Media Monday #114

Nach einer halben Ewigkeit beantworte ich die neuesten Fragen des Medienjournals heute einmal wieder sehr zeitnah zu ihrem Erscheinen. Dies ist jedoch weniger der Tatsache geschuldet, dass ich morgen frei habe, als dass der morgige Tag bereits ziemlich verplant ist. Warum und wieso könnt ihr vielleicht demnächst in einem neuen Eintrag der „Abenteuer Kind“-Reihe lesen. Doch nun erst einmal viel Vergnügen mit meinen Antworten…

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  1. Das Duo aus RegisseurIn Rian Johnson und DarstellerIn Joseph Gordon-Levitt finde ich spannend, da in dieser Konstellation mit „Brick“ und „Looper“ bereits zwei sehenswerte Genrefilme enstanden sind.
  2. Südstaaten-Krimis besitzen stets eine ganz eigene Atmosphäre, die – wie sollte es auch anders sein? – meist schwülstig und bedrückend ist, wie z.B. in Alan Parkers grandiosem „Angel Heart“.
  3. Von der Atmosphäre eines Moments urplötzlich an einen bestimmten Film erinnert zu werden lässt sich mit nichts vergleichen, weil diese Assoziation oft einen beinahe traumartigen Effekt hat, der an die Begegnung mit längst vergessenen Gerüchen erinnert.
  4. Ich fände es sympathisch wenn in Interviews auch mal gefragt würde, ob der Schauspieler, Regisseur etc. nicht einmal Lust hätte über etwas anderes zu reden, als das übliche Marketing-Blabla. Mit einer ehrlichen Antwort gewürdigt, dürfte dies sogar einen stärkeren Effekt haben, als die ewig gleichen Aussagen, wie toll doch der Dreh gewesen sei usw.
  5. „GoodFellas“ hat eine beeindruckende Kameraführung, weil Michael Ballhaus die überschwängliche Gangsterwelt ebenso gekonnt einfängt, wie die Gewaltexzesse und den Absturz – für mich immer noch einer der am besten aussehenden Filme.
  6. Statt Rezensionen/Kritiken wäre es toll, wenn es auf Film-Blogs u. ä. viel mehr Specials gäbe wie etwa mehr Serienkritiken – ernsthaft: Ich lese liebend gerne eure Besprechungen und könnte dafür gerne auf News-Schnipsel, Trailer usw. verzichten. Serien dürften gerne häufiger thematisiert werden und auch in Sonderthemen schaue ich rein, doch für mich sind Rezensionen, sprich eure ganz individuellen Meinungen, der Grund warum ich so gerne eure Blogs lese.
  7. Mein zuletzt gelesenes Buch war „A Feast for Crows“ und das war in der ersten Hälfte ziemlich anstrengend, weil George R. R. Martin zu viele neue Figuren einführen wollte, in der zweiten Hälfte jedoch hat er den Fokus wieder gefunden und mich erneut in seinen Bann gezogen.

18 Gedanken zu “Media Monday #114

  1. Gerüche sind ein sehr schöner Vergleich, gerade jene die einen an die Kindheit erinnern sind unbezahlbar.
    Ich verstehe zwar Deinen Kommentar zum Thema Interviews, aber die Medien sind heutzutage zu sehr fremdgelenkt oder eingeschüchtert, so dass es eigentlich schon naiv zu nennen ist auf Besserung zu hoffen. Ich weiß nicht ob Journalisten heute nur noch aus besonderen Kriterien ausgesucht werden oder ob die Verträge so knallhart sind, aber mir würde der Beruf in unserer Zeit der unfreien Medien keinen Spaß machen, darf man doch heute scheinbar kaum noch kritisch nachhaken und unangenehme Fragen stellen. Tut mans doch gibt es dieses, wie Du es sehr passend ausgedrückt hast, Marketing-Blabla, auf das auch ich in meiner Antwort eingegangen bin. Film wird immer mehr zu Politik, und das machen die ständig austauschbaren Interviews mehr als deutlich.

