Media Monday #242

Schon wieder neigt sich die Woche ihrem Ende zu. Das Ende vom Wochenende sozusagen. Und es gibt kaum etwas zu berichten, da beide Kinder krank sind. Wir haben die Zeit also größtenteils mit schlafen, inhalieren und Brettspielen verbracht. Und Energie schöpfen für eine neue Arbeitswoche, die mich wieder fordern wird. Doch nun wünsche ich euch erst einmal viel Vergnügen mit meinen Antworten auf die aktuellen Fragen des Medienjournals sowie einen guten Start in die Woche! 🙂

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  1. Die überzeugendste Storyline einer gesamten Serienstaffel findet sich bestimmt in einer meiner Lieblingsserien innerhalb der seriell erzählten Dramen wieder.
  2. „Der Schwarze Falke“ ist vom künstlerischen Standpunkt her sicherlich toll, aber inhaltlich weist er, aus heutiger Sicht betrachtet, doch ein paar Schwächen auf.
  3. Einer der interessantesten Bösewichte könnte tatsächlich Kylo Ren aus „Star Wars: Episode VII – The Force Awakens“ werden.
  4. Der Unterhaltungswert nahezu jeder Procedural-Serie („The X-Files“ und „Castle“ einmal ausgenommen) hat stark nachgelassen, seit seriell erzählte Dramen auf dem Vormarsch sind.
  5. Nachdem es Sonntagabend ist, sollte ich mich so langsam mit dem Gedanken anfreunden, dass das Wochenende bald vorbei ist.
  6. Die Fortsetzung von „Jericho“ hat mich als Buch Comic ja durchaus gereizt, schließlich war ich neugierig, wie die abgesetzte Serie zu Ende geführt wird.
  7. Zuletzt habe ich die zweite Episode von „Fear the Walking Dead“ gesehen und das war schon besser als der Pilot, weil endlich ein Bedrohungsgefühl aufkam.

Der Schwarze Falke – OT: The Searchers (1956)

Kürzlich hatten wir es auf der Arbeit über Western und dass viele Kollegen – mich eingeschlossen – noch nie einen Western mit John Wayne gesehen haben. Daraufhin hat sich ein großer Fan des Dukes vorgenommen, diesen untragbaren Umstand zu ändern und mich sowie fünf weitere Kollegen zu einem Westernabend inklusive standesgemäßem Essen (lecker Grillfleisch und Bohnen mit Speck) einzuladen. Nach einem kurzen Abriss über die Bedeutung des Films, waren wir schon gespannt, ob „Der Schwarze Falke“ seinem Ruf als bester Western John Fords und John Waynes gerecht wird und uns auch 60 Jahre später noch zu überzeugen weiß…

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Der Western und ich

Im Vorfeld der Besprechung muss ich den Hinweis geben, dass die Stimmung doch eher ausgelassen war und somit manche aus heutiger Sicht unfreiwillig komische Szene noch zusätzlich an Humor gewonnen hat. Die Umstände der Sichtung haben den Film bestimmt anders wirken lassen, als die ursprüngliche Intention vorgesehen hat – und doch glaube ich, dass ich mir insgesamt ein recht gutes Bild von „Der Schwarze Falke“ machen konnte, zumindest nachdem die Zwischenbildberechnung ausgeschaltet war, was nur wieder mich zu stören schien. Danach aber konnte John Fords epochaler Western zumindest visuell überzeugen, denn die auf Blu-ray gebannten VistaVision-Bilder sind auch heute noch sehr beeindruckend und lassen schnell vergessen, dass man einen Film aus dem Jahr 1956 sieht.

Western ist ein Genre, das mich meist nicht sonderlich lockt, auch wenn mit „Die glorreichen Sieben“ ein nur vier Jahre nach „The Searchers“ entstandener Genrekollege zu meinen Lieblingsfilmen zählt. Auch John Fords legendärer Western zählt für viele Kritiker und Filmschaffende (u.a. Martin Scorsese und John Milius) zu den besten Filmen aller Zeiten. Dies hatte ich bei der Sichtung im Hinterkopf – und auch wenn ich so manch spannenden Ansatz erkennen konnte, wollte mich der Film nicht so wirklich mitreißen. Das mag einerseits an den Umständen der Sichtung liegen, doch auch darüber hinaus werden John Ford, John Wayne und ich vermutlich keine allzu engen Freunde. Die simple Handlung wird oft unnötig umständlich erzählt und ein Gefühl für den langen Zeitraum (immerhin über 5 Jahre), den unsere Suchenden unterwegs sind, mag sich kaum einstellen.

