Run, Fatboy, Run (184)

Nach einer Laufpause von beinahe zwei Wochen, war es heute allerhöchste Zeit mich einmal wieder aufzuraffen. Hinzu kommt, dass sich mein Gewicht seit Beginn der Adventseit gefühlt verdoppelt hat: jedes Wochenende woanders Adventskaffee mit Plätzchen, Stollen und anderen Leckereien; meist in Kombination mit Mittag- und/oder Abendessen. Die Weihnachtszeit ist wirklich stets eine harte Probe für jeden Läufer.

Distance: 7.30 km
Duration: 00:41:34
Avg Speed: 10.5 km/h
Avg Pace: 5:41 min/km
Energy: 590 kcal

Trotz übervollem Bauch habe ich mich also aufgemacht, um einmal wieder eine Runde zu drehen – und es lief erstaunlich gut. Selbst die eisigen Temperaturen konnten mir nur wenig anhaben. Insofern kann ich mich nicht beschweren und hoffe demnächst wieder öfter zum Laufen zu kommen. Wenn ich an meine Arbeit und die diversen privaten vorweihnachtlichen Vorhaben denke, dann sehe ich dafür allerdings schwarz…

Im ersten Ohr: Spieleveteranen #35: Närrisches und Skyrim
Im zweiten Ohr: Nerdtalk Episode 232

Tucker & Dale vs. Evil (2010)

Schon lange habe ich keinen so erfrischenden Film mehr gesehen. Es ist wahrlich eine Freude, was Eli Craig mit „Tucker & Dale vs. Evil“ für ein Wundertüte von einem Film auffährt. Meist setzen auf lustig getrimmte Horrorfilme einzig und allein auf Splattereffekte oder platten Humor, doch die richtige Gratwanderung aus Verbeugung vor dem Genre und Eigenständigkeit gelingt nur den wenigsten. Dieser Film ist eine dieser seltenen Ausnahmen.

Mag man Eli Craig das größte Kompliment machen, dann könnte man schreiben, dass „Tucker & Dale vs. Evil“ das Gleiche für den Backwood-Horror erreicht hat, wie Wes Cravens „Scream“ für den Slasher. Eine nahezu perfekte Genreparodie. Natürlich lassen sich beide Filme nur bedingt vergleichen und aufgrund seiner Indie-Herkunft sollte man vermutlich eher „Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon“ als Slasher-Pendant heranziehen. Allen drei Filmen gelingt es dabei – wie z.B. auch „Shaun of the Dead“ – zum Brüllen komisch und dennoch innerhalb der eigenen Regeln höchst mitreißend zu sein, ohne dabei die Charaktere der Lächerlichkeit preiszugeben.

Die Prämisse von „Tucker & Dale vs. Evil“ ist so simpel wie brilliant, dass man sich nur fragen kann, wieso man nicht selbst auf diesen Gedanken gekommen ist. An dieser Stelle möchte ich nicht mehr verraten, da es nur die Freude am Filmerlebnis trüben würde. Trotz seiner exzellenten Grundidee würde der Film ohne Alan Tudyk (Wash, „Firefly“ und „Serenity“) und Tyler Labine (Larry Munsch, „Mad Love“) jedoch nicht funktionieren. Ein herrliches Leinwandpaar, das hier auch unerwartet ruhige Töne anschlagen darf. Auch die restlichen Mitglieder des Casts wissen in ihren begrenzten Rollen zu überzeugen.

Der einzige Kritikpunkt, den ich habe, ist die Motivation des eigentlichen Killers. Hier wäre es doch wunderbar gewesen, wenn man im Abspann gesehen hätte, wie sich bereits seine Eltern das Memorial Day Massaker nur eingebildet hätten. Aber vielleicht hätte dies der Integrität der Geschichte auch eher geschadet, denn auch wenn das Finale eher klischeehaft abläuft, bleibt der Film dabei doch stets unterhaltsam und weiß mit herrlich grotesken Szenen aufzuwarten.

Mich hat „Tucker & Dale vs. Evil“ wahrlich exzellent unterhalten und ich würde mir an dieser Stelle beinahe ein Sequel wünschen. Vielleicht eine Torture Porn-Parodie? Vielleicht etwas ganz anderes? Allein dieser Wunsch beweist, dass mit Tucker und Dale zwei Charaktere die Genre-Bühne betreten haben, an die man sich – so man über diesen Film stolpert – noch lange erinnern wird. Unbedingt anschauen: 8/10 Punkte.

Do you like me?

Nachdem ich 2009 verspätet auf den Twitter-Trend aufgesprungen bin, darf man mich bzw. mein Blog nun auch auf Facebook mögen:


Ob ihr das Blog nun neumodisch mögt oder nicht, wichtiger ist auf jeden Fall, dass ihr weiterhin fleißig reinschaut und kommentiert. Freundesanfragen aus der mir bekannten Blogosphäre werden natürlich auch gerne angenommen – und nun auf, auf damit ich nicht nur traurig None zu meinen Fans zählen kann!

Impressionen vom Christkindlesmarkt

Als Kind habe ich die bunten Lichter immer geliebt. Seit einigen Jahren meide ich die Touristenattraktion jedoch: zu voll, zu teuer, zu touristisch. Aber natürlich soll auch unser Zappelinchen einmal schöne Erinnerungen haben, weshalb wir uns heute in den Trubel gestürzt haben…

Wie zu erwarten war es trotz Nässe und Kälte ziemlich voll, weshalb ich leider nicht so zum Fotografieren gekommen bin, wie ich mir das gewünscht hätte. Erinnerungen wurden dennoch geweckt. Adventszeit eben.

