Shameless (US) – Season 2

Es ist unglaublich wie schnell die Sichtung von „Shameless – Season 2“ (weiterhin die US-Fassung) auch schon wieder vorbei ist. Durch den hohen Unterhaltungswert und die Beschränkung auf zwölf qualitativ hochwertige Episoden habe ich den Vorsatz früher ins Bett zu gehen öfter mal ausgesetzt – und war mit der Staffel innerhalb von nur zwei Wochen durch. Es ist aber auch einfach zu verlockend stets noch für eine weitere Episode bei den Gallaghers zu verweilen…

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Zwischen der ersten Staffel und der einsetzenden Handlung der zweiten Staffel scheinen ein paar Monate vergangen zu sein – große Veränderungen gibt es (außer einer anhaltenden Hitzewelle) nicht zu vermelden. Doch schon bald werden nahezu alle Gallaghers von ihrer Vergangenheit eingeholt: Steve sucht wieder Kontakt zu Fiona, Franks Mutter steht plötzlich auf der Türschwelle, Karen hat eine ganz besondere Überraschung für Lip und die kompletten Gallaghers werden von „Hurricane Monica“ (so der unheilvolle Episodentitel) heimgesucht. Mehr als genug Stoff also, um eine Staffel zu füllen, doch tatsächlich ist dies nur die Spitze des Eisbergs – und man wird als Zuschauer auf so manche gefühlsmäßige Achterbahnfahrt mitgenommen. Die bereits bekannte Kombination aus schmerzhaftem Drama und absurder Comedy wird hier oft auf die Spitze getrieben. Turbulent, erschütternd und tatsächlich auch verdammt lustig.

Hat sich die erste Staffel noch stark am englischen Original orientiert, geht die US-Version von „Shameless“ ab der zweiten Staffel eigene Wege. Auch wenn ich die Vorlage nur ausschnittsweise kenne, so merkt man doch dass irgendetwas passiert ist: Die Charaktere wirken noch verrückter, die Dramatik noch schmerzhafter und der Humor ist noch deutlich abgefahrener geworden. Teils ist es ganz schön harter Tobak (z.B. Missbrauch, Inzest, Suizid) mit dem sich die Figuren – und somit auch wir Zuschauer – auseinandersetzen müssen. Die Serie schafft es dennoch dabei erstaunlich unterhaltsam zu bleiben, was man wohl den Drehbuchautoren und den wirklich guten Schauspielern zuschreiben kann.

Qualitativ kann „Shameless“ im zweiten Jahr noch einmal eine Schippe drauflegen. Die Serie wirkt somit (noch) entfesselter, was in so manch völlig absurder Situation gipfelt. Dennoch bleiben die Charaktere innerhalb des Serienuniversums glaubwürdig und man geht mit ihnen durch dick und dünn, was wahrlich nicht immer einfach ist. Das Staffelfinale ist dann wiederum erstaunlich versöhnlich und lässt einem mit einem guten Gefühl zurück. Auch wieder etwas, das ich „Shameless“ nach den vorher angerissenen Erzählsträngen nicht unbedingt zugetraut hätte. Immer wieder sehr überraschend – und das ist komplett positiv gemeint: 9/10 (9.0) Punkte.

The X-Files – Season 3

Zurzeit komme ich nicht nur deutlich weniger zum Filmschauen, nein, auch der Konsum von TV-Serien lässt nach. Somit habe ich für „The X-Files – Season 3“ auch länger gebraucht, als dies normalerweise der Fall gewesen wäre. Vielleicht war die dritte Staffel auch deshalb ein so großes Vergnügen, weil ich sie mir über einen Monat großzügig eingeteilt habe. Abgesehen davon hat allerdings auch die Qualität der einzelnen Episoden noch einmal deutlich nachlegt. Was sind eure Lieblingsfolgen?

