Modern Family – Season 4

Auch im vierten Jahr konnte mich die Serie rund um die Großfamilie Pritchett-Dunphy noch bestens unterhalten. So ist „Modern Family – Season 4“ eine der Serien gewesen, auf die ich mich Woche für Woche gefreut habe. Leider machen sich, wie auch in einigen anderen etablierten Comedy-Serien, inzwischen erste Abnutzungserscheinungen bemerkbar…

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Letztes Jahr entließ uns „Modern Family“ mit einem Cliffhanger, der speziell den Familienteil Pritchett-Delgado ins Chaos stürzen dürfte. Mit dieser Erwartungshaltung spielt die Serie zu Beginn der Staffel auch geschickt und es entwickeln sich einige unterhaltsame Erzählstränge, wenngleich ich auch gehofft hatte, dass man Jay öfter mal seiner neuen, alten Rolle als Vater eines Babys hadern sieht. Auf jeden Fall ein Handlungsbogen, der mir ausgezeichnet gefallen hat.

Bei den Dunphys stehen besonders die Liebeleien der Töchter, Phils Karriere bzw. Konkurrenzkampf mit Gil Thorpe und Claires Rückkehr ins Geschäftsleben im Vordergrund. Auch hier finden sich etliche herrliche Episoden, die viel Spaß machen. Bei Familie Tucker-Pritchett lässt Tochter Lily ein paar Kracher los, was mit der Zeit leider etwas aufgesetzt wirkt, und Cam sucht beständig nach Selbstverwirklichung (z.B. als Zweitbesetzung für das Musical „Cats“).

Insgesamt hatte ich auch dieses Jahr viel Spaß mit der „Modern Family“. Wenn ich meine letztjährige Bewertung anschaue, dann ist die Qualität leicht gesunken, doch schaffen es die Charaktere und ihre Eigenheiten weiterhin mich bei der Stange zu halten. Somit werde ich natürlich auch im kommenden Jahr wieder mit dabei sein, um am turbulenten Familienleben teilzuhaben: 8/10 (8.1) Punkte.

Smash – Season 2

In der vergangenen TV-Saison hatte ich die Serie noch als einen der gelungensten Neustarts gefeiert und nun musste ich ihren Verfall – zumindest was die Quoten angeht – mit ansehen. Mit dem Finale von „Smash – Season 2“ habe ich somit, zumindest in dieser Form, zum letzten Mal das bunte Treiben am Broadway erlebt. Hatte sich die Show wirklich so schlecht entwickelt hat, dass die Absetzung berechtigt war?

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Zu Beginn der Staffel hatte die Serie tatsächlich ein paar Probleme ihren Rhythmus zu finden. Es wurden etliche neue Storylines aufgemacht, was grundsätzlich nicht verwerflich ist, doch leider ist das auf Kosten der restlichen Handlung, Charaktere und Songs gegangen. Neben dem Marylin Monroe-Musical „Bombshell“ wurde ein zweites Musical namens „Hit List“ eingeführt, welches sich eher an eine jüngere Zielgruppe richtet. Dessen Songs orientieren sich eher am modernen Pop, als am klassischen Broadway-Stil. Auch hier haben sich die Autoren und Songschreiber teils übernommen, da nur wenige der neuen Lieder an die Ohrwürmer der ersten Staffel anknüpfen können.

Man hat anscheinend versucht eine neue, hippe Zielgruppe zu erreichen und den Broadway-Glamour zurückgefahren, um selbstzerstörerische Künstlerfiguren Platz zu machen. Leider ist dieser Archetyp in Form des neuen Hauptcharakters Jimmy Collins äußerst unsympathisch und schafft es nicht die Zuschauer an sich zu binden. Dennoch fand ich die Idee der zwei Musicals aus unterschiedlichen Welten schön und teils wirklich gut umgesetzt. Ich bin immer wieder erstaunt, wie gut es der Serie gelingt das New York/Broadway-Gefühl einzufangen – auch wenn diese Szenen zu 99% aus dem Computer stammen dürften.