Licht und Schatten im Monument Valley

Ich war wirklich erstaut wie unsympathisch der Held aus heutiger Sicht gezeichnet ist: wortkarg, eindimensional und ohne jegliche Empathie. Ob das damals genauso wahrgenommen wurde? In ausgewählten Szenen kann man als Zuschauer tatsächlich hinter die Fassade blicken – und in diesen Momenten konnte mich der Film tatsächlich packen. Teils hatte ich auch das Gefühl eine Entmystifizierung des Westernhelden zu sehen: Während der 5-jährigen sinnlosen Odyssee geht das restliche Leben weiter und Martin Pawley (Jeffrey Hunter) hätte beinahe seine große Liebe an einen anderen Mann verloren. Die endlich ausgeübte Rache an Scar wirkt wenig kathartisch und für unseren Helden scheint es auch kein glückliches Ende zu geben – ruhelos zieht er weiter. Eine Deutung von „Der Schwarze Falke“, mit der ich mich wirklich anfreunden könnte. Leider jedoch wirkt John Fords Film in anderen Szenen äußerst eindimensional erzählt und bekräftigt fragwürdige Stereotype. Den Rassismusvorwurf muss sich Ford aus heutiger Sicht an manchen Stellen gefallen lassen, doch offenbart „The Searchers“ auch für die damalige Zeit durchaus progressive Ansichten, wie das offene Zeigen der Auswirkungen eines Massakers an den Ureinwohnern. Insofern befindet sich der Film eher in einer Grauzone als in einem der beiden Lager, welche von der Filmkritik so gerne eingenommen werden.

Rein formal ist „The Searchers“ bemerkenswert. Gerade in den Szenen, die auf einem Set spielen, gelingt Ford ein Deep Staging mit ungeahnter Tiefenschärfe, was bei uns Zuschauern oft den Eindruck hervorruft eher ein Theaterstück als einen Film zu sehen. Im direkten Kontrast dazu stehen die weiten, offenen Einstellungen des Monument Valley, die wirklich famos anzusehen sind. Max Steiners Score ist mir dagegen leider kaum im Ohr geblieben, was ich schade fand, da z.B. Elmar Bernsteins Score zu „The Magnificent Seven“ zu meinen Lieblingsfilmmusiken zählt und Ennio Morricone im Italowestern geradezu Großartiges geleistet hat.

Fazit

Eine Bewertung fällt mir nun wirklich schwer. Einerseits konnte ich mich während der Sichtung nicht so komplett auf den Film einlassen, wie er es verdient gehabt hätte, und andererseits habe ich genug gesehen, um zu wissen, dass „The Searchers“ für mich nicht die große Offenbarung des Western ist, die er für viele Fans und Kritiker gerne sein würde. Die Präsenz John Waynes hat mich beeindruckt, gerade weil er einen ungewöhnlich unsympathischen Heldentypus verkörpert und die Inszenierung John Fords fand ich famos. Dem gegenüber stehen eine unausgegorene Rachegeschichte und eine aus heutiger Sicht fragwürdige Charakterzeichung. Filmhistorisch relevant, doch keiner dieser Klassiker, die auch heute noch wie eine Offenbarung wirken. Dennoch bin ich sehr froh, die Möglichkeit bekommen zu haben den Film zu sehen: 6/10 Punkte.

Blogparade: Unwiderrufliche Karriererollen

Die erste Blogparade im Februar kommt von Ma-Go Filmtipps und stellt uns vor eine spannende Herausforderung: Er möchte von uns zehn unwiderrufliche Karriererollen wissen, sprich welche Rollen durch einen Schauspieler bzw. eine Schauspielerin extrem geprägt wurden und ihnen bis ans Ende ihrer Karriere nachhängen – dies kann sowohl positiv als auch negativ sein. One Hit Wonder (z.B. Mark Hamill als Luke Skywalker) und Serienfiguren sollten dabei aber ausgeschlossen werden.