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Nach dem spannenden Cliffhanger am Ende der zweiten Staffel hatte ich natürlich auf einen imposanten Staffelauftakt gehofft. Leider jedoch entpuppt sich „The Blessing Way“ als esoterisch verschwurbelte Mythology-Episode, welche über weite Strecken einfach nur neben der Spur wirkt. Mit „Paper Clip“ findet die Serie aber schnell wieder zu gewohnter Stärke zurück und bietet ein paar imposante Entwicklungen und mitreißende Entdeckungen. Weiter geht es mit der Folge „D.P.O.“, in der wir mit Giovanni Ribisi und Jack Black zwei durchaus bekannte Schauspieler in ihren Jugendjahren erleben dürfen. Überhaupt hat es mich beeindruckt, wie viele heute bekannte Stars damals in „Akte X“ einen Auftritt hatten. Später bekommen wir noch u.a. Jewel Staite (Kaylee, „Firefly“), Ryan Reynolds, Kurtwood Smith (Red Forman, „That ’70s Show“) und Lucy Liu (O-Ren Ishii, „Kill Bill: Vol. 1“) zu sehen.

Wie bereits erwähnt ist die Qualität der einzelnen Episoden weiter gestiegen. Wenn es um die Mythology geht, dann gibt es in dieser Staffel noch große Entdeckungen und spannende Wendungen. All diese Folgen haben mir, bis eben auf den durchwachsenen Einstieg, sehr viel Spaß gemacht. Doch auch die Mystery-of-the-Week-Episoden konnten insgesamt deutlich an Qualität zulegen und wirkliche Ausfälle gibt kaum noch. Meine Favoriten unter den Einzelepisoden waren zweifellos „Clyde Bruckman’s Final Response“, „Oubliette“, „Revelations“, „War of the Coprophages“, „Pusher“, „Jose Chung’s From Outer Space “ und „Quagmire“. Als deutlich schwächer sind mir dagegen nur „The List“ und „Teso Dos Bichos“ aufgefallen. Ihr seht: Die Highlights überwiegen und selbst die normalen Folgen sind überdurchschnittlich gut.

An die Episoden der ersten beiden Staffeln konnte ich mich bisher übrigens noch recht gut erinnern, da ich sie damals wohl auch öfter gesehen hatte. Was die dritte Staffel angeht, so hat sich dies eher auf einzelne Szenen beschränkt – speziell der schwarze Schleim und der davon besessene Krycek haben sich mir ins Gedächtnis gebrannt. Schon interessant, wie selektiv die Erinnerung manchmal funktioniert.

Wenn man sich über „Akte X“ informiert, kann man häufig lesen, dass die dritte Staffel die beste ist. Bisher kann ich dieser Aussage nur zustimmen. Aufgrund der hohen Anzahl von 24 Episoden überzeugt immer noch nicht jede Geschichte 100%ig, doch bekommt man durchaus die eine oder andere Sternstunde der TV-Geschichte zu sehen. Die vierte Staffel soll auf einem ähnlich hohem Niveau liegen, weshalb ich mich schon sehr auf dieses Erlebnis freue – speziell nach dem abermals fiesen Cliffhanger am Ende des Staffelfinales „Talitha Cumi“: 9/10 (8.6) Punkte.

Shameless (US) – Season 1

Über die US-Fassung von „Shameless – Season 1“ habe ich in den letzten Jahren schon viel Gutes gelesen. So viel Gutes, dass ich mir inzwischen schon die ersten drei Staffeln zugelegt habe, obwohl ich mir nicht ganz sicher war, dass diese Serie tatsächlich auf meiner Wellenlinie liegt. Nun habe ich mit der Sichtung begonnen und kann nur in den allgemeinen Begeisterungstaumel einstimmen. Die Gallaghers sind wirklich eine ganz besondere Familie…

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Mit US-Remakes von UK-Erfolgsserien ist das so eine Sache. Oft werden diese komplett an die Wand gefahren und verschwinden noch innerhalb ihres ersten Jahres von der Bildfläche – oder kann sich jemand von euch noch an die Remakes von „Coupling“ oder „The IT Crowd“ erinnern? Eben. Andere Remakes bzw. US-Versionen, wie  zum Beispiel „The Office“, konnten dagegen große Erfolge verbuchen. Vermutlich auch, weil sie sich über ihre Laufzeit von der UK-Version emanzipiert haben. In diese Kategorie fällt wohl auch „Shameless“, was sich spätestens mit der zweiten Staffel komplett vom UK-Original lösen soll. Ich kann dies jedoch (noch) nicht beurteilen, zumal ich auch die UK-Fassung, von ein paar Ausschnitten auf YouTube einmal angesehen, nicht gesehen habe.