Auch in der zweiten Staffel gibt es viel Drama, viel seltsame Charakterentwicklungen und nervige Momente. Doch das hat man in den meisten Network-Dramas und hier passt das Theatralische zumindest zum Inhalt. Auch wenn die Serie durchaus ihre Probleme hatte, so habe ich sie doch stets sehr gerne gesehen und bin froh, dass man ihr mit der finalen Doppelfolge einen wirklich runden Abschluss spendiert hat. „Smash“ ist auf jeden Fall eine der Shows, die ich nächstes Jahr sehr vermissen werde: 8/10 (7.9) Punkte.

Merida: Legende der Highlands – OT: Brave (2012)

Früher, d.h. vor den Kindern, hätte ich mir noch jeden Pixar-Film im Kino angesehen. Heute bin ich schon froh, wenn ich ihn zeitnah auf DVD bzw. Blu-ray nachholen kann. So bin ich auch recht spät in den Genuss von „Merida: Legende der Highlands“ gekommen. Aber die Kinder werden älter und somit rückt auch der erste gemeinsame Kinobesuch in greifbare Nähe – und was wäre da passender als ein Pixar-Film?

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Vom Trailer zu „Brave“ war ich begeistert. Nach „Cars 2“ endlich wieder ein Film, der ganz anders aussieht, als alles was Pixar bisher gemacht hatte. Die Kritiken waren größtenteils jedoch sehr verhalten und es wurde geschimpft, dass Pixar eigentlich nur einen typischen Disney-Film abgeliefert hat. Nach Schema F. Inklusive Prinzessin. Ich konnte und wollte das nicht glauben – und vielleicht liegt es auch daran, dass ich dem Film sehr viele positive Aspekte abgewinnen konnte. Merida eine typische Disney-Prinzessin? No way!

Zunächst einmal muss ich sagen, wie fantastisch ich es finde, dass der Trailer nur auf die ersten 20 Minuten des Films eingeht und der Rest völlig neu für Zuschauer ist, die spoilerlastige Kritiken vermieden haben. Weiterhin ist es bemerkenswert, dass Pixar mit „Merida: Legende der Highlands“ eine völlig neue Zielgruppe anspricht, als in seinen bisherigen Filmen. Es war ja stets so, dass die ganz Kleinen etwas aus dem Film mitnehmen konnten und es eine zusätzliche Ebene gab, auf der sich die Erwachsenen amüsieren konnten. „Brave“ vernachlässigt die ganz jungen Zuschauer beinahe völlig und stürzt sich mit Elan auf die Altersgruppe Teenager. Das hatte ich so nicht erwartet.

Wer nun Merdia mit x-beliebigen Disney-Prinzessinen vergleicht (so gerne ich diese auch mag), hat wohl einen anderen Film gesehen als ich. Hier geht es nicht um die Suche nach der großen Liebe, sondern um Selbstbestimmung, Mut und Erwachsenwerden. Im Zentrum des Films steht die Eltern/Kind- bzw. Mutter/Tochter-Beziehung und alles was in der zweiten Filmhälfte geschieht, ist eine Metapher für die zwangsweise Entfremdung in einem gewissen Alter, der Auseinandersetzung mit Traditionen und dem Zusammenprall der Wünsche und Vorstellungen von Kindern und Eltern. Sicher funktioniert das alles auch wunderbar als fantastischer Abenteuerfilm, doch diese zusätzliche Ebene macht aus Merida eben so viel mehr, als nur eine weitere Disney-Prinzessin.

Auch wenn ich etwas anderes erwartet hatte und der Film sicherlich nicht zu den besten Pixar-Werken gehört, so bin ich doch sehr positiv überrascht. Wie den zugehörigen Kurzfilm „La Luna“ werde ich auch „Brave“ – wenn die Zeit gekommen ist – gemeinsam mit meiner Tochter anschauen. Wenn schon eine Disney-Prinzessin, dann gerne eine wie Merida: 9/10 Punkte.

