Starship Troopers (1997)

Es muss irgendwann 1996/97 gewesen sein, da sah ich im Kino einen Teaser in dem hunderte von riesigen Insekten über einen Wüstenplaneten rannten. Diese Szene allein hat war für mich ausreichend genug, um zu wissen: ‚Das muss ich sehen!‘ Der Titel des vorgestellten Films: „Starship Troopers“. Ein gutes Jahr später war es dann soweit und Paul Verhoevens Sci-Fi-Satire lief in den Kinos an. Das Problem: Frei ab 18 – glücklicherweise wurde im alten Admiral Kinopalast damals nicht wirklich streng kontrolliert, so dass einer ungetrübten Sichtung nichts im Wege stand. Bis heute einer meiner eindruckvollsten Kinobesuche.

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Bis heute folgten etliche Sichtungen. Anfangs noch auf Videotheken-VHS, inzwischen auf DVD – und immer noch kann mich der Film bestens unterhalten. Ich glaube es gibt nicht viele andere Werke, die so viele Genres beinhalten: Teenie-Romanze, Militärklamotte, astreine Sci-Fi-Action und bitterböse Satire. All das und noch viel mehr ist „Starship Troopers“. Am stärksten wiegen wohl die satirischen Elemente, die sich wie ein roter Faden durch die Geschichte ziehen. Umso unverständlicher, warum der Film bei uns auf dem Index steht. Es gibt wohl nicht viele Filme, die Krieg und Militarismus so kritisch gegenüberstehen. Schon sehr merkwürdig, meine Damen und Herren von der BPjS.

Neben den satirischen Spitzen funktioniert der Film auch perfekt als Sci-Fi-Abenteuer. Dank der starken Soap Opera-Anteile wird man sehr schnell in die Geschichte hineingesogen und mit den Figuren vertraut. Ein Klischee jagt hier das nächste – und ehe man sich versieht, erwischt einen der nächste satirische Hieb wieder völlig unvorbereitet. Ein ziemlich geniales Konzept, das Verhoeven hier noch konsequenter umsetzt, als im thematisch verwandten „RoboCop“.

Neben den rein inhaltlichen Werten liefert „Starship Troopers“ auch so einiges für das Auge. Mir als VFX-Freak ist besonders die grandiose Kombination aus CGIs und practical effects aufgefallen. Wirklich famos. Ich möchte gar nicht überlegen, was hier alles an Planung nötig gewesen ist. Der Schnitt trägt sein übriges dazu bei, den Film in jeder Szene glaubwürdig erscheinen zu lassen.

Eine besondere Erwähnung ist mir noch Neil Patrick Harris (Barney, „How I Met Your Mother“) wert, der hier in einer wirklich gänzlich anderen Rolle zu sehen ist. Für mich das Tüpfelchen auf dem i in einem nahezu perfekten Film. Unbedingt sehenswert: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

I Am Legend (2007)

Nachdem es letzte Woche nicht geklappt hat, bin ich gestern nach einem arbeitsreichen Tag noch spontan in die Richard Matheson-Verfilmung „I Am Legend“ gegangen. Die Vorlage kenne ich nicht, auch nicht die erste Verfilmung „The Last Man on Earth“ bei der Matheson selbst das Drehbuch geschrieben hatte. „Der Omega Mann“ mit der 70er Jahre Sci-Fi-Ikone Charlton Heston („Planet der Affen“) ist mir dagegen – zumindest teilweise – ein Begriff. So erinnere ich mich noch dunkel an einige Szenen. Da ich postapokalyptische Stoffe von jeher reizvoll finde, war ich umso gespannter auf die Neuinterpretation von Regisseur Francis Lawrence („Constantine“).

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Erwartet hatte ich schlimmstenfalls ein typisches Will Smith-Vehikel. Glattgebügelte Witze und ausufernde Actionszenen. Probleme, die besonders der Isaac Asimov-Verfilmung „I, Robot“ zu schaffen machten. Teilweise ist „I Am Legend“ auch der typische Blockbuster, den der Hauptdarsteller vermuten lässt: Die eröffnende Jagdszene ist nicht zwangsweise nötig und wirkt viel zu ausgewalzt. Schön anzusehen, aber eigentlich nur reines eye candy. Es gibt einige dieser Szenen – besonders mit den Infizierten – jedoch nehmen sie glücklicherweise nicht überhand.

