Unaufhaltsam

Am Freitag war es wieder einmal soweit. Unaufhaltsam nähert sich die 30. Doch zuvor gilt es noch zwei Jahre in den jugendlichen 20ern zu verleben – zwei Jahre, die bestimmt spannend werden, wenngleich das letzte Jahr an Erlebnissen und Erfahrungen wohl nur schwer zu übertreffen sein wird.

Wie immer möchte ich an dieser Stelle meine Geschenke präsentieren, von denen das Beste eindeutig das T-Shirt ist, welches ich in New York unglücklicherweise nicht in meiner Größe auftreiben konnte. Wer das Motiv auf Anhieb (und ohne zu Googeln!) versteht, der wird sofort in mein Buch der coolen Leute aufgenommen.

Anonsten gab es etliche DVDs, einige Bücher und einen Gutschein für ein Schnuppertauchen, den ich gleich am Freitag einlösen werde. Nun kann ich endlich – so wie Don (nur ohne Fische, Korallen und Meer) – die Tiefen eines Schwimmbeckens erkunden. Aber hey, jeder fängt eben einmal klein an! 😉

Nach einem Wochenende des Feierns, kann das 29. Lebensjahr nun wirklich beginnen…

USA 2008 – Tag 12: New York City/Abreise

Der finale Tag war gekommen und wir hatten bisher nur von der Aussichtsplattform des Rockefeller Centers einen entfernten Blick auf die Freiheitsstatue werfen können. Somit machten wir uns nach dem Auschecken aus dem Hotel per U-Bahn auf den Weg zur South Ferry-Station. Dort angekommen, sind wir mit mehr Glück als Verstand auf eine gerade startende Rundfahrt gestolpert und mussten somit nicht über eine Stunde auf die nächste warten.

Die Bootstour hat uns recht nahe an Lady Liberty herangebracht und auch sonst beeindruckende Ausblicke auf Manhatten, die Brooklyn Bridge und Ellis Island geboten. Das fanden anscheinend auch die fotowütigen Asiaten – die außer uns die einzigen Fahrgäste darstellten – und veranstalteten einen Tumult, der nicht nur das Personal schier verzweifeln ließ. Dennoch eine auf jeden Fall lohnenswerte Angelegenheit.

Am späten Nachmittag hat uns schließlich unser Shuttlebus vom Hotel abgeholt und wir haben uns auf den Weg zum JFK Airport gemacht. Dort mussten wir noch recht spontan das Gewicht unserer Koffer ausgleichen, doch ansonsten hat alles sehr gut geklappt. Hier bin ich auch endlich dazu gekommen mein Lieblingsschild zu fotografieren: Push to Flush – das geht doch wirklich ins Ohr!

Gestartet sind wir schließlich in solch einem Gewittersturm, dass ich befürchtete wir würden die nächsten Losties werden. Glücklicherweise konnte ich mir dazu nicht mehr all zu viele Gedanken machen, denn ich wurde konstant von dem ekligsten Menschen abgelenkt, den ich jemals in meinem Leben gesehen/gerochen/gehört hatte – direkt auf dem Platz neben mir. Das wurden die längsten 8 Stunden meines Lebens.

Für mich war die USA-Rundreise – trotz diversen Ekelmomenten auf dem Rückflug – einer der schönsten und erlebnisreichsten Urlaube meines bisherigen Lebens. Ich hoffe ihr hattet etwas Spaß an den Berichten und wenn ihr Fragen, Anmerkungen oder eigene Erlebnisse habt: Lasst es mich wissen!

Für alle, die erst später eingestiegen sind, hier das gesamte Reisetagebuch ab dem ersten Tag:

Tag 1: New Jersey
Tag 2: Fahrt nach Niagara Falls
Tag 3: Niagara Falls
Tag 4: Toronto
Tag 5: Williamsport, PA
Tag 6: Gettysburg/Washington, D.C.
Tag 7: Washington, D.C.
Tag 8: New York City
Tag 9: New York City
Tag 10: New York City
Tag 11: New York City
Tag 12: New York City/Abreise

USA 2008 – Tag 11: New York City

Nach dem Museumsbesuch des vorhergehenden Tages stand noch ein bildungstechnischer Pflichttermin auf dem Programm: Das MOMA – erneut in ca. 4 Stunden abgehandelt. Eigentlich eine Schande.

