Iron Man 2 (2010)

Aktualisierung: Ich habe „Iron Man 2“ am 1. April 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Nach einer anstrengenden Arbeitswoche, freute ich mich heute ganz besonders auf einen entspannten Filmabend. Meine Sichtung der Prolog-Filme zu Marvels „The Avengers“ geht mit „Iron Man 2“ somit bereits in die dritte Runde. Damit komme ich schneller vorwärts, als ich ursprünglich gedacht hatte. Das Franchise bereitet mir immer noch großen Spaß und inzwischen ist die Vorfreude auf das große Finale schon ziemlich gewachsen…

Iron Man 2 (2010) | © Walt Disney

Iron Man 2 (2010) | © Walt Disney

Nach der letztwöchigen Sichtung von „Der unglaubliche Hulk“, ging es heute wieder zurück zu den Anfängen der Superheldensaga. Die Geschichte setzt ein paar Monate nach dem ersten Teil ein und ich hatte irgendwie das Gefühl die Hochphase des eisernen Helden verpasst zu haben. Man erfährt zwar, dass Iron Man der Welt Frieden gebracht hat, doch springt der Film sofort zur Demontage seines Ansehens in der Öffentlichkeit. Dies fand ich ein wenig schade, doch letztendlich brauchte man wohl das persönliche Drama, um die Handlung zügig nach vorne zu bringen.

Die Bösewichte sind meiner Meinung nach wieder die Schwachpunkte des Films. Nach dem großartigen ersten Auftritt Whiplashs (Mickey Rourke), lässt man diesen wieder verschwinden, nur um ihn am Ende gegen langweilige Dronen und einen weiteren Roboteranzug auszutauschen. Sehr schade, denn das erste Design war fantastisch und dürfte wohl die ikonografischste Szene des Films bilden – von Black Widows (Scarlett Johansson) erstem Kampfeinsatz einmal abgesehen.

Im Vergleich zu „Iron Man“ wirkt das Sequel holpriger erzählt und unstrukturierter. Der erweiterte Cast (u.a. Sam Rockwell) hat mir zwar sehr gut gefallen, doch bleiben die neuen Figuren größtenteils leider recht blass. Sehr schön fand ich dagegen die größere Rolle, welche die S.H.I.E.L.D.-Agenten in dem Film einnehmen. Habe ich Scarlett Johansson schon erwähnt? Sehr sehenswert. Auch Samual L. Jacksons Nick Fury bekommt langsam Profil und wirkt nicht mehr nur wie eine undefinierbare graue Eminenz.

Fazit

Insgesamt wirkte „Iron Man 2“ auf mich etwas schwächer als sein Vorgänger. Dieser hatte mich bei seiner Erstsichtung allerdings auch noch nicht vollständig überzeugt. Letztendlich bin ich mit dem Film durchaus zufrieden, da er wie das typische Sequel von allem einfach nur mehr bietet, was natürlich nicht immer der ideale Weg ist, doch hier größtenteils funktioniert: 7/10 Punkte.

Der unglaubliche Hulk – OT: The Incredible Hulk (2008)

Aktualisierung: Ich habe „Der unglaubliche Hulk“ am 28. März 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

In meinen Bestrebungen die Prolog-Filme zu Marvels „The Avengers“ zu sehen, habe ich mich heute an „Der unglaubliche Hulk“ herangewagt. Zugegebenermaßen interessierte mich der Film noch vor ein paar Wochen überhaupt nicht. Noch ein Film über den großen, grünen Wüterich? Doch als Filmfreund ist man ja bekanntlicherweise Komplettist, weshalb ich mich auf den Reboot eingelassen habe. Ob er jedoch wirklich nötig war?

Der unglaubliche Hulk (2008) | © Walt Disney

Der unglaubliche Hulk (2008) | © Walt Disney

Meine Sichtung von Ang Lees „Hulk“ liegt schon einige Jahre zurück. Ich weiß heute nur noch, dass ich von der Montage und den Schauspielern sehr beeindruckt war. Die comichafte Animation des titelgebenden Giganten war für meine Sehgewohnheiten jedoch ein beständiger Störfaktor und wollte nicht so recht zum Rest des Films passen. Ich muss allerdings zugeben die Comicvorlage nicht zu kennen, weshalb Fans des grünen Riesen vermutlich auch mit dem Kopf schütteln werden: Für mich persönlich ist jedoch die Darstellung des Hulks – zumindest im Rahmen des Mediums Film – in Louis Letteriers Version sinnhafter.

