Jimmy Eat World – Chase This Light

chasethislight.jpgWenn ein neues Album der erklärten Lieblingsband erscheint, dann ist das stets ein Grund zur Freude. So auch dieses Mal. Richtig kennengelernt habe ich JIMMY EAT WORLD eigentlich mit BLEED AMERICAN. Ein Album das heute noch zu meinen ewigen Favoriten zählt. Kurz darauf besorgte ich mir das beinahe noch bessere CLARITY – und ich liebte es. Als FUTURES erschien war ich einer der ersten im Plattenladen und habe – welch Überraschung – die Songs sofort ins Herz geschlossen.

Über die drei Alben haben sich JIMMY EAT WORLD verändert, ohne jedoch ihren Biss zu verlieren. CLARITY ist nach wie vor der Rohdiamant ihrer Discographie. Ungeschliffen und grandios. BLEED AMERICAN bleibt für mich wohl stets das persönlichste Album des Quartetts und FUTURES hat mich – auch thematisch – durch das Studium begleitet. Für mich drei perfekte Langspieler. Die Musik, die Texte, die Stimme. All das ist unverkennbar und entführt mich noch heute in ferne Gedankenwelten.

Was bringt nun also CHASE THIS LIGHT? Das erste Mal höre ich ein Album der Band, das mir nicht sofort ans Herz wächst. Zwar ist der typische Sound durchaus vorhanden, doch irgendetwas fehlt. Hat sich verändert. Zum ersten Mal kann ich die Kritiker verstehen, die meinen JIMMY EAT WORLD wären zu glatt geworden. Vielleicht ist es einfach auch noch zu früh eine endgültige Meinung abzugeben. Das wird es sein. Immerhin hat sich der Höreindruck seit dem ersten Durchgang – und der ersten Ernüchterung – deutlich gesteigert. Ich bleibe dran und bin zuversichtlich, dass auch CHASE THIS LIGHT seinen Platz in meiner Musik finden wird. Ob es allerdings – wie seine Vorgänger – einen Stammplatz bekommt, das wird die Zeit zeigen.

Den Opener BIG CASINO kann man sich übrigens auf jimmyeatworld.com anhören.

Legaler Download: Harvey Danger – Little by Little

Gestern war ich noch absolut begeistert wie der HARVEY DANGER Klassiker FLAGPOLE SITTA von einem jungen Medienunternehmen interpretiert wurde.

Heute entecke ich nicht nur, dass es ein Album jüngeren Datums von HARVEY DANGER gibt – ich entdecke zudem, dass die Band das LITTLE BY LITTLE betitelte Werk zum kostenlosen Download zur Verfügung stellt. Das ist dochmal was!

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Hier der Link zur Download-Seite: HARVEY DANGER – LITTLE BY LITTLE

Ich habe zwar erst kurz reingehhört, doch wer auf melodiösen Alternativerock steht, wird auf jeden Fall glücklich werden. Viel Spaß mit dem Album!

Ausgegraben: Samiam – Astray

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Manche Platten hört man jahrelang nicht, nur um sie dann wiederentdecken zu können. So ist es mir aktuell mit ASTRAY von SAMIAM ergangen. Nach dem Kauf habe ich die Scheibe rauf und runter gehört. Irgendwann ist sie dann im Regal verschwunden und etwas in Vergessenheit geraten. Vielleicht liegt das auch daran, dass die Scheibe nicht gerade freundin- bzw. fraukompatibel ist, aber das hat bei anderen Platten ja auch nicht gestört. Was ist also geschehen?

Vermutlich war ich damals noch zu jung, um die dauerhafte emotionale Tiefe von ASTRAY zu begreifen. Bei SAMIAM sitzen keine Jungs in der Band, dort sitzen Männer. Das macht wohl den Unterschied. Auch hier werden Themen, wie Freundschaft, Liebe, Erwachsenwerden u.ä. thematisiert, doch ist die Tragweite der Melancholie einfach größer. Spürbarer. Echter. Kein aufgesetztes Emo-Gehabe. Echte Emotionen. Man muss nur einmal einen Blick in das Booklet werfen und man sieht sofort, dass es hier nicht um Coolness und Style geht. Es geht um Musik.