Positiv muss ich auf jeden Fall Will Smith hervorheben. Besonders nach seinem Zusammenbruch wirkt er teils sehr verletzlich, verstört und einfach nur müde. Für mich sehr nachvollziehbar und gut gespielt. Ich fand auch Schäferhund Sam eine sehr gelungene Ergänzung und kann die häufige Kritik an ihm nicht verstehen. Die Rolle des tierischen Kumpanen erinnerte mich etwas an Wilson aus „Cast Away“ und funktionierte für mich ähnlich gut. Ein nachvollziehbarer emotionaler Anker in der Geschichte.

Die Infizierten selbst fand ich auch nicht so schlecht dargestellt, wie es nahezu überall kritisiert wird. Sicherlich sind manche Sprünge und Bewegungen als typische CGIs auszumachen, doch das Design selbst weiß durchaus zu überzeugen. Auch Masken und Make-up in den ruhigeren Einstellungen können sich sehen lassen. Ich dagegen fand die kontextbezogene Darstellung fragwürdiger: Einerseits wurden die Infizierten als reine Tiere gezeigt, die nur ihren Instikten folgen – andererseits gab es einen Anführer, der zudem noch relativ intelligent gezeichnet wurde. Das war für meinen Geschmack zu wenig durchdacht.

Das Ende des Films scheint zwar – oberflächlich betrachtet – schockierend, doch meiner Meinung nach sind die Handlungen hier deutlich zu plakativ. Ebenso wie die vorhergehenden Referenzen auf göttliche Vorhersehung und Ground Zero. Aber nun gut, schließlich ist „I am Legend“ ja auch US-Blockbuster-Kino.

Für Freunde des Genres ist „I Am Legend“ auf jeden Fall eine Sichtung wert. Das leere New York wurde selten so überzeugend dargestellt und die Zeit vergeht wie im Flug. Man sollte sich nur nicht die neue Genre-Offenbarung erwarten: 7/10 Punkte.

Blade Runner – Final Cut (1982)

Gestern Abend habe ich endlich Ridley Scotts Final Cut von „Blade Runner“ gesehen. Mit kaum einem Film verbindet mich mehr. Bereits bevor meine generelle Liebe zum Film ausgebrochen ist, hatte ich diesen Sci-Fi-Meilenstein ins Herz geschlossen. Damals – ich schätze um 1995 – war in meinem Freundeskreis das Rollenspielfieber ausgebrochen. Wir spielten „Shadowrun“ und machten die nahe Zukunft unsicher. Im Zuge dessen hielt ich Ausschau nach Filmen, deren Handlung in einem ähnlichen – von Cyberpunk geprägtem – Universum angelegt war. Ich fand eine VHS von „Blade Runner“ (Director’s Cut Fassung).

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Nach der ersten Sichtung war ich etwas enttäuscht, da ich mir mehr Action und mehr Cyberpunk erwartet hatte. Doch es sollte nicht lange dauern, da zog mich der Film wieder magisch an. In den nächsten Jahren folgten unzählige Sichtungen. Als ich um 1997 die Welt des Internets betrat, führten mich meine ersten Ausflüge auf Fanseiten des Films. Ich las von einem Kinocut und von ausführlichen Theorien. Las von der Vorlage und kaufte mir daraufhin Philip K. Dicks „Do Androids Dream of Electric Sheep?“ – ich war begeistert. Vor allem davon, was Ridley Scott aus der Vorlage gemacht hatte. Erstmals wurde mein Interesse für Adaptionen geweckt. Für deren Kunst. Vorab kannte ich nur „Die unendliche Geschichte“ und „Jurassic Park“ als mehr oder weniger gelungene Beispiele.