Hier nun also meine Top 10 der unwiderruflichen Karriererollen und das wie immer in alphabetischer (nach dem Film sortiert) und nicht in wertender Reihenfolge:

  1. Sigourney Weaver als Ellen Ripley in „Alien“ (1979)
  2. Jason Biggs als Jim Levenstein in „American Pie“ (1999)
  3. Robert de Niro als Johnny Boy in „Mean Streets“ (1973)
  4. Zach Galifianakis als Alan in „The Hangover“ (2009)
  5. Daniel Radcliffe als Harry Potter in der „Harry Potter“-Reihe (2001-2011)
  6. Elijah Wood als Frodo in der „Der Herr der Ringe“-Trilogie (2001-2003)
  7. Harrison Ford als Indiana Jones in „Raiders of the Lost Ark“ (1981)
  8. Mel Gibson als Max in der „Mad Max“-Trilogie (1979-1985)
  9. Chevy Chase als Clark Griswold in den „Vacation“-Filmen (1983-1997)
  10. Michael J. Fox als Marty McFly in „Zurück in die Zukunft“ (1985)

Nun seid ihr dran:

  • Liste zehn unwiderrufliche Karriererollen auf.
  • Verzichte dabei auf One Hit Wonder à la Mark Hamill oder Macaulay Culkin und Serienfiguren.
  • Erstelle einen Beitrag in deinem Blog und verlinke auf diesen und den Ursprungsartikel.
  • Ende der Parade ist der 29. Februar 2016.

Die letzten 10 Blogparaden:

Castle – Season 6

Lange hat es gedauert, doch auch bei TV-Serien heißt aufgeschoben nicht aufgehoben – und so hat es „Castle – Season 6“ nach beinahe drei Jahren endlich in mein ganz privates Programm geschafft, was speziell meine bessere Hälfte erfreut hat. Es war übrigens das erste Mal, dass wir die Serie nahezu am Stück verfolgt haben. Somit war ich sehr gespannt, ob das Krimi-Procedural auch noch funktioniert, wenn man beinahe täglich eine Episode schaut…

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Die Freude um die Rückkehr zu Castle, Beckett und Co. war wirklich groß. Die Serie funktioniert einfach famos als Wohlfühlunterhaltung – und das trotz des Settings rund um Mord und Totschlag. Wie kein anderes Procedural dieses Genres schafft es die Serie Krimi und Komödie perfekt zu kombinieren, was neben dem sympathischen Nathan Fillion (Captain Mal Reynolds, „Firefly“ & „Serenity“) besonders an den außergewöhnlichen Fällen liegt: In der Vergangenheit gab es schon eine Zombie-Apokalypse zu bestehen und in dieser Staffel wird ein Zeitreisefall behandelt, der perfekt mit der Serienwelt harmoniert – und das ohne offensichtlich nur eine falsche Fährte zu sein. Auch wenn nicht jeder Fall wirklich außergewöhnlich ist, so ist „Castle“ doch das einzige Krimi-Procedural, das mir auch über längere Zeit Spaß bereitet.

Bis zur fünften Staffel hatte ich „Castle“ von Woche zu Woche verfolgt, doch bei dieser Sichtung stand beinahe täglich eine neue Episode auf dem Programm, was dem Sehgenuss letztendlich wohl eher abträglich war. Hier fällt dann doch die starke Formelhaftigkeit auf, was glücklicherweise durch die spielfreudigen Darsteller und die oft ungewöhnlichen Fälle aufgefangen wird. Dennoch keine Serie, die sich zum Binge-Watching eignet und lieber in kleineren Dosen genossen werden sollte. Dann funktioniert wohl auch die Rahmenhandlung rund um die bevorstehende Hochzeit und die damit verbundenen privaten Wirrungen besser. Immerhin wurde nun endlich das große Mysterium rund um den Mord an Detective Becketts Mutter aufgeklärt.

Mir hat auch das sechste Jahr rund um Richard Castle wirklich viel Spaß bereitet. Der Cliffhanger am Ende wäre dagegen nicht nötig gewesen, hat man diesen in ähnlicher Form doch bereits unzählige Male gesehen. Auf eine Rückkehr des ermittelnden Krimi-Autoren freue ich mich dennoch schon sehr. Dann werde ich ihn aber vermutlich wieder in weniger geballter Form besuchen: 8/10 (7.9) Punkte.

Media Monday #241

Ein vollgestopftes Wochenende liegt hinter mir: Freitagabend galt es einen Jahrestag zu feiern und es ging endlich zu „Star Wars: Episode VII“ ins Kino. Am Samstag war das Haus mit zwölf Erwachsenen und acht Kindern ordentlich voll, denn der Geburtstag meiner besseren Hälfte wollte schließlich würdig begangen werden. Am heutigen Sonntag haben wir dann die letzten Spuren der Feier beseitigt und sind zu einer recht matschigen Fahrradfahrt aufgebrochen. Nun sind die Kinder im Bett und ich kann mich ungestört den Fragen des Medienjournals widmen. Wie war euer Wochenende?