Diese ist ruppig und roh. Doch nie zu krachig. Ebenso wie die wunderbaren Texte. Die Scheibe verleitet dazu, sich hinzusetzen und die Texte einfach mitzuverfolgen. Schon bald wird man eine Schwermütigkeit spüren, die jedoch nicht hoffnungslos erscheint. Mit HOW LONG gibt es gegen Ende sogar fast noch einmal ein fröhliches Liebeslied, bevor der Hörer mit WHY DO WE in die Realität zurückgeholt wird. Ehrlichkeit. Das ist SAMIAM.

Anspieltipps:
MUD HILL
DULL
WHY DO WE

Kaiser Chiefs – Yours Truly, Angry Mob

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Nach langer Zeit gibt es einmal wieder eine Plattenkritik. Die KAISER CHIEFS kenne ich bisher nur vom sporadischen Hören des ersten Albums EMPLOYMENT bei einem Freund. Nachdem die aktuelle Single-Auskopplung RUBY einem nun von allen Seiten entgegenschallt – und diese sogar meiner besseren Hälfte gefällt – habe ich mir nun YOURS TRULY, ANGRY MOB zugelegt.

Nach einigen Durchgängen kann ich nun sagen: Es gefällt, was die Jungs aus Leeds da von sich geben. RUBY ist klar der Popsong dieses Albums. Doch auch die anderen Songs sind irgendwie eingängiger geworden. Ich denke Band samt Album werden es nie unter meine persönlichen Lieblinge schaffen, doch da etwas Abwechslung auch immer ganz willkommen ist, finden die KAISER CHIEFS auch bei mir ihre Nische. Vielleicht ist es aber noch zu früh um ein endgültiges Urteil zu fällen.

Favoriten haben sich bis jetzt noch nicht wirklich herauskristallisiert. Vermutlich THE ANGRY MOB. Das endet so schön mit typisch britischem Arbeiterchor. RETIREMENT finde ich auch klasse. Was das Album sonst noch so offenbart und wie die Langzeitwirkung ist, wird sich aber noch zeigen müssen.

Freunde des britischen Schmuddelpoprocks werden sich auch mit der neuen Platte der KAISER CHIEFS anfreunden. Es muss ja nicht immer das ganz große Kino sein.

The Soundtrack of My Life

Gefunden und geklaut bei konna. Davor bei Leonope und – in abgewandelter Form – bei Paul gesehen. Ich habe das Stöckchen aufgesammelt, da ich viel weniger über Musik schreibe, als diese eigentlich eine Rolle in meinem Leben spielt – und weil ich anscheinend zuviel Zeit habe. Sollte ich nicht arbeiten? Wie auch immer: Verlinkungen führen zu YouTube. Allerdings gibt es dort nicht alle Songs und diese teils auch nur in seltsamen Versionen. Also nicht zu sehr wundern! 😉

Gesucht ist ein Song …

 

… der dich traurig macht:

Jimmy Eat World – Hear You Me
Der Song packt mich jedes Mal aufs Neue. So schön kann Abschied sein. Hoffnungsvoll und doch traurig. Würde ich mir ein Lied für meine eigene Trauerfeier wünschen, dann dieses.

… bei dem Du weinen musst:

Pearl Jam – Man of the Hour
Was musste ich mit den Tränen kämpfen, als ich den Song das erste Mal gehört habe. Nicht ganz unschuldig daran war Tim Burtons „Big Fish“. Doch auch für sich genommen ein wunderbar trauriger Song.

… der Dich glücklich macht:

The Weakerthans – Aside
Soviel Power, so melodiös und so poetisch. Ich liebe diesen Song und ja, er macht mich glücklich.

… bei dem Du sofort gute Laune kriegst:

Johnossi – Man Must Dance
Schwer zu beschreiben. Einmal auf einem Konzert gehört und sofort liebgewonnen. Perfekt!

… bei dem Du nicht still sitzen kannst:

Feeder – Just a Day
So mitreißend, dass man einfach nicht anders kann, als gut gelaunt durchs Zimmer zu hüpfen. Es geht schon wieder los…

… der Deiner Meinung nach zu kurz ist:

Cat Stevens – Tea for the Tillerman
Vielleicht aber auch so gelungen, weil der Song so kurz ist.