Mit Einführung der DVD hat schließlich die Wartezeit begonnen. Ich wollte „Blade Runner“ in besserer Qualität sehen. Am besten inklusive Kinocut. Da bereits recht früh (um 2000) erste Gerüchte bezüglich einer restaurierten neuen Schnittfassung im Umlauf waren, beschloss ich auf die erste Veröffentlichung des Director’s Cut zu verzichten. Heute (immerhin 7 Jahre später) halte ich endlich die ultimative Fassung – inklusive Kino- und Director’s Cut – in den Händen. Ein wahres Fest für den geneigten Fan.

Nun aber zum Film: Immer noch grandios. Ich kann die meisten Dialoge noch mitsprechen und die Bild- und Tonqualität ist ein Traum. Unterschiede zum Director’s Cut konnte ich – bis auf vielleicht zwei Szenen – allerdings nicht feststellen. Aber das macht nichts, denn meiner Meinung nach war dieser bereits perfekt. Man wird in diese Welt hineingesogen. In diesen Schmelztiegel der Kulturen. Diese düstere Zukunft. Diese Welt, in der sich der Mensch zum Schöpfer erhebt. Zum Herren über Leben und Tod. Die philosophischen Ansätze sind heute aktueller denn je. Ein großer Film. Ein Film für die Ewigkeit.

Besonders herausragend ist die Inszenierung. „Blade Runner“ ist wohl einer der formal perfektesten Filme. Man merkt hier deutlich Ridley Scotts Ursprünge als Art Director und sein Talent für visuelle Gestaltung. Auch der Einfluss des berühmten Industriedesigners Syd Mead ist in jeder Einstellung vorhanden. Vangelis schafft es zudem den bombastischen visuellen Eindruck durch seinen minimalistischen und ungewöhnlichen Score zu verstärken. Bild und Ton bilden eine untrennbare Einheit. Das ist wahre Kunst.

Erwähnen muss ich auch noch die perfekt gecasteten Schauspieler. Allen voran Harrison Ford, der den Blade Runner perfekt verkörpert. Hart und verletzlich zugleich. Mit Rutger Hauer („Hitcher: Der Highway Killer“, „Split Second“) wurde zudem der perfekte Gegenspieler besetzt. Hauer schafft es den Replikanten mit einer derartigen emotionalen Tiefe zu spielen, dass ich bei seiner letzten Szene regelmäßig eine Gänsehaut bekomme. Seine bis heute beste Leistung. Des Weiteren habe ich bei der gestrigen Sichtung festgestellt, woher ich den Darsteller des mysteriösen Gaff kenne: Es ist niemand anderes als Edward James Olmos (Admiral William Adama, „Battlestar Galactica“).

Ridley Scotts „Blade Runner“ ist für mich immer noch einer der besten Filme aller Zeiten – auch im Final Cut. Die Frage ob Deckard nun ein Replikant ist wird weiterhin Generationen beschäftigen. Eine endgültige Antwort liefert auch diese Schnittversion – sieht man einmal von Ridley Scotts direkten Aussagen ab – nicht. Einer der wenigen Filme, die die Bezeichnung Meisterwerk verdienen: 10/10 Punkte.

Roy Batty: ‚I’ve seen things you people wouldn’t believe. Attack ships on fire off the shoulder of Orion. I watched C-beams glitter in the dark near the Tannhauser gate. All those moments will be lost in time, like tears in rain.‘

Prädikat: Lieblingsfilm

Species

Als Jugendlicher habe ich viele Filme gesehen. Besonders Horror-, Sci-Fi- und Actionfilme standen damals auf dem Programm. Die meisten habe ich heute wieder vergessen, doch einige haben im Freundeskreis größere Popularität erlangt. So auch „Species“, der mit seiner Mischung aus Sex, Splatter und Science-Fiction genau die richtigen Zutaten enthielt. Ob der Film nach knapp 10 Jahren immer noch überzeugen kann?

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Die Geschichte um den männermordenden Alien-Mensch-Klon hat durchaus seine Momente. Natasha Henstridge hat macht immer noch eine gute Figur und die etwas andere Monsterhatz birgt durchaus Unterhaltungswert. Leider fallen mir die Schwächen des B-Movies – und nichts anderes ist „Species“ – heute umso deutlicher auf: Das Expertenteam handelt teils so dämlich, dass man sich beinahe in einer Parodie wähnt. Die Charaktere bleiben blass und fallen dem Zuschauer unglaublich auf die Nerven. Was bitte sollte das mit Forest Whitakers Figur? Alles Zutaten für einen höchstenfalls durchschnittlichen B-Movie.

