Ice Ship (Douglas Preston/Lincoln Child)

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Inzwischen habe ich bereits vier Bücher des Autorenduos gelesen, von denen sich „Ice Ship“ leider als das Schwächste herausgestellt hat. Es ist schon ein deutliches Zeichen für die mindere Qualität eines Buches, wenn ich beinahe drei Monate brauche um es zu lesen. Dabei hat die Geschichte recht vielversprechend angefangen: Ein mysteriöser Meteorit, ein exzentrischer Millionär, ein verwegener Abenteurer mit dunkler Vergangenheit – das ist der Stoff aus dem spannende Romane gemacht sind. Sollte man zumindest annehmen.

Leider schaffen die Autoren nicht den Sprung von der Exposition zum wahren Kern der Geschichte. Bis zur letzten Seite bleibt das Geheimnis des Meteoriten ungelöst – dann bringt der allerletzte Satz etwas Licht ins Dunkel und ich als Leser habe das Gefühl, dass hier vielleicht doch eine interessante Geschichte dahinter gesteckt haben könnte. Leider wurden die vorhergehenden gut 500 Seiten damit vergeudet die Bergung des Meteoriten bis ins kleinste Detail zu beschreiben. Hinzu kommen noch ein paar vollkommen vorhersehbare Actionsequenzen mit einem durchgeknallten chilenischen Admiral, die weder sonderlich spannend noch interessant sind. Sicher ist es eine große Leistung solch einen beschränkten Plot auf über 500 Seiten auszudehnen und das Buch dabei noch lesenswert zu halten – aber einen Gefallen haben sich Preston/Child damit nicht getan.

Auf der einen Seite haben wir also eine nahezu komplett verschenkte Geschichte – auf der anderen einen flotten und unterhaltsamen Schreibstil, ausgefallene und sympathische Charaktere und eine ziemlich dichte Atmosphäre. Diese positiven Eigenschaften haben mich auch am Lesen gehalten – und die Tatsache, dass ich immer noch auf eine interessante Wendung gewartet habe.

„Ice Ship“ ist kein schlechtes Buch – aber eben auch kein gutes. Wer einen spannenden Wissenschaftsthriller sucht ist meiner Meinung nach mit „Das Relikt“ oder „Mount Dragon“ besser beraten. Man sollte sich auch nicht von den platten Titeln abschrecken lassen, denn Preston/Child liefern – normalerweise – gut geschriebene Unterhaltung. Hierfür gibt es trotzdem nicht mehr als 5/10 Punkte.

Ein Gedanke zu “Ice Ship (Douglas Preston/Lincoln Child)

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