Im Gegensatz zum ersten „Hulk“ oder auch der vorangegangenen „Iron Man“-Verfilmung, wird die Verwandlung Bruce Banners schnell und bereits während der Intro-Sequenz abgehandelt. Man wird als Zuschauer in die – zugegebener recht simple – Handlung hineingeworfen und begleitet Bruce Banner auf der Suche nach einem Heilserum. Ich mochte den sehr geerdet wirkenden Einstieg in den Favelas sehr gerne und auch dass man sich zu Beginn auf den menschlichen Charakter konzentrierte. Leider stellte sich in den Dialogszenen dann recht schnell heraus, dass das Drehbuch doch recht flach ist und man sich augenscheinlich mehr auf die Actionszenen konzentriert hat. Diese sind aber immerhin wahrlich grandios anzusehen.

Fazit

Der Endkampf lässt Erinnerungen an „Iron Man“ wach werden, denn auch der Hulk sieht sich mit einem Nahezu-Klon konfrontiert, der jedoch zumindest Freunde von Monsterfilmen jubeln lassen dürfte. Ich für meinen Teil fühlte mich auf jeden Fall erstaunlich gut unterhalten und auch wenn der Film nicht ohne Fehler war, so hat er mich doch wirklich positiv überrascht. Schön auch Lou Ferrignos Gastauftritt samt ausformulierter Übergabe des Zepters. Macht Spaß und kann man sich in Vorbereitung auf „The Avengers“ durchaus anschauen: 7/10 Punkte.

Iron Man (2008) (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Iron Man“ am 9. März 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Gestern Abend habe ich damit begonnen alle Marvel-Verfilmungen zu sichten, die letztendlich in „The Avengers“ münden. Den Anfang machte Jon Favreaus „Iron Man“, der mir bei der Erstsichtung vor über zwei Jahren schon recht gut gefallen hatte. Der eigentliche Grund für mein wieder erwachtes Interesse an dem Franchise ist allerdings – und das sollte treue Leser nun wirklich nicht verwundern – einzig und allein Joss Whedons Beteiligung an der Saga. Hat sich meine Wahrnehmung des Films durch dieses Wissen verändert?

Iron Man (2008) | © Walt Disney

Iron Man (2008) | © Walt Disney

Ich kann auf jeden Fall behaupten, dass die gestrige Sichtung die Vorfreude auf „The Avengers“ noch einmal gesteigert hat. Weiterhin hat mir der Film noch einmal deutlich mehr Spaß gemacht, als bei meiner ersten Begegnung mit dem eisernen Helden, da mir sowohl seine Stärken als auch Schwächen bereits im Vorfeld bekannt und bewusst waren. Die Entstehung von Tony Starks Rächerfigur fand ich wieder sehr gelungen und herrlich unterhaltsam erzählt. Die Konfrontation mit Obadiah Stane (exzellent verkörpert durch Jeff Brigdes) wirkte dagegen zu sehr, als wäre sie mit der heißen Nadel gestrickt worden. Zudem hat man zwei nahezu identische Gegenspieler, was den Endkampf beinahe etwas langweilig erscheinen lässt. Insgesamt dennoch ein wirklich rundes erstes Kapitel der Superhelden-Saga.

Dieses Mal habe ich auch mehr auf die Effekte geachtet, welche größtenteils wirklich exzellent sind. Besonders die virtuelle Kameraarbeit unterstützt den Realismus durch Unschärfe, Wackler und andere bewusst inszenierte Fehler doch sehr. Auch der titelgebende Anzug wirkt extrem realistisch und sieht extrem gut aus. Wie genau sich die Macher damit an den Comics orientiert haben, kann ich mangels Kenntnis der Vorlage zwar nicht beurteilen, doch für das Medium Film wurden hier wahrlich alle Register gezogen.

