Life Unexpected – Season 2

Erstaunlicherweise bespreche ich mit meinem Eintrag zu „Life Unexpected – Season 2“ bereits das Finale der sympathischen, kleinen Familienserie. Ich hätte wirklich erwartet, dass die Serie ein größerer Erfolg wird. Nett anzusehen, nicht zu anspruchsvoll und mit sympathischen Charakteren – der typische Kandidat für den VOX-Seriennachmittag.

Im Vergleich zur ersten Staffel musste „Life Unexpected“ im zweiten Jahr viel Schelte einstecken, was die Handlungsstränge und Charakterentwicklung angeht. Dem muss ich leider bis zu einem gewissen Grad zustimmen, wenngleich ich das Drehbuch auch schon im ersten Jahr etwas zu unausgewogen fand. Der teils überstürzten Handlung und dem sprunghaften Verhalten der Charaktere, steht allerdings eine beständig wachsende Sympathie entgegen, welche man den Figuren als Zuschauer unweigerlich entgegenbringt.

So gern ich manche Handlungsstränge mochte, so nervtötend fand ich dagegen andere. Allein die Beziehung zwischen Lux und Mr. Daniels hat meine Toleranzgrenze für soapige Geschichten und seltsames Charakterverhalten oft bis aufs Äußerste strapaziert. Hier hatte ich mich tatsächlich ab und zu gefragt, in welcher Welt diese Figuren eigentlich leben. Natürlich kann man einiges mit Lux‘ Vergangenheit und ihrem Teenager-Dasein begründen, doch Cate und Ryan verhalten sich leider nicht viel klüger.

Sehr gefreut habe ich mich einmal wieder Emma Caulfield (Anya, „Buffy: The Vampire Slayer“) zu sehen. Ihr Charakter hat Baze deutlich erwachsener scheinen lassen, was in meinen Augen einen guten Gegenpol zum albernen Cate/Ryan-Gespann darstellte. Lux dagegen ist eben Lux und benimmt sich auch dementsprechend irrational. Die Nebencharaktere können mich beinahe durch die Bank überzeugen und trotz aller Fehler machen die Figuren wirklich Spaß, weshalb ich sie nur sehr ungerne ziehen lasse.

Auch wenn die Serie etwas nachgelassen hat, so bleibt sie doch stets sympathisch. Warum kein Erfolg daraus wurde? Ich kann es mir in diesem Fall nicht erklären. Zwar habe ich andere Serien schon mehr vermisst, doch wird „Life Unexpected“ bestimmt eine Lücke in meinem persönlichen TV-Programm hinterlassen. War nett mit euch: 7/10 (7.3) Punkte.

The Walking Dead – Season 1

Für Genrefreunde dürfte die Verfilmung des Zombie-Comics „The Walking Dead – Season 1“ wohl die Seriensensation des Jahres gewesen sein. Doch selbst genreübergreifend konnte die von Frank Darabont („Die Verurteilten“) produzierte Serie überzeugen und hat einen wahrlich beeindruckenden Start hingelegt – sowohl was Zuschauerzahlen, als auch was die Qualität der erzählten Geschichte angeht.

Trotz ihres Erfolgs musste die Serie in den Wochen seit ihrer Ausstrahlung viel Schelte einstecken: Den Zombiefreunden war die Serie zu ruhig und mit zu geringem Actionanteil erzählt, anderen war das zwischenmenschliche Drama zu ausladend und wieder anderen mangelte es an Charakterentwicklung. Ich jedoch hatte enorm viel Spaß mit der Zombieserie, welche sich und ihre Monster – in Zeiten von „Shaun of the Dead“ und „Zombieland“ durchaus erfrischend – einmal wieder ernst nimmt und damit mehr an Romeros frühere Werke erinnert, als an die satirisch geprägten Spätwerke des Genres.

Zunächst muss ich vorausschicken, dass ich Robert Kirkmans Vorlage nicht kenne und somit relativ unbedarft an die Verfilmung herangehen konnte. Hinzu kommt, dass ich das Genre durchaus mag, aber auch kein eisenharter Verfechter von bestimmten Regeln bin, die durch die Klassiker des Genres aufgestellt wurden. Nach der Sichtung der sechs Episoden, muss ich feststellen, dass sich „The Walking Dead“ aller Zombiefilmklischees bedient und dennoch erfrischend wirkt. Dies liegt wohl vor allem an der Zeit, die sich die Serie für ihre Figuren nimmt. Zombieaction ist ja immer gerne gesehen, doch muss ich wahrlich nicht alle paar Minuten einen blutigen Kopfschuss sehen – und diese bietet die Serie ohnehin zu Genüge.

