ihre Bedeutung für die Zurückgelassenen stets greifbar bleibt.

Mit Vince Howard und Luke Cafferty gibt es zwei neue Hauptfiguren, die sich wunderbar in die Serie einfügen und dabei doch komplett neue Wege beschreiten. Ich kannte die beiden Schauspieler zudem bereits aus Jason Katims aktuell laufender Serie „Parenthood“, in der Michael B. Jordan und Matt Lauria ebenfalls fantastisch spielen. Überhaupt sind die Schauspieler allesamt großartig und es ist für mich abermals unvorstellbar, wie Taylor Kitschs Kinokarriere mit u.a. „Battleship“ so gnadenlos floppen konnte. Sein Handlungsstrang ist einer der bewegendsten der gesamten Staffel.

Auch wenn ich das vierte Jahr in Dillon erneut großartig fand, so waren die Änderungen zu Beginn doch so einschneidend, dass ich eine gewisse Eingewöhnungszeit benötigt habe. Dennoch kann ich den Autoren nur meinen Respekt zollen, dass sie sich für solch einen mutigen Schritt entschieden haben. Für das fünfte Jahr erhoffe ich mir noch Großes und sehe dem Ende der Serie bereits jetzt mit dickem Kloß im Hals entgegen: 9/10 (9.2) Punkte.

The Middle – Season 1

Normalerweise entscheide ich bereits nach ein paar Episoden, ob ich eine Serie weiter verfolge oder nicht. Mehr Geduld habe ich selten. Auch bei „The Middle – Season 1“ hätte ich beinahe verfrüht aufgegeben, da es mir zu Beginn ziemlich schwer gefallen ist, Anschluss an die Charaktere zu finden. Rückblickend bin ich jedoch froh die kunterbunte Familie Heck nicht zu früh verlassen zu haben…

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Müsste ich die Serie in einem Satz erklären, dann würde ich sie mit 60% „Malcolm mittendrin“, 30% „Roseanne“ und 10% „Alle lieben Raymond“ beschreiben. Ich war zu Beginn wirklich sehr erstaunt, wie sehr „The Middle“ an die sogar titelverwandten Serie „Malcolm in the Middle“ erinnert. Fast schon unheimlich. Im Gegensatz zum Comedy-Hit der frühen 2000er Jahre, setzt „The Middle“ jedoch auf die Perspektive der Eltern, genauer gesagt der Mutter (sehr überzeugend gespielt von Patricia Heaton). Als Mann an ihrer Seite gibt es mit Neil Flynn (der Hausmeister aus „Scrubs“) einen weiteren bekannten Seriendarsteller zu sehen.

Auch die drei Kinder sind nett besetzt und jedes einzelne besitzt seine Eigenheiten: sei es der stark pubertierende Axl, die leicht dusselige Sue oder der eigenbrötlerische Brick – die Eltern haben alle Hände voll zu tun. Sympathisch an der Serie ist, dass eine absolute Durchschnittsfamilie im Mittelpunkt steht. Keine aufstrebenden Twentysomethings mit Penthouse in Manhatten, keine überbezahlten Jobs, kein Wer-mit-wem. Von der Stimmung erinnert die Serie auch stark an „Roseanne“ und die letzte Einstellung der Staffel dürfte sogar als direktes Zitat gewertet werden: Die Kamera umkreist den Tisch der essenden Familie, wie damals im Intro der beliebten 90er Jahre-Sitcom. Toll!

Was die Tonalität der Serie angeht, so schwankt diese zwischen realistisch und gnadenlos überzeichnet. Damit hatte ich zu Beginn zu meine Schwierigkeiten, doch mit der Zeit sind mir die Charaktere durchaus ans Herz gewachsen. Auch wenn weit nicht alle Geschichten zünden, so hatte ich doch meinen Spaß mit den Hecks aus Indiana und werde zumindest noch die zweite Staffel verfolgen, die bereits im Regal wartet: 7/10 (7.4) Punkte.

Brothers & Sisters – Season 4

Über zwei Monate sind ins Land gegangen seit ich mit der Sichtung von „Brothers & Sisters – Season 4“ begonnen habe. Eine vergleichsweise lange Zeit, was glücklicherweise jedoch nicht der Qualität der Serie anzulasten ist. Auch im vierten Jahr hatte ich viel Spaß mit den Walkers, auch wenn es nicht immer einfach war… Spoiler sind zu erwarten.