… der Dir etwas bedeutet:

Sportfreunde Stiller – Wunderbaren Jahren
Hier könnte ich unzählige Songs nennen. Wohl auch die meisten der anderen Kategorien. Doch dieser fasst das alles recht schön zusammen – auch inhaltlich.

… den Du ununterbrochen hören kannst:

Mando Diao – If I Leave You
Ich glaube diesen Song habe ich noch nie weggedrückt. Überhaupt kann man MANDO DIAO fast immer hören.

… den Du liebst:

The Postal Service – Such Great Heights
Einfach anders, einfach schön. Fast hypnotisch. Das muss Liebe sein.

… den Du besitzt, aber nicht magst:

Bloodhound Gang – Kiss Me Where It Smells Funny
Klarer Fall von jugendlicher Geschmacksverirrung.

… dessen Text auf Dich zutrifft:

Jimmy Eat World – A Praise Chorus
Früher umso mehr, doch auch heute noch fühle ich eine besondere Beziehung zu dem Song. Einfach geschubst werden, etwas wagen, nicht nur dastehen und zusehen. Egal in welcher Beziehung.

… von einem Soundtrack:

Imogen Heap – Hide and Seek
Seltsam. Anders. Emotional. Spannend.

… den du schon live gehört hast:

Die Ärzte – Hurra
Wieder einer aus vielen. Doch DIE ÄRZTE habe ich einfach schon öfter besucht, als andere Bands… 😉

… der nicht auf deutsch/englisch ist:

Persiana Jones – Tremarella
Fröhlicher Ska/Pop/Punk aus Italien.

… der von einer Frau gesungen wird:

Belle & Sebastian – Family Tree
Ein sehr zurückhaltender, ruhiger Song mit tollem Text und einer sympathischen Stimme.

… eines Solokünstlers:

Aimee Mann – Momentum
Damit die Frauenquote hier doch etwas gewahrt wird. Klasse Song von einer klasse Songwriterin.

… Deiner Lieblingsband:

Jimmy Eat World – Lucky Denver Mint
Ich könnte hier wohl jedes Lied von JIMMY EAT WORLD nennen. Sie machen einfach fantastische Musik.

… aus Deiner frühesten Kindheit:

Andrew Lloyd Webber – Starlight Express
Ich musste durfte den Song im Musikunterricht spielen, habe vor dem Musicalbesuch die MCs rauf und runter gehört und schließlich die Show gesehen. Höre ich demnach auch heute noch recht gerne.

… mit dem Du Dich identifizierst:

Millencolin – Bullion
Zwar fast schon verjährt, aber dennoch…

… den Du Deinem Schwarm vorsingen würdest:

John Denver – Leaving on a Jet Plane
Würde? Habe! Einer der wenigen Songs, die ich je auf der Gitarre zusammenbekommen habe. Dabei ist gar niemand weggeflogen…

… zum Küssen:

Violent Femmes – Good Feeling
Wunderschöner Song der FEMMES. Zudem das Lieblingslied von Lilly und Marshall.

… zum Kuscheln:

Badly Drawn Boy – The Shining
Der Song lullt einen beim Hören richtig schön ein. Allein das Gefühl kommt dem des Kuschelns schon recht nahe.

… der Dich an Deinen letzten Liebeskummer erinnert:

Blink 182 – Untitled
Der Text sagt alles, was einem bei Liebeskummer so durch den Kopf gehen könnte. Auch schon verjährt.

… der von Sex handelt:

Add N to (X) –  Plug me in
Der Titel sagt alles. Das unzensierte Video auch, das ich leider nicht aufgetrieben habe.

… der Dich an einen Urlaub erinnert:

Red Hot Chili Peppers – Especially In Michigan
Abschlussfahrt letzten Sommer. Den Song habe ich rauf und runter gehört.

… der Dir peinlich ist, dass Du ihn gut findest:

Elton John – Can You Feel the Love Tonight
Eigentlich ist mir kein Song peinlich den ich gut finde, aber sowas habt ihr euch doch vorgestellt, oder? 😉

… den Du gerne beim Aufstehen hörst:

Faith No More – Easy
Welcher Song wäre passender?