So sehr die Serie von ihren Charakteren lebt, so fremd bleiben diese jedoch über weite Strecken. Erst gegen Ende der Staffel meint man sie besser zu kennen und kann wirklich mit ihnen mitfühlen. Eine Ausnahme ist hier einzig Sheriff Rick Grimes, den man vom ersten Moment an begleitet. Seine Einführung – und damit die Pilotfolge – war auch die stärkste Episode der Staffel. Tolle Bilder, eine unglaublich dichte Atmosphäre und man hat sich mit dem Charakter zusammen einfach nur verloren gefühlt. Auch die weiteren Folgen waren sehr sehenswert und erlaubten sich – wohl auch aufgrund der kurzen Laufzeit – kaum Längen.

Ich für meinen Teil bin sehr zufrieden mit Darabonts Adaption. Natürlich wird das Genre nicht neu erfunden, doch gibt es besonders für den Genrefreund viele tolle Szenen zu bewundern. Für die zweite Staffel wünsche ich mir eine ausführlichere Reise durchs zerstörte Amerika und hoffe, dass man den Charakteren noch näher kommt. Die beklemmende Atmosphäre hat bereits die erste Staffel astrein hinbekommen: 8/10 (8.3) Punkte.

How I Met Your Mother – Season 4

Hatte ich noch über die Feiertage die dritte Staffel der Serie genossen, so startete ich mit „How I Met Your Mother – Season 4“ direkt ins neue Jahr. Wie bereits bei den vorhergehenden Staffeln, hätte auch diese wieder an einem Stück durchschauen können und wurde nur durch akute Müdigkeit aus der Serienwelt herausgerissen – und das obwohl ich bei der Erstsichtung dieser Staffel nicht allzu begeistert war.

Erneut erfuhren die meisten Episoden durch die wiederholte Sichtung eine deutliche Aufwertung, was bisher bereits bei all meinen Lieblingssitcoms – wie z.B. „Seinfeld“ oder „Friends“ – der Fall war und nur für die Qualität der Drehbücher spricht. Ein Haupthandlungsstrang der Staffel ist Teds gescheiterte Beziehung zu Stella, welche als treibendes Element hinter seiner Charakterentwicklung und seiner weiterführenden Motivation zu sehen ist. Als Zuschauer gönnt man es Ted nun wirklich, dass er auch endlich sein Glück finden möge.

Für mich gehören die Stella-Episoden jedoch zu den eher schwächeren Geschichten der Staffel. Besonders die gescheiterte Hochzeit schien mir etwas zu konstruiert. Nötig war diese Episode dennoch für alles Weitere. Der zweite Haupthandlungsstrang – Barneys Interesse für Robin – hat mir da schon bedeutend besser gefallen. Besonders Neil Patrick Harris ist hier wieder zur Höchstform aufgelaufen, ohne seinen Charakter in irgendeiner Art zu kompromittieren. Fantastisch!

Meine Lieblingsepisoden dieser Staffel sind „Intervention“ (auch sehr schön, dass dieser Gag in einer späteren Episode wieder aufgenommen wird), „The Naked Man“ (so unglaublich lustig), „Three Days of Snow“ (einfach nur schön) und „The Possimpible“ (Barneys Video Resume ist einfach awesome). Doch auch in den restlichen Episoden kann man unzählige Highlights, wie z.B. das schwedische Architekturkollektiv Sven, finden. Richtige Ausfälle gibt es auch in dieser Staffel glücklicherweise nicht.

Die vierte Staffel von „How I Met Your Mother“ sah ich übrigens erstmals auf Blu-ray und was soll ich sagen? Ich bin begeistert und eigentlich gibt es nun kein zurück mehr. Leider jedoch hat Fox Home Entertainment einmal wieder ihre Veröffentlichungsstrategie geändert und die Blu-ray-Veröffentlichung der fünften Staffel gestrichen, was mich unweigerlich zu den DVDs zurückführt. Einfach nur frustrierend und keine gute Strategie den Erfolg eines neuen Mediums sicherzustellen.

Für mich zählt auch das vierte Jahr mit den sympathischen New Yorkern zu meinen absoluten Sitcom-Highlights. Mal sehen, wann ich mich an die fünfte Staffel heranmache. Im Moment würde ich auf die kommende Weihnachtszeit tippen, was mir eigentlich viel zu lange erscheint. Doch Vorfreude ist ja bekannterweise die größte Freude: 9/10 (8.7) Punkte.