Fazit

Auch wenn der Film besonders dramaturgisch einige Schwächen aufweist, was seinem Prolog-Charakter geschuldet ist, hat er mich jedoch bestens unterhalten. Die ersten Anspielungen auf S.H.I.E.L.D. und somit auf das was da noch kommen wird, sind mir bei der gestrigen Sichtung auch erstmals aufgefallen. Die Schauspieler – allen voran Robert Downey Jr. – sind für diesen augenzwinkernden Superhelden-Blockbuster zudem allesamt perfekt gewählt. Marvel kann auf seinen Einstand in das Produktionsgeschäft durchaus stolz sein. Ein exzellenter Auftakt, der Lust auf mehr macht: 8/10 Punkte.

Transformers: Die Rache – OT: Transformers: Revenge of the Fallen (2009)

Aktualisierung: Ich habe „Transformers: Die Rache“ am 14. März 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Nach einer recht stressigen Woche und dem Ausblick auf noch mehr davon in den nächsten Tagen, haben wir einstimmig beschlossen uns bei der Wahl des Wochenendfilms auf Popcornkino zu beschränken. Da die Auswahl an noch ungesehenen Filmen in diesem Bereich nicht groß war, wanderte letztendlich „Transformers: Die Rache“ in den Blu-ray-Player – und obwohl ich nach den ersten 10 Minuten bereits wieder ausschalten wollte, haben wir letztendlich tatsächlich durchgehalten…

Transformers: Die Rache (2009) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Transformers: Die Rache (2009) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Erwartet hatte ich mir ehrlich gesagt nicht viel. Zwar wusste mich der Vorgänger „Transformers“ bei der Zweitsichtung recht gut zu unterhalten, doch waren die Kritiken für diese erste Fortsetzung so vernichtend, dass ich wahrlich eine der größten filmischen Katastrophen erwartete. Zu Beginn des Films wird man auch sofort in eine völlig übertriebene Actionsequenz hineingeworfen, woraufhin ich die Sichtung auch beinahe abgebrochen hätte. Doch letztendlich blieben wir dabei und nach einer gewissen Zeit hat sich anscheinend mein Wahrnehmung auf das Niveau des Films eingepegelt, was dazu führte, dass ich über weite Strecken tatsächlich gut unterhalten wurde.

Man darf sich natürlich nichts vormachen: Die Geschichte ist, wenn man dem Film überhaupt eine solche zugestehen möchte, größtenteils unglaublich hanebüchen. Tote Roboterkrieger, die mit unserem Hauptcharakter Sam Witwicky im Geiste kommunizieren. Ein absurder Plot rund um die Auslöschung der Sonne und Mördermaschinen, die unter den Pyramiden von Gizeh versteckt sind. Hinzu kommen Figuren, die unglaublich platt gezeichnet sind und keinerlei Form der Charakterentwicklung erfahren. Einzig bei Optimus Primes Niederlage musste ich an sein Ableben in den Comics denken, das mich als Kind doch ziemlich mitgenommen hatte – ganz im Gegensatz zur gestrigen Filmversion davon. Man sieht schon, dass die Stärken in anderen Bereichen liegen müssen.

„Transformers: Revenge of the Fallen“ ist in erster Linie natürlich ein großes Actionfeuerwerk. Besonders im Finale ist die Action so übertrieben bombastisch, dass man ihr kaum noch folgen kann. Allerdings empfand ich die Kameraführung bei Weitem nicht so extrem irritierend, wie ich dies nach den meisten Kritiken befürchtet hatte. Michael Bay ist es durchaus gelungen enorme Schauwerte in die viel zu langen zweieinhalb Stunden Film zu verpacken. Die CGIs sind exzellent und setzen das Sci-Fi-Szenario auf jeden Fall beeindruckend in Szene. Ich hatte somit durchaus Spaß mit den kämpfenden Riesenrobotern – besonders die Schlacht im Wald – und auch die Werbebilder für das US-Militär sehen natürlich sehr schick aus, doch reicht das für ein gelungenes Filmerlebnis?