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Die Staffel beginnt mit einem Schicksalsschlag, der auch als solcher inszeniert ist. Man weiß als Zuschauer nicht, wie sich die Episode entwickeln wird. Werden Justin und Rebecca am Tag ihrer Verlobungsfeier einen Autounfall haben? Alles sieht danach aus, doch am Ende entkommen sie der Gefahrensituation. Noras dunkle Vorahnung hatte Kitty gegolten, die sich mit einer Krebsdiagnose konfrontiert sieht. Dieser Handlungsstrang dominiert die erste Staffelhälfte und erinnert frappierend an die vierte Staffel von „Parenthood“, die zeitlich jedoch erst nach „Brothers & Sisters“ entstanden ist.

Neben diesen schweren Themen, gibt es auch ein paar rein unterhaltsame Elemente, wie z.B. Sarahs Liebelei mit dem Franzosen Luc oder die Versuche von Kevin und Scotty schwanger zu werden. Die Balance zwischen Drama und Komödie fand ich erneut wirklich gelungen. In der zweiten Staffelhälfte zaubert die Serie dagegen noch ein paar Wendungen aus dem Hut, die meiner Meinung nach nicht nötig gewesen wären. Aber was wäre „Brothers & Sisters“ auch ohne Ojai-Drama? Immerhin waren die Rückblenden in die Jugend der Walker-Kinder nett inszeniert und überraschend gut besetzt.

Im direkten Vergleich zur dritten Staffel ging es in der Wertung leicht nacht unten, wenngleich ich aber eher erstaunt war, wie stabil die Serie in ihrer Qualität geblieben ist. Das Finale mischt die Karten dann noch einmal komplett neu und wirkte auf mich ein wenig zu forciert als Cliffhanger inszeniert – auch wenn ich nun natürlich gespannt bin, wie sich die Serie in Zukunft (jetzt ja mit vermutlich dezimiertem Ensemble) so entwickelt. Ich freue mich jedenfalls auf die abschließende fünfte Staffel: 8/10 (8.3) Punkte.

Nachts im Museum 2 – OT: Night at the Museum: Battle of the Smithsonian (2009)

Aktualisierung: Ich habe „Nachts im Museum 2“ am 27. November 2021 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Wie bei der Besprechung des ersten Teils angekündigt, habe ich heute – nach inzwischen knapp vier Jahren – Shawn Levys „Nachts im Museum 2“ nachgeholt. Eigentlich wären noch unzählige andere Filme im Regal gestanden, denen ich lieber den Vorzug gegeben hätte, doch Krankheit und Müdigkeit forderten exakt diese Art der seichten Unterhaltung ein…

Nachts im Museum (2006) | © 20th Century Fox

Nachts im Museum 2 (2009) | © 20th Century Fox

„Night at the Museum: Battle of the Smithsonian“ ist die typische Fortsetzung eines Erfolgsfilms: eine leicht veränderte Handlung, mehr Action und Effekte und ein erweitertes Ensemble. War bereits die Geschichte des ersten Teils nur Makulatur, so ergibt sich die Fortsetzung endgültig in ihr Spiel mit den lebendig gewordenen Ausstellungsstücken. Dies war nicht anders zu erwarten und hat mich auch nicht gestört, denn die Ideen sind nett, der Humor lädt zum Schmunzeln ein und das Herz irgendwie am rechten Fleck.

Einen deutlichen Pluspunkt kann die Besetzung mit Amy Adams verbuchen, die die Flugpionierin Amelia Earhart wunderbar charmant und übermütig verkörpert. Hank Azaria als Oberbösewicht ist zwar reichlich albern, doch sehe ich ihn einfach immer wieder gerne und auch hier macht er seine Sache wirklich gut. Die anderen Stars rund um Ben Stiller sind spielfreudig und lassen auch im zweiten Teil die 100 Minuten wie im Flug vergehen.

Letztendlich muss man auch „Nachts im Museum 2“ nicht gesehen haben, doch fand ich es zumindest schön abermals das Smithsonian zu besuchen – und für mehr Film hätte meine Aufmerksamkeit heute sowieso nicht mehr gereicht. Nett, harmlos und dennoch irgendwie unterhaltsam: 6/10 Punkte.

