Was will ich und wenn ja, wie viele? (Felicitas Pommerening)

was_will_ichNach zweieinhalb Jahren „Game of Thrones“-Marathon ist mein Zu-Lesen-Stapel ziemlich angewachsen. Auch wenn ich George R. R. Martins Romanreihe liebe, so hatte ich mich doch darauf gefreut einmal wieder etwas anderes zu lesen. Felicitas Pommerenings „Was will ich und wenn ja, wie viele?“ befand sich nicht auf dem Stapel. Vermutlich hätte ich das Buch auch nie in die Hand genommen, wenn die Autorin nicht persönlich Kontakt mit mir aufgenommen und mir mein erstes Rezensionsexemplar geschickt hätte.

Felicitas Pommerening bezeichnet ihr Werk direkt auf dem Cover als Entscheidungsroman – und ein solcher ist es wohl auch. Im Mittelpunkt stehen vier Freundinnen, von denen drei gleichzeitig auch die Erzählperspektive liefern und uns somit ungefiltert an ihren Gedanken teilhaben lassen. Alle Frauen sind so um die 30, beruflich etabliert und befinden sich in verschiedenen Phasen einer Beziehung. Es ist eine Zeit des Umbruchs: Heirat, Kinder, private und berufliche Zukunft. Was will ich vom Leben? Das sind die Themen, die uns durch das gesamte Buch begleiten. Die biologische Uhr tickt. Mal mehr, mal weniger laut. Die Autorin versucht verschiedene Ansichten und Charaktertypen zu definieren, wodurch das Thema aus mehreren Perspektiven beleuchtet wird.

Eine klassische Handlung bietet „Was will ich und wenn ja, wie viele?“ nicht. Meist lauscht man den Gesprächen der drei Freundinnen oder bekommt ihre Gedanken in Form von inneren Monologen präsentiert. Dies ist auch der größte Kritikpunkt, den ich habe: Die Geschichte wird nicht durch Aktionen erzählt, sondern beinahe nur durch Dialoge. Hinzu kommt, dass die sich drei Figuren – so unterschiedlich diese auch konzipiert sein mögen – stilistisch (und teils auch inhaltlich) kaum unterscheiden. Dadurch fehlt den Erzählperspektiven leider ein wenig Eigenständigkeit.

Abgesehen von diesen Kritikpunkten hatte ich ein interessantes und sehr entspanntes Lesevergnügen. Die Themen, die in diesem Entscheidungsroman aufgegriffen werden, sind heute relevanter denn je. Die Möglichkeiten sind theoretisch nahezu endlos und doch ist man, besonders als Frau, starren Vorgaben und veralteten Vorstellungen unterworfen. Warum geht bei uns in Deutschland oft eben nicht beides? Karriere und Familie? Eine Antwort darauf bietet auch „Was will ich und wenn ja, wie viele?“ nicht, doch erfährt man zumindest auf unterhaltsame Art und Weise, dass man mit dieser Fragestellung nicht alleine ist: 7/10 Punkte.

5 Gedanken zu “Was will ich und wenn ja, wie viele? (Felicitas Pommerening)

  1. Pingback: Media Monday #149 | Tonight is gonna be a large one.

  2. Pingback: 3. Allgemeine Altpapiersammlung (AAPS) | Tonight is gonna be a large one.

  3. Also wird man, vereinfacht ausgedrückt, die ganze Zeit von vier Frauen zugelabert die nicht wissen wohin in ihrem Leben? Klingt jetzt nicht so aufregend und auch das Buchcover wäre jetzt nichts, was mich ansprechen würde. Deinem Text zufolge hätte ich das Buch vermutlich nicht mal zu Ende gelesen…

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    • Wir sind auch ganz klar nicht die Zielgruppe dieses Buches. Gerade deshalb fand ich es aber interessant, sich auch einmal in die weibliche Perspektive einzufühlen, denn ehrlich gesagt haben wir Männer diesen Zeitdruck einfach nicht. Auch nichts, was ich jede Woche lesen müsste, aber so ab und zu darf es ruhig schon einmal abseits der ausgetretenen Genrepfade sein… 🙂

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