Wenn man unvoreingenommen an die Serie herangeht, dann erlebt man doch ein paar Überraschungen. So unverblümt und schamlos werden in anderen Serien wohl selten politisch unkorrekte Themen verarbeitet. Einzig „It’s Always Sunny in Philadelphia“ würde mir hier einfallen, wobei „Shameless“ was die Charaktere angeht doch ein wenig komplexer ist: Die Gallaghers bewegen sich am sozialen Rand, den wir in unserer Gesellschaft nur zu gerne ignorieren. Anders als man es erwarten würde, zieht die Serie daraus nicht nur Drama, sondern vor allem viel Humor. Die Autoren gehen dabei komplett mitleidslos mit ihren Charakteren um und schwenken oft in einem Bruchteil von Sekunden von Mitleid zu Abscheu, wobei die Sympathie mit den Gallaghers meist die Oberhand behält. Zumindest mit den Kindern, denn Familienoberhaupt Frank, kongenial gespielt von William H. Macy (bekannt aus „Fargo“ oder „Magnolia“), ist einer der selbstzerstörerischsten und narzisstischsten Charaktere, die mir jemals untergekommen sind – und dennoch schaut man ihm sehr gerne zu.

Es wäre leicht gewesen, die Charaktere der Lächerlichkeit Preis zu geben oder sie aus der Distanz belächeln zu lassen, doch man ist ganz nahe bei ihnen. Ihre Probleme werden greifbar und selbst aus den absurdesten Situationen entwickelt sich glaubwürdiges Drama. Da es sich um eine Pay-TV-Serie handelt, wird auch mit Sex und Gewalt nicht gegeizt, was glücklicherweise nicht aufgesetzt wirkt, sondern gut in diese Welt passt. Ebenfalls perfekt gewählt wurde der Soundtrack, der sich größtenteils aus Alternative Rock von Punk bis Indie-Ballade zusammensetzt. Wahrlich großartig. Hierzulande unbekanntere Bands wechseln sich mit großen Namen wie Jimmy Eat World (mit „Littlething“ aus INVENTED in der letzten Montage der Staffel) ab, was für eine ganz besondere Atmosphäre sorgt.

Aufgrund der Thematik hatte ich im schlimmsten Fall ein selbstzweckhaftes Sozial-Drama erwartet, das die falschen Töne trifft. Tatsächlich ist „Shameless“ eine wunderbar entfesselte Familienserie, die nah an ihren Charakteren dran ist und uns Zuschauer ohne jegliche Distanz involviert. Die Handlungsstränge sind ungewöhnlich, die Autoren nehmen kein Blatt vor dem Mund – und über kurz oder lang sind einem die Gallaghers einfach ans Herz gewachsen. Ich freue mich schon extrem auf die zweite Staffel: 9/10 (8.8) Punkte.

The X-Files – Season 2

Nach einem kurzen Ausflug in die moderne Serienwelt, kehre ich mit „The X-Files – Season 2“ wieder zu den Anfängen meiner Serien-Begeisterung zurück. Nachdem das erste Jahr mit Mulder und Scully schon für so manch nostalgisches Gefühl sorgte, hat die zweite Staffel einige der ikonischsten Episoden im Gepäck, die mich in meiner Jugend doch stark beeindruckt hatten. Wie sich das zweite Jahr der Kultserie heute schlägt, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Wie nicht anders zu erwarten, startet die zweite Staffel mit einer Mythology-Episode, die ihre Wirkung auch nicht verfehlt. Man ist sofort wieder in der Handlung, bekommt weitere Hintergrundinformationen zu den Hauptfiguren und erlebt unheimliche Begebenheiten, welche die Ernsthaftigkeit der Haupthandlung unterstreichen. Mit der Schließung der X-Akten und der Trennung von Mulder und Scully (hervorgerufen durch Gillian Andersons Schwangerschaft) wird die Dynamik der Serie vorerst auf den Kopf gestellt. Dies wirkt zu Beginn etwas befremdlich, da man sich nichts sehnlicher wünscht als dass die beiden Partner wieder zusammen ermitteln. Dennoch entwickelt diese Situation mit dem Episoden-Trio „Sleepless“, „Duane Barry“ und „Ascension“ einen ganz eigenen Reiz, wodurch die Autoren Gillian Andersons Abwesenheit gekonnt in die Handlung der Serie integriert haben. Mit Alex Krycek betritt auch ein weiterer Gegenspieler die Bühne, dem – wenn ich mich recht entsinne – noch eine größere Rolle im Mythology-Handlungsstrang zukommen wird.