Die Tür (2009)

Besprechungen zu deutschen Filme sind zu einer Seltenheit auf meinem Blog geworden, doch freue ich mich immer wenn es etwas Sehenswertes aus unserem Land zu sichten gibt. Anno Sauls Verfilmung des Akif Pirinçci-Romans „Die Tür“ steht bereits auf meiner Liste, seitdem mir der Sneakpod vor gut drei Jahren davon vorschwärmte. Zudem handelt es sich um einen Genrefilm, was meine Neugier zusätzlich entfachte…

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Bei „Die Tür“ handelt es sich – wenn man den Film in eine Schublade stecken möchte – wohl am ehesten um ein Mysterydrama. Ein Mann verschuldet den Tod seine Tochter, geht fünf Jahre später durch eine mysteriöse Tür und findet sich am Tag des Unfalls wieder. Er kann seine Tochter retten und wird mit seinem jüngeren Ich konfrontiert. Allein diese Prämisse ist in meinen Augen ziemlich interessant und erinnert an Filme, wie „The Butterfly Effect“, erzählt dabei aber eine – zumindest zu Beginn – viel intimere Geschichte.

Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel vorwegnehmen, doch nimmt der Film ein paar Wendungen, die ich so nie erwartet hätte. Besonders in der letzten halben Stunde überschlagen sich die Ereignisse und aus dem sehr persönlichen Drama wird unerwarteterweise ein spießbürgerlicher Nachbarschaftshorror, der beinahe schon schwarzhumorig an der Satire kratzt. Dennoch schaffen es sowohl Drehbuch als auch Inszenierung trotz dieses Bruchs die Handlung recht glaubwürdig bis zum bitteren Finale zu führen. Auch wenn ich die Wendungen so nicht erwartet hatte und durchaus interessant fand, so hätte ich mir dennoch gewünscht, dass sich die Geschichte mehr auf das persönliche Schicksal David Andernachs (Mads Mikkelsen) konzentriert.

Ähnlich wie Tim Fehlbaums „Hell“ oder die animierte Verfilmung von Pirinçcis „Felidae“, muss sich auch „Die Tür“ nicht vor der internationalen Genrekonkurrenz verstecken. Teilweise fand ich das Drehbuch etwas holprig und die Entscheidungen des Hauptcharakters nicht immer nachvollziehbar, doch wollte ich stets wissen, wie es mit dieser abstrusen Situation weitergeht. Zumindest für eine einmalige Sichtung kann ich den Film somit nur jedem Mysteryfreund ans Herz legen. Schade, dass man sonst kaum etwas über den Film liest. Verdient hätte er es: 7/10 Punkte.

The Mentalist – Season 2

Nachdem sich die Sichtung weit über ein halbes Jahr hingezogen hat, kann ich „The Mentalist – Season 2“ mit dem Schreiben der Besprechung nun tatsächlich abhaken. Wie man an dem langen Zeitraum sieht, hat mich die Serie auch in ihrer zweiten Staffel nicht wirklich vor den Fernseher gelockt. Wenn ich dann eine DVD eingelegt habe, wurde ich jedoch meist gut unterhalten – und manchmal ist das auch völlig ausreichend…

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Viel schreiben brauche ich zum zweiten Jahr der Serie nicht, denn nahezu alles, was es zur ersten Staffel zu sagen gab, hat auch hier Relevanz. Die Show lebt nach wie vor von der gelungenen Darstellung Simon Bakers als titelgebenden Mentalist. Das restliche Team bekommt ein wenig mehr Kontur, doch wirklich spannend sind die Charaktere nach wie vor nicht. Leider kann man dies auch über einen Großteil der Fälle sagen. Besonders in der ersten Staffelhälfte plätschern diese vor sich hin und die Auflösungen sind zwar nett anzusehen, doch Wendungen o.ä. riecht man als geübter Zuschauer bereits meilenweit gegen den Wind.

Im letzten Drittel der Staffel dagegen schien es mir, als würden die Autoren versuchen neue Wege zu gehen, was in ein paar wirklich netten Fällen resultierte. Nichts Weltbewegendes, doch immerhin sehr solide Krimiunterhaltung. Der mit Red John wortwörtlich rote Faden zieht sich auch durch diese Staffel und wird im Finale zum bisherigen Höhepunkt getrieben. Neben dem günstigen Staffelpreis wohl ein Grund, warum ich vorerst am Ball bleiben werde. Besonders eilig habe ich es jedoch mit der Sichtung nicht: 7/10 (6.8) Punkte.

