Run, Fatboy, Run (276)

Nach einer mehr oder minder freiwilligen Laufpause von 6 Wochen, die ich nicht einmal auf das Wetter schieben kann, war es heute einmal wieder an der Zeit: mein erster Lauf im Jahr 2014. Obwohl ich über die Feiertage doch recht geschlemmt habe, zeigt meine Waage nur 1 kg mehr an, was jedoch auch nichts daran ändert, dass meine Kondition ziemlich im Keller ist. Aber das war ja fast zu erwarten.

Distance: 7.61 km
Duration: 00:49:08
Avg Speed: 9.29 km/h
Avg Pace: 6:27 min/km
Energy: 624 kcal

Über die Zeit schreibe ich dieses Mal lieber nichts. Dafür kann ich berichten, dass ich erstmals mit meinem neuen Smartphone unterwegs war, das dank des riesigen Displays und einer neuen Runtastic-Version nun auch parallel die Strecke zeigt und ein deutlich besseres GPS-Signal abgreift. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich heute so langsam war. Ähm. Aber ich möchte das neue Laufjahr ja nicht mit fadenscheinigen Ausreden starten… 😉

Im Ohr: Nerdtalk Episode 327

Game of Thrones – Season 2

So schnell wie „Game of Thrones – Season 2“ habe ich in letzter Zeit wohl keine Serie gesehen. Bei nur 10 Episoden ist dies allerdings auch kein Wunder. Für mich war es abermals ein tolles Erlebnis in die Welt von Westeros einzutauchen, doch am meisten freue ich mich wohl darüber, dass sich auch meine treue Mitguckerin nun endlich in dieser düsteren Fantasywelt heimisch fühlt. Nach nicht einmal zwei Wochen war das Vergnügen allerdings auch schon wieder vorbei und die Zeit des Wartens auf Staffel 3 beginnt…

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Die zweite Staffel der epischen Romanadaption schließt nahtlos an das erste Jahr an: König Joffrey herrscht grausam in King’s Landing, während sich die rechtmäßigen Thronfolger (Renly und Stannis Baratheon) bekriegen und der König des Nordens (Robb Stark) versucht in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. „Game of Thrones“ – der Titel ist Programm. Von den Eregnissen hinter der Mauer oder in Quarth einmal ganz zu schweigen. Überall selbsternannte Könige, Anwärter und Emporkömmlinge. Wahrlich eine Freude! Doch auch die scheinbar kleineren Geschichten rund um Arya Stark oder Theon Greyjoy wissen zu gefallen und sind untrennbar mit dem größeren Ganzen verbunden – auch wenn das zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar ist…

Wer die Vorlage „A Clash of Kings“ kennt, dem wird die große Anzahl an Änderungen auffallen. Meist handelt es sich dabei um Straffungen, die größtenteils gelungen sind. So wurden ganze Handlungsorte (z.B. Storm’s End) gestrichen und Elemente aus diesen Erzählsträngen mit anderen Begebenheiten (z.B. Schattengeburt) verknüpft. Auch wenn ich es um so manchen ausführlicheren Handlungsabschnitt (z.B. Aryas Zeit in Harrenhal oder Daenerys im House of the Undying) schade fand, muss ich doch zugeben, dass die Autoren der Serie größtenteils mit Bedacht und durchaus sinnvoll gestrafft haben. Auch dies ist eine Kunst. An anderer Stelle gab es sogar Erweiterungen, wie z.B. die aufkeimende Liebesbeziehung zwischen Robb und Lady Talisa (im Buch ein ganz anderer Charakter), die ich wirklich sehr gelungen fand – besonders da dieser nebensächlich abgehandelte Handlungsstrang noch enorm an Bedeutung gewinnen wird.

Die aufwendige Schlachtenepisode „Blackwater“ mag für TV-Verhältnisse durchaus imposant sein, dennoch ist sie wohl der Teil der Serie, der am meisten gegen das Buch verliert. Darin hatte die Schlacht wahrlich epische Ausmaße und trotz gelungener Inszenierung durch Neil Marshall (u.a. Regisseur von „The Descent: Abgrund des Grauens“), bleibt letztendlich nur wenig davon übrig. Die Ereignisse hinter der Mauer fand ich dagegen großartig dargestellt, auch wenn die Fist of the First Men in meiner Vorstellung eher in einem dichten Waldgebiet lag. Die Chemie zwischen Ygritte und Jon stimmt auf jeden Fall und ich hoffe, dass es in der dritten Staffel auch ein paar Riesen zu sehen geben wird.