La Luna (2012)

Wie üblich bei Pixar-Filmen, gab es auch vor „Merida: Legende der Highlands“ einen neuen Kurzfilm zu sehen. Normalerweise ist mir dieser oder zumindest seine Prämisse bereits im Vorfeld bekannt, doch von „La Luna“ wusste ich bis auf den Titel noch nichts. Glücklicherweise…

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Bisher gab es in den Pixar-Kurzfilmen viel Humor und Experimentelles zu sehen. „La Luna“ setzt dagegen voll und ganz auf Emotionen. Die kurze Geschichte ist so liebevoll erzählt und animiert, dass es eine wahre Freude ist. In knapp 6 Minuten erwachen die Charaktere zum Leben und man begleitet sie ohne Zweifel oder Gedanken an Logik auf ihre Mission, die wahrlich herzallerliebst ist.

Zwar kann man den Twist am Ende schon recht früh erahnen, doch darum geht es in erster Linie auch nicht. Mich hat der Film vollends begeistert und ich werde ihn in den nächsten Tagen bestimmt meiner Tochter vorführen – und das ist das schönste Kompliment, das ich diesem Film machen kann: 10/10 Punkte.

Parks and Recreation – Season 5

Kaum zu glauben, dass die Serie inzwischen schon 5 Jahre auf dem Buckel hat. Dabei kommt mir „Parks and Recreation – Season 5“ noch relativ jung auf der US-Serienbühne vor, wenngleich sich auch schon ein paar Abnutzungserscheinungen eingeschlichen haben. Dennoch ist Pawnee, Indiana nach wie vor stets einen Besuch wert…

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Auch dieses Jahr hat es mir wieder sehr viel Spaß gemacht, den kommunalpolitischen Zwistigkeiten in Pawnee beizuwohnen. Nachdem Leslie in den Stadtrat gewählt wurde und Ben seinen Job in Washington, D.C. angenommen hat, plätscherte die Handlung – nach einem starken Auftakt – für ein paar Episoden etwas vor sich hin. Stets nett anzusehen, doch echte Highlights waren rar gesät. Ab Mitte der Staffel hat die Serie meines Empfindens nach dann noch einmal Fahrt aufgenommen und z.B. mit Patton Oswalts „Star Wars“-Filibuster für erheiternde Momente gesorgt.

Toms Haverfords neueste Geschäftsidee Rent-A-Swag konnte leider nicht an die herausragenden Entertainment 720-Momente der vierten Staffel anschließen – obwohl das Geschäft ironischerweise viel besser läuft. Schön fand ich die Wiederannäherung zwischen Ann Perkins und Chris und natürlich nahezu jeden Erzählstrang rund um Ron Swanson und das dynamische Duo April und Andy. Dennoch hat die Serie insgesamt etwas nachgelassen, was Fans von Leslie und Co. jedoch nicht vom Einschalten abhalten sollte: 8/10 (8.2) Punkte.

Die Tribute von Panem: Flammender Zorn (Suzanne Collins)

tribute_von_panem_3Gestern habe ich nun auch den letzten Band von Suzanne Collins‘ dystopischer Romantrilogie beendet. Auch wenn ich teils so meine Probleme mit „Die Tribute von Panem: Flammender Zorn“ hatte, finde ich es schade diese Welt und ihre Charaktere zu verlassen. Letztendlich wundert es mich nicht, dass die Reihe ein so großer Erfolg war und bin erstaunt ob der Konsequenz mit der die Geschichte zum Abschluss gebracht wird. Spoiler sind zu erwarten.

