Die Knetgummihelden von Aardman sind mir das erste Mal im Alter von 16 Jahren über den Weg gelaufen. Seitdem sind inzwischen über 10 Jahre vergangen. Bereits damals war ich begeistert von der Animationstechnik und der Liebe zum Detail. Einige Jahre später bin ich durch eine Sneak-Preview zufällig auf „Chicken Run“ gestoßen, der sich für mich zu einem persönlichen Überraschungshit entwickelt hat. Nach der – wie so oft – verpassten Kinosichtung, bin ich nun endlich dazu gekommen, mir das neueste Abenteur der Knetveteranen anzusehen: „Wallace & Gromit – Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen“.

Wie bereits vor 10 Jahren, besticht immer noch der unglaubliche Detailreichtum. Zudem wirkt der Film aufgrund der physikalisch präsenten Sets und Figuren einfach realer, als die meisten computergenerierten Filme. Aardman hat wirklich eine fantastische Arbeit geleistet. Ich mag gar nicht daran denken, wie unglaublich aufwendig die Stop Motion-Animation in den Actionsequenzen gewesen sein muss. Die Macher verdienen meinen vollen Respekt. Ich erinnere mich noch an meine erste Studienarbeit, in der ich mit der gleichen Technik gearbeitet habe. Obwohl letztendlich nur ein 90sekündiger Kurzfilm mit zwei supereinfachen Figuren herausgekommen ist, waren die Aufnahmen sehr nervenzerrend. Vielleicht zeige ich ihn hier gelegentlich einmal. Dann kann man auch sehen, wie verdammt gut Aardman ihr Handwerk verstehen.
Nun aber zum Film selbst: Die Geschichte ist an klassische Gruselfilme angelehnt und wird in einem aberwitzigen Tempo erzählt. Da gibt es keine einzige überflüssige Szene. Oft driftet der Film in die Parodie ab, was sehr gut zum überdrehten Stil der Erzählung passt. Der Schwerpunkt liegt – wie bereits bei den Kurzfilmen – immer auf den beiden Hauptfiguren und der Chemie zwischen ihnen. Der Verlauf der Geschichte ist generell ziemlich vorhersehbar, doch schadet das dem Film nicht unbedingt. Man merkt hier aber teils, wer die eigentliche Zielgruppe ist. Dennoch gibt es mehr als genügend versteckte Gags, die auch den erwachsenen Zuschauer ansprechen (z.B. der nackte Wallace versteckt seine Preziosen hinter einer Pappschachtel, auf der ‚May contain nuts‘ zu lesen ist).
Insgesamt ist auch das erste Kinoabenteuer von Wallace und Gromit ein riesengroßer Spaß. Dennoch kommt der Film meiner Meinung nach nicht ganz an den Ausbruch des Federviehs heran. Wenn man etwas für Animation übrig hat: Auf jeden Fall ansehen! 8/10 Punkte.