Nun ist erst einmal wieder Schluss mit den Abenteuern in und um Westeros – zumindest was die Serienadaption angeht. Ich bin hellauf begeistert und würde am liebsten sofort weiterschauen. Bis es soweit ist, begnüge ich mich noch mit den letzten 350 Seiten von „A Dance With Dragons“ und hoffe, dass George R. R. Martin zügig mit dem sechsten Band vorankommt. Wahrlich ein fantastisches Serienerlebnis, das ich jedem Freund epischen Erzählens nur empfehlen kann: 10/10 (9.6) Punkte.

That ’70s Show – Season 6

Weihnachten vergangenen Jahres befand sich die DVD-Komplettbox von „Die wilden Siebziger!“ unter dem Baum. Ziemlich genau 12 Monate später habe ich „That ’70s Show – Season 6“ beendet, was im Umkehrschluss bedeutet, dass ich für eine Staffel ungefähr zwei Monate gebraucht habe und somit Ende April mit der Serie durch sein müsste. Wird der Abschied schwer fallen, obwohl die Qualität der Serie doch langsam aber sicher abnimmt?

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Hatte es sich in der fünften Staffel bereits angedeutet, so hält die Soap Opera endgültig Einzug in Point Place, Wisconsin. Eric und Donna befinden sich mitten in den Hochzeitsvorbereitungen, Kelso wird Vater und Bob geht eine Beziehung mit Jackies Mutter ein. So interessant es auch sein mag, in einer Sitcom mehrere episodenübergreifende Handlungsstränge präsentiert zu bekommen, so verliert die Serie dadurch doch an Witz und Glaubwürdigkeit. Weniger wäre hier mehr gewesen – und dennoch: Die Charaktere sind einem über die Jahre bereits so ans Herz gewachsen, dass man auch in dieser Phase bei ihnen bleibt.

Wie es ab und zu bei länger laufenden Sitcoms vorkommt, gab es in dieser Staffel auch bei „Die wilden Siebziger!“ einen Wechsel in der Besetzung: Die im vergangenen Jahr verstorbene Lisa Robin Kelly (Erics Schwester Laurie Forman) wurde durch Christina Moore ersetzt. Für mich unverständlich, da Laurie bereits in den letzten Staffeln kaum noch auftauchte und ihr Handlungsstrang als Fez‘ Greencard-Ehefrau sowieso zu den schwächeren zählt.

Viel Spaß hatte ich dagegen mit Hyde und Jackie, die als ungewöhnliches Paar umso unterhaltsamer sind. Auch Kelsos Ausflug in die Polizeischule weiß zu gefallen, bekommt er doch mit Alyson Hannigan (u.a. Willow in „Buffy: The Vampire Slayer“ oder Lilly Aldrin in „How I Met Your Mother“) eine großartige Partnerin zur Seite, wenn auch leider nur für wenige Episoden. Weitere Gaststars, wie Brooke Shields oder Seth Green, sorgen ebenso für Abwechslung.

Auch wenn „That ’70s Show“ im inzwischen sechsten Jahr nicht mehr so frisch und frech wirkt, wie in den ersten Staffeln, so hatte ich doch immer noch viel Spaß mit der Serie und – um die eingehende Frage zu beantworten – ja, der Abschied wird in ein paar Monaten sicher schwer fallen: 8/10 (8.0) Punkte.

Media Monday #132

Da morgen bzw. heute bei uns Feiertag ist, nutze ich die Gelegenheit und beantworte die aktuellen Fragen des Medienjournals einmal wieder überpünktlich. Außerdem bin ich aufgrund unserer kleinen Störenfriede ohnehin noch wach. Wie zurzeit eigentlich jede Nacht. Doch schreibe ich an dieser Stelle ja nicht als jammernder Vater, sondern als begeisterter Filmfreund. Viel Spaß also mit meinen Antworten zum 132. Media Monday!

