Ich liebe Edgar Wright. Bereits mit „Spaced“ hat er mein kleines Nerdherz schneller schlagen lassen. So viele Ideen, so grandios umgesetzt. Dann „Shaun of the Dead“, der Traum eines jeden Zombiefans. Mit „Hot Fuzz“ lieferte er einen der unterhaltsamsten Actionfilme der letzten Jahre ab und nun? „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ – erstmals ohne das Duo Simon Pegg und Nick Frost, dafür mit gefeierter Vorlage. Konnte das wirklich gut gehen?

Oh ja! Edgar Wright ist wieder einmal ein grandioser Film gelungen. Ein Film, wie ein Rausch. Ein Film, dessen audiovisueller Stil alles zu ersticken droht – und wohl gerade deshalb die stillen Szenen umso mehr hervorhebt. Ein Film, der wohl nur von einer bestimmten Generation verstanden werden wird. Lieben oder hassen – eine Grauzone ist kaum vorstellbar. Mich hatte der Film ja bereits beim 8-bit Universal-Logo und dem „The Legend of Zelda“-Jingle. Man muss kein nerdiger Hipster sein, um der audiovisuellen Flut Herr zu werden. Aber es hilft. Vermutlich.
Die Vorlage kenne ich zugegebenermaßen nicht. Noch nicht. Die Lektüre der „Scott Pilgrim“-Comics steht allerdings schon jetzt ganz oben auf meiner Leseliste. Insofern kann ich die Vorlagentreue nicht beurteilen. Das Mitwirken des Autors lässt aber hoffen. Zudem wirkt der Film als geschlossene Einheit und nicht, wie eine schöne 1:1-Umsetzung der Panels. Die Dialoge sind nahezu perfekt. Zwar nicht immer zum laut Lachen, doch stets zum leise Freuen. Herzerwärmend, witzig und pointiert. Man merkt hier auch immer wieder Edgar Wrights perfektes Gefühl für Timing.
Mein Kritikpunkt? Wohl der starke Schwerpunkt auf die Kämpfe. So bombastisch diese anzusehen sind, so sehr hätte ich mir doch noch mehr Dialoge und zwischenmenschliche Szenen gewünscht. Dennoch sind die Kämpfe natürlich wunderbare Allegorien, die einen bestimmten Lebensabschnitt ziemlich gut einfangen. Wie ihre langfristige Wirkung ist, müssen garantiert folgende Wiederholungssichtungen zeigen. Bis dahin hoffe ich auf weitere Filme. Please, Mr. Wright (and Producers, of course).
Für mich ist „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ ein fantastischer Film, der ein ziemlich undefinierbares Zeitgefühl ziemlich perfekt einfängt. Videospiele, Musik, Leben. Ja, diesen Themen hat dieser Film gefehlt. Nun ist er da und ich bin hoch erfreut. Michael Cera hat natürlich abermals seine Rolle gefunden. Wie hätte es auch anders kommen können? Nicht für jeden, aber für seine diffuse Zielgruppe eben einer dieser speziellen Filme: 9/10 Punkte.
So zügig, wie Jussi Adler-Olsen „Erbarmen“ habe ich schon lange kein Buch mehr gelesen. Zugegebenermaßen habe ich für die erste Hälfte beinahe einen Monat benötigt, doch der Rest ging dann ziemlich flott innerhalb eines Tages. Manchmal muss man sich eben bewusst Zeit zum Lesen nehmen – gar nicht so einfach zwischen Job und Familie.






In den letzten Tagen habe ich gemerkt, wie sehr ich es vermisst hatte zu lesen. Zwar lese ich in meinem Beruf täglich diverse Fachthemen und bin auch auf unzähligen Blogs unterwegs, doch Unterhaltungsliteratur in Buchform? Ich kann mich kaum daran erinnern das letzte Mal ein Buch wirklich verschlungen zu haben. Irgendwie traurig. Durch eine fiese Erkältung, hatte ich plötzlich ein paar Tage Zeit, um „Dark Secret“ von Douglas Preston und Lincoln Child zu – ja, ganz genau! – verschlingen. Endlich wieder lesen.