Anders als beim Vorgänger „Die Tribute von Panem: Gefährliche Liebe“ wird die bisher bekannte Struktur ein wenig aufgebrochen, d.h. der Roman ist nicht mehr strikt in die Vorbereitungszeit in Distrikt 12 und den Kampf in der Arena unterteilt. Dennoch hat Collins den Aufbau den bisherigen Büchern in groben Zügen nachempfunden, nur dass sich Katniss nun eben in Distrikt 13 zurechtfinden muss und die Arena im Finale durch die Kampfhandlungen im Kapitol ersetzt wurde. Die Handlung dazwischen mäandert zwischen Kriegsaction, Beziehungdrama und dystopischer Science-Fiction.

Die Eingewöhnung in Distrikt 13 und den damit verbundenen militärischen Drill fand ich teils etwas anstrengend und unglaubwürdig. Inhaltlich macht es ja durchaus Sinn Katniss als Spotttölpel weiterhin in den Medienfokus zu stellen, doch sie in tatsächliche Kampfhandlungen stecken? Damit hatte ich teils so meine Schwierigkeiten. Auch erschien mir die Geschichte teils etwas unfokussiert und manche Ereignisse erinnerten mich an das Deus ex machina-Finale des zweiten Teils (z.B. Bomben vor dem Präsidentenpalast).

Der letzte Akt nach der Machterfreifung durch Präsident Coin wirkt aufgrund der psychischen Verfassung unserer Hauptfigur oft beinahe traum- oder rauschartig und ist auch unglaublich schnell wieder vorbei. Dennoch – oder vielleicht gerade deshalb – hat mich das Finale überzeugt, da es die Geschichte auf einer traurigen und doch hoffnungsvollen Note enden lässt. Das nächste Mal werde ich wohl erst mit der Verfilmung des zweiten Bandes in die Welt von Panem zurückkehren, worauf ich mich jetzt schon sehr freue. Eine wirklich sehr gelungene Trilogie: 8/10 Punkte.

Community – Season 4

Es stand ja bereits zu befürchten, dass es mit dem Weggang von Dan Harmon (Ex-Showrunner und kreativer Kopf hinter der Serie) zu Veränderungen bei „Community – Season 4“ kommen wird. Auch wenn ich es anfangs nicht wahrhaben wollte, so war der qualitative Abfall doch spürbar. Dennoch sollten sich Fans der Serie auch diese Staffel nicht entgehen lassen…

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Ich kann es nur schwer an etwas Konkretem festmachen, warum die 13 Episoden der jüngsten Staffel nicht mehr an die der vorangeganenen Jahre heranreichen. Oberflächlich betrachtet sind die Geschichten genauso abgedreht, ungewöhnlich und mit popkulturellen Anspielungen durchsetzt wie zuvor – doch irgendetwas fehlt. Jede einzelne Episode hätte so viel mehr sein können. Dabei waren die Prämissen oft ziemlich großartig: Ob die Inspector Spacetime-Convention in „Conventions of Space and Time“, die Ersetzung des Casts durch Puppen in „Intro to Felt Surrogacy“ oder die an Superhelden-Filme angelegte Episode „Heroic Origins“ – all das hat Großes versprochen, mich teils jedoch unbefriedigt zurückgelassen.

Die Dialoge waren nicht mehr so gut, der Rhythmus der Geschichten und die generelle Stimmung hatten sich verändert. Zwar nicht wirklich auffällig, doch die Wirkung der Serie ist in diesem Jahr spürbar anders. Nicht falsch verstehen: Ich hatte immer noch großen Spaß mit den abgefahrenen Erzählsträngen, insbesondere der Grusel-Epsiode „Paranormal Parentage“ und der Körpertauschfolge „Basic Human Anatomy“. Auch der Rest war recht unterhaltsam, doch wie auch die übergreifende Geschichte rund um Changs Kevins Changnesia leider oft zu inkonsequent und beliebig erzählt.

Letztendlich sollte ich vermutlich froh sein, dass es die Serie soweit geschafft hat und – wenn man den Gerüchten glauben mag – nächstes Jahr vielleicht sogar in eine finale Staffel mit Dan Harmon geht. Ich für meinen Teil bin jedoch etwas enttäuscht, dass „Community“ dieses Jahr nur gute Unterhaltung bot: 8/10 (7.6) Punkte.