… zum Einschlafen:

Howard Shore – The Breaking of the Fellowship
Dabei kann ich supergut einschlafen. Meist höre ich dann allerdings doch bis zum bitteren Ende.

… den Du gerne beim Autofahren hörst:

Jane’s Addiction – Superhero
Dabei fühle ich mich dann immer wie in Hollywood.

… der Dir schon mal in einer Situation geholfen hat:

Foo Fighters – Monkey Wrench
Dieser Song hat mir in einer Situation geholfen, die ausschlaggebend für die Entwicklung meines Musikgeschmacks sein sollte. Danke FOO FIGHTERS!

… dessen Video Du als letztes im Fernsehen gesehen und sehr gut gefunden hast:

Death Cab for Cutie – I Will Follow You into the Dark
Zwar nicht im TV gesehen, aber sofort ins Herz geschlossen. So schön, so traurig, so packend.

… den Du immer wieder hören musst (kannst):

The Shins – Phantom Limb
Unaufdringlich, ruhig, mitreißend. Das sind THE SHINS. PHANTOM LIMB ist zudem mein Liebling der neuen Platte. Kann man immer wieder hören.

… der Dich nervt:

Texas Lightning – No No Never
Glücklicherweise höre ich kaum Radio.

… der dich rasend macht:

Ronan Keating – Iris
Warum das schöne GOO GOO DOLLS-Original so verschlimmbessern ohne etwas wirklich neues beizutragen?

… den Du von einer/m Freund/in lieben gelernt hast:

Franz Ferdinand – Jacqueline
Super Band, super Song. Nun will ich die Jungs endlich einmal live sehen.

… den du magst, aber die Band nicht:

Creed – My Sacrifice
Der Song gefällt mir. Warum auch immer.

… den du gerade hörst:

Weezer – The World Has Turned and Left Me Here
Jetzt konnte ich WEEZER doch noch unterbringen. Wunderbar.

… einer Band, die es (so) nicht mehr gibt:

…But Alive – Beste Waffe
Intelligenter deutscher Punk Pop, den es so leider nicht mehr gibt. Schade.

Was für ein Mammut-Stöckchen. Das war ja schon ein richtiger Baumstamm. Damit will ich natürlich niemanden erschlagen, wenngleich es natürlich genügend geeignete Kandidaten gäbe. Wer will, kann sich auch einen Teil des Baumstamms zu einem Stöckchen zurecht sägen. 😉

Bullion

Heute werde ich eines der großen Rätsel dieser Seiten auflösen: Wenn ihr schon immer wissen wolltet, was es eigentlich mit bullion auf sich hat und warum man sich so ein dämliches Alias aussucht, dann seid ihr hier richtig.

Entgegen der landläufigen Meinung handelt es sich nicht um die klare Brühe (auch Bouillon genannt). Auch die wörtliche Übersetzung aus dem Englischen (Gold- oder Silberbarren) habe ich mir nicht als Vorbild genommen.

Pate stand ein Songtitel der schwedischen Punkrocker MILLENCOLIN – nämlich BULLION vom 1996er Album LIFE ON A PLATE. Dieser Song hat mir eine Zeitlang wirklich aus dem Herzen gesprochen. Irgendwann musste ich mich dann irgendwo im Netz anmelden und es waren wieder einmal alle Namen vergeben – nur nicht bullion. Der Rest ist Geschichte… 😉

MILLENCOLIN – BULLION

Twenty one, feeling down
I tell you nothing with a thousand words
and I weaker get with every step
I waste my time on compact discs and staly fish
I can’t remember the last time I did something
that made me feel all right longer than a few hours
if I only had the time to make some muffins
then I swear that I would share them with you now

Am I odd or am I not?
that’s the question I spend time analyzing
I’m so soft but still I’m not
living up to what people want me to be
cause I’m busy with me, myself and I
can’t be understood by someone I don’t know too well
so I’m shutting out the whole world just to play Nintendo
I’ve got these games but I’m afraid you can’t join me

These last few years I’ve been struggling
and I’m tired of keeping a low profile
so now it’s time to show that I’m alive

I’m gonna change my life, plans, Vans, start to dance
change my thoughts, sox, moves
even change my pro fighter Q for you

Johnossi

Die (noch) kleine schwedische Band JOHNOSSI hat sich im Nachhinein als größte Überraschung des Münchner MANDO DIAO-Konzerts erwiesen – zumindest für mich. Besonders einer ihrer Songs hat sich bereits so in mein Gedächtnis gebrannt, dass ich das Gefühl habe ihn schon ewig kennen. Es gibt solche Songs und MAN MUST DANCE ist definitiv ein solcher.