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  1. Von der amerikanischen Filmindustrie würde ich mir eigentlich mal wünschen, dass sie ihre Blockbuster-Budgets drastisch zusammenstreicht – dann bekäme man vielleicht auch einmal wieder Filme zu sehen, die nicht nur aus CGI-Overkill bestehen. So unterhaltsam das auch ab und zu sein mag…
  2. Würde man „Wunderbare Jahre“ (OT: „The Wonder Years“) veröffentlichen, würde ich vermutlich sofort schwach werden, denn diese Serie zählt zu den zauberhaftesten Coming-of-Age-Geschichten, die je erzählt wurden.
  3. Es gibt ja so gehypte Filmstars wie etwa [x-beliebige SchauspielerIn], der/dem ich aber überhaupt nichts abgewinnen kann, weil SchauspielerInnen für mich nicht so wichtig sind, wie ihre Rollen (d.h. Drehbuch) und die Inszenierung ihrer Charaktere (d.h. Regie).
  4. Film-Blogosphäre war ja eines der geflügelten Worte im letzten Jahr und von Manifesten über Homepages bis hin zu Facebook-Gruppen hat sich da einiges getan in der letzten Zeit, von wirklichem Erfolg gekrönt war aber keines der Projekte. Wie ist deine Meinung zum Thema Film-Blogosphäre? Was wäre ein möglicher neuer Ansatz oder, ganz anders gedacht, muss sich in der Beziehung überhaupt etwas tun oder ist alles gut so wie es ist?
    Nachdem unser Projekt, die Seite Film-Blogosphäre, ja erst vergangene Woche offiziell zu Grabe getragen wurde, bleibt natürlich eine klaffende Lücke – oder nicht? Inzwischen haben sich neue Facebook-Gruppen usw. gebildet und Ideen werden gewälzt. Ein deutliches Zeichen also, dass das Thema noch aktuell ist. Gut so! Ich für meinen Teil werde auch weiterhin dafür kämpfen, dass die Vernetzung vorangetrieben wird – und sei es nur durch diverse Kommentare auf von mir geschätzten Seiten. Auch durch eure Kommentare und den Meinungsaustausch – sei es auf den Filmblogs direkt oder per Facebook – tragt ihr zur Vernetzung bei. Also nur nicht müde werden!
  5. Kaufe ich mir ein Buch, erwarte ich mir auf alle Fälle, dass es mir gefällt. Sonst würde ich mir es ja nicht kaufen. Logisch, oder?
  6. Die Spezialeffekte in Serienproduktionen müssen sich teils hinter Kinofilmen nicht verstecken – und außerdem fördert ein limitiertes Budget die Kreativität (siehe Frage 1).
  7. Meine zuletzt gesehene Serienstaffel war die dritte Staffel von „The Walking Dead“ und die war erneut wirklich mitreißend, weil den Charakteren auch wirklich nichts erspart bleibt und die Zombies fast schon das kleinste Übel zu sein scheinen.

The Walking Dead – Season 3

Wie im vergangenen Jahr die zweite Staffel, hat mich auch „The Walking Dead – Season 3“ stark in ihren Bann gezogen. Dabei ist es mir anfangs schwer gefallen, mich nach dem ruhigen Aufbau des Vorjahres an das neue Tempo zu gewöhnen – auch wenn dies viele Zuschauer anders sahen und die vorübergehende Ausrichtung auf Action und Splatter willkommen hießen. Bietet das dritte Jahr also ein grundlegend anderes Serienerlebnis?

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Im Gegensatz zu vielen anderen Zuschauern mochte ich das in der zweiten Staffel präsentiere Setting „Unsere kleine Farm“ während der Zombie-Apcalypse sehr gerne. Man vergaß mitunter die stets vorhandene Bedrohung, weshalb die Angriffe der wandelnden Toten meist noch viel drastischer wirkten. Ganz anders der Beginn der dritten Staffel: Unsere Helden wirken abgeklärt und eine knallharte Zombie-Metzelei folgt auf die Nächste. Das war mir schon fast zuviel des Guten, machte im Gesamtzusammenhang der Staffel aber Sinn, denn spätestens mit Auftreten des Governors entsteht ein ganz neues Spannungsfeld – und die Zombie-Apocalypse verkommt abermals zum reinen Setting für menschliche Dramen.