Nett fand ich dagegen Schauspieler zu sehen, die mir damals noch nichts sagten. Michelle Williams („Dawson’s Creek“, „Brokeback Mountain“) spielt beispielsweise das junge Alien und Marge Helgenberger („CSI: Las Vegas“) ist als Biologin zu sehen. Das Spiel mit geschlechtsspezifischen Klischees fand ich auch unterhaltsam, doch leider wird hier viel dem reinen Effekt geopfert. Schade.

Am Ende bleibt ein Monsterfilm mit netter Grundidee und effekthascherischer Umsetzung. Durchaus unterhaltsam, aber einfach zu durchschnittlich um heute noch wirklich überzeugen zu können. Dann lieber zum dutzendsten Male „ALIEN“. Mit großem Nostalgiebonus: 6/10 Punkte.

Krieg der Welten – OT: War of the Worlds (2005)

Normalerweise bin ich über aktuelle Kinofilme stets mehr als nur ausführlich informiert. Besonders wenn es sich um große Hollywoodproduktionen handelt. Bei Steven Spielbergs „Krieg der Welten“ war das anders. Ich hatte keine Artikel darüber gelesen, keine Trailer gesehen, keine Plakate oder ähnliches. Erst als der Film im Kinoprogramm aufgetaucht ist habe ich ihn wahrgenommen. Die Sichtung erfolgte somit ziemlich spontan und ich war schwer begeistert.

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„Krieg der Welten“ ist ein typisches Spielberg-Vehikel. Dies mag vielen Leuten bitter aufstoßen. Für mich dagegen – als bekennender Spielberg-Freund – zeigt der Film einmal wieder eine ausgewogene Mischung aus Familiendrama und bombastischem Actionkino. Die klassische Geschichte von H.G. Wells wurde in die heutige Zeit verlegt, ansonsten bleibt alles beim Alten. Selbst die etwas angestaubte Auflösung wurde übernommen. Für mich ergibt sich daraus eine gelungene Interpretation des Klassikers.

Die Qualitäten des Films liegen für mich zum einen in den eher ruhigen Szenen innerhalb der zerrütteten Familie mit all den zwischenmenschlichen Spannungen sowie in den grandios inszenierten Weltuntergangsszenarien. Die Flucht mit dem Auto bis zur Fähre ist wahrlich erschütternd und absolut mitreißend. Die Dreibeiner wirken beinahe lebendig und stets bedrohlich. Mehr als einmal kommt Endzeitstimmung auf – wobei wir auch schon bei den Kritikpunkten angelangt wären.

Spielbergs Film wirkt für mich über weite Strecken einfach zu gehetzt. Zu komprimiert. Die Geschichte schreit gerade zu nach einer epischen Umsetzung. Durch die ausführliche – und absolut gelungene – Einführung der Charaktere und der knappen Laufzeit von nicht einmal zwei Stunden bleibt zu wenig Zeit vom Aufstieg bis zum Fall der Tripoden. Hier wäre meiner Meinung nach weit mehr drin gewesen – auch was Charaktertiefe und -entwicklung angeht.

Für mich ist „Krieg der Welten“ ein ausgezeichneter Unterhaltungsfilm. Natürlich sollte man Spielbergs Art Geschichten zu erzählen mögen – aber das gilt ja für jeden Regisseur. Einer der wenigen Filme, bei denen ich auf einen Extended bzw. Director’s Cut gehofft hätte: 8/10 Punkte.

V wie Vendetta – OT: V for Vendetta (2006)

Nach „From Hell“ habe ich mit „V wie Vendetta“ die zweite Verfilmung einer Graphic Novel von Alan Moore gesehen. Im Gegensatz zur Geschichte um Jack the Ripper kenne hier die Vorlage allerdings nicht. Vielleicht macht es mir dieser Umstand so einfach, den Film – wie bereits bei der Erstsichtung im Kino – wirklich gut zu finden.