Two and a Half Men – Season 6

Nachdem ich die vorhergehenden Staffeln doch recht schnell durchgeschaut hatte, benötigte die Sichtung von „Two and a Half Men – Season 6“ doch deutlich mehr Zeit. Dies liegt nicht zwangsweise an der Qualität der Episoden, sondern vielmehr daran, dass andere Serien einfach mehr Abwechslung zu bieten haben. Charlie, Alan, Jake und – nicht zu vergessen – Berta bleiben da eher auf eingefahrenen Wegen.

Neu in dieser Staffel ist, dass man Charlie in einer längerfristigen Beziehung erleben kann. Dadurch ergeben sich etliche Verwicklungen, die allerdings allesamt recht vorhersehbar sind. Alan bleibt weiterhin Alan, samt seiner Neurosen und der seltsamen Dynamik mit seinem Bruder Charlie. Jake erfährt auch keinerlei Weiterentwicklung, doch ist er immer für einen Lacher zu haben – und Berta ist weiterhin das Highlight der Serie.

Trotz des meist recht großen Unterhaltungswertes frage ich mich jedoch, wie viele einigermaßen originelle Geschichten die Macher noch aus dieser doch recht simplen Prämisse ziehen können. Rein qualitativ hat sich im Gegensatz zur vorhergehenden Staffel nicht viel getan. Es gab ein paar wirklich gelungene Episode, ein paar durchschnittliche und ein oder zwei Ausreißer nach unten.

Im Großen und Ganzen ist jedoch auch die sechste Staffel von „Two and a Half Men“ gute Unterhaltung. Wenn man damit leben kann, dass Geschlechterklischees auf die Spitze getrieben werden und man auch bei zotigerem Humor lachen kann, dann kann man auch im sechsten Jahr durchaus Spaß mit den Harpers haben: 7/10 (6.9) Punkte.

How I Met Your Mother – Season 3

Wie bereits letztes Jahr, stand auch dieser Weihnachtsurlaub serientechnisch ganz im Zeichen meiner aktuell liebsten US-Sitcom. So habe ich meine Abende meist mit ein oder zwei Episoden von „How I Met Your Mother – Season 3“ ausklingen lassen – und auch wenn diese Staffel nicht ganz an ihre Vorgänger herankommt, so gibt es doch weitaus schlechtere Wege seine Tage zu beenden.

Auch bei meiner zweiten – und bei manchen Episoden sogar schon dritten – Sichtung hatte ich wieder enorm viel Spaß mit dem dritten Jahr der Serie. Sogar mehr Spaß, als bei der Erstsichtung. Viele Folgen leben von kleinen Details, welche erst beim wiederholten Anschauen auffallen. Durch die nicht chronologische Erzählweise der meisten Episoden, sind diese sowieso für Wiederholungen prädestiniert. Auch der Suchtfaktor hat wieder einmal voll zugeschlagen und ich hatte die gesamte Staffel – Urlaub sei Dank – innerhalb von nicht einmal zwei Wochen durchgeschaut.

Im Gegensatz zur vorhergehenden Staffel, in der es hauptsächlich um die Festigung bzw. Festlegung von bestehenden Beziehungen ging, begleitet man Ted Mosby in dieser Staffel durch seine Flegeljahre. Zusammen mit Barney erlebt er diverse amouröse Abenteuer, bevor er sich letztendlich doch wieder auf eine zukunftsträchtige Beziehung konzentriert. Auch in diesem Jahr der Serie gab es wieder etliche Highlight zu bewundern und so haben sich besonders die Episoden „Third Wheel“, „Spoiler Alert“, „The Platinum Rule“ und „The Goat“ unter meinen Favoriten platzieren können.

Insgesamt hatte ich auch mit dem dritten Jahr „How I Met Your Mother“ wieder enorm viel Spaß. Der kommenden Staffel sehe ich mit gemischten Gefühlen entgegen, da ich dem Handlungsstrang um Stella das letzte Mal nicht sonderlich viel abgewinnen konnte. Die dritte Staffel war auf jeden Fall erneut absolut gelungene Sitcom-Unterhaltung: 9/10 (9.1) Punkte.