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  1. Wenn es mal ein Film zu reinen Unterhaltungszwecken sein darf, greife ich ja sehr gerne zu meinen Guilty Pleasures.
  2. Neben Karneval gibt es ja noch viele andere Gründe sich zu verkleiden und bei Fantasyfilmreihen à la „Der Hobbit“ hat mir das auch richtig gut gefallen, denn es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Gedanken in die einzelnen Kostüme und Rüstungen fließen.
  3. Mein Beruf hat nicht mehr viel mit der ursprünglichen Ausrichtung zu tun, schließlich habe ich kaum noch etwas mit Mediendesign, 3D-Animation und Videoproduktion zu tun.
  4. Glaubt man den Gerüchten hatte das „Cloverfield“-Sequel ursprünglich eigentlich gar nichts mit „Cloverfield“ zu tun.
  5. Die zweite Staffel von „Men at Work“ hat mich jüngst zum Binge-Watching verleitet, denn die 10 Episoden ließen sich so locker wegschauen, dass in kürzester Zeit keine mehr übrig war.
  6. Dass derzeit die Jecken die Straßen bevölkern könnte mir nicht egaler sein.
  7. Zuletzt habe ich „Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht“ gesehen und das war wahrlich ein Erlebnis, weil ich den Alltag vergessen konnte und mich an die Filmerlebnisse meiner Jugend erinnert fühlte.

Star Wars: Das Erwachen der Macht – OT: Star Wars: The Force Awakens (2015)

Aktualisierung: Ich habe „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ am 26. Januar 2018 und am 30. September 2022 erneut gesehen und jeweils eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Unglaublich, aber wahr: Ich habe es tatsächlich noch geschafft, mir „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ im Kino anzusehen. Leider konnte ich aufgrund des späten Zeitpunkts der Sichtung keine Vorstellung im Originalton mehr ausfindig machen. Somit bin ich immerhin in den Genuss einer IMAX-Projektion in 3D gekommen. Das volle Programm also. Vermutlich war das in diesem speziellen Fall auch ganz gut so, denn ich hatte die Nacht zuvor nur drei Stunden Schlaf abbekommen – ein langer Firmen-Event am Vorabend und Kinder im Faschingsrausch ab 4:30 Uhr haben ihren Tribut gefordert – und wurde somit alleine durch die audiovisuelle Wucht wachgehalten. Ob mich der Film auch inhaltlich begeistern konnte, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Star Wars: Das Erwachen der Macht (2015) | © Walt Disney

Star Wars: Das Erwachen der Macht (2015) | © Walt Disney

Was mir „Star Wars“ bedeutet

Tatsächlich stelle ich mit Erschrecken fest, dass dies der erste Eintrag zu „Star Wars“ auf meinem Blog ist. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ich in den letzten 10 Jahren keinen „Star Wars“-Film mehr gesehen habe. Wow. Dabei ist die Filmreihe doch ein inhärenter Bestandteil meiner popkulturellen Identität. Auch wenn ich die Original-Trilogie bereits als Kind unglaublich beeindruckend fand, so hat gerade die Sichtung der verhassten Special Editions im Kino ab 1997 den Wert der Filme für mich enorm gesteigert. Entsprechend gespannt war ich auch auf „Star Wars: Episode I“ und habe den damals kursierenden Screener geflissentlich ignoriert. Der Kinobesuch war Event und Enttäuschung zugleich. Über die kommenden Jahre habe ich jedoch – antizyklisch zur filmischen Netzgemeinde – meinen Frieden mit den Prequels gemacht. Auch wenn ich mich sehr auf „Episode VII“ gefreut habe, ist der große Hype bei mir ausgeblieben. Dennoch hätte ich mich sehr geärgert, wenn ich nicht mehr im Kino gewesen wäre. Nach diesem kurzen Exkurs wende ich mich nun direkt „The Force Awakens“ zu:

Mit J. J. Abrams steht beim „Star Wars“-Relaunch ein Mann hinter den Kulissen, den ich sehr schätze. Nicht nur aufgrund seines „Star Trek“-Reboots oder des wunderbar nostalgischen „Super 8“, sondern vor allem aufgrund seiner TV-Serien „Lost“ und „ALIAS“ sowie des hierzulande weniger bekannten, aber umso sehenswerteren Coming-of-Age-Dramas „Felicity“. Schon alleine die Tatsache, dass Abrams nun die zwei größten Sci-Fi-Franchises unter seinen Fittichen hat, ist bemerkenswert. Ich war somit recht guter Dinge, dass er mit diesem bedeutenden Werk seiner und all unserer Jugend kein Schindluder treiben würde – und nach George Lucas‘ letzten Bemühungen konnte dieses Vorhaben gar nicht so schief gehen, oder etwa doch?