Wenn ich an meine Sichtung der zweiten Staffel im Jahr 1995 zurückdenke , dann kommt mir zuerst die Episode „Humbug“ in den Sinn. Diese hätte ich auch ganz prominent unter den ersten fünf Episoden der Staffel platziert und war wirklich erstaunt, dass sie erst im letzten Drittel zum Einsatz kam. Auch heute noch stellt diese Folge für mich ein Highlight dar, ist sie doch wirklich unheimlich, mysteriös und urkomisch zugleich. Die Dynamik zwischen Mulder und Scully funktioniert zudem famos und das stimmige Drehbuch sorgt für wunderbar unterhaltsame 43 Minuten. Weitere Highlights (neben dem oben erwähnten „Duane Barry“-Zweiteiler) sind die ohne übernatürliches Element auskommende Episode „Irresistible“, die unglaublich verstörend und düster ist, der Mythology-Zweiteiler „The Colony“/“Endgame“ sowie die beiden Einzelepisoden „Død Kalm“ und „F. Emasculata“.

Den Highlights stehen leider auch einige durchschnittliche Episoden gegenüber, die außer ein paar netten Charakterszenen zwischen Mulder und Scully nicht viel zu bieten haben. Hier muss ich den Vampir-Langweiler „3“ nennen, der zudem noch komplett ohne Scully auskommen muss, oder die konfus erzählten „Aubrey“ und „Fresh Bones“. Es gibt noch ein paar weitere Episoden, welche die Staffel insgesamt leider ein wenig herunterziehen, was schade ist, denn gefühlt hat sich die Qualität im Vergleich zum ersten Jahr durchaus noch einmal enorm gesteigert. Mit dem Mythology-Finale „Anasazi“ endet die zweite Staffel dafür auf einem Höhepunkt, der unsere beiden Hauptfiguren durch die Hölle schickt, um auch den Zuschauer mit einem fiesen Cliffhanger zurückzulassen.

Mir haben die letzten Wochen mit Mulder und Scully wieder enorm viel Freude bereitet – auch wenn man zu Beginn einer Folge oft nicht weiß, was man serviert bekommt. Was die kommende Staffel angeht, so habe ich keine so exakten Erinnerungen mehr an einzelne Episoden, was die Zukunft zwischen mir und der Serie noch spannender werden lässt. Ich freue mich auf weitere mysteriöse Abenteuer: 8/10 (8.2) Punkte.

The Moaning of Life – Season 1

Nachdem ich vor ein paar Wochen Karl Pilkington auf seiner mehr oder weniger freiwilligen Reise um die Welt begleitet habe, hatte ich – sehr zur Verwunderung meiner besseren Hälfte – noch nicht genug von ihm. Folglich habe ich mich dem alten Grantler auch bei seiner Suche nach „The Moaning of Life“ angeschlossen, was – inzwischen ohne Mitwirken von Ricky Gervais und Stephen Merchant – doch einen anderen Schwerpunkt setzte…

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Anders als in „An Idiot Abroad“ begibt sich Karl Pilkington hier freiwillig auf Reisen, um eben nach dem Sinn des Lebens zu suchen. Die einzelnen Episoden behandeln somit Themen wie Ehe, Glück, Kinder, Berufung und Tod – sehr vielfältig also, doch Karl wäre nicht Karl, hätte er nicht seine ganz eigene Perspektive auf diese unsere schöne Welt. Man merkt der gesamten Serie an, dass Karl motivierter und interessierter an der Welt ist. Dies wirkt zu Beginn ein wenig befremdlich, doch den Unterhaltungswert schränkt dies keinesfalls ein, zumal es manchmal auch richtig philosophisch wird – nur eben auf Pilkington-Art.