Go On – Season 1

Matthew Perry hat einfach kein Glück. Seit seinem Erfolg mit „Friends“ versucht er erneut in der Serienlandschaft Fuß zu fassen, doch es scheint im einfach nicht gelingen zu wollen. Nachdem erst im vergangenen Jahr seine neue Serie „Mr. Sunshine“ abgesetzt wurde, hat es nun auch „Go On – Season 1“ getroffen. Für mich durchaus ein kleiner Verlust, da mir die Serie und ihre Charaktere über die 22 ausgestrahlten Episoden doch ans Herz gewachsen sind…

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Anfangs hatte ich noch so meine Schwierigkeiten mit der Prämisse der Show: Ryan King (Matthew Perry) hat seine Frau verloren und versucht nun mittels Selbsthilfegruppe den Weg zurück ins Leben zu finden. Das klingt weder sonderlich lustig, noch spannend oder erheiternd. Der Serie gelingt es erstaunlicherweise jedoch sehr schnell die einzelnen Charaktere und ihre Eigenheiten zu etablieren und genau den richtigen Mittelweg aus Humor und Drama zu finden. Dabei muss aber ganz klar gesagt werden, dass „Go On“ eine Comedy-Serie ist, die jedoch auch öfter einmal emotional ins Schwarze trifft.

Matthew Perry spielt großartig und auch der Rest des Ensembles weiß nach ein paar Folgen zu überzeugen. Ich hätte zu Beginn wahrlich nicht gedacht, dass die Serie zu einem meiner liebsten Neustarts werden sollte – auch wenn ich dieses Jahr zugegebenermaßen kaum neue Serien gesehen habe. Wirklich schade um die Show. Da hat nicht einmal der Gastauftritt von Courteney Cox etwas geholfen. Sorry, Matthew, ich hätte gerne weitergeschaut: 8/10 (7.9) Punkte.

Castle – Season 5

Wie in den letzten Jahren, habe ich mich auch in der vergangenen TV-Saison über meine wöchentliche Dosis „Castle – Season 5“ gefreut. Besonders nach dem Finale der vierten Staffel durfte man sich als langjähriger Zuschauer auf eine neue Dynamik zwischen den Charakteren freuen, was ich zu Beginn jedoch nicht ohne Vorbehalte sah – doch Vorsicht, denn Spoiler sind zu erwarten.

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Man kennt das als Serienfreund ja: Seit der Pilotfolge gibt es ein romantisches Knistern zwischen zwei Charakteren und jede weitere Episode ist darauf ausgelegt, den Zuschauer mit der Frage ‚Kriegen sie sich, oder kriegen sie sich nicht?‘ bei der Stange zu halten. Auch „Castle“ ist hier keine Ausnahme und es war nur eine Frage der Zeit, wann aus Richard Castle und Kate Beckett ein Paar wird. Oft geht Geschichten dieser Art – sei es nun in Film- oder Serienform – danach schnell die Puste aus, doch hier hat es für mich erstaunlich gut funktioniert und die Chemie zwischen den beiden Charakteren wird auch weiterhin aufrecht gehalten.

Neben ein paar Episoden, welche die übergreifende Handlung rund um den Mord an Becketts Mutter fortführen, bilden abgeschlossene Fälle weiterhin den Grundpfeiler der Serie. Dieses Konzept funktioniert auch nach wie vor tadellos, da sich die Charaktere durchaus weiterentwickeln und stets unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden. Highlights waren für mich dieses Mal die Episode, die auf einer Comic Convention spielte und damit natürlich die obligatorische „Firefly“-Referenz heraufbeschwor. Weiterhin gab es eine schöne Horror-Episode à la „The Ring“ und eine Doppelfolge, die teils an „96 Hours“ erinnerte. Für die 100. Episode hat man sich für eine unglaublich unterhaltsame Hommage an Alfred Hitchcocks „Das Fenster zum Hof“ entschieden und das Finale setzt letztendlich voll und ganz auf emotionale Charaktermomente.