Fazit

Eigentlich vereint „Transformers: Die Rache“ alles, was man an einem Film verabscheuen sollte: Anbiederung an die Zielgruppe, pseudocoole Inszenierung, keine Handlung, blasse Charaktere und ein ärgerlich reaktionärer Grundton. Selbst der Humor versagt – bis auf das perfekt getimte ‚We gotta catch that plane!‘ – beinahe komplett. Doch gestern hat mir das irgendwie gereicht. Mich hat der Film nach einigen Anlaufschwierigkeiten tatsächlich erstaunlich gut unterhalten: 6/10 Punkte. Und nun dürft ihr meine Kritik in der Luft zerreißen…

The Lost Boys (1987) (WS1)

Heute ist es mir einmal wieder sehr schwer gefallen die richtige Wahl zu treffen. Nach einem Tag voller Spiel, Spaß und Sonnenschein konnte jeder Film im Vergleich auch nur verlieren. Also bin ich auf Nummer sicher gegangen und habe zum ersten Mal seit sechs Jahren „The Lost Boys“ aus dem Regal genommen. Erstmals durfte ich Joel Schumacher Mix aus Horrorkomödie und Jugendabenteuer auf Blu-ray bewundern, was das Vergnügen noch einmal steigerte und dem Filmerlebnis zugute kam.

„The Lost Boys“ ist wohl einer dieser Filme, die man – sollte man nicht mit ihnen aufgewachsen sein – nur schwer ertragen kann. Die 80er Jahre durchdringen Schumachers Werk, wie kaum einen zweiten Film: Frisuren, Kleidung, Musik, Kameraeinstellungen und Montage. Man fühlt sich nicht nur einmal in ein 80er Jahre Synth-Pop-Musikvideo versetzt. Schumacher zieht seinen Stil jedoch so konsequent durch, dass der Film absolut homogen und in sich geschlossen wirkt. Auch in der Handlung spiegelt sich das Jahrzehnt wider und klassische Teenage Angst- und Coming of Age-Elemente bilden das Grundgerüst dieses Vampirfilms – und das 10 Jahre vor der ersten Staffel von „Buffy: The Vampire Slayer“.

Neben den teils sehr artifiziell wirkenden Bildern und der im Grunde düsteren Geschichte, gibt es viel Humor und abgedrehte Charaktere zu sehen. Die Frog Brothers dürften schon längst in die Popkultur eingegangen sein und das Auftreten von Schauspielern, wie Kiefer Sutherland, hat bestimmt dazu beigetragen den Kultstatus des Films zu untermauern. Wirklich schade, dass die Karriere der zwei Coreys so typisch für Kinderstars in Hollywood verlaufen ist.

Wer den Film noch nie gesehen hat, der sollte ihn wohl auch wirklich sehen wollen, um heute noch viel Freude mit „The Lost Boys“ zu haben. Wir anderen haben ihn ja sowieso schon längst ins Herz geschlossen und somit hatte ich auch heute wieder enorm viel Spaß mit dieser seltsam düsterbunten Vampirjagd. Einer meiner großen Jugendfilmklassiker, die ich mir immer wieder anschauen kann: 9/10 Punkte.

Die Tribute von Panem – OT: The Hunger Games (2012)

Aktualisierung: Ich habe „Die Tribute von Panem: The Hunger Games“ am 23. Februar 2013 und am 26. Januar 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und jeweils eine aktualisierte Besprechungen veröffentlicht.

Gestern Abend war ich zum ersten Mal seit 9 Monaten wieder im Kino, was wohl einen neuen Negativrekord darstellen dürfte. Wir hatten dieses Ereignis schon lange geplant und mit einem leckeren Essen (viel zu viele Tapas) kombiniert. Leider jedoch liefen die Wunschfilme („Hugo Cabret“ oder „The Grey“) nicht zu einer mit Kind bzw. Babysitter zu vereinbarenden Zeit, weshalb die Wahl letztendlich auf „Die Tribute von Panem: The Hunger Games“ fiel. Ehrlich gesagt fühlte ich mich zu Beginn der Vorstellung aufgrund der hohen Teenagerquote im Publikum schon etwas fehl am Platz, doch sollten sich diese Befürchtungen letztendlich recht schnell verstreuen…

