Killzone (Tom Piccirilli)

killzone

Mein zweiter Urlaubsroman war „Killzone“ von Tom Piccirilli. Unbekannterweise als strandtaugliches Mängelexemplar gekauft und nach dem Überfliegen einiger Kritiken mit sehr geringen Erwartungen angegangen. Glücklicherweise kam dann doch alles anders.

Mein erster Roman aus der Heyne Hardcore-Reihe war Richard Laymons „Die Insel“, welcher eine interessante Grundidee hatte, sich aber vor allem durch schlecht geschriebene Teenagerfantasien auszeichnete. Warum Heyne Piccirillis Debütroman in die Hardcore-Ecke schieben will, ist mir jedoch unbegreiflich. Sex ist Mangelware und die Blut spritzt kaum. Ein klarer Fall von irreführendem Marketing, welcher mir jedoch zugute kam.

In „Killzone“ geht es in erster Linie um Verlust. Ein Vater ist auf der Jagd nach dem Serienmörder, der seine 5-jährige Tochter auf dem Gewissen hat. Schon seit Jahren. Was macht die Sache interessant? Der Mörder schreibt dem Vater kryptische Briefe und bezeichnet ihn als besten Freund. Zudem fordert er Vergebung indem er misshandelte Kinder entführt und sie den Familien seiner früheren Mordopfer auf die Türschwelle legt. Ein Kind für ein Kind.

Der Hauptcharakter ist alles andere als ein strahlender Held. Er ist völlig fremdbestimmt. Verlust, Rache, Wahnsinn. Mehr ist ihm nicht geblieben. Selten habe ich solch einen zynischen Roman gelesen. Man kann sich wirklich gut in diese düstere Welt einfühlen und der Wahn wird fast körperlich spürbar. Sehr gelungen. Leider jedoch beschränkt sich Piccirilli nicht auf die Gefühlswelt seiner Protagonisten, sondern macht Ausflüge in Richtung Action und verliert sich  zudem etwas in einem Nebenhandlungsstrang. Die Auflösung kommt zudem zu plötzlich, als dass man mit ihr zufrieden sien könnte. Muss man aber auch nicht und wäre der zynischen Stimmung des Romans vielleicht sogar abträglich.

Tom Piccirillis „Killzone“ hat mich wirklich positiv überrascht, wenngleich sich die gröberen strukturellen Fehler zu deutlich in den Vordergrund schleichen, als dass man sie ignorieren könnte. Interessant: 7/10 Punkte.

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