Media Monday #154

Die Hitzewelle hat uns voll im Griff. Die Tage werden schwitzend im Garten verbracht, die Nächte in der Dachwohnung sind unerträglich heiß. An kühlenden Badespaß ist dennoch nicht zu denken, plagt unser Zappelinchen doch einmal wieder ein fieser Husten. Puh! Ich selbst komme gerade aus einer Aufführung des Musicals „My Fair Lady“ und da die Kinder sowieso wach sind, husten und weinen, kann ich nebenbei gleich die Fragen des Medienjournals beantworten…

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  1. Filme werden für das Kino gemacht – sagt man ja so schön. Doch dann gibt es da ja auch noch Fernsehfilme. Die zeichnen sich für mich zuvorderst dadurch aus, dass sie meist komplett an mir vorübergehen, weil ich mit ihnen dröge TV-Dramen über Problemthemen (ÖRs) oder generische Liebeskomödien (Private) verbinde.
  2. Als Literatur kann man ja vieles bezeichnen. Für mich ist das eine Kategorie ohne jegliche Wertung – es gibt eben solche und solche Literatur.
  3. Übermächtige Helden, die nicht sterben zu können scheinen gehören um Actionkino der 80er Jahre, doch auch heute werden immer wieder Exemplare dieser Spezies gesichtet.
  4. Nicht, dass man den Namen des Kameramannes kennen müsste, aber gerade Michael Ballhaus ist mir im Gedächtnis geblieben ob der ungewöhnlichen Blickwinkel und des einzigartigen Looks, denn ohne ihn müssten Martin Scorseses Filme, wie z.B. „GoodFellas“, wohl mit weniger Plansequenzen auskommen.
  5. Animes schaue ich selten – „Akira“, „Prinzessin Mononoke“ und „Chihiros Reise ins Zauberland“ fand ich aber toll.
  6. Mobile Games – sprich Apps – zu aktuellen Kinofilmen sind inzwischen wichtige Marketing-Instrumente.
  7. Zuletzt gesehen habe ich „Trance: Gefährliche Erinnerung“ und das war ein toll anzusehendes Filmerlebnis mit inhaltlichen Abstrichen, weil Danny Boyle mehr Augenmerk auf die Insenierung, als auf das Drehbuch gelegt hat.

27 Gedanken zu “Media Monday #154

  1. Da haben wir doch bei drei Fragen eine sehr ähnlich Auffassung 🙂 Das mit den Liebeskomödien ist bei mir ganz genauso – ich glaube, bei Sat1 gab es auch eine ganze Weile mal immer dienstags irgendeinen Film, in dem dann Leute wie Annette Frier die Hauptrolle spielen…

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    • Und auf den ÖR’s sieht man dann auch immer dieselben Schauspieler, zumeist allerdings noch eine Stufe älter. Oh, er liebt mich – jetzt nicht mehr – am Ende dann doch. Alle happy.

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      • Die ÖRs müssen sich eben auf ihre Zielgruppe anpassen. Die Struktur, die du beschreibst, findet sich dagegen auch in Kinoproduktionen immer wieder; dort dann eben nur besser verpackt.

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    • Stimmt. Das ist so eine typische Sat.1-Komödien-Schauspielerin. Sieht man auch immer und immer wieder. Wäre ja nicht schlimm, doch ich habe das Gefühl, dass auch die Drehbücher die immergleichen sind. Noch schlimmer als bei Hollywood-Komödien… 😉

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      • Ja, auf jeden Fall – geht irgendwie meistens um eine unfreiwillige Begegnung, wo keiner den anderen leiden kann und am Ende sind sie doch unsterblich verliebt. Aber hast schon recht, wirklich anders ist das bei den Hollywood-Liebeskomödien nicht, nur dass es dort wirklich besser verpackt und manchmal auch mit ganz guten Schauspielern ausgestattet ist.

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      • Gerade Komödien oder RomComs leben ja vor allem von spritzigen Drehbüchern und ihren Schauspielern. Deshalb ist es natürlich auch etwas anderes Hugh Grant und Julia Roberts zu sehen, als irgendwelche zweitklassigen Soap-Opera-Darsteller. Zumal der Film, der mir hier in den Sinn kommt („Notting Hill“), ohnehin über einen tollen Kniff verfügt.

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    • Ich finde schon, dass man immer wieder solche Heldenfiguren sieht. Typischerweise auch im Superheldengenre (siehe Superman oder Thor), bei denen sich die Drehbuchautoren dann immer etwas ausdenken müssen, warum diese jetzt doch besiegt werden können.

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      • Ich hab da gar nicht an Superhelden gedacht, aber stimmt die gibts natürlich immer noch. Sind aber eben genau durch dieses bemühte verwundbar machen, das du erwähnst, ziemliche Weicheier geworden. 😉

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  2. Sat.1 hatte in den 1990er Jahren auch durchaus mal Ambitionen im Bereich des Fernsehspiels, aber leider hat sich diese Fernsehtradition aus den Anfangsjahren der ÖR (ich erinnere nur an so etwas wie das „Millionenspiel“) nicht weiter entwickelt, sondern ambitioniertere Filme werden – wenn überhaupt – irgendwann um Mitternacht versendet.