Mein einziger Kritikpunkt wäre nur die kurze Laufzeit von gerade einmal fünf Episoden à 40 Minuten, was allerdings auch dem Konzept geschuldet ist – und eine zweite Staffel ist schon geplant. Ich freue mich darauf und werde mir die Zeit mit „The Ricky Gervais Show“ vertreiben, bei der Karl Pilkington auch eine größere Rolle spielt und die auch wahrlich wunderbar unterhaltsam ist: 8/10 Punkte.

Brooklyn Nine-Nine – Season 1

Meine letzte Sichtung einer neuen Comedy-Serie liegt inzwischen doch schon ein paar Monate zurück. Umso erfreuter war ich „Brooklyn Nine-Nine – Season 1“ für mich entdeckt zu haben – eine Serie, die mich so häufig zum Lachen brachte, wie es schon lange keine andere mehr geschafft hat. Warum die Cop-Comedy so ausgezeichnet funktioniert, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Zu Beginn war ich ein wenig skeptisch: Eine Cop-Serie als Comedy? Meine letzte Begegnung mit solch einem Genremix war „Inspektor Fowler: Härter als die Polizei erlaubt“ bzw. „The Thin Blue Line“ mit Rowan Atkinson in den 90ern. Wie zu erwarten, lebt auch „Brooklyn Nine-Nine“ eher von seinen Charakteren bzw. seinen Schauspielern als den präsentierten Fällen. Diese sind meist nur der Aufhänger für abstruse Situationen, in die sich unsere Charaktere manövrieren. Eben eine typische Workplace-Comedy, die aufgrund ihres Settings noch eine Spur abgefahrener sein kann als z.B. „The Office“ oder „Parks & Recreation“ (ebenfalls von Mike Schur geschrieben).

Mit Andre Braugher (Owen, „Men of a Certain Age“) hat die Serie einen Schauspieler zu bieten, den ich stets sehr gerne sehe – und dazu noch in einer ungewöhnlichen Rolle als schwuler Polizei-Captain. Mit Terry Crews gibt sogar einer der „The Expendables“ sein Stelldichein, macht hier aber eine deutlich bessere Figur. Hauptdarsteller Andy Samberg ist zudem unglaublich sympathisch, was auch auf die weitere Truppe zutrifft. Eine Ensemble-Comedy, die wahrlich erstaunlich gut funktioniert.

Wie bereits angedeutet, kann man die Handlung der einzelnen Fälle fast vernachlässigen, wenngleich diese auch nicht viel uninteressanter sind als in 08/15-Krimi-Procedurals. Die Serie lebt von ihrem Humor – und dieser ist wahrlich reichlich vorhanden. Ich hatte extrem viel Spaß mit „Brooklyn Nine-Nine“ und werde bestimmt auch im nächsten Jahr wieder reinschauen: 8/10 (8.3) Punkte.

Masters of Sex – Season 1

Nach einem Ausflug zu den Anfängen meiner Serienleidenschaft ins Jahr 1993, ging es mit „Masters of Sex – Season 1“ wieder zurück zum modernen Serienkino der 2010er Jahre. Bei dem Titel (und zugegebenermaßen auch Pay-TV-Sender Showtime) könnte man leicht eine Serie mit Schmuddel-Touch erwarten, doch bekommt man ein historisches Drama präsentiert, das am ehesten an „Mad Men“ erinnert. Sex gibt es dennoch zu genüge, jedoch ist dieser tatsächlich ausnahmsweise relevant für die Handlung. Alles nur Show oder tatsächlich ernsthaftes Drama?

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Während der ersten paar Episoden war ich wirklich schwer begeistert: eine absolut famose Ausstattung, grandiose Schauspieler sowie ein spannendes und ungewöhnliches Thema. Man ist es heutzutage ja gewohnt recht explizite Sexszenen in TV-Serien zu sehen, doch sind diese meist selbstzweckhaft und dienen oft nicht wirklich der Handlung. Aufgrund der Thematik der Serie ist dies in „Masters of Sex“ natürlich nicht so, wenngleich man sich auch fragen könnte, ob nicht das Thema an sich schon einen gewissen Selbstzweck verfolgt. Egal wie man es dreht und wendet, die Serie stellt nicht nur Sex wunderbar offensiv in den Mittelpunkt, sondern auch das damit einhergehende Beziehungsgeflecht: Sex, Liebe, Vertrauen. Es lässt sich eben nicht alles durch pure Zahlen beschreiben.