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In „V wie Vendetta“ wird keine neue Geschichte erzählt. Seit George Orwells „1984“ sind fiktive totalitäre Systeme in Literatur und Film ein beliebtes Thema. Ihren Höhepunkt dürfte dieses Genre im Film wohl mit Terry Gilliams „Brazil“ gefunden haben. Der von den Wachowskis („The Matrix“) produzierte Film um den an klassische Superhelden erinnernden V (Hugo Weaving) ist einfacher. Geradliniger. Glatter. Und doch steckt mehr dahinter, als man auf den ersten Blick meinen mag.

Für mich ist der Film gerade durch seinen Platz zwischen den Welten interessant. Die düstere Darstellung eines Überwachungsstaats wird mit klassischen Comic-Motiven durchsetzt. Zudem werden einige interessante Fragen zum Thema Terrorismus angeschnitten. Würde das Umfeld ernsthafter sein und die erhöhte Realität – die den Charakter umgibt – wegfallen, dann hätte der Film meiner Meinung nach weniger Wirkung erziehlt. Durch die Augen von Evey sehen wir hinter den Fanatismus. Erkennen persönliche Motive. Sehen auch den Menschen hinter der Idee.

„V wie Vendetta“ für einen politisch anspruchsvollen und erleuchtenden Film zu halten wäre falsch. Dem Zuschauer werden allerdings auf äußerst unterhaltsame Weise ein paar Ideen, Möglichkeiten und Vorschläge – ganz gleich ob richtig oder falsch – zugespielt, die tiefer blicken lassen. Dank Comicwelt unaufdringlich und unterhaltsam.

Inszenatorisch ist der Film überraschend ruhig und gemäßigt. Bis auf ein paar nett choreographierte Actionszenen erinnert nicht viel an die Produzenten. Der Score ist einprägsam und die Besetzung ist wahrlich famos – und das nicht nur wegen Natalie Portman („Garden State“).

Auch bei der zweiten Sichtung konnte mich der Film – bis auf kleinere Schwächen – voll und ganz überzeugen. Für tiefschürfendere Auseinandersetzungen mit der Thematik gibt es andere Werke. Hier wird man einfach nur gut unterhalten – und das ohne das Gehirn ganz abschalten zu müssen: 8/10 Punkte.

V: ‚Remember, remember the 5th of November.‘

The Abyss – Special Edition (1989)

Aktualisierung: Ich habe „The Abyss“ am 30. Mai 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Wie bereits unzählige Male erwähnt liebe ich Filme die am, im oder unter Wasser spielen. Nicht nur deshalb ist James Camerons „The Abyss – Special Edition“ einer meiner ältesten und beständigsten Lieblingsfilme. An die Erstsichtung erinnere ich mich noch ganz genau: Es war während der Schulzeit, meine Eltern waren verreist und ich hatte sturmfrei. Folglich waren einige Freunde im Haus und es wurden bis in die Nacht Filme geschaut, es wurde gegessen, getrunken und gelacht. Eine Erinnerung aus einer völlig sorgenfreien Zeit, in der man noch die ganze Zukunft vor sich hatte. Vielleicht schaue ich „The Abyss“ deshalb oft, bevor ein einschneidendes Erlebnis stattfindet.

The Abyss (1989) | © Walt Disney / LEONINE

The Abyss (1989) | © Walt Disney / LEONINE

Der Film gewinnt bei mir schon alleine aufgrund seines Settings. Im Wasser. Mitten im Meer. Tiefseegräben. Was will man mehr? Hinzu kommt ein sehr gelungener Spannungsaufbau und eine Inszenierung, wie sie nur von James Cameron kommen kann. Alles wirkt sehr realistisch und authentisch, wenngleich man sich doch klar darüber ist, dass es sich um einen Sci-Fi-Film handelt. Dies ist Cameron – in meinen Augen – bereits bei „ALIENS“ gelungen und trägt viel dazu bei, dass man in die Geschichte hineingesogen wird. Die perfekte Unterhaltung.