Wie ein einziger Tag – OT: The Notebook (2004)

Nachdem mich meine Frau letztens fragte, warum wir uns so selten lustige oder schöne Filme anschauen, sah ich mich unter Zugzwang. Also habe ich mich nach Werken umgesehen, die ebendiese Attribute erfüllen. Die gestrige Sichtung von Nick Cassavettes „Wie ein einziger Tag“ ist das erste Ergebnis meiner temporären Neuausrichtung. Dabei bin ich Filmen dieser Art ja selbst nicht abgeneigt. Manchmal muss man eben zu seinem Glück gezwungen werden.

Eine altbekannte Marketing-Weisheit besagt, dass der Kunde einzig und allein Emotionen kauft. Keine Produkte, keine Lösungen. Emotionen. Dies lässt sich nahezu 1:1 auf unsere Filmwahrnehmung adaptieren. Auch wir Zuschauer erfahren in erster Linie Emotionen. Die Geschichte kann noch so wendungsreich erzählt, die Inszenierung noch so bombastisch und die Effekte können noch so atemberaubend sein. Wenn es dem Film nicht gelingt Emotionen zu transportieren, wird er nie wirklich dort ankommen, wo er als wahrhaftiges Filmerlebnis in unserer Wahrnehmung gespeichert wird. „The Notebook“ erfüllt diese Voraussetzung nahezu perfekt.

Die Erzählstruktur hat man schon bestimmt ein halbes dutzend Mal gesehen. Sie ist nicht neu, aber effektiv. Ob „Grüne Tomaten“, „Titanic“ oder „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ – eine erzählerische Klammer bildet stets den emotionalen Anker, von dem aus sich die episch anmutenden Geschichten entfalten. Auch Nick Cassavettes bzw. Nicholas Sparks setzt auf diesen Kniff und weiß ihn geschickt zu inszenieren. Sonnendurchflutete Bilder voller Südstaatenromantik, grandiose Darsteller (u.a. Kevin Connolly aus „Entourage“, aber besonders Rachel McAdams und Ryan Gosling als junges Liebespaar) und eine ruhige und bedachte Erzählweise zeichnen den Film aus.

„The Notebook“ erzählt eine zutiefst sentimentale Geschichte. Als Zuschauer sollte man sich dessen auch bewusst sein und – zumindest zum Teil – eine romantische Ader besitzen. Wenn man sich jedoch auf den Film einlässt, dann kann man sich seiner emotionalen Sogwirkung kaum entziehen. Einzig das Finale hätte ich persönlich anders gestaltet und den Film offener z.B. in einer Parallelmontage zwischen damals und heute enden lassen. So oder so wurde ich äußerst positiv überrascht, denn trotz aller Sentimentalität gleitet der Film nie in den Kitsch ab – und das ist in diesem Genre leider keine Selbstverständlichkeit. Schön, einfach nur schön: 8/10 Punkte.

Ohne Limit – OT: Limitless – Extended Cut (2011)

Dank purzelnder Blu-ray-Preise komme ich in letzter Zeit doch recht häufig in den Genuss aktuellerer Filme, auch wenn ich es kaum noch ins Kino schaffe. Hinzu kommt Originalton und ein zu 100% sympathisches Publikum. Die besten Voraussetzungen also? Natürlich muss auch noch der Film stimmen und Neil Burgers „Ohne Limit“ war eine exzellente Wahl, die sich auch auf der großen Leinwand gut gemacht hätte. Aber man kann schließlich nicht alles haben, oder etwa doch?

Eddie Morra, der Held des Films, hat alles und noch viel mehr. Wie er dies erreicht hat und warum sein Leben am Abgrund steht erzählt er uns selbst: Rückblende. Voice-over. Alles auf Anfang. Eine klassische Rise-and-Fall-Geschichte also? Was die Struktur des Films angeht bestimmt. Jedoch gibt sich „Limitless“ damit nicht zufrieden. Neil Burger erzählt zudem einen Drogen-Thriller mit Science-Fiction-Anleihen, macht einen kurzen Ausflug in den Wirtschaftskrimi und inszeniert gleichzeitig mit den Mitteln des Effektekinos. Ein bunter Genremix, dem es auch noch gelingt emotional mitzureißen.

Die Prämisse ist ansich recht simpel: Eine Droge, die es uns ermöglicht die gesamte Kapazität unseres Gehirns zu nutzen. Eine wahrlich wunderbare Idee! Kritiker, die sich über die wissenschaftliche Unmöglichkeit eines solchen Präparats aufregen, haben damals wahrscheinlich auch gegen die Bernstein-Dinos aus Spielbergs „Jurassic Park“ gewettert. Für alle anderen Zuschauer bietet die Adaption von Alan Glynns „The Dark Fields“ mitreißende Unterhaltung auf audiovisuell höchstem Niveau.

Normalerweise bin ich schnell genervt von inszenatorische Spielereien. Neil Burger gelingt es jedoch Morras Drogenerfahrung in Bilder zu verpacken, die man so schnell nicht mehr vergisst und dabei die Handlung perfekt unterstützen. Auch wenn die Inszenierung und das packende Spiel Bradley Coopers (Phil, „The Hangover“) nicht über die nur zu klassische Dramaturgie und das beinahe schon antiklimaktische Ende hinwegtäuschen können, so ist die Symbiose aus Inhalt und Form doch als absolut gelungen zu bezeichnen.

„Ohne Limit“ mag kein Meisterwerk sein, doch habe ich schon lange keinen relativ klassischen Thriller mehr gesehen, dessen Grundidee und Inszenierung mich so mitreißen konnten. Besitzern der Blu-ray sei übrigens der Unrated Extended Cut ans Herz gelegt, welcher der Geschichte die nötigen Ecken und Kanten verleiht. So oder so ein äußerst sehenswerter Film – auch oder gerade im Heimkino: 8/10 Punkte.