Gesetz der Rache – OT: Law Abiding Citizen

Mit F. Gary Grays „Gesetz der Rache“ habe ich mir heute einen Film angesehen, von dem ich im Vorfeld nicht wirklich viel wusste. Zum Glück, wie sich im Nachhinein herausstellen sollte. So bekam ich einen spannenden und wendungsreichen Rachethriller zu sehen, der sich durch einen netten Twist von seinen Genrekollegen abzuheben weiß. Spoiler sind zu erwarten.

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Der Prolog war für mich wieder einmal harter Tobak: Ein Familienvater, der mit ansehen muss, wie seine Frau und seine Tochter bei einem Raubüberfall ermordet werden. Puh! Dies geschieht so schnell und hart, dass man als Zuschauer ziemlich überrumpelt wird. Kurz danach sieht man, wie der Staatsanwalt – gegen den Willen des Vaters – mit einem der Täter einen Deal eingeht, woraufhin dieser schneller als gewünscht auf freien Fuß kommt. 10 Jahre später folgt dann der zu erwartende Rachefeldzug gegen die Täter und eigentlich hätte der Film nach 30 Minuten schon zu Ende sein können – wenn der Vater nicht die Korruptheit des gesamten Justizsystems an den Pranger hätte stellen wollen.

Ein Mann sieht rot. Und dieses Mal muss eine ganze Institution dran glauben. Damit hatte ich zu Beginn wahrlich nicht gerechnet und war entsprechend positiv überrascht. Das Vorgehen des Vaters ist dabei weniger subtil und wird sehr actionreich in Szene gesetzt. Während des Rachefeldzugs erinnert der Film zu Beginn oft eher an Filme wie „Saw“ (inklusive deftigem Splatter und mysteriöser Stimme am Telefon) oder TV-Serien wie „Prison Break“ (Planung über Jahre hinweg, Gefägnis-Setting) werden wach. Der Rächende ist allen Beteiligten mindestens drei Schritte voraus und entsprechend überraschend wirken die meisten seiner Fallen Einfälle.

Die Twists gegen Ende waren für meinen Geschmack dann doch etwas zuviel des Guten. Der Tunnel in seine Zelle? Das einfache Transportieren der Bombe (ob nun von Butlers Figur gewollt oder nicht)? Man muss über so manchen Logikfehler hinwegsehen, um sich nicht den Spaß verderben zu lassen. Den macht „Law Abiding Citizen“ (so der weit gelungenere Originaltitel) auf jeden Fall. Ein netter Thriller für Zwischendurch, der oft wirkt als hätte er mehr sein können, als nur ein simpler Actionthriller. So ist die beste Szene in meinen Augen die, in der eine Richterin Butlers auf der Anklagebank sitzenden Charakter nach ein wenig Justiz-Bullshit-Bingo auf Kaution gehen lassen möchte und dieser sie und das Rechtssystem scharf verbal attakiert. Davon hätte ich gerne mehr gesehen.

Für Freunde von Rachethrillern und Actionfilmen härerer Gangart ist „Law Abiding Citizen“ eine nette Abwechslung. Trotz komplexerer Handlung sollte man sich von der Geschichte letztendlich nicht zu viel erwarten. Einer Zweitsichtung wird der Film aufgrund der fehlenden Spannung wohl nicht standhalten. Für einmalige Unterhaltung ist der Film jedoch ziemlich gut geeignet: 7/10 Punkte.

Bones – Season 5

Da ich zurzeit abends regelmäßig am Sofa wegnicke hat sich „Bones – Season 5“ als Backup-Serie bewährt, sprich man kann gut und gerne ein paar Minuten verpassen und findet dennoch wieder schnell in die Handlung zurück. Auch mehrere Sichtungsanläufe schaden den einzelnen Episoden aufgrund des strikten Fall-der-Woche-Prinzips kaum, was bei Serien mit fortlaufender Handlung wieder ganz anders aussehen würde…

Trotz des der Serie nicht gerade schmeichelnden Intros, habe ich auch die fünfte Staffel der erfolgreichen Krimiserie nicht nur als Lückenfüller wahrgenommen. Glücklicherweise haben die Autoren das aufgesetzt wirkende dramatische Ereignis zum Ende der vierten Staffel wieder recht schnell fallen gelassen und exakt dort weitergemacht, wo man die Serie zuvor verlassen hatte. Überhaupt wirkt diese gesamte Staffel so, als wäre sie nur eine Erweiterung der vorangegangenen: So gibt es z.B. keine personellen Veränderungen und auch auf der Beziehungsebene gibt es (zumindest zu Beginn) kaum Neuigkeiten. Ein wenig Gplänkel hier, ein wenig Geplänkel da und natürlich der stets präsente Fall-der-Woche.