Besonders beeindruckend fand ich das Gebäude selbst und die Sonderausstellung zu Salvador Dalì. Viele Dinge waren mir dann auch schnell zu modern, doch es fanden sich auch einige fantastische Werke von Van Gogh bis Picasso in der Ausstellung. Auch einige Warhols live zu sehen war etwas besonderes, wenngleich viele Elemente der Popart eben schon zu sehr in die Popkultur vorgedrungen sind, als dass ich sie als herausragende Kunstwerke wahrgenommen hätte.

Der Nachmittag stand dann ganz im Sinne des Mitbringsel-Shoppings. Die 5th Avenue kann sehr lang werden. Ich bin hier teils schier verzweifelt an dem grandiosen Angebot an DVDs, doch aufgrund von Gewichtsbeschränkungen und gefülltem DVD-Regal bin ich letztendlich stark geblieben. Dafür habe ich mir ein „Buffy: The Vampire Slayer“-Comic gegönnt – in einem richtig schön nerdigen Comic Book Store.

Erwähnen sollte ich noch den M&Ms-Store am Times Square. Was für eine gigantische Marketingmaschine. Artikel von nahezu keinem Wert werden hier für horrendes Geld verkauft – und das Geschäft floriert! Unglaublich. Doch selbst wir sind schwach geworden und haben uns etwas in den bunten Kugeln verloren.

Nach einem Besuch von Macy’s – dem größten Kaufhaus der Welt – war der Tag auch schon wieder vorbei und langsam machte sich Abschiedsstimmung breit. Nur noch ein Tag in der Stadt, die niemals schläft lag vor uns…

USA 2008 – Tag 10: New York City

Zu Beginn des Tages wandelten wir auf den Spuren von Ross Gellar und haben das American Museum of Natural History besucht. Wie so vieles in den Staaten einfach nur gigantisch. Wir waren ca. 4 Stunden unterwegs und haben dabei natürlich nur einen Bruchteil gesehen. Vieles ist sehr auf Show ausgelegt, doch auch wenn man sich für tiefergehende naturhistorische Exponate und Informationen interessiert, wird man mehr als fündig und könnte Tage in dem Museum verbringen. Durchaus sehenswert – besonders für Kinder, für die es dutzende Experimentierstationen gab. Da hätte ich mich am liebsten selbst mit hinein geschmuggelt.

Nach dem Museumsbesuch habe ich Frau bullion komplett bis Ecke 112th Street/Broadway geschleppt, um mich vor dem „Seinfeld“-Diner ablichten zu lassen. Es war wirklich eine etwas surreale Erfahrung plötzlich davor zu stehen, aber für mich – auch wenn das wohl nur die wenigsten nachvollziehen können – einer der Magic Moments unserer Reise.

Zurück Richtung Times Square haben wir dann die U-Bahn genommen, was in New York City wirklich ein sehr angenehmes Reisemittel ist. Da das Wetter an diesem Tag formidabel war, sind wir noch einmal zum Rockefeller Center aufgebrochen, um endlich ein paar Aufnahmen der „30 Rock“-Location zu machen. Ebenso ein tolles Gefühl! Faszinierend war auch der NBC-Shop, in dem sich dutzende Fan-Artikel zu vielen meiner Lieblingsserien finden ließen. Hier hätte ich mich mit dutzenden unnützen Sachen von Serien wie „Seinfeld“ oder „The Office“ eindecken können, doch da es das T-Shirt meiner Wahl nicht in der passenden Größe gab, sind wir unverrichteter Dinge wieder gegangen.

Nach 30 Rockefeller Plaza waren wir etwas shoppen und haben endlich günstige Musicalkarten (60$ pro Karte) ergattert. Gesehen haben wir „Marry Poppins“, was – wie bisher jedes Disney Musical – wirklich ein audiovisueller Genuss war.

Nach dem Musical waren wir noch eine Kleinigkeit essen und haben den Tag danach entspannt ausklingen lassen. Nur noch zwei Tage lagen jetzt vor uns und wir hatten das Gefühl noch so viel sehen zu wollen – und das haben wir auch!

USA 2008 – Tag 9: New York City

Unseren ersten kompletten Tag im Big Apple haben wir mit einer ausgiebigen Stadtrundfahrt begonnen, welche uns interessante Informationen und eine deutlich bessere Orientierung lieferte. Bei unseren Stops machten wir u.a. an der St. John the Divine Cathedral halt, hatten einen wunderbaren Blick auf das Flatiron Building und besuchten Ground Zero. Letzteres war durch einen riesigen Bauzaun versperrt und wurde dadurch völlig uninteressant. 2012 kann man anscheindend mit den neuen Gebäuden rechnen – die Bauarbeiten sind auf jeden Fall schon in vollem Gang.