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    • Ich glaube durchaus, dass es da bestimmt versteckte Perlen geben kann. Allerdings wird bei den ÖRs oft ganz gerne vergessen, dass Anspruch und Unterhaltung auch Hand-in-Hand gehen können; ebenso wie bei den Privaten das Gegenteil vorherrscht. Irgendwie schade, aber ist halt so. Um die deutsche TV-Serie ist es da, bis auf wenige Ausnahmen, leider auch nicht besser bestellt.

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      • Das sind Vorurteile. Gerade das ZDF hat da wirklich eine hohe Tradition an Fernsehfilmen, wenn man da zum Beispiel an die famosen Filme von Rainer Erler denkt. Die ARD eben mit Filmen wie „Das Millionenspiel“ oder „Smog“. Heute tobt sich ein Genreregisseur wie Dominik Graf in den ÖRs aus, weil man ihn damit nicht ins Kino lässt. Mal Uwe Frießners „Hass im Kopf“ gesehen? Es ging nämlich schon kurz nach den Nazianschlägen damals, nicht nur blöde Klischeeglatzen aus Bildzeitungssicht (leider auch im Tatort) zu verwursten, sondern die Gesellschaft in ihrer breiten Struktur zu betrachten und dem Zuschauer die Gedanken zu überlassen, ob man die Fehler eventuell nicht nur auf einen Sündenbock abwälzen kann.
        Auch heute ist Das kleine Fernsehspiel ein Sprungbrett für viele Regisseure und man darf nicht vergessen, daß fast alle Kinofilme auch direkt von einem Fernsehsender mitproduziert werden. Da gehört die ARD genauso mit dazu, aber eben auch Pro 7/Sat 1, die oftmals dann eher für den wirklich blöden Schund zuständig sind. Selbst da gibt es Überraschungen. Ich denke da an „Blutsschwestern“. Klingt erstmal doof, ist aber ein schönes Crossover zwischen Der Pakt und Anatomie, das einen mit der zunächst generisch erscheinenden Story in seinen Bann zieht.
        Auch so Formate wie Tatort sollte man nicht unterschätzen. Hier dürfen regelmässig Experimente gemacht werden. Die ARD stellt sich immer wieder dem Zorn der Zuschauer, die eben lieber ein für sie nachvollziehbar strukturiertes Spießerfernsehen möchten und kein verwundenes Meisterwerk wie „Aus der Tiefe der Zeit“.
        Ich muß gestehen, daß ich sogar unter den etwas trashigen Event-Movies so Epen wie „Der Bibel-Code“ mag. Vielleicht erinnert sich noch jemand an „Das Jesus-Video“? Und „Hai-Alarm auf Mallorca“ oder „Natalie – Endstation Babystrich“ haben ja auch ihre Liebhaber. Das Problem ist hier einfach, daß immer wo gemeckert wird. Ist der Film nicht zu ernst oder zu kitschig, dann ist er eben zu amerikanisch oder sonstwas. Deutsche müssen eben meckern, einfach Spaß dran haben geht nicht.
        Es stimmt leider, daß die Hauptsendezeiten zu oft für kommerzielle und oft dabei importierte Filme geopfert werden, aber wieviele ÖR-Sender gibt es? Die Dritten, 3Sat und Arte zu ARD und ZDF dazu, dann noch die Spartenkanäle… ich wette, man kann jede Woche mindestens 5 gute und von Fernsehsendern produzierte Filme sehen. Eher sogar mehr. Man muß nur die Augen aufmachen und sich ranwagen, nicht schon beim Blick in die Fernsehzeitung abwinken.
        Eine Freundin benutzte in ihrer Beschreibung von „Feuchtgebiete“ kürzlich auch wieder diese böse „für einen deutschen Film…“ Floskel. Das sogar noch im Zusammenhang mit der Optik, wo Hollywood doch inzwischen wieder so gern auf deutsche Wertarbeit zurückgreift und liebend gern in Berlin vorbeischaut. Wenn sowas die Grundeinstellung ist, dann ist es natürlich schwer für deutsche Filme sich durchzusetzen. Daß es sogar ein Vorteil sein kann, sich unter den gegebenen Bedingungen eine eigene Filmkultur zu schaffen, das wird gern vergessen.

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      • Danke für deinen ausführlichen und interessanten Kommentar!

        Du magst Recht und sprichst ein paar relevante Punkte an. Natürlich kenne ich mich zu wenig mit dem deutschen Fernsehfilm aus, um tatsächlich beurteilen zu können, ob da nicht doch ab und zu ein paar Perlen dabei sind. Allerdings würde zu Mut und Experimentierfreudigkeit eben auch gehören solche Filme zur Hauptsendezeit auszustrahlen, Werbung dafür zu machen und sie nicht wie z.B. „Der Tatortreiniger“ im Mitternachtsprogramm zu verstecken.

        Was die sogenannten Event-Movies angeht, so kann ich da weder bessere noch schlechtere Qualitäten, als bei ähnlich gelagerten US-Produktionen erkennen.

        Was den deutschen Film angeht, so finde ich es auch immer schade, wenn man diesen Begriff als abwertendes Qualitätsurteil missbraucht. Mit „Absolute Giganten“ oder „Bang Boom Bang“ habe ich ein paar deutsche Lieblingsfilme, die ich nicht missen möchte. Im Vergleich zu z.B. Frankreich oder Großbritannien ist der international wahrgenommene Output jedoch eher unverständlich gering.

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      • Nur war jeder „Tatort“, den ich bisher gesehen habe, piefigstes Spießerkino – und das schreibe ich als Oberspießer der filmischen Blogosphäre… 😉

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