Ich kann jedem, der sich auch nur etwas für echte Musik – mit echten Instrumenten, echten Menschen und so – interessiert, nur empfehlen einmal bei JOHNOSSI reinzuhören. Was die zwei Freunde mit ihrer Band auf die Beine gestellt haben ist wirklich unglaublich. Ihr seht, meine Begeisterung kennt keine Grenzen. 😀

Zu finden sind Songs von JOHNOSSI auf:

johnossi.com unter Music
und myspace.com/johnossi

Definitive Anpieltipps (in dieser Reihenfolge):

MAN MUST DANCE
THERE’S A LOT OF THINGS TO DO
EXECUTION SONG

…wenn man überhaupt über MAN MUST DANCE hinauskommt, bei dem selbst ich inzwischen anfange zu tanzen. 😉

Mando Diao – Ode to Ochrasy Tour 2006 – Zenith München

Gestern Abend war es endlich soweit: MANDO DIAO rocken in München. Nach einer ca. zweistündigen Anreise waren wir rechtzeitig in der Halle, um noch gemütlich unsere Jacken abzugeben – dazu später mehr – uns ein kaltes Bierchen zu genehmigen und uns einen guten Platz in der Menge zu suchen. Gesagt, getan.

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JOHNOSSI

Pünktlich um 20 Uhr hat die erste Vorgruppe – die mir bis dato unbekannten JOHNOSSI – angefangen eine ziemlich beeindruckende Vorstellung abzuliefern. Die Jungs waren nur zu zweit, haben aber Lärm für mindestens doppelt so viele Bandmitglieder gemacht. Ziemlich beeindruckend und launige Mucke, die stilistisch in eine Linie mit MANDO DIAO fällt. Kann was.

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RAZORLIGHT

Nach ca. einer halben Stunde Umbaupause haben dann RAZORLIGHT – die zweite Vorgruppe – die Bühne betreten. Die Londoner Jungs sind bereits eine bekannte Größe im Musikgeschäft und wissen mit eingängigen Melodien und einer sehr präsenten Bühnenperformance zu überzeugen. Würde mich doch sehr wundern, wenn sich der Bekannheitsgrad durch den MANDO DIAO-Support nicht noch einmal steigern würde. Ich werde RAZORLIGHT auf jeden Fall im Auge behalten.

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MANDO DIAO starten fulminant…

Nach einer viel zu langen, fast 40minütigen Umbaupause betreten schließlich MANDO DIAO die Bühne. Gestartet wird gleich mit einem Kracher: WELCOME HOME, LUC ROBITAILLE. Die Menge geht gut mit und nach und nach streuen die Jungs aus Schweden auch immer mehr ältere Songs in ihr Set ein. Die Liveperfomance ist wirklich genial, wenngleich sie mir teils auch etwas zu routiniert vorkam. Nach einer knappen Stunde hat dann bereits das Spielchen mit den Zugaben angefangen. Diese waren allerdings auch bitter nötig, da noch ein paar wirkliche Kracher aus dem Repertoire der Band gefehlt haben. Die Stimmung war hier auf dem Höhepunkt und ist nur als genial zu bezeichnen. Leider waren dann auch die Zugaben schneller vorbei, als gewünscht und Songs wie TO CHINA WITH LOVE oder IF I LEAVE YOU bleiben leider ungespielt. Insgesamt eine tolle Show, die leider viel zu schnell wieder vorbei war.

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…aber beenden die Show leider viel zu früh.