Den Mittelteil der Staffel (ca. Episode 4 bis Episode 10) fand ich am stärksten: Es kommt zu interessanten Konstellationen, Beziehungen werden auf die Probe gestellt und die Spannungsschraube wird beständig angezogen. Leider verpufft der aufgestaute Druck im weiteren Verlauf ein wenig, doch mit den letzten beiden Episoden gibt es noch einmal Drama par excellence zu sehen. Das Warten auf die kommende Staffel wird folglich nicht einfach werden, doch hat es sich dieses Jahr auf jeden Fall gelohnt. Mal sehen, welchen Weg die Showrunner nun einschlagen und ob ich es bis dahin schaffe, doch einmal in die Vorlage reinzulesen.

Auch wenn die dritte Staffel von „The Walking Dead“ aufgrund so mancher dramaturgischer Entscheidung nicht perfekt ist, so wurde ich doch bestens unterhalten. Und wer weiß schon, ob man in solch einer Zombie-Apokalypse selbst stets einen kühlen Kopf bewaren und sinnvolle Entscheidungen treffen würde? Hat definitiv Spaß gemacht und ich bin immer noch erstaunt, wie sich solch eine Genrenische im Mainstream-TV etablieren konnte – und dazu noch so erfolgreich. Gerne mehr davon: 9/10 (8.5) Punkte.

Game of Thrones – Season 1 (WS1)

Nachdem ich bei der Vorlage inzwischen bis zum fünften Band vorgedrungen bin, war es Zeit auch der Serie wieder einmal einen Besuch abzustatten. Obwohl die zweite Staffel bereits im Regal wartet, wollte ich mir mit „Game of Thrones – Season 1“ noch einmal die Ereignisse des ersten Teils dieser epischen Geschichte ins Gedächtnis rufen. Mit Kenntnis der Vorlage nun ein ganz neues Erlebnis, das jeder Freund der Serie einmal gemacht haben sollte…

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Es ist wahrlich eine Freude die Geschehnisse in Westeros nun wissenden Blickes verfolgen zu können: Mance Rayder wird in einem Nebensatz erwähnt? Kein Problem, ist mir ja bestens aus „A Storm of Swords“ bekannt. Die politischen Verwicklungen in Dorne werden kurz angerissen? Sehr schön, diese wurden ja in „A Feast for Crows“ ausführlichst erläutert. Die Welt der Serie hat durch die Kenntnis der Vorlage enorm gewonnen. Sie ist reicher geworden und stellt für mich nun mehr als eine kompakte Bebilderung der Handlung dar. Enorm unterhaltsam und mitreißend inszeniert.

Da ich die Serie das erste Mal vor dem Lesen der Bücher gesehen habe, wurde meine Vorstellung der Charaktere natürlich auch entsprechend durch sie geprägt. Dies werte ich allerdings positiv, da HBO wirklich großartige Schauspieler gefunden hat, um Eddard Stark (Sean Bean), Tyrion Lannister (Peter Dinklage), Jon Snow (Kit Harington), Arya Stark (Maisie Williams), Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) usw. Leben einzuhauchen. Folglich also kaum verwunderlich, dass auch die neuen Charaktere der Romanreihe dieser Serienwelt entsprungen scheinen. Ich möchte gar nicht wissen, wie die Adaption als Filmreihe ausgesehen hätte. Bereits jetzt lassen sich kaum alle Handlungsstränge in je 10 Episoden pro Staffel unterbringen – und doch ist es (mit teils berechtigten Kürzungen) auf fantastische Art und Weise gelungen.

Zugegebenermaßen sieht so manches Set zu eindeutig nach Studio aus, doch wird dies durch die famosen Charaktere wieder wett gemacht, welche die Geschichte stets vorantreiben. Bei der Wahl zwischen Budget und Zeit für Charakterentwicklung wurde folglich die einzig richtige Entscheidung getroffen. Ich bin nun wahrlich gespannt, wie „A Clash of Kings“ umgesetzt wurde, bietet die Vorlage doch ein noch komplexeres Beziehungsgeflecht und epischere Momente. Kein Wunder, dass die Serie solch einen Anklang findet – und ich hoffe sie hat das Tor für hochwertig produzierte Buchverfilmungen in Serienform noch ein wenig weiter aufgestoßen. Bei dieser Qualität darf der Winter gerne kommen: 10/10 (9.5) Punkte.