Die Tribute von Panem (2012) | © Studiocanal

Die Tribute von Panem (2012) | © Studiocanal

Im Vorfeld hatte ich mich nicht groß mit dem Film bzw. der Vorlage auseinandergesetzt. Da eine Kollegin jedoch erst kürzlich die Trilogie verschlungen hat, war mir die grobe Rahmenhandlung allerdings ebenso bekannt, wie die Tatsache, dass „Die Tribute von Panem“ wohl das nächste große Ding unter den Jugendbüchern darstellt. Da ich durchaus empfänglich für Jugendliteratur bin und sich die Prämisse recht vielversprechend anhörte, erhoffte ich mir im Idealfall eine für mich interessante Begegnung mit einem neuen fiktionalen Universum und im schlimmsten Fall eine Art von „Twilight“-Nonsense. Letztendlich hat mir es die Geschichte auf jeden Fall angetan, obwohl die Prämisse nur aus populären Sci-Fi-Versatzstücken besteht: Jeder Genrefreund dürfte sich an „Running Man“, „Battle Royale“ oder „Das Millionenspiel“ erinnert fühlen. Die Atmosphäre und gewisse Elemente abseits der Hungerspiele erinnerten mich zudem sehr an John Christophers „Die dreibeinigen Monster“-Trilogie sowie George Orwells „1984“.

Es ist wahrlich kein Wunder, warum Suzanne Collins Romanreihe weltweit große Erfolge feiert. In Zeiten von Casting-Shows und Vorführfernsehen à la Dschungelcamp und Co. ist es nur naheliegend diese Thematik gerade für die Zielgruppe von „Germany’s Next Topmodel“ usw. entsprechend dramatisiert aufzubereiten. Natürlich sind die sozial- und medienkritischen Elemente äußerst plakativ und werden mit dem Holzhammer präsentiert, doch wenn diese auch nur einen Bruchteil der Zielgruppe zum Nachdenken abregen, ist dieser Ansatz in meinen Augen durchaus legitim und begrüßenswert. Insofern kann ich die oberflächliche Kritik einiger konservativer Feuilletonisten und Hobbykritiker an der ach so verwerflichen Thematik und Gewaltdarstellung nicht nachvollziehen.

Ich muss zugeben, dass ich nach anfänglicher Skepsis wirklich viel Spaß mit dem Film hatte. Man wird schnell in diese Welt hineingezogen und auch wenn ich durchaus einige Kritikpunkte habe, so war das Gesamterlebnis doch durchwegs positiv: Ich sollte wahrlich wieder öfter ins Kino gehen. Der Aufbau der Handlung ist angenehm bedächtig und gibt den Figuren genug Raum, um sie für den Zuschauer interessant zu machen. Der Einstieg in die Hungerspiele war überraschend hart und mitreißend. Die Liebesgeschichte reduzierte sich zudem glücklicherweise auf den letzten Akt und wirkte dabei dennoch etwas aufgesetzt. Ich bin mir sicher, dass die Vorlage diese weit behutsamer vorbereitet. Insgesamt konnte ich der Handlung des Films jedoch gut folgen und hatte nicht den Eindruck, dass etwas Wichtiges weggelassen wurde.

Fazit

Es mag am positiven Gesamteindruck des gestrigen Abends liegen oder an den Entzugserscheinungen, die mich aufgrund der langen Abwesenheit von der großen Leinwand plagten, doch „Die Tribute von Panem“ haben mich äußerst positiv gestimmt. Würde ich zurzeit nicht einer anderen Romanreihe verfallen sein, würde ich vermutlich sogar einmal in die Vorlage reinlesen. Auch wenn der Film nur ein – aufgrund so mancher Kostüme auch durchaus zu – bunter Genremix ist und gewisse Elemente durchaus besser herausgearbeitet hätten werden können, so hat mich der Film über knapp zweieinhalb Stunden jedoch exzellent unterhalten. Ich gebe es nur ungern zu, doch I am hooked: 8/10 Punkte.

