Die Tribute von Panem: Gefährliche Liebe (Suzanne Collins)

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Seit ein paar Wochen verbringe ich täglich ca. eine halbe Stunde in Panem. Viel zu wenig eigentlich, denn nach wie vor nimmt mich Suzanne Collins‘ Romanwelt gefangen und ich würde am liebsten länger dort verweilen. Somit habe ich auch „Die Tribute von Panem: Gefährliche Liebe“ verhältnismäßig schnell verschlungen und weiß jetzt schon, dass ich nach dem Finale der Romantrilogie Entzugserscheinungen haben werde. Spoiler sind zu erwarten.

Von seiner Struktur erinnert der zweite Band sehr an den Auftakt „Die Tribute von Panem: Tödliche Spiele“, das heißt die erste Hälfte spielt sich größtenteils in Distrikt 12 ab, wo sich Katniss und Peeta mit ihrem neuen Status anfreunden müssen, und in der zweiten Hälfte geht es erneut in die Arena. Ich hatte zunächst befürchtet, dass sich dieser Aufbau recht schnell abnutzt, doch erstaunlicherweise gelingt es Collins ihre Figuren und ihr Szenario beständig weiterzuentwickeln. Ich freue mich jetzt schon darauf zu sehen, wie die neue Arena samt ihrer Schrecken in der kommenden Verfilmung umgesetzt wird.

Auch wenn es der reißerische deutsche Titel anders vermuten lässt, wird aus dem Buch kein schnulziger Liebesroman. Zwar hängen die angedeuteten Beziehungen stets wie dunkle Schatten über der Hauptfigur, doch sind diese nicht nur schmuckes Beiwerk, sondern essentiell für die Motivation der Charaktere. Darauf stützt sich auch der Cliffhanger am Ende des Buches, der die Spannung erhöht und einen gänzlich anderen Aufbau des finalen Akts vermuten lässt.

Kritisieren würde ich einzig die Rettung aus der Arena, die zwar unerwartet kam, doch ein wenig nach dem Prinzip Deus ex machina abläuft. Insgesamt fand ich den Roman aber sehr rund und hätte ihn am liebsten gar nicht aus der Hand gelegt. Sicher im Grunde immer noch ein Jugendbuch mit entsprechender Zielgruppe, doch ein unglaublich unterhaltsames, das mir auch im nicht mehr ganz so jugendlichen Alter sehr gut gefallen hat: 9/10 Punkte.

9 Gedanken zu “Die Tribute von Panem: Gefährliche Liebe (Suzanne Collins)

  1. Ich fand sehr interessant, dass ich genervt und fast wütend war, als klar war, dass es wieder in die Arena geht. Ich dachte das kann doch nicht sein, dass da jetzt einfach nochmal das gleiche passiert. Also genervt als Leser. Im ersten Band sind die Spiele ja die zentrale Handlung. Im zweiten Band erfährt man ja schon viel mehr drumrum, so dass man dann nicht fassen kann, dass es jetzt einfach wieder um die Spiele gehen soll. Und das interessante daran ist, dass es ja den Figuren im Buch nicht anders geht. Also dieses „Das kann doch nicht wahr sein, dass wir nochmal in die Arena müssen, obwohl wir einfach nur unser Leben leben wollen“-Gefühl der Figuren hat sich direkt auf mich übertragen als ein „Das kann doch nicht wahr sein, dass ich das jetzt nochmal lesen muss, obwohl ich doch wissen will wie’s mit der Rebellion weiter geht!“ Glücklicherweise waren die Spiele ja dann ganz anders, so dass man nicht wirklich noch mal das Gleiche lesen musste.

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    • Dieses Gefühl ist völlig an mir vorbeigegangen, da auf dem Klappentext bereits verraten wird, dass es wieder in die Arena geht und ich diesen leider gelesen hatte. Beim dritten Band schlage ich das Buch deshalb stets mit geschlossenen Augen auf. Echt dämlich. Deine Reaktion kann ich auf jeden Fall gut nachvollziehen und wäre mir wohl mit Unkenntnis des Spoilers auch so gegangen.

      Ich mochte die Handlung in der Arena trotz Wiederholung sehr gerne, da mich die Rebellion zu diesem Zeitpunkt noch nicht sonderlich interessiert hat. Bin auch gespannt, wie sich der dritte Band noch entwickelt, bei dem ich allerdings erst so 50-60 Seiten gelesen habe. Macht auf jeden Fall weiterhin Spaß und lässt die Vorfreude auf die Verfilmungen enorm wachsen!

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  2. Ich hab’s ja auf englisch gelesen. Da waren keine Spoiler im Klappentext.
    Ich mochte die Handlung in der Arena auch. Meine Sichtweise auf die Spiele hatte sich geändert. Im ersten Teil waren ja die anderen Tribute die Feinde, im zweiten Teil die Spielmacher. Ich fand, dass im zweiten Teil die Grausamkeit der ganzen Veranstaltung viel deutlicher wurde.

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    • Noch ein Vorteil der englischen Ausgabe. Wollte ich ja auch erst lesen, aber da die deutschen Bände schon im Regal stehen…

      Bei der Arena fand ich die Bündnisse zunächst weniger spannend, da ich das Gefühl des Alleine-auf-sich-gestellt-seins im ersten Band auch sehr bedrückend fand. Als dann die Arena angefangen hat zu leben uns es zu ersten Konfrontationen kam, hatte es mich aber auch gepackt. Nur das Deus ex machina-Ende sehe ich noch mit gemischten Gefühlen, macht aber im Rahmen der Handlung durchaus Sinn und kam zumindest für mich doch recht überraschend.

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