Dexter – Season 5

Nachdem mich das letztjährige Staffelfinale doch eher negativ überrascht hatte, war meine Vorfreude auf „Dexter – Season 5“ zum ersten Mal seit ich die Serie verfolge doch etwas getrübt. Nach den ersten Episoden dachte ich dann auch, dass es der fünften Staffel nicht gelingen würde an die hohe Qualität der vorangegenagenen Jahre anzuknüpfen – glücklicherweise wurde ich dann jedoch eines Besseren belehrt.

Die erste Episode ließ mich mit einem ähnlich unguten Gefühl zurück, wie das bereits angesprochene Finale der vierten Staffel. Dexter ist nun komplett auf sich gestellt und der Schmerz, der besonders den Kindern zuteil wird, war teils schon zuviel für mich. Der Verlust einer liebgewonnenen Figur hängt folglich wie ein düsterer Schatten über der Geschichte und ihren Figuren. Nach den ersten beiden Episoden gefiel mir die beinahe schon depressive Richtung der Serie überhaupt nicht, hatte ich die Serie doch hauptsächlich aufgrund ihrer Spannung und des schwarzen Humors lieb gewonnen.

Doch schon bald sollte sich das Blatt wenden und wieder die Thrillerhandlung den Ton angeben. Mit dem plötzlichen Auftauchen von Lumen (grandios: Julia Stiles) nimmt die Geschichte eine überraschende Wendung und Dexter sieht sich mit einer ganz neuen Situation konfrontiert. Dexters persönliche Tragödie wird dadurch etwas in den Hintegrund gedrängt, ohne jedoch in Vergessenheit zu geraten. Ein Umstand, der die Staffel in meinen Augen doch deutlich aufgewertet hat.

Was den weiteren Verlauf der Staffel bestimmt, ist nicht komplett neu, doch bekommt durch die Zusammenarbeit mit Lumen eine ganz neue Dynamik. Das ist „Dexter“, wie ich die Serie liebe: Enorm spannend, ambivalente Gefühle erzeugend und mit einem bissigen Voice-over unterlegt. Zwar kann nicht jeder Nebenhandlungsstrang überzeugen, doch letztendlich tragen selbst die ruhigeren Momente zum gelungenen Spannungsaufbau bei. Lediglich das Finale lief mir etwas zu glatt für Dexter, doch nach dem letztjährigen Cliffhanger gönne ich ihm die kurze Verschnaufpause natürlich.

Auch wenn die Staffel für mich so ihre Startschwierigkeiten hatte, bekam ich letztendlich wieder erstklassige Unterhaltung geboten. So langsam bin ich wirklich gespannt, wie die Showrunner ihre Serie letztendlich auflösen werden. Für mich wäre eigentlich nur eine Art Finale im Stil von „The Sopranos“ vorstellbar, doch ich lasse mich gerne überraschen und freue mich bis dahin auf mindestens noch eine hoffentlich gelungene Staffel: 9/10 (8.7) Punkte.

Bored to Death – Season 1 & 2

Manchmal sind die seltsamsten Begebenheiten auch die unterhaltsamsten. Jonathan Ames setzt in seiner TV-Serie „Bored to Death – Season 1 & 2“ genau auf diesen Faktor: Skurrile Figuren, skurriler Humor und skurrile Geschichten. Dabei bleiben die Charaktere so unglaublich sympathisch, dass es eine wahre Freude ist. Doch die Serie hat noch mehr zu bieten, wodurch sie sich ziemlich schnell in mein Serienherz gespielt hat.

Jonathan Ames (kongenial gespielt von Jason Schwartzman) ist Autor, der während der Arbeit an seinem zweiten Roman an einer Schreibblockade leidet. Außerdem wurde er gerade von seiner Freundin verlassen. Was tun? Es liegt auf der Hand: Sich als Privatdetektiv mit sehr vernünftigen Raten ausgeben und seltsame Fälle annehmen. Aus dieser Grundidee entspinnen sich herrlich skurrile Situationen, in denen Jonathan von seinen Freunden Ray (Zach Galifianakis, „Hangover“) und George (Ted Danson) unterstützt wird.

Schon lange habe ich keine Serie mehr gesehen, bei der ich so ausgiebig und herzhaft lachen konnte. Es ist wahrlich kein Schenkelklopferhumor und gibt es auch durchaus ernste Momente, doch die Mischung aus Situationskomik, skurrilen Drehbüchern und dem fantastischen Ensemble wirkt einfach unglaublich erfrischend. Man hat stets das Gefühl drei sehr guten Freunden bei ihren Abenteuern zuzusehen – seltsame Abenteuer, zugegegen, aber vermutlich gerade deshalb so unterhaltsam.