Ein (un)möglicher Härtefall – OT: Intolerable Cruelty

Nach einem durchaus fordernden und arbeitsreichen Samstag, war ich am Abend nur für leichte Unterhaltung zu haben. Die Wahl fiel letztendlich auf ein „Ein (un)möglicher Härtefall“ der Coen-Brüder, den ich damals sogar im Kino gesehen habe. Nach knapp 10 Jahren konnte ich mich kaum noch an die Handlung erinnern, doch immerhin wusste ich noch genau, dass mich der Film weit besser unterhalten hatte, als sein Ruf vermuten ließ…

Ich weiß noch genau welch ein Raunen durch die Reihen der Kritiker ging, als damals der neue Coen-Film anlief. Als lahme 08/15-RomCom verschrien, ließ kaum jemand ein gutes Haar an dem Werk des Regie-Duos. Somit war ich umso überraschter eine äußerst unterhaltsame Satire auf das Beziehungsleben der selbsternannten High Society zu sehen. Zwar konnte sich der Film nicht mit den großen Coen-Filmen, wie „The Big Lebowski“ oder „Fargo“ messen, doch hatte er mich einfach nur gut unterhalten und war zumindest wesentlich besser als 99% aller tatsächlichen 08/15-RomComs, die Hollywood sonst so hervorbringt.

Auch bei der heutigen Sichtung hat mich das gut gelaunte Spiel von George Clooney und Catherine Zeta-Jones erfreut. Ziemlich überdreht, doch für diese Art von Film absolut passend. Überhaupt wirkt jeder einzelne Charakter wie eine lebendig gewordene Karikatur, was zudem dadurch verstärkt wird, dass nahezu jeder Name eine Alliteration bildet: Miles Massey, Rex Rexroth, Donovan Donely, Sarah Sorkin usw. Mit Figuren, wie Heinz, the Baron Krauss von Espy, gibt es natürlich auch Ausnahmen von der Regel. Durch die völlige Überzeichnung der Charaktere droht der Film zwar manchmal zu kippen, doch schafft er es den Zuschauer durch seine wendungsreiche, doch leider etwas vorhersehbare Geschichte, stets am Ball zu halten.

„Intolerable Cruelty“ ist weit davon entfernt der beste Film der Coen-Brüder zu sein, doch handelt es sich deswegen um einen schlechten Film? Auf keinen Fall! Wenn man in der Stimmung für eine seichte Komödie ist, dann sollte man sich den Film trotz Vorbehalte ruhig einmal anschauen – und ich bin mir sicher, dass er zumindest für knapp 100 Minuten für einfach nur gute Unterhaltung sorgen wird. Zu unrecht unterbewertet: 7/10 Punkte.

Your Highness – Extended Edition (2011)

Als ich das erste Mal von David Gordon Greens „Your Highness“ hörte, war ich neugierig. Eine R-Rated-Komödie mit Fantasysetting? Das hörte sich zumindest nach Spaß an. Die Kritiken waren jedoch größtenteils vernichtend, weshalb ich von einer Sichtung zunächst absah. Nachdem der Film in Christians Foyer und dem Medienjournal jedoch ziemlich gelobt wurde und unzählige Trailer-Sichtungen später, führte kein Weg mehr daran vorbei mich selbst auf dieses äußerst ungewöhnliche Quest zu begeben…

Am erstaunlichsten an „Your Highness“ ist wohl, dass der Film überhaupt in dieser Form produziert wurde – und dass die Macher tatsächlich Schauspieler, wie Natalie Portman, James Franco oder Zooey Deschanel für das Projekt gewinnen konnten. Doch worum geht es in dem Film überhaupt? Dies zu beantworten ist gar nicht so einfach. Im Grunde erleben unsere Helden ein klassisches Sword & Sorcery-Abenteuer, das auch etliche Aspekte dieses Subgenres aufgreift: ein Quest muss bestritten und ein verrückter Magier besiegt werden. Hinzu kommen schleimige Monster, nackte Tatsachen und einige Hektoliter Blut und Gekröse. So weit, so 80er Jahre Fantasyfilm. Doch dies macht nur den einen Teil des Films aus.

Um den Rest zu begreifen, sollte man sich eine zotige Slacker-Komödie im Judd Apatow-Stil vorstellen mit folgender Handlung vorstellen: Unser Held Thadeous (herrlich: Danny McBride) muss sich auf seinem ersten Quest beweisen und hilft seinem Bruder Fabious (James Franco) dessen Angebetete (Zooey Deschanel) aus den Klauen des bösen Zaubereres Leezar (Justin Theroux) zu befreien und das Fuckening – ja, richtig gelesen – zu verhindern. Der Humor schwankt dabei zwischen dämlich und unfassbar dämlich, doch hat dies für mich erstaunlich gut funktioniert. Man darf an dieser Stelle allerdings nicht den Fehler machen einen guten Film zu erwarten, doch wer schon immer mal eine High Budget-Produktion sehen wollte, in der Natalie Portman das Gemächt eines Minotaurus als Trophäe überreicht werden soll, der darf ruhig einen Blick riskieren.