Am Nachmittag ließen wir uns einen Besuch des Central Parks nicht nehmen. Wirklich unglaublich, wie ruhig diese Oase in der Großstadtwüste doch ist. Bereits nach einigen Metern verstummt der Straßenlärm, die Vögel zwitschern und man wähnt sich beinahe in einer anderen Welt. Die umliegenden Wolkenkratzer bieten zudem ein fast schon surreales Panorama. Hat mir sehr gut gefallen!

Im Central Park waren während unseres Besuchs auch Dreharbeiten zugange. Ob zu einem Film, Musikvideo oder einer Studentenproduktion – ich kann es nicht sagen. Ein paar der Crew-Mitglieder liefen mit „Transformers 2“-T-Shirts herum, doch bezweifle ich dass der Film in einem Zusammenhang mit diesem kleinen Dreh gestanden hat. Falls jemand also die zwei Personen unten links im Bild irgendwann auf der Leinwand sieht: Bitte Bescheid geben, denn mir waren sie völlig unbekannt.

Im weiteren Verlauf des Tages besuchten wir noch das Rockefeller Center und stiegen On Top of the Rock – einer Aussichtsplattform, die einen gigantischen Blick über Manhatten bot. Wirklich fantastisch! Ausführliche Bilder vom Rockefeller Center – dem Außendrehort von „30 Rock“ – folgen im nächsten Eintrag.

Da wir für den Abend keine spontanen Musicalkarten bekommen hatten, machten wir noch eine nächtliche Rundfahrt durch Manhatten und Brooklyn, welche wieder ganz neue Aussichten auf diese großartige Stadt bot. Danach waren wir unglaublich platt und uns sicher, die knappe Zeit des Tages mehr als effizient genutzt zu haben.

Fortsetzung folgt…

USA 2008 – Tag 8: New York City

Die Fahrt von Washington, D.C. nach New York City verlief relativ unspektakulär. Wir machten ein paar Stops, aber wirklich interessante Dinge gibt es nicht zu berichten. Philadelphia hatten wir uns gespart, da die Zeit sonst zu knapp geworden wäre, denn wir mussten uns noch von unserem treuen Gefährt trennen und einen Shuttle zum Hotel finden.

Nach viel Anstehen, Gewarte und einer nervigen Shuttlebusfahrt kamen wir endlich in Manhatten an. Unsere Unterkunft – das wirklich empfehlenswerte Belvedere Hotel – befand sich an der Ecke 48th Street/8th Avenue und war damit nur eine Straße vom Broadway entfernt. Zum Times Square brauchten wir knapp 5 Minuten. Wirklich die perfekte Lage um die Stadt zu erkunden – was wir uns natürlich auch am ersten Abend wieder nicht nehmen ließen.

Ich werde nie meinen ersten Blick über den hell erleuchteten Broadway vergessen. Eine andere Welt. Gigantisch. Laut und bunt. Als wäre die Welt aus Ridley Scotts „Blade Runner“ plötzlich zum Leben erwacht. Natürlich war hier verhältnismäßig viel auf Tourismus ausgelegt und ich hatte alles schon dutzende Male in Film und Fernsehen gesehen, doch war es etwas ganz anderes selbst vor Ort zu stehen. Als winziger, unscheinbarer Mensch. Wahrlich beeindruckend.

Völlig absurd war das plötzliche Erscheinen eines berittenen Polizisten inmitten des Lichtermeers. Leider hatte ich meine Kamera erst ein paar Sekunden zu spät einsatzbereit. Nachdem wir die ersten Eindrücke verdaut hatten, waren wir noch einen Happen essen und haben prompt eine Kellnerin kennengelernt, die zuvor sechs Jahre lang in Deutschland gelebt hat. Wie klein die Welt doch ist. Überhaupt habe ich es als sehr positiv empfunden, wie unkompliziert und schnell man mit wirklich freundlichen Menschen ins Gespräch kommt.

Nach einem abschließenden Einkauf in einem 24/7-Laden, sind wir völlig überdreht ins Hotel zurückgekehrt und es hat uns trotz Straßenlärm sofort die Augen zugezogen. So viele Eindrücke.

USA 2008 – Tag 7: Washington, D.C.

Die erste Nacht in Washington, D.C. barg für uns einige sechsbeinige Überraschungen. So werde ich wohl als Cockroach Slayer in die Geschichte eingehen – glücklicherweise haben sich die unerwünschten Gäste nur im Bad aufgehalten, was (zumindest mir) einen einigermaßen ruhigen Schlaf beschert hat. Dennoch sind wir am nächsten Morgen in ein neues und kakerlakenfreies Zimmer umgezogen, was wir eigentlich schon in der vorhergehenden Nacht hätten machen sollen – aber wir waren doch so müde!