Auch wenn nicht jede Episode ein Higlight war, so habe ich mich jede Woche auf einen neuen Fall mit Castle, Beckett und Co. gefreut. Somit ist für mich „Castle“ eine dieser Serien, von denen ich glaube, dass sie auch nach ihrer x-ten Staffel noch funktionieren können. Für eine Procedural-Serie wirklich sehr ungewöhnlich. Nun bin ich schon gespannt, wie sich die Serie aufgrund der jüngsten Ereignisse entwickelt: 9/10 (8.5) Punkte.

James Bond 007: Ein Quantum Trost – OT: Quantum of Solace (2008)

Aktualisierung: Ich habe „James Bond 007: Ein Quantum Trost“ am 1. März 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Nachdem ich vor zwei Tagen meiner Erinnerungen an „Casino Royale“ aufgefrischt habe, war es an der Zeit mir erstmalig die direkte Fortsetzung „James Bond 007: Ein Quantum Trost“ anzusehen. Der Film wird unter den Bond-Fans gemeinhin als schwächster der Craig-Ära angesehen, weshalb meine Erwartungen von Beginn an ein wenig gedämpft waren. Konnte mich Marc Forsters Film dennoch überzeugen?

James Bond 007: Ein Quantum Trost (2008) | © Warner Bros (Universal Pictures)

James Bond 007: Ein Quantum Trost (2008) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Ungewöhnlich für Bond ist „Quantum of Solace“ eine direkte Fortsetzung der Geschehnisse des Vorgängers. Für mich als Freund des seriellen Erzählens also ein dicker Pluspunkt. Inszenatorisch versucht Forster – noch mehr als Martin Campbell mit „Casino Royale“ – James Bond in der heutigen Zeit zu verankern und biedert sich stark an moderne Sehgewohnheiten an, d.h. Bond wirkt über weite Strecken eher wie Jason Bourne, was sich auch in einer übertriebenen Wackelkamera zeigt. Dennoch macht es weiterhin Spaß Daniel Craig in der Rolle des 007 zu sehen. Man hätte nur nicht auf Teufel komm raus versuchen sollen alles anders machen zu wollen.

Inhaltlich hatte ich mir eine mitreißende Rachegeschichte erhofft. Bond sinnt auch auf Rache, doch verpufft diese emotional leider größtenteils. Vielleicht hätten sowohl „Casino Royale“ als auch „Quantum of Solace“ gewonnen, wenn man die letzten 20 Minuten des ersten Films direkt vor den zweiten gepackt hätte. In seiner aktuellen Form hat mich der Film dem Geschehen leider recht unbeteiligt zuschauen lassen. Dabei gab es ein paar tolle Schauplätze zu bestaunen, deren Vielfalt tatsächlich an die alten Bond-Filme erinnert hat. Mein Favorit ist hier die Opernszene in Bregenz. Eine tolle Idee, die zudem sehr schön inszeniert wurde.

Das Finale, das eigentlich den Höhepunkt der Rache hätte darstellen müssen, verpufft leider vollkommen. Selbst für mich, als Zuschauer, der den Vorgänger erst vor ein paar Tagen gesehen hatte, war Vesper nur noch ein Name und die nicht wirklich ausgeübte Rache hing seltsam bedeutungslos in der Luft. Dabei hätte die Geschichte durchaus Potential gehabt und gerade Wasser als Motiv des Bösewichts zu benutzen, schien mir besonders gelungen. Man hätte mehr daraus machen müssen.

Fazit

Letztendlich ist „Ein Quantum Trost“ kein schlechter Film. Doch eben auch kein wirklich guter. Bond-Feeling kommt selten auf und die schönen Schauplätze können über die unbefriedigende Rachegeschichte leider auch nicht hinwegtäuschen. Schade also, dass der Fortsetzungscharakter verschenkt und so nur ein netter Actionfilm daraus wurde: 6/10 Punkte.