Charaktere und Inszenierung

Schon beim Opening Crawl hatte ich eine Gänsehaut. Da war es wieder: das bekannte „Star Wars“-Gefühl. Schon kurz danach lernen wir unsere neuen Hauptfiguren kennen – und was das für Figuren sind! Rey und Finn sind mir sofort ans Herz gewachsen. Auch wenn ihre Charakterisierung teils noch zu wünschen übrig lässt, so sprechen die Taten und ihr Zusammenspiel für sich. Einfach erfrischend und endlich einmal wieder eine weibliche Heldin, die keinen starken Mann an ihrer Seite braucht, um sich aus gefährlichen Situationen zu manövrieren – das Gegenteil ist der Fall. Schon bald treffen wir mit Han Solo und Chewbacca auf zwei alte Bekannte, was für einen weiteren Nostalgieschub sorgte.

Die Balance aus Altem und Neuem hat Abrams, was die Figurenkonstellation angeht, wirklich gut getroffen. Selbst Nebenfiguren aus der Originaltrilogie sind öfter mal im Hintergrund zu sehen. Da freut sich das Fanherz.  Mit Kylo Ren gibt es eine interessante Variation Darth Vaders zu sehen, der viel Potential aber auch gewisse Gefahren birgt. Wird er sich als eigenständige Figur etablieren können oder nur als Emo Vader in die Geschichte eingehen? Mit Adam Driver (Adam Sackler in der TV-Serie „Girls“) stimmt die Besetzung und ich bin mir sicher, dass sich die Figur in den kommenden Teilen noch interessant entwickeln wird. Derweil sprießen bestimmt auch die Theorien, welche bereits bekannte Figur sich letztendlich hinter Supreme Leader Snoke verbirgt. Langweilig sind diese Ergänzungen des Universum somit keinesfalls.

Ebenso famos ist die Inszenierung: teils kann man kaum glauben, dass zwischen „A New Hope“ und „The Force Awakens“ bereits 38 Jahre liegen. Seien es die Modelle, die Aliens, die HUDs der Raumschiffe oder sogar die Frisuren der Charaktere (z.B. Poe Dameron) – hier passt wirklich alles. Sehr begeistert war ich auch von der Kameraarbeit, die – bis auf wenige Ausnahmen – stets auf Augenhöhe der handelnden Figuren stattfindet, was gerade in 3D zu einer wirklich starken Immersion führt. Der perfekte „Star Wars“-Film also?

Inhaltliche Schwachstellen

Leider bietet „Star Wars: Episode VII“ inhaltlich nur einen Aufguss der Ereignisse aus „Star Wars: Episode IV“. So gibt es wieder einen Droiden mit einer geheimen Botschaft, statt der Cantina in Mos Eisley gibt es Maz Kanatas Festung und am Ende läuft alles auf die Zerstörung eines noch größeren Todessterns hinaus. Da hätte ich mir etwas mehr Eigenständigkeit gewünscht, zumal es auch keinen Unterschied macht, dass das Imperium nun Erste Ordnung heißt – die Rebellen befinden sich in exakt der gleichen Position wie damals und es wirkt einfach nicht so, als hätten die Ereignisse aus „Return of the Jedi“ großen Einfluss auf die Geschichte dieses Universums gehabt. Auch wenn ich die einzelnen Schauplätze und die individuellen Szenen wirklich mochte, so wirkt das große Ganze doch bereits zu vertraut.

Fazit

„The Force Awakens“ hat es auf jeden Fall geschafft, das „Star Wars“-Fieber bei mir wieder ausbrechen zu lassen. Ich freue mich schon sehr auf die Zweitsichtung im Originalton und habe mir fest vorgenommen demnächst noch einmal „Episode I“ bis „Episode VI“ zu sichten. Trotz des exakt getroffenen Gefühls für diese Welt, wiegen die Abstriche in der Handlung zu stark, als dass ich gewillt wäre, sie einfach unter den Tisch zu kehren. Zweifellos ein sehr guter Start für das Franchise, es bleibt nur zu hoffen, dass Rian Johnson („Looper“) und Colin Trevorrow („Jurassic World“) die wunderbar bodenständige Inszenierung beibehalten und sich die Autoren auch inhaltlich mehr trauen. Ich bin sehr gespannt und voller Vorfreude: 8/10 Punkte.