Insgesamt war das Konzert wirklich toll. Leider wurde die Stimmung etwas durch die mehr als schlechte Organisation der Garderobe getrübt. Sowas habe ich echt noch nicht erlebt. Die Jacken wurden nicht nach Nummern gehängt, sondern kreuz und quer. Die drei Hanseln bei der Jackenausgabe waren damit sichtlich überfordert und auch die Laune der Gäste war auf dem Nullpunkt. Als dann noch Securities um Ruhe sorgen wollten, war die Stimmung gefährlich am kippen. Wir haben das ganze mit Humor gesehen. Ging ja auch nicht anders. Ich hatte ja wenigstens noch etwas Überblick, aber die ca. 80% unter 1,70m haben mir fast etwas leid getan. Nach etwas Smalltalk mit einem Security hat uns dieser schließlich hinter die Absperrung und damit in den heiligen Bereich vor den Tresen gelassen. Nettigkeit zahlt sich eben doch manchmal aus. Nach fast zwei Stunden warten hatten wir schließlich unsere Jacken und konnten den Heimweg antreten. Um 3:30 Uhr bin ich schließlich müde, aber glücklich ins Bett gefallen – mit dem Wissen, dass im Zenith bestimmt noch einige Leute um ihre Garderobe kämpfen.

Mando Diao – Ode to Ochrasy

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MANDO DIAO ist eine noch relativ junge Band, die mich bisher mit all ihren Alben überzeugen konnte. Auch ODE TO OCHRASY rockt ohne Ende. Die Band bleibt ihrem Stil treu, doch ist auch eine gewissen Weiterentwicklung bemerkbar. Die Songs sind nicht mehr alle so roh und wild, wie noch auf BRING ‚EM IN – doch das ist nicht unbedingt von Nachteil, denn die Jungs aus Schweden wissen auch in den ruhigeren Stücken ihre ganz eigenen Stil zu transportieren.

Meine bisherigen Favoriten sind die aktuelle Single LONG BEFORE ROCK’N’ROLL, das rockige YOU DON’T UNDERSTAND ME, sowie das eingängige AMSTERDAM. Doch auch bei den restlichen Songs ist kein einziger Ausfall dabei. Gewöhnungsbedürftig ist einzig die abschließende und titelgebende Akkustiknummer OCHRASY – obwohl ich ihr einen gewissen Charme auch nicht absprechen kann.

MANDO DIAO haben mit ODE TO ORCHASY ihr bisher reifestes Werk abgeliefert, ohne jedoch ihre Wildheit zu verlieren. Ich bin mir sicher, dass die Platte den gleichen Langzeitwert besitzt, wie bereits BRING ‚EM IN und HURRICANE BAR. Nun bin ich sehr auf den 17. November gespannt, an dem ich die Jungs live in München sehen werde. Es darf wieder gerockt werden!

The Weakerthans – Fallow

fallow.jpgOft sträube ich mich die Debutalben meiner Lieblingsbands zu kaufen. So geschehen bei JIMMY EAT WORLD, DEATH CAB FOR CUTIE und bisher auch bei THE WEAKERTHANS. Warum das so ist, kann ich nicht sagen. Vermutlich Angst enttäuscht zu werden. So wie es oft in die andere Richtung geschieht. Wenn man mit den Debutalben aufgewachsen ist und mit den Nachfolgern nichts mehr – oder nicht mehr so viel – anfangen kann. Ein gutes Beispiel hierfür ist WEEZER. Das blaue Album bleibt einfach unerreicht.

Nun also FALLOW. Von diesem Erstlingswerk kannte ich bisher nur das wunderschöne THE LAST ONE, das man auf theweakerthans.org – so wie einige andere Tracks – als vollwertige MP3 herunterladen kann. Nach einigen Durchgängen hat sich nun herausgestellt, dass auch der Rest der Platte den Nachfolgern in nichts nachsteht. Schon bei FALLOW gibt es die unglaublich eingängigen Melodien. Rockige Nummern wechseln sich mit melancholischen Balladen ab. Ergänzt wird all das mit Texten von einer fast schon lyrischen Qualität, die man in der Popmusik wohl kein zweites Mal findet. Schon damals groß.

ANCHORLESS bildet schließlich die Brücke zur Zeit vor den WEAKERTHANS. Das Cover des PROPAGHANDI-Songs (die vorherige Band des WEAKERTHANS-Gründers) funktioniert auch in dieser ruhigen Form und darf wohl als Neuanfang betrachtet werden.