Ich hatte wirklich enorm viel Spaß mit „Your Highness“, auch wenn mindestens 50% der Witze einfach zu platt für meinen Geschmack waren. In erster Linie haben mir die Fantasyaspekte gefallen, die erstaunlicherweise wirklich gut funktionieren. Auch die Charaktere harmonieren sehr gut miteinander und sind auf ihre ganz besondere Art und Weise sympathisch. Die Bewertung des Films fällt mir nun nicht leicht, denn ich könnte genauso gut Argumente für eine 4 Punkte-, wie für eine 8 Punkte-Wertung finden. Somit bleibe ich bei der goldenen Mitte und der Gewissheit, dass ich die nächste Sichtung nicht mehr nüchtern und mit größerem Publikum angehen werde: 6/10 Punkte.

Buried: Lebend begraben – OT: Buried (2010)

Wieder einmal habe ich einen Film gesehen, der mich alleine aufgrund seiner Prämisse reizte. Rodrigo Cortés‘ „Buried“ versprach einen unkonventionellen Ansatz, wenngleich die Idee dahinter auch nicht so originell ist, wie man vielleicht vermuten würde. Die Kombination aus lebendig begraben sein und Thriller wurde bereits in diversen TV-Serien (u.a. von Quentin Tarantino für „CSI: Las Vegas“) umgesetzt. So konsequent wie Cortés ist zuvor jedoch noch niemand an die Thematik herangegangen… Spoiler sind zu erwarten.

Zunächst einmal muss ich dem Team rund um „Buried“ meinen Respekt zollen, dass man die Grundidee konsequent bis zum Ende durchgezogen hat. Sicher hätte es ein paar Kameraspielereien nicht gebraucht, um die Situation noch realer und beängstigender erscheinen zu lassen, doch auch mit diesen wird die klaustrophobische Enge deutlich spürbar. Ziemlich beeindruckend fand ich Lichtgestaltung, die ihre Wirkung aus den im Film vorkommenden natürlichen Lichtquellen zieht. Wirklich sehr gelungen. Auch Ryan Reynolds‘ Leistung als Schauspieler ist durchaus herausragend und kann insbesondere als One-Man-Show voll und ganz überzeugen.

Die Handlung an sich ist dagegen weit weniger verzwickt, als man dies anfangs noch vermuten würde. Erzählt wird ein ziemlich geradliniger Thriller, der sich letztendlich einzig und allein um die Rettung Paul Conroys (Ryan Reynolds) dreht. Wird sie gelingen oder nicht? Alles dazwischen lebt einzig und allein vom Spiel mit der Urangst lebendig begraben zu sein – und dies macht der Film auch ziemlich gut. Wenn er 20 Minuten kürzer gewesen wäre und man sich z.B. die Schlangen-Episode gespart hätte, wäre der Film in seiner Wirkung meiner Meinung nach jedoch noch deutlich intensiver gewesen.

Nicht gelungen fand ich dagegen den Twist am Ende. Dieser wirkte weder sonderlich originell noch wäre er nötig gewesen. Auch wenn ein Happy End für mich als Zuschauer befriedigender gewesen wäre, so hadere ich nicht einmal so sehr mit dem Ausgang, sondern eher der plumpen Umsetzung. Die vorherigen 90 Minuten verpuffen völlig und gerade die unnötig erzählten Sequenzen fallen rückblickend betrachtet umso stärker ins Gewicht. Auch wenn Cortés versucht sich – wie man schon alleine an den sich an Saul Bass orientierenden Opening Titles sieht – an Alfred Hitchcock anzunähern, so bleibt es in meinen Augen jedoch bei diesem Versuch.

Mich hat „Buried“ durchaus beeindruckt und ich werde die Sichtung bestimmt in Erinnerung behalten. Letztendlich verspielt der Film etliche Möglichkeiten jedoch aufgrund seiner zu sehr auf Effekt setzender Inszenierung und der zu aufgeblasenen Handlung. Auch mit dem Ende kann ich mich nicht anfreunden, was potentiell interessierte Leser jedoch nicht davon abschrecken sollte, dem Film eine Chance zu geben. Interessant und sehenswert, wenn auch nicht frei von Fehlern: 7/10 Punkte.