Nach dem Umzug starteten wir mit einer Stadtrundfahrt in Tag zwei unseres Washington-Aufenthalts. Diese hat sich als sehr informativ herausgestellt, da wir so einige wissenswerte Dinge über die Stadt und ihre Einwohner erfahren haben. So stellte sich unser Hotel z.B. als das berühmte Omni Shoreham heraus, in dem u.a. bereits THE BEATLES genächtigt hatten. Weiter ging es vorbei am Capitol, durch das nett angelegte Georgetown und am Watergate-Gebäudekomplex. Es gab folglich viel zu sehen!

Am Nachmittag besuchten wir spontan die Ausstellung „Jim Henson’s Fantastic World“ in der berühmten Smithsonian’s International Gallery an – leider durfte man keine Fotos von den wirklich sehenswerten Ausstellungsstücken machen.

Nach einem plötzlich einsetzenden Regenschauer, haben wir unseren Weg zum Capitol abgebrochen und sind spontan über die National Archives gestolpert, wo wir – wie bereits Nicholas Cage in „Das Vermächtnis der Tempelritter“ – einen Blick auf die Unabhängigkeitserklärung werfen durften. Für mich als Filmfreund stand natürlich besonders die Location im Vordergrund und ich hatte mehr als ein Déjà-Vu-Erlebnis.

Weiter ging es noch einmal zum Weißen Haus (dieses Mal die Frontansicht) und dann haben wir uns langsam wieder Richtung Hotel aufgemacht – dieses Mal erwarteten uns glücklicherweise keine unangenehmen Mitbewohner.

Zu diesem Zeitpunkt dachten wir schon unglaublich viel gesehen zu haben, doch erst die nächsten vier Tage in New York City sollten unser Aufnahmevermögen noch einmal so richtig fordern. Washington, D.C. war auf jeden Fall ein wunderbares Erlebnis und ich kann jedem den Besuch nur empfehlen.

USA 2008 – Tag 6: Gettysburg/Washington, D.C.

Nach einem inhaltlich eher unspektakulären Tag in Williamsport, sind wir am Morgen nach Washington, D.C. aufgebrochen. Für mich bereits im Vorfeld eines der Highlights unserer Reise. Doch bevor wir in der Hauptstadt ankommen sollten, gab es für uns noch einiges zu erleben.

Auf ca. der Häfte der Strecke fuhren wir an Gettysburg vorbei, was uns zu einem spontanen Zwischenstop verleitet hat. Eigentlich wollten wir nur einen kurzen Blick auf das berühmte Schlachtfeld werden, doch hat sich dieses Vorhaben recht schnell in eine ausgiebige Wanderung – vorbei an diversen Denkmälern und Friedhöfen – über das gigantische Gebiet von Gettysburg gewandelt.

Neben der wirklich schönen Anlage inmitten in der Natur, hatte ich hier zum ersten Mal das Gefühl wirklich einen Teil der amerikanischen Geschichte zu begreifen. Natürlich gab es auch in Gettysburg mehr als genug übetriebenen Patriotismus, doch konnte ich hier noch am ehesten den Kontext nachvollziehen – insofern eine wirklich lohnenswerte Unterbrechung unserer Fahrt.

Trotz des längeren Aufenthalts in Gettysburg, kamen wir noch zeitig in Washington, D.C. an – und natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen gleich in den Regierungsbezirk aufzubrechen, um den diversen Wahrzeichen einen ersten Besuch abzustatten. Wirklich beeindruckend diese Stadt!

Neben einem ersten Blick auf das Weiße Haus, fand ich besonders die Aussicht vom Lincoln Memorial auf den Obelisken faszinierend. In unzähligen Filmen gesehen – und nun live vor Ort. Dazu das perfekte Licht der Golden Hour – einfach fantastisch!

Nach einem abschließenden Gewaltmarsch durch die Hauptstadt waren unsere Füße am Ende und unsere Köpfe gefüllt mit neuen Eindrücken. Aber was für welchen! Nach der U-Bahn-Fahrt zum Hotel fanden wir ein sehr nettes Diner, wo wir den Abend bei ein paar Bier entspannt ausklingen ließen.