Große Pluspunkte sammelt der Film durch seine beinahe schon epischen Unterwasserszenen. Man merkt einfach, dass hier wirklich im Wasser gedreht wurde. Alles wirkt handgemacht und irgendwie natürlich. Doch auch in Sachen VFX kann der Film überzeugen: Der Wassertentakel war damals (1989) absolut state of the art – „Terminator 2“ kam mit seiner metallischen Fluidsimulation erst ca. zwei Jahre später!

Die Geschichte ist absolut packend – selbst bei der dutzendsten Sichtung – und kann selbst am Ende voll und ganz überzeugen. Manche Zuschauer mögen sich ja an dem überglücklichen Ende stören, doch für mich passt das sehr gut zum restlichen Film. Auch die Botschaft finde ich schön – zwar nicht sonderlich innovativ, aber schön. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich den Film nur in der längeren Special Edition kenne und die Kinofassung bisher nicht angeschaut habe – vermutlich würden mir zu viele Szenen einfach fehlen.

Die Schauspieler sind allesamt gut gewählt. Ed Harris und Mary Elizabeth Mastrantonio harmonieren erstklassig miteinander und spielen auch die Extremsituationen absolut glaubwürdig. Der Cameron-Spezi Michael Biehn darf dieses Mal den Bösewicht mimen, wobei er auch recht erfolgreich ist. Der bombastische Score trägt viel zur epischen Atmosphäre bei und unterstützt die Handlung, wo er nur kann.

Fazit

„The Abyss“ ist bei mir über jeden Zweifel erhaben. Einer meiner ewigen Lieblingsfilme. Für Wasserratten – auch wenn nur filmische – besteht Sichtungspflicht: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Split Second

In meiner Jugend habe ich mir ganz gerne B-Movies angeschaut. Man hatte (zu) viel Zeit und neue Entdeckungen wurden im Freundeskreis schnell als Kultfilm gehandelt. Aus dieser Zeit stammt auch „Split Second“ – ein spaßiger B-Movie mit dem stets sympathischen Rutger Hauer. Die letzte Sichtung liegt nun bestimmt schon 10 Jahre zurück und dementsprechend hat sich auch meine Sichtweise geändert.

Den ersten Teil finde ich nach wie vor wirklich gut. Im London des fiktiven Jahres 2008 herrscht eine bedrückende Atmosphäre. Durch die Klimaerwärmung ist die Themse über ihre Ufer getreten und London befindet sich unter ständigem Hochwasser. In dieser düsteren Welt spielt Rutger Hauer einen zynischen Cop, der einen brutalen Serienkiller verfolgt. Unterstützt wird er dabei von einem neuen Kollegen. Im Verlauf des Films wandelt sich die Handlung zu einem „ALIEN“-Ripoff, was den Film heute eher etwas lächerlich erscheinen lässt.

Die Geschichte bewegt sich irgendwo zwischen „Bladerunner“ und „ALIEN“. Die Figuren agieren dabei wie in einem Buddy-Movie, was dem Film einen humorigen Unterton gibt. All das wirkt leider sehr uneigenständig und zusammengeklaut, wobei der Film – für einen B-Movie – durchaus gut geschriebene Figuren zu bieten hat. Das Set-Design gefällt mir auch sehr gut. Man sieht den Locations das niedrige Budget nicht zwangsweise an. Bei der Kreatur merkt man es dafür mehr als deutlich, wodurch der Film für mich am Ende auch nicht mehr so recht funktionieren will.

Der Kultfilm aus meiner Jugend ist heute leider wirklich nur noch ein nett anzusehender B-Movie. Ich mag die düstere Atmosphäre, die Charaktere und natürlich Rutger Hauer. Übrigens spielt Kim Cattrall („Sex and the City“) die weibliche Hauptrolle. Netter Sci-Fi-Trash, den man jedoch nicht zu ernst nehmen sollte: 5/10 Punkte.

Schlacht um den Planet der Affen – OT: Battle for the Planet of the Apes

Mit „Schlacht um den Planet der Affen“ ist vorerst Schluss mit dem Affentheater – und das ist auch gut so. Nicht, dass ich keine Freude an den Filmen gehabt hätte, doch dank der geballten 70er Jahre Optik, der oft redundanten Handlung sowie der gewöhnungsbedürftigen Musik bin ich nun froh einmal wieder einen Film ohne Affen zu sehen. Gespannt auf die erneute Sichtung des Remakes und die Erstsichtung der TV-Serie bin ich dennoch – aber alles zu seiner Zeit.