Mit Michael Sheen und Lizzy Caplan hat die Serie zwei fantastische Hauptdarsteller, welche die Geschichte mühelos tragen. Dies ist auch bitter nötig, denn speziell ihre Beziehung untereinander könnte schlechter gespielt leicht ins Unglaubwürdige abdriften. So aber ist es eine Freude den beiden Charakteren dabei zuzusehen, wie sie für ihre Studie kämpfen und, im wahrsten Sinne des Wortes, alles dafür geben. Doch auch was die Nebendarsteller angeht (u.a. Beau Bridges und Allison Janney als dysfunktionales Ehepaar) hat die Serie einiges zu bieten. Auch Ausstattung und Inszenierung sind über jeden Zweifel erhaben und wirken, wie die meisten heute produzierten Serien, eher wie für die große Leinwand gemacht.

Zu Beginn habe ich „Masters of Sex“ mit „Mad Men“ verglichen, was aufgrund der formalen Aspekte auch unbedingt nahe liegt. Über den Verlauf der Staffel musste ich jedoch feststellen, dass Drehbuch und Handlung nicht ganz mit dem fantastisch geschriebenen AMC-Drama mithalten können. Die Serie bleibt stets unterhaltsam, doch so manche Charakterentwicklung wirkt überhastet und auch die Dialoge könnten geschliffener sein. Letztendlich schadet das dem Unterhaltungswert kaum, doch überstrahlt das soapig anmutende Beziehungsdrama oft die eigentlich spannendere Handlung rund um die Studie und größere Themen.

Auch wenn „Masters of Sex“ nicht das große neue Drama ist, so weiß das historische Setting, das komplexe Beziehungsgeflecht und – wie sollte es anders sein? – das Thema Sex, aus mehr oder weniger wissenschaftlicher Sicht, bestens zu unterhalten. Man sollte sich aber keine Illusionen machen, dass das Gezeigte historisch besonders fundiert wäre; es ist eine fiktionale Serie, die ein gewisses historisches Setting sowie reale Personen aufgreift. Der Rest ist pure Unterhaltung in hochwertigstem Gewand: 9/10 (8.5) Punkte.

The Middle – Season 2

Vor etwas mehr als eineinhalb Jahren Jahren habe ich in diesem Blog die erste Staffel dieser Serie besprochen. Mit „The Middle – Season 2“ gab es nun 24 weitere Episoden rund um die Familie Heck aus Indiana, welche mir erneut viel Freude gemacht haben, ohne dass jedoch der Funke vollends überspringen wollte…

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Im Grunde gibt es nahezu keine Unterschiede zwischen der ersten Staffel von „The Middle“ und dieser zweiten Staffel. Dies ist einerseits gut, andererseits aber auch ein wenig schade. Die Charaktere haben sich nicht weiterentwickelt und es gibt auch keine episodenübergreifenden Handlungsstränge. Man nimmt weiterhin am turbulenten Leben der Familie Heck teil, das meist ohne größere Highlights vor sich hinplätschert und dabei einfach nur nett und unterhaltsam ist.

Die Geschichten der einzelnen Episoden fand ich größtenteils sogar ein wenig gelungener, als die der ersten Staffel, doch stellte sich irgendwann eine gewisse Sättigung ein. Aufgrund des sehr langen Zeitraums, über den sich die Sichtung der Staffel gestreckt hat, ist dieser negative Faktor aber kaum ins Gewicht gefallen und ich hatte alle paar Wochen enorm viel Spaß mit den neuen Abenteuern der sympathisch-chaotischen Durchschnittsfamilie: 7/10 (7.4) Punkte.