Crazy, Stupid, Love. (2011)

Aktualisierung: Ich habe „Crazy, Stupid, Love.“ am 7. November 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Die Voraussetzungen für einen gelungenen Filmabend waren denkbar schlecht: Arbeitsstress bis zur letzten Minute, die gesamte letzte Woche zu wenig Schlaf bekommen und ein generelles Gefühl der Abgeschlagenheit. Doch erstaunlicherweise schlief ich bei „Crazy, Stupid, Love.“ – ganz im Gegensatz zu jedem anderen Abend dieser Woche – nicht völlig K.O. auf dem Sofa ein. Nein, ich hatte über die gesamten 118 Minuten Laufzeit enorm viel Spaß und ein beständiges Lächeln auf den Lippen – und dies hat wahrlich schon lange keine (romantische) Komödie mehr geschafft…

Crazy, Stupid, Love. (2011) | © Warner Home Video

Crazy, Stupid, Love. (2011) | © Warner Home Video

Aus der Prämisse des Films hätte man zweifellos auch eine der zurzeit so angesagten Brachialhumor-Komödien (z.B. „Kill the Boss“) machen können. Ein Familienvater (Steve Carell, „The Office“) trifft nach seiner Scheidung auf einen Womanizer (Ryan Gosling, „The Notebook“), der ihn unter seine Fittiche nimmt um einen richtigen Mann aus ihm zu machen. Das Regie-Duo Glenn Ficarra und John Requa zauberte daraus jedoch eine herzerwärmende und dennoch unglaublich lustige Komödie voller Witz und mit ausnahmslos sympathischen Charakteren. Warum sieht man so etwas nicht öfter? Im Gegensatz zu den erfolgreicheren – aber deutlich schwächeren Genrekollegen – hat man von „Crazy, Stupid, Love.“ nicht wirklich viel gehört, was für mich absolut unverständlich ist.

Die Geschichte ist nicht sonderlich temporeich und hat deshalb auch die nötige Zeit ihre Charaktere entsprechend zu entwickeln. Besonders Steve Carells gehörnter Cal Weaver wächst einem schnell ans Herz. Wirklich fantastisch gespielt! Schön ist auch, dass es keine klischeehaften Feindbilder gibt und man jeder Figur ihre Beweggründe abnimmt. Ryan Gosling bildet den perfekten Gegenpart, der in jedem Entwicklungsstadium seines Charakters zu überzeugen weiß. Hinzu kommen Emma Stone, Julianne Moore und Marisa Tomei als Love Interests, die erfrischenderweise auch fern der typischen Genreklischees agieren. Besser hätte man das Ensemble nicht besetzen können.

Erfrischend fand ich, dass man nicht jeden offensichtlichen Gag mitgenommen hat und zudem eine Geschichte abseits der Situationskomik zu erzählen wusste. Die Wendung des Films hatte ich somit überhaupt nicht vorausgesehen und war an der relevanten Stelle bestimmt für fünf Minuten mit einem dicken Grinsen vor dem Fernseher gesessen. Grandios! Auch im weiteren Verlauf des Films wurden schmalzige Szenen (z.B. Cals Rede vor der Abschlussklasse) glücklicherweise nur sehr dezent eingesetzt und man hat den Figuren ihre Handlungen stets abgenommen. Das offene, aber dennoch hoffnungsvolle Ende hat mich letztendlich glücklich aus dem Film entlassen. Schön, einfach nur schön!

Fazit

„Crazy, Stupid, Love.“ dürfte wohl die positivste Überraschung sein, die ich seit langer Zeit sehen durfte. Ein famoses Ensemble in einer durchdachten und liebenswerten Geschichte, die zudem noch unglaublich lustig ist. Wer hätte das gedacht? Ich kann den Film nun all jenen ans Herz legen, die den Glauben an gute Romantic Comedies verloren haben, sowie denen, die mit dem Genre sonst nichts anzufangen wissen. Ein fantastischer Film, der einfach nur glücklich macht: 9/10 Punkte.