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      • Bei so Marketing-Interviews im Vorfeld eines Filmstarts bestimmt, doch diese sind eben, wie Schlombie richtig festgestellt hat, fremdgesteuert. Echte Interviewpartner sollte da eigentlich drüber stehen.

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    • Natürlich ist die ganze Interview-Schiene, besonders im Rahmen eines Kinostarts, nur Marketing. Doch ab und zu kann man, speziell bei kleineren Filmen, durchaus noch echte Meinungen lesen, was ich stets sympathisch finde. Und richtig gute Interviews tümmeln sich sowieso nicht frei zugänglich im Netz, sondern finden sich in Zeitschriften (und damit meine ich nicht die Cinema), in denen es oft um tiefer in die Themen (z.B. VFX, Erzählformen bei Serien o.ä.) hineingeht. Ist aber natürlich nur ein Bruchteil und geht in der Wahrnehmung oft unter.

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  2. Danke für die Empfehlung zu „Brick”. Den Film werde ich mir schleunigst besorgen.

    Bei Frage 4 werden wir heute wohl in 99% der Fälle die gleiche Antwort lesen – die Wahrheit wäre mal eine gelungene Abwechslung in Interviews.

    Ist es komisch, dass ich Frage 5 überhaupt nicht mit der Kameraführung in Filmen assoziiert. liegt wohl am Beruf meines Bruders – Mediengestalter Bild & Ton 🙂

    Ich muss wohl langsam den Perry Rhodan Büchern den Rücken kehren und wieder mit den „A Song of Ice and Fire“ Büchern nachholen. Wir waren irgendwann mal gleich auf xD

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    • „Brick“ ist en toller Film (zumindest soweit ich mich erinnere, ist schon etwas her). Viel Spaß damit!

      Die technischen Aspekte bei der Kameraführung sind natürlich auch wichtig. So hätte ich durchaus auch die langen Steadycam-Fahrten von Michael Ballhaus nennen können, doch für mich zählt da eher die Gesamtkomposition. Aber du hast natürlich recht und bist da bestimmt vorgeprägt… 🙂

      Hehe, das freut mich ja, dass ich doch nicht der Letzte bin, der mit „A Song of Fire and Ice“ durchkommt. Auch Band 5 schreitet bei mir beständig voran und macht wirklich Spaß!

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      • „Brick“ ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme, ein grandioser Neo-Film Noir und IMHO sogar einer der zehn besten Filme nach der Jahrtausendwende. Allerdings sollte man ihn wirklich im Original anschauen, am besten mit englischen Untertiteln, denn ansonsten ist der teils erfundene Slang wirklich nicht leicht zu verstehen. War jedenfalls eines meiner schönsten Filmerlebnisse beim Fantasy Filmfest. 🙂

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      • Bei mir liegt die Sichtung schon wieder viel zu lange zurück. Sollte ich mir wirklich einmal wieder anschauen. Um das Kinoerlebnis am Fantasy Filmfest bist du auf jeden Fall zu beneiden. Kennst du eigentlich „Brothers Bloom“ vom gleichen Regisseur?

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      • Witzigerweise habe ich auch „Brothers Bloom“ in besonderem Rahmen gesehen, nämlich als Teil des ersten InsideKino-Filmmarathons in Augsburg (das waren damals ein Klassiker und sechs Previews am Stück, ging von 12 Uhr bis etwa 4 Uhr nachts, echt anstrengend!). Nicht so genial wie „Brick“, hat mir aber auch gefallen, schon wegen Rinko Kikuchi. „Looper“ war dann tatsächlich mein ersten Johnson-Film, den ich regulär im Kino gesehen habe … 🙂

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      • Das hört sich wahrlich nach einem harten Filmmarathon an. Sowas habe ich noch nie gemacht und ich glaube auch, dass ich inzwischen zu alt dafür wäre. Ich habe ja schon bei einem 120 Minüter mit dem Schlaf zu kämpfen… 😉

        „Brothers Bloom“ merke ich mir aber einmal vor. Ich mag ja so Gaunergeschichten.

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  3. Pingback: Das Grusel-Horror-Stöckchen | Tonight is gonna be a large one.

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