Resturlaub (Tommy Jaud)

Bisher gingen die Romane von Tommy Jaud spurlos an mir vorüber. Zwar waren mir die bunten Cover bereits öfter aufgefallen und die Bücher waren eine Zeitlang ja auch in aller Munde, doch letztendlich war von meiner Seite kein Interesse vorhanden. Nun empfahl mir ein Freund „Resturlaub“ indem er Tommy Jaud als deutschen Nick Hornby betitelte. Für mich Grund genug doch einmal reinzulesen.

Zunächst einmal möchte ich festhalten, dass das Buch durchaus einen gewissen Unterhaltungswert besitzt. Besonders die ausführliche Beschreibung des fränkischen Gemüts fand ich sehr amüsant. Ab dem fingierten Überfall wurde mir die Geschichte dann aber leider zu kalauernd und erinnerte mich oftmals an den SAT.1-Comedyfreitag oder ähnliche Auswüchse des typisch deutschen Humors.

„Resturlaub“ lässt sich mit seinen knapp 250 Seiten locker an ein paar längeren Abenden runterlesen und man möchte trotz repititiver und – gegen Ende – abstruser Handlung doch wissen, wie es weitergeht mit Pitschi Greulich. Die Figuren und ihre Eigenheiten werden allesamt nett beschrieben, kommen letztendlich aber nie über bloße Klischees hinaus. Besonders ärgerlich fand ich die Darstellung der Beziehung von Pitschi (feige und dummdreist) und Biene (naiv und hörig). Sicher sollte das alles im Sinne der Satire witzig sein, doch verliert die Geschichte dadurch emotional die Bodenhaftung. Schade.

Letztendlich hatte ich während Pitschis „Resturlaub“ durchaus meinen Spaß. Die grobe Rahmenhandlung verlief zwar genau so wie erwartet, doch das dazwischen war abends, so kurz vor dem Einschlafen, genau die richtige Berieselung. Der Vergleich mit Nick Hornby hinkt allerdings gewaltig. Da liegen Welten dazwischen. Mehr als netter Zeitvertreib ist hier nicht zu holen: 6/10 Punkte.

4 Gedanken zu “Resturlaub (Tommy Jaud)

  1. Ich habe das Buch nach den ersten Seiten direkt wieder verkauft. Obwohl ich „Vollidiot“ noch einigermaßen unterhaltsam fand, konnte ich mit diesem gar nichts anfangen. Seitdem kommt mir kein Buch mehr von Tommy Jaud ins Haus…

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  2. Einigermaßen unterhaltsam trifft für mich auch auf dieses Buch zu. „Vollidiot“ kenne ich dagegen nicht und verspüre auch keinen großen Drang es zu lesen. Insofern werde ich nach Tommy Jaud-Romanen auch nicht gezielt Ausschau halten.

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