Die Serie ist – wie für HBO typisch – sehr hochwertig produziert und hauptsächlich on location in Brooklyn gedreht, was sie sehr authentisch wirken lässt. Mir haben die 16 leider viel zu knappen Episoden der ersten beiden Staffeln ausgezeichnet gefallen und ich kann es kaum erwarten wieder mit Jonathan Ames, Super Ray und Mr. George Christopher neue Abenteuer zu erleben: 8/10 (8.4) Punkte.

Anmerkung: Mit dieser Serie habe ich erstmals begonnen einzelne Episoden zu bewerten, was vielleicht zu einem nachvollziehbareren Gesamtergebnis führt. Die Punktbewertung der Staffel ergibt sich folglich aus der Schnittmenge der Einzelepisoden. Der genaue, nicht aufgerundete Wert lässt sich in der Klammer finden.

Dr. Horrible’s Sing-Along Blog (2008)

Vor gut zwei Jahren hat Joss Whedon ein unabhängig finanziertes Projekt namens „Dr. Horrible’s Sing-Along Blog“ über das Internet veröffentlicht und damit viel Lob geerntet. Auch ich war äußerst begeistert. Der gestrige Halloween-Filmabend war ein guter Anlass einmal wieder in die Welt dieses herrlich schrägen Musicals einzutauchen.

Ich muss gestehen: Eine objektive Bewertung dieses knapp 45-minütigen Meisterwerks ist mir unmöglich. Die CD mit den Songs läuft bei mir bereits seit Veröffentlichung rauf und runter. Sowohl meine Frau, als auch ich können jedes Lied mindestens zweistimmig mitsingen. Ich mag Musicals ohnehin recht gerne und dann noch kombiniert mit Joss Whedons Humor und Dialogen? Der Traum eines jeden Nerds. Da kann selbst die Musicalepisode aus der sechsten „Buffy: The Vampire Slayer“-Staffel nicht ganz mithalten.

Wo soll ich anfangen? Die Webserie ist perfekt gecastet: Neil Patrick Harris (Barney, „How I Met Your Mother“) als titelgebender Dr. Horrible und Nathan Fillion (Richard Castle, „Castle“) als seine Nemesis Captain Hammer spielen und singen so unglaublich sympathisch, dass es eine wahre Freude ist. Mit Felicia Day (bekannt aus der Webserie „The Guild“) hat Joss Whedon zudem das perfekte Objekt der Begierde gefunden, um die Geschichte stets in Gang zu halten.

Neben der eigentlichen Handlung – über die man, typisch für ein Whedon-Werk, nicht zu viel verraten sollte – überzeugen vor allem die Lieder. Man merkt, dass hier nicht schnell ein paar Songs heruntergekurbelt wurden, sondern dass Wert auf jede einzelne Note gelegt wurde. Hier sitzt jede Textzeile, jede Pause und (beinahe) jeder Ton. So unglaublich gut. Hinzu kommt ein Witz, der seinesgleichen sucht. Jeder, der Joss Whedon liebt, dürfte hier die eine oder andere Offenbarung erleben.

Für mich ist „Dr. Horrible’s Sing-Along Blog“ ein kostbares Kleinod der Unterhaltung. Selten zuvor gab es solch eine sympathische Wundertüte voll Witz, Absurditäten und zudem fantastischen Songs. Ich kann nur hoffen, dass das Sequel irgendwie noch zustande kommt. Dafür könnte Joss gerne auch „The Avengers“ links liegen lassen. Hmm, man wird ja noch träumen dürfen. Grandios: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

Life Unexpected – Season 1

Mit der relativ unaufregenden Familienserie „Life Unexpected – Season 1“ habe ich eine weitere Show der vergangenen TV-Saison nachgeholt. Wie in meiner letzten Neuentdeckung „Parenthood“ wird auch hier das Thema Elternschaft in der heutigen Gesellschaft behandelt – doch das war es dann auch schon mit den Gemeinsamkeiten.

Im Gegensatz zu „Parenthood“ stützt sich „Life Unexpected“ viel mehr auf eine bestimmte Prämisse und versucht daraus ihr Drama zu entwicklen: Zwei selbst noch sehr unreife Personen werden plötzlich mit ihrer 16-jährigen Tochter konfrontiert, woraufhin sich die drei sehr individuellen Charaktere miteinander arrangieren müssen. Nahezu jede einzelne Episode nimmt wieder Bezug auf diese Ausgangslage, wobei meist die noch recht brüchige Familiengemeinschaft auf eine harte Probe gestellt wird.