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J. Lee Thompsons zweite Regiearbeit für die Filmreihe schließt nahtlos am Vorgänger an: Die Affen leben (zum ersten Mal in der Reihe!) in einer einigermaßen friedlichen Koexistenz mit den Menschen zusammen. Ceasar ist ein friedliebender Herrscher, doch die Gorillas zeigen den Menschen gegenüber bereits gewaltbereite Tendenzen. Als die Affen bei einer Expedition in die verbotene Zone nun auf verstrahlte Menschen treffen, ist eine weitere Auseinandersetzung unausweichlich. Soweit die Geschichte.

Auf mich macht „Schlacht um den Planet der Affen“ einen etwas unnötigen Eindruck. Die Szenen im Affenlager und die Darstellung des Zusammenlebens zwischen Mensch und Tier halte ich für recht gelungen. Auch die Dynamik zwischen den Affenarten zeugt von Potential. Der weitere Kampf allerdings ist nicht wirklich nötig. Zudem schafft es der Film – in Bezug auf die Zeitachse der Reihe – nicht eindeutig Position zu beziehen: Ändert sich nun die Zukunft? Warum hat man dies dann nicht deutlicher gemacht? Bleibt sie unverändert? Warum zeigt man dann solch einen unbedeutenden Ausschnitt aus der Geschichte der Affen? Alles wirkt nicht so recht durchdacht.

Im Folgenden möchte ich meine persönliche Rangliste der „Planet der Affen“-Filme darstellen. Letztendlich ist allein der erste Teil großes Kino und wirklich Pflichtprogramm für jeden Filmfreund. Der Rest der Film ist teils ganz nett, größtenteils aber einfach unnötig. Zur reinen Unterhaltung durchaus geeignet, aber mehr ist da nicht:

1. „Planet der Affen“ (1968 )
2. „Flucht vom Planet der Affen“
3. „Eroberung vom Planet der Affen“
4. „Schlacht um den Planet der Affen“
5. „Rückkehr zum Planet der Affen“

Das letzte Kapitel in der Affengeschichte bietet somit ganz nette Unterhaltung. Wenn man ihn nicht sieht, verpasst man allerdings auch nichts. Absoluter Durchschnitt mit einem – für die Reihe – erstaunlich positiven Ende: 5/10 Punkte.

Eroberung vom Planet der Affen – OT: Conquest of the Planet of the Apes

Mit „Eroberung vom Planet der Affen“ bewegt sich die Reihe mit großen Schritten auf ihr Ende – bzw. ihren Anfang – zu. Die Geschichte setzt – mit etwas zeitlichem Abstand – direkt an ihrem Vorgänger an und bietet so ziemlich genau das, was man als Zuschauer erwartet: Die Versklavung der Affen und ihre Befreiung durch den Nachkommen von Dr. Zira und Cornelius.

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Wieder einmal wird in einem Teil der „Planet der Affen“-Reihe ein politisches Thema aufgegriffen. Dieses Mal sind es die Rassenunruhen und der Rassismus. Obwohl teils als gelungen zu bezeichnen, ist es auf der anderen Seite natürlich fragwürdig die Rolle der Afroamerikaner von Affen ausfüllen zu lassen. Vielleicht sollte man sich darüber aber einfach auch nicht so viele Gedanken machen und den Film als nette Erweiterung des Affen-Universums sehen, das hier deutlich an Tiefe gewinnt.

Einerseits ist es nun wirklich interessant und sehenswert den Aufstieg der Primaten zu verfolgen. Andererseits kommt es dagegen zu keinen Überraschungen, da die groben Ereignisse bereits aus den Vorgängern bekannt sind. So habe ich – trotz der relativ kurzen Laufzeit – einige Längen wahrgenommen und die Kampfszenen gegen Ende waren teils auch recht redundant.

„Eroberung vom Planet der Affen“ ist sicherlich kein Meisterwerk, bietet aber eine schöne Vertiefung der Geschichte und kann allemal gut unterhalten: 6/10 Punkte.