Die einzelnen Fälle sind allesamt gewohnt unterhaltsam, doch es gibt auch ein paar Highlights. So mochte ich erneut die Stephen Fry-Episode recht gerne sowie die Auftritte von Booths Großvater und Bones Schwester, die – wie könnte es auch anders sein? – von Zooey Deschanel (u.a. „New Girl“) gespielt wird. Ansonsten fand ich noch die Episode „The Death of the Queen Bee“ äußerst unterhaltsam, in der quasi ein Slasher-Film nachgestellt wird. Inklusive High School-Setting und Robert Englund (Freddy Krueger, „A Nightmare on Elm Street“) als kauzigen und natürlich verdächtigen Hausmeister. Die Rückblende zum ersten gemeinsamen Fall von Bones und Booth war dagegen eher langweilig und ein wenig ärgerlich, da man hier nur wieder tief in die Klischeekiste gegriffen hat.

Insgesamt fand ich die Staffel (auch aufgrund des gelungeneren, wenn auch nicht wirklich guten Finales) etwas stärker als die vorangegangene. Weiterhin wirklich nette Krimiunterhaltung für den stets viel zu kurzen Feierabend. Ich bin mir sicher, dass die Serie bei mir auch weiterhin im – nicht zu unterschätzenden – Nebenprogramm überleben wird: 7/10 (7.1) Punkte.

Damages – Season 2

Für die zweite Staffel meiner letzten Serienentdeckung habe ich mit knapp einem Monat recht lange gebraucht. Dies liegt aber eher an den äußeren Umständen, als in der Serie selbst begründet, denn auch „Damages – Season 2“ ist über weite Strecken einfach nur beste Unterhaltung. Warum das zweite Jahr mit Patty Hewes dennoch nicht an den grandiosen Auftakt herankommt, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Auf die Vorzüge der ersten Staffel bin ich bereits ausführlich in der zugehörigen Besprechung eingegangen. Besonders die Aufteilung in zwei Zeitebenen hat für eine stets vorhandene Grundspannung gesorgt – und exakt dieser Aufbau wird in der zweiten Staffel wieder aufgegriffen. So neu und innovativ dieser an sich simple Kniff auch war, so abgesdroschen und forciert wirkt dieser beim zweiten Anlauf. Hier hätte man sich ruhig von der bekannten Struktur lösen können, zumal die die gezeigte Zukunft weit nicht so neugierig macht, wie die der ersten Staffel. Dennoch gelingt es der Serie abseits dieses Kniffes auch im zweiten Jahr eine wirklich mitreißende Handlung aufzubauen.

Inhaltlich schließt die Staffel nahtlos an das erste Jahr an: Ellen hat sich fest vorgenommen die Mörder ihres Verlobten ausfindig zu machen und zur Rechenschaft zu ziehen. Ebenso nehmen die Ermittlungen des FBIs gegen Patty einen Großteil der Handlung ein, was teils stark an bestimmte Episoden von „The Sopranos“ erinnert. Die ständige Atmosphäre des Misstrauens verändert auch die Charaktere und so wirkt insbesondere Ellen im Vergleich zur ersten Staffel hart und verbittert, was aufgrund der zurückliegenden Ereignisse aber auch kein Wunder ist.

Sehr gut gefallen hat mir die Verknüpfung mit der ersten Staffel. So treten wichtige Figuren, wie Arthur Frobisher, weiterhin auf, nehmen dabei aber eher die Rolle von Nebenfiguren ein. Das Universum der Serie wird somit realistisch erweitert und lässt dennoch Platz für neue Charaktere. Im krassen Gegensatz dazu steht das Finale, das von Realismus nicht viel hält: So manche Wendung hätte man hier ruhig weglassen bzw. feinfühliger vorbereiten können. Dafür hat man dieses Mal auf den obligatorischen Cliffhanger verzichtet, was ich durchaus angenehm fand.

Insgesamt macht auch die zweite Staffel von „Damages“ wirklich viel Spaß, was größtenteils auch an den guten Schauspielern (u.a. Neuzugang William Hurt) liegt. Hinzu kommt die komplexe und spannende Geschichte, welche rückblickend aber doch zu sehr nach Schema F abläuft und eher durch unrealistische Wendungen zu überzeugen versucht. Ich hatte auf jeden Fall wieder viel Spaß mit Patty und Co. und freue mich auf die dritte Staffel: 8/10 (7.9) Punkte.