Men at Work – Season 2

So langsam beginne ich dank Streaming Serien weiterzuverfolgen, die zuvor bereits wieder von meinem Radar verschwunden waren. Kürzlich ist mir mit „Men at Work – Season 2“ eine Serie über den Weg gelaufen, die ich nie weitergeschaut habe, obwohl ich deren erste Staffel recht unterhaltsam fand. Da ich ohnehin auf der Suche nach einer 20-minütigen Sitcom war, kam mir die Serie gerade recht…

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Was für ein Vergnügen! Wie ich nach meiner Sichtung der ersten Staffel bereits beschrieben hatte, fühlt sich „Men of Work“ wie ein Relikt aus dem TV-Programm der 90er Jahre an. Inszenierung, Charaktere und Drehbücher wirken einfach aus der Zeit gefallen. Schon die musikalische Untermalung der Schauplatzwechsel löst bei mir Flashbacks zur goldenen Zeit der klassischen Sitcom mit Lachspur aus. Kaum zu glauben, dass diese Staffel erst 2013 gelaufen ist. Dabei habe ich nicht einmal das Gefühl, den Machern wäre diese nostalgische Komponente bewusst.

Auch dieses Jahr geben wieder erstaunlich viele Gaststars ihr Stelldichein: von J. K. Simmons („Whiplash“) über Jason Lee („My Name is Earl“) bis hin zu Ashton Kutcher, mit dem Danny Masterson ja bereits in „That ’70s Show“ aufgetreten ist. Dies zeigt deutlich, dass Showrunner Breckin Meyer sehr gut in Hollywood vernetzt ist.

Mit nur 10 Episoden ist die Staffel extrem kurz, gerade für eine klassische Sitcom. Auch wenn die Handlung alles andere als innovativ ist, so hätte ich doch gerne mehr davon gesehen. Einfach sympathische Unterhaltung, die gerade aufgrund ihrer altmodischen Aspekte erstaunlich anders wirkt. Habe ich wirklich sehr gerne gesehen: 7/10 (7.4) Punkte.

Media Monday #240

Nachdem ich letzte Woche zweimal nach der Arbeit bei Ikea war, stand der Samstag wieder ganz im Zeichen des Möbelaufbaus. Der heutige Sonntag war geprägt von beständigem Regen und unzähligen Brettspielen. Die kommende Woche wird beruflich und privat intensiv, steht an deren Ende doch ein bedeutender Jahres- und Geburtstag. Nun aber erst einmal zu den aktuellen Fragen des Medienjournals – in diesem Zuge wünsche ich euch auch gleich eine tolle Woche! 🙂

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  1. Die einfallsreichste und/oder skurrilste Handlung hat wohl die TV-Serie „Community“, wie ich auch gerade wieder zu Beginn der 5. Staffel feststelle – herrlich!
  2. Gemessen an seinem Alter ist Ian McKellen ein junger Geist mit viel Sinn für Schabernack – zumindest wenn man den Making-of-Dokus von „Der Hobbit“ Glauben schenken mag.
  3. Glaube ich kaum, dass ich noch einmal ein Haus bauen werde.
  4. Die allgemeine Begeisterung für den „Tatort“ kann ich absolut nicht nachvollziehen, vor allem nicht, das so viele es so abfeiern, schließlich ist es nur ein dröger TV-Krimi.
  5. „Cloud Atlas“ beeindruckt ja nicht nur mit einem großartigen Skript, sondern auch durch seine famos schwelgerische Inszenierung.
  6. Die erste Staffel der US-Version von „Shameless“ hat mich allein schon dadurch überrascht, dass ich mir etwas gänzlich anderes erwartet hatte, nämlich viel mehr aufgesetztes Sozialdrama oder Scherze auf Kosten gewisser Bevölkerungsgruppen – beides meistert die Serie aber famos!
  7. Zuletzt habe ich die fünfte Staffel von „Akte X“ und direkt im Anschluss „Akte X: Der Film“ gesehen und das war ein tolles Erlebnis, weil speziell der Kinofilm deutlich besser ist, als ich ihn in Erinnerung hatte.