In „Life Unexpected“ gibt es viel Drama, viel Humor und viel Romantik. Die Charaktere sind nett geschrieben und die Chemie stimmt. Leider jedoch ist die Handlung unglaublich vorhersehbar, was die Serie in meinen Augen deutlich abwertet. Da wird oft eimerweise in die die Klischeekiste gegriffen, weshalb die Serie anderen Vertretern ihres Genres – wie z.B. den atmosphärisch recht ähnlichen „Gilmore Girls“ – leider nicht das Wasser reichen kann. Dennoch macht die Serie viel richtig, was mich stets die nächste Episode anschauen ließ.

Zunächst einmal sind die Dialoge ziemlich schmissig. Zwar noch nicht mit den Wortschlachten aus Stars Hollow zu vergleichen, doch muss man teils schon zweimal hinhören, um jede Anspielung zu erfassen. Weiterhin sind die Charakte und ihre Schauspieler (u.a. Kerr Smith aus „Dawson’s Creek“) ziemlich liebenswert. Da macht es einem die Serie aber auch nicht leicht abzuschalten – trotz der oft redundanten Handlung.

Wenn man nicht immer Action, Thrill oder durchdachtes Drama braucht, dann bietet „Life Unexpected“ seichte, aber stets sehenswerte Unterhaltung. Ich habe immer gerne reingeschaut und werde das wohl auch in Zukunft so beibehalten: 7/10 Punkte. Definately a show that grows on you…

Parenthood – Season 1

Auf der Suche nach Seriennachschub, bin ich durch eine Empfehlung von sab auf „Parenthood – Season 1“ gestoßen. An der Serie reizte mich zunächst nur das Mitwirken von Lauren Graham (Lorelei Gilmore, „Gilmore Girls“) sowie natürlich das Grundthema der Elternschaft. Inzwischen hat sich die Serie jedoch bereits unzweifelhaft in mein Herz gespielt.

Wenn es um klassische Familienserien geht, kann ich nur wenig Erfahrung vorweisen. Bisher hat es mich auch eher zu den Genres Thriller und Mystery gezogen, doch dank unserer familiären Weiterentwicklung, ist das Thema Elternschaft zurzeit natürlich brandaktuell. Erwartet hatte ich mir zunächst nicht sonderlich viel. Eine Familienserie eben. Im schlimmsten Falle „Eine himmlische Familie“ und im besten „Gilmore Girls“ – viel mehr Erfahrung kann ich in diesem Genre nicht vorweisen.

Was soll ich sagen? „Parenthood“ hat meine Erwartungen meilenweit übertroffen. Qualitativ kann die Serie auf jeden Fall mit den Mädels aus Stars Hollow mithalten. Warum dieser Vergleich? Die Dialoge sind teils ebenso schnell und es gibt einige popkulturelle Anspielungen. Das war es dann aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten. „Parenthood“ stellt das Thema Elternschaft – mit allen Freuden und allem Leiden – in den Mittelpunkt und überzeugt dabei auf ganzer Linie. Selten hat mich eine Serie emotional so gepackt, wie dieses großartige Portrait der Familie Braverman.

Vermutlich muss man bis zu einem gewissen Grad ein Familienmensch sein, um das volle Potential dieser Serie auszuschöpfen. Manche Momente mögen kitschig erscheinen, doch für mich waren sie stets herzerwärmend. Daneben gibt es genügend ernste Themen und Konflikte, welche die Geschichten (oft gibt es bis zu fünf Handlungsstränge in einer Episode) am Laufen halten. Den moralischen Zeigefinger gibt es sogut wie überhaupt nicht und man hat das Gefühl echten Menschen zuzuschauen und nicht nur Serienabziehbildern. Dennoch wohnt der Serie eine gewisse Magie inne und genau das macht „Parenthood“ so wunderbar.

Für mich stellt die Serie unzweifelhaft die Neuentdeckung der vergangenen TV-Saison im Bereich Drama dar. Man könnte auch sagen „Parenthood“ ist das dramatische Gegenstück zu „Modern Family“. Ebenso großartig, nur eben anders. Wer sich auch nur etwas vom Inhalt angesprochen fühlt, der sollte wenigstens einmal reinschauen. Es wird definitiv belohnt werden – von einem herausragenden Cast, fantastischen Drehbüchern und einer gefühlvollen Inszenierung. Einfach nur wunderbar: 9/10 Punkte.