The X-Files – Season 1

Während alle Welt über die neuesten Netflix-Serien schreibt, begebe ich mich zurück ins Jahr 1994 und damit zu den Wurzeln meiner Liebe zu TV-Serien. Als ich mit zarten 14 Jahren erstmals mit „The X-Files – Season 1“ bzw. „Akte X: Die unheimlichen Fälle des FBI“ in Berührung kam, war es um mich geschehen. Die Serie schlug nicht nur in die Genre-Kerbe, nein, sie öffnete diese Welt für mich. Während der ersten zwei Staffeln sollte ich zum weltgrößten Fan werden – und das trotz der beschränkten Empfangsmöglichkeiten der 90er Jahre. Ob mich die Serie auch heute noch mitreißen konnte, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

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Zunächst einmal möchte ich kurz auf die technische Qualität eingehen – und diese ist erschreckend: Ich hatte vor ein paar Monaten das Glück, die DVD-Komplettbox für knapp 40 Euro zu ergattern, was mein Vorstellungsvermögen beinahe gesprengt hat, kann ich mich doch noch gut an Zeiten erinnern, in denen VHS-Sonderausgaben der Serie (z.B. die zusammengehörigen Episoden „Squeeze“ und „Tooms“ auf einer Kassette) für gut 40 DM über den Ladentisch gingen. Trotz der dadurch ausgelösten Euphorie muss ich zugeben, dass die Qualität der DVDs auch die der VHS-Fassungen nicht weit übersteigt. Die aktuell auf diversen Streaming-Portalen ausgestrahlte HD-Fassung (leider nur im 16:9-Format) wirkt dagegen schon zeitgemäßer. Dennoch ist es erstaunlich, wie schnell ich mich an die mindere Qualität gewöhnt hatte und die Serie einfach inhaltlich genießen konnte. Nur Nostalgie oder echte Qualität?

Im Gegensatz zum ein wenig angestaubt wirkenden Look, ist „The X-Files“ inhaltlich durchaus modern. Im Prinzip aufgebaut wie ein typische Krimiserie mit zwei Protagonisten, die erst zusammenfinden müssen, liegt der Kniff im übernatürlichen Element, das damals (weit vor „Lost“, „Fringe“ und Co.) noch wirklich etwas Besonderes war. Man kann also guten Gewissens behaupten, dass Showrunner Chris Carter mit seiner Serie in den 90er Jahren die erste große Mystery-Welle losgetreten hat. Vom Aufbau her bekommt man die klassische Fall-der-Woche-Struktur vorgesetzt, jedoch ist der übergreifende Handlungsstrang (hier als Mythology bezeichnet) deutlich stärker ausgeprägt, als in vielen modernen Serien dieser Art.

Ich kann mich heute noch sehr gut an die erste Episode erinnern, die ich je von der Serie sah: „Ice“ hatte mich damals komplett umgehauen, vielleicht auch weil die Folge nur ein weiteres Remake von „Das Ding aus einer anderen Welt“ ist und ich John Carpenters 1982er Fassung damals natürlich noch nicht kannte. Auch heute noch eine meiner Lieblingsepisoden. Weiterhin mochte ich alle Mythology-Episoden, die perfekt auf die Laufzeit der Staffel verteilt sind. Neben weiteren Highlights, wie „Eve“ oder „Tooms“, gab es auch deutlich schwächere Episoden, was wieder einmal den Nachteil der 24-Episoden-Struktur von Network-Serien zeigt. Hier möchte ich besonders „Space“ hervorheben, weil mich diese Geschichte damals unglaublich gegruselt hatte und ich sie auch ebenso in Erinnerung behalten habe. So richtig gut ist sie allerdings tatsächlich nicht – und auch der Gruselfaktor der gesamten Serie hat inzwischen etwas abgenommen. Dennoch bin ich froh, sie nicht alleine schauen zu müssen, auch wenn sich die Begeisterung bei meiner Mitseherin doch stark in Grenzen hält.

Nach dem Finale der ersten Staffel, das tatsächlich auch eine der stärksten Episoden ist, bin ich nun sehr froh mich nach all den Jahren wieder einmal an die unheimlichen Fälle des FBI herangewagt zu haben. Zwar gibt es durchaus ein paar schwächere Episoden, doch der Großteil kann auch heute noch überzeugen und die Dynamik zwischen Mulder und Scully ist einfach famos. Ich freue mich nun schon sehr auf die kommenden Staffeln, werde aber – zuliebe meiner Frau – erst einmal eine andere Serie zwischenschieben. Wahrlich ein famoser Einstieg in eine der prägendsten Welten der Seriengeschichte: 8/10 (8.0) Punkte.