Demnächst dann mehr Eindrücke aus Washington, D.C. und ein Märchen von netten, kleinen Krabbeltierchen zur falschen Zeit am falschen Ort…

USA 2008 – Tag 5: Williamsport, PA

Wie bereits angekündigt, sollte Tag 5 unserer Reise nicht ganz reibungslos verlaufen. Doch der Reihe nach: Grundätzlich waren all unsere Hotels vorgebucht, d.h. wir haben in unserer ersten Bleibe in New Jersey einen Packen Voucher in die Hand gedrückt bekommen, mit denen wir in die kommenden Hotels einchecken sollten. So zumindest der Plan. Etwas seltsam war schon einmal, dass kein Hotel mit den vorgebuchten übereingestimmt hat – aber alles kein Problem, denn wir sind ja flexibel!

Das neue Hotel für Tag 5 jedoch befand sich nicht einmal annähernd in der Region, wo wir ursprünglich unterkommen sollten – sondern über 100 Meilen weiter südlich. Ebenso erstaunlich war, dass uns die Wegbeschreibung der Reiseagentur weder in das ursprüngliche, noch in das neue Hotel geführt hätte – sondern in ein drittes. Folglich hatten wir drei Hotels zur Auswahl: Das erste hatten wir eigentlich vorgebucht, für das zweite hatten wir einen Voucher und für das dritte die Wegbeschreibung.

Da wir in Kanada nicht kostengünstig telefonieren konnten (so eine USA-SIM-Karte ist schon etwas feines), habe ich nach dem Wiedereintritt in die USA – nach erneutem Einreisestress – einfach einmal auf gut Glück bei Hotel Nummer drei angerufen, denn schließlich hatten wir für dieses zumindest einmal den nötigen Voucher. Eine Reservierung war auf unseren Namen natürlich nicht vorhanden. Nach langem hin und her Diskutieren und einem endlosen Durchforsten unserer Reiseunterlagen, zeichnete sich so langsam eine Lösung ab: Da der Voucher so gut wie Bargeld war – wie uns die nette Dame am Telefon mitteilte – haben wir eine spontane Reservierung aufgemacht und sind ins uns unbekannte Williamsport, PA aufgebrochen. Navi sei Dank sind wir irgendwann auch angekommen.

Die Fahrt war langwierig (ewig durch die Pampa und dutzende Baustellen) und das Hotel eine mittelschwere Enttäuschung. Aber man reist ja nicht um die halbe Welt, um im Hotel zu sitzen. Doch nach einer kurzen Erkundungstour mussten wir feststellen, dass es in Williamsport, PA nichts außer einem Gefängnis, einem Supermarkt, einem Pizza Hut und einem Kino gibt. Wir haben uns alles außer dem Gefängnis angesehen und sind somit in den vorzeitigen Genuss von Christopher Nolans „The Dark Knight“ gekommen. Immerhin.

Rückblickend habe ich den Tag mit seinen Wirrungen doch als recht unterhaltsam und vergnüglich in Erinnerung. Man muss eben nur das Beste aus den vorhandenen Möglichkeiten machen – und hey, wer kann schon sagen er war in Williamsport, PA?

USA 2008 – Tag 4: Toronto

Nach einem (vor)letzten Blick auf die Niagara Fälle ging es ab nach Toronto. Zur Stärkung nahmen wir kurz nach der Grenze erst einmal ein ausführliches Frühstück – natürlich stilecht mit kanadischem Ahornsirup – ein. Danach brauchten wir für eine geraume Zeit nichts mehr.

Nach einer Fahrt von knapp drei Stunden kamen wir dann in Toronto an, wo aufgrund der Häuserschluchten erst einmal unser Navi versagt hat. Glücklicherweise hatte ich eine findige Kartenleserin dabei, die uns zielstrebig durch die stark bevölkerte Innenstadt gelotst hat.

Nach dem Check-in im Hotel haben wir uns sofort in den Trubel gestürzt und wurden erst einmal von den gigantischen Bauten der Großstadt erschlagen. Nach einigen Erkundungsgängen hatten wir den CN Tower – und damit das zweithöchsten Gebäude der Welt – gefunden und für einen Besuch würdig erachtet. Von dort hatten wir eine wahrlich gigantische Sicht auf Toronto samt Umland.

Nachdem wir wieder festen Boden unter den Füßen hatte, hieß es Let’s go to the Mall! und somit haben wir Torontos größtes Einkaufszentrum gestürmt – und mit groß meine ich groß. Danach waren wir noch eine Kleinigkeit essen und sind danach mit tausend neuen Eindrücken bestückt zurück ins Hotel.

Der nächste Tag sollte sogleich neue Aufregungen – wenn auch ganz anderer Art – für uns bereithalten…