FlashForward – Season 1

Was hatte ich mich auf diese Serie gefreut: „FlashForward – Season 1“ war einer der Serienstarts des vergangenen Jahres. Am meisten lockte mich wohl die Tatsache, dass es sich um eine Romanadaption handelt und die Geschichte somit relativ festgelegt ist. Von wegen! Letztendlich wollte man mit der Serie dann doch nur auf der Mysteryerfolgswelle mitschwimmen.

So interessant die Prämisse der Serie auch ist – ein globaler Blackout samt individuellen Blicken in die persönliche Zukunft der Charaktere – so wenig innovativ wurde die Geschichte letztendlich umgesetzt. Ich hatte beständig das Gefühl eine Kopie von J.J. Abrams Erfolgsserie „Lost“ zu sehen und das sowohl was Dramaturgie, Inszenierung als auch Schauspiel angeht. Anfangs störte mich das noch nicht zu sehr, doch irgendwann trat auch die Handlung auf der Stelle und in die Figurenzeichnung schlichen sich Redundanzen ein.

Letztendlich ist die fehlende eigene Identität auch das größte Problem der Serie. Zu Beginn hatte ich wirklich noch Spaß mit „FlashForward“ und selbst die schwächeren Episoden habe ich recht gerne gesehen, doch wirklich mitgerissen hat mich die Serie leider zu kaum einem Zeitpunkt. Es gab einfach zu viele Charaktere, die zudem nicht wirklich gut ausgearbeitet waren. Man konnte keine wirkliche Beziehung zu ihnen aufbauen, wodurch manche Handlungsstränge einfach nur verpufft sind.

Meine Kritik liest sich nun schlimmer, als ich die Serie tatsächlich wahrgenommen habe. Die Produktionswerte sind absolut sehenswert, die Schauspieler im Großen und Ganzen auch nett anzusehen und selbst die Handlung weiß zu  großen Teilen zu faszinieren. Es mangelt einfach an den Details, was besonders schwer ins Gewicht fällt, weil sich die Serie eben so offensichtlich an ihrem großen Vorbild orientiert. Doch bei diesem waren eben unter anderem die Charaktere besser geschrieben, die Mysterien spannender und der Score ungleich schöner.

Der fehlende Abschluss von „FlashForward“ wiegt natürlich auch noch einmal schwer, wofür man der Serie allerdings keinen wirklichen Vorwurf machen kann. So bleibt am Ende leider ein etwas unbefriedigendes Erlebnis, welches durchaus Unterhaltungspotenzial besitzt, aber letztendlich doch weit hinter meinen Erwartungen blieb: 6/10 Punkte.

11 Gedanken zu “FlashForward – Season 1

  1. Hab ich nur bis zu der Folge mit dem deutschen Nazi-Verbrecher geschaut. War so eine Serie, wo ich mich nie aufraffen konnte, die nächste Folge anzusehen und irgendwann (also ab Folge 4 oder 5) hab ich es dann auch gelassen. Eine Penny ohne Desmond geht sowieso nicht 😀

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  2. Hehe, ja das dachte ich mir auch die ganze Zeit. Penny ohne Desmond war unschön. Ebenso fand ich Charlie befremdlich, doch das waren eher noch die vertretbareren Erinnerungen an „Lost“. Den Rest muss man – besonders in Bezug auf das fehlende Ende – nicht wirklich sehen. Schade um die gute Grundidee.

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  3. Für mich war die monatelange Pause wegen der Winterolympiade der Todesstoß für die Serie. Auch mir ging es so, dass ich durchaus Spaß hatte mit den Folgen vorher, danach aber irgendwie die Lust verlor. Charaktere und Story packten mich einfach nicht mehr.

    Mein Bruder hat die Angelegenheit übrigens sehr simpel gelöst: als die „Auflösung“ mit der Story um den Teilchenbeschleuniger ins Spiel gebracht wurde, hat er das als offizielles Ende angenommen und einfach nicht mehr weitergeguckt.

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  4. Die Winterpause hat wohl auch sehr viele Zuschauer gekostet. Ich selbst musste mich danach auch erst einmal wieder motivieren die Serie weiterzuschauen. Da hatte „Lost“ zulestzt glücklicherweise alles richtig gemacht mit der beständigen Ausstrahlung.

    Der Erzählstrang um den Teilchenbeschleuniger war glücklicherweise nur eine Finte bzw. ein kleines Teil im großen Puzzle, doch letztendlich eines der wenigen Elemente die man zu sehen bekam. Naja, nun ist es ja so oder so vorbei und man wird nie erfahren, wer oder was denn nun wirklich hinter dem Blackout steckte.

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  5. Gerade zuletzt fand ich die Serie doch wieder sehenswert, aber das Finale hatte für mich dasselbe Problem wie das Lost-Finale: keine richtige Auflösung. Denn gerade zuletzt war es doch irgendwie wieder ganz spannend gemacht. Da war es eher zwischendurch mal arg mau, wo ich auch fast aufgehört hätte zu schauen.

    Ansonsten stimme ich aber allen Kritikpunkten zu: zuviele Charaktere, seltsame Plotkonstruktion, Nebenhandlungen ohne Belang und nicht immer so gut umgesetzt. Schade drum, denn genug Potential hätte die Serie gehabt, etwas actionreicher noch, und dann wäre es genau mein Ding gewesen. So habe ich es eigentlich nur aus Mangel an Alternativen weiter geschaut.

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  6. Ja, dem kann ich auch nur zustimmen. Die letzten Episoden fand ich auch wieder recht gelungen und habe sie ziemlich an einem Stück weggeschaut. Hätte man das Finale mit dem zweiten Blackout enden lassen (und nicht spezifische Flash Forwards, z.B. von Charlie, gezeigt) sowie sich die Explosion gespart, dann hätte ich wohl besser damit leben können. So aber war der Cliffhanger einfach zu prominent.

    In der kommenden TV-Season wird es wohl – zumindest soweit ich das überblicke – mit „The Event“ nur eine neue Mysteryserie geben. Mal sehen was sich damit dann anbahnt…

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  7. Ich gestehe, ich habe gerade mal die Pilotfolge überstanden. Dass „FlashForward“ kein Ersatz für „Lost“ sein würde, war ja klar, aber für mich war das selbst im Vergleich mit „4400“ (thematisch auch ein eher stimmiger Vergleich) eine reichlich miese Nummer. Da habe ich mir wirklich mehr erhofft.

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  8. „4400“ habe ich nie gesehen, für mich war es aber schon recht offensichtlich, dass die Macher ihre Serie auf den Erfolg von „Lost“ hingetrimmt haben. Eben auch besonders was die Inszenierung angeht.

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  9. Ja, das stimmt schon. Das absehbare Ende von „Lost“ war ja in Reichweite, und der geneigte Mystery-Freund suchte halt nach Ersatz. Dumm nur, dass er (a.k.a. ich) nun immer noch sucht … Vor allem, da es in der kommenden TV-Season auch an viel versprechenden Neustarts fehlt.

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  10. Ich weiß auch noch nicht, was in dem Genre kommende Season gut zu schauen ist. „Fringe“ entwickelt sich immerhin in die richtige Richtung, aber dann? Mal sehen. Bis es soweit ist habe ich mit den ersten beiden „Mad Men“-Staffeln – wenn man den generellen Kritiken glauben darf – noch einen richtigen Kracher im DVD- bzw. Blu-ray-Regal stehen.

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  11. Pingback: Happy Endings – Season 1 « Tonight is gonna be a large one.

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