Jericho – Season 1 & 2

Serien, speziell aus dem Drama-Bereich, sehe ich aus Zeitgründen selten öfter als einmal. Und schon gar nicht, wenn ich die Sichtung beim ersten Mal abgebrochen habe. Bei „Jericho – Season 1 & 2“ ist die Lage allerdings ein wenig anders. Damals, vor inzwischen beinahe 10 Jahren, hatte ich die Sichtung im letzten Drittel der ersten Staffel abgebrochen, da mir die Serie zu sehr im „Lost“-Fahrwasser mitzuschwimmen schien. Vor ein paar Jahren bekam ich jedoch die Komplettbox zum Geburtstag geschenkt, was mich zu einem weiteren Anlauf bewegt hat – und siehe da: Ich sollte deutlich mehr Spaß mit der Serie haben…

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Irgendwie habe ich eine Schwäche für Serien, die vor ihrer Zeit abgesetzt wurden. Das beste Beispiel hierfür ist natürlich „Firefly“, doch auch „Surface“ hat mich zum Beispiel sehr gut unterhalten. Ähnlich wie Joss Whedons Serie, wurde auch „Jericho“ durch eine Fan-Aktion nach der eigentlichen Absetzung verlängert. Allerdings nicht mittels Film à la „Serenity“, sondern ganz regulär als weitere im TV ausgestrahlte Staffel – auch wenn diese insgesamt nur sieben Episoden umfasst. Die Fans hatten etliche Tonnen Nüsse – als Anspielung an ein Zitat im Finale der ersten Staffel – an den TV-Sender CBS geschickt, was deutlich zeigt wie groß die Begeisterung für die Serie zumindest im kleinen Kreis war.

Nach den 29 Episoden der beiden Staffeln bin ich nun tatsächlich ein wenig enttäuscht, dass mein Besuch in „Jericho“ schon wieder vorbei ist. Zumindest in dieser Form, denn man hat noch zwei weitere Staffeln in Form von Comic-Bänden (siehe auch wieder „Firefly“ bzw. „Serenity“) nachgeschoben. Wie lässt sich die Serie nun am besten beschreiben? Die Erzählweise und Inszenierung erinnert stark an „Lost“, bis hin zu den Soundeffekten und Cliffhangern. Thematisch orientiert sich die Serie ein wenig an „24“ und atmet stark Post-9/11-Paranoia. Atmosphärisch würde ich das Endzeitdrama fast mit „Gilmore Girls“ vergleichen, da das Kleinstadtleben mit den unterschiedlichen Charakteren sehr schön eingefangen wird und man sich bereits nach ein paar Folgen in der titelgebenden Kleinstadt zu Hause fühlt. Dennoch entsteht daraus etwas eigenes, das tatsächlich mehr als die 08/15-Network-Serie ist.

Auch wenn es speziell im Mittelteil der ersten Staffel einige Füllepisoden gibt und auch die Verschwörungsgeschichte ein wenig an den Haaren herbeigezogen scheint, so schafft es die Serie durch das Kleinstadt-Setting und ihre nett geschriebenen Figuren mitzureißen. Die sieben Episoden der zweiten Staffel fallen formal ein wenig ab, da man deutlich merkt, dass weniger Budget zur Verfügung stand (hat mich sehr an die vierte Staffel von „Damages“ erinnert). Inhaltlich jedoch ist die zweite Staffel aufgrund ihrer kompakten Erzählweise herrlich zielgerichtet, explosiv erzählt und nimmt keine Rücksicht auf ihre Charaktere. Leider wirkt die letzte Episode jedoch zu gehetzt und man sieht deutlich, dass hier Kompromisse eingegangen wurden – dennoch funktioniert das Finale einigermaßen als Abschluss der gesamten Serie:

  1. „Jericho – Season 2“ (7.9 Punkte)
  2. „Jericho – Season 1“ (7.8 Punkte)

Auch wenn ich nie gedacht hätte, dass ich die Serie noch einmal angehen werde, so bin ich doch wirklich froh um das Erlebnis. Vermutlich werde ich nun auch noch die Comics lesen und somit noch ein wenig länger in der Welt von „Jericho“ verweilen. Wer Lust auf diese Art von Endzeit-Setting hat, aber keine Zombies sehen will und auch nicht unbedingt zehn Staffeln braucht, der kann durchaus seinen Spaß mit dieser leider nur kurzlebigen Serie haben: 8/10 (7.8) Punkte.