Felicity – Season 1

Gestern Abend habe ich die letzte Episode von „Felicity – Season 1“ gesehen. Auslöser für die Sichtung war – neben dem lobenden Eintrag von thwidra – die Tatsache, dass die Serie das erste große Projekt von J.J. Abrams – Schöpfer der TV-Meilensteine „ALIAS“ und „Lost“ – gewesen ist. Da ich mit „Veronica Mars“ zuletzt eine sehr hochwertige Serie gesehen habe, hatte es „Felicity“ – im direkten Vergleich – nicht immer leicht. Dennoch konnte sich der krause Wirrkopf bereits einen Platz in meinem Serienherzen sichern.

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Anders als bei „ALIAS“ oder „Lost“ gibt es keine vordergründige Action- oder Mysteryhandlung. Allein die Menschen stehen im Mittelpunkt. Teils hatte ich etwas das Gefühl eine Mischung aus erwachsenem „Dawson’s Creek“ und einer ernsthafteren Version von „Ally McBeal“ zu sehen. Zudem überwiegen in der Serie herbstliche Farbtöne, was mich unweigerlich an die „Gilmore Girls“ denken lässt. Keiner dieser Vergleiche trifft es hunderprozentig – doch ist auch keiner völlig aus der Luft gegriffen. Welche Vergleiche man auch ziehen mag: J.J. Abrams ältestes Kind besitzt genügend Eigenständigkeit und Charme, um auch heute noch mitreißen zu können.

Die Erzählstruktur hat es mir besonders angetan: Wir erleben die Geschehnisse durch die Augen von Felicity. Wir hören ihre Gedanken. Nun bin ich jemand, der den Einsatz von Voice-over als Erzählstil in Film und Fernsehen durchaus legitim findet. Doch hier können sich selbst Gegner dieses narrativen Werkzeugs nicht beschweren: Felicity spricht nicht zum Zuschauer, sondern nimmt für eine Freundin Kassetten auf. Dadurch kommt es zu nachträglichen Beobachtungen diverser Lebenssituationen, womit unweigerlich eine charakterliche Weiterentwicklung und Selbstreflexion verbunden ist. Wirklich wunderbar gelöst.

Die Handlung selbst schwankt zwischen großem Gefühlsdrama und skurillen Alltagssituationen. Teils hatte ich noch den Eindruck, dass die Struktur etwas holprig wirkt. Dies hatte sich im Verlauf der Season aber gelegt. Der größte Vorteil – neben den guten Autoren – ist wohl Keri Russell, deren Felicity mir sofort ans Herz gewachsen ist. Auch die Nebencharaktere wissen zu überzeugen und es ist schön bekannte Gesichter (Greg Grunberg und Jennifer Garner, „ALIAS“) wiederzusehen.

Ich freue mich nun auf die kommenden Staffeln. Die NYU der Serie ist definitiv ein Platz, an dem man sich wohlfühlen kann und eignet sich somit fabelhaft für lockere und doch nicht anspruchslose Feierabendunterhaltung: 8/10 Punkte.

Timeline (Michael Crichton)

timline_buch.jpgDank eines freien Montags habe ich nun Michael Crichtons „Timeline“ endlich zuende gelesen. Begonnen hatte ich bereits im Urlaub, doch dann bin ich einmal wieder nur Abends zum Lesen gekommen, was stets viel von der Qualität des Lesevergnügens nimmt.

„Timeline“ ist ein Wissenschaftsthriller mit Anklängen an den Historienroman. Stets interessant und flott zu lesen. Besonders der Spannungsaufbau im ersten Teil weiß zu überzeugen. Man wird in die Welt eingeführt und betrachtet die Vergangenheit durch die Augen von Historikern. Im zweiten Teil geht es dann direkt ins 14. Jahrhundert und da sich der Handlungsort nicht ändert, kommt es zu einigen nett eingestreuten Déjà-vus. In der Vergangenheit ist die Geschichte dann nicht mehr sonderlich ausgereift und teils überschlagen sich die Handlungsstränge etwas. Unterhaltsam bleibt das Buch jedoch allemal.

Das Ende konnte mich dann wieder voll und ganz überzeugen. Sicher nicht sonderlich überraschend, aber absolut passend. „Timeline“ ist wahrlich nicht Crichtons bester Roman – weder vom Inhalt noch von der Sprache – doch er erlaubt sich keine wirklichen Schwächen. Ich bin nun schon einmal auf die Verfilmung gespannt und kann guten Gewissens 8/10 Punkte geben. Die 3,00 € für das Mängelexemplar haben sich auf jeden Fall voll und ganz bezahlt gemacht.

28 Weeks Later

Gestern Abend war ich einmal wieder im Kino und habe mir in illustrer Runde „28 Weeks Later“ angesehen, dessen Vorgänger von Danny Boyle mir ziemlich gut gefallen hat. So war „28 Days Later“ der Beitrag zum modernen Zombiefilm, der mir – neben „Shaun of the Dead“ – wohl am stärksten im Gedächtnis geblieben ist. Und nichts anderes ist auch der Nachfolger: Ein moderner Zombiefilm. Infizierte hin oder her.

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Der Einstieg in den Film – der auch die neuen Zuschauer auf die neue Weltordnung einstimmt – ist absolut wuchtig und brutal. Die Bedrohung bricht von einer Sekunde auf die nächste über ein paar Überlebende herein und ist nicht zu stoppen. Düster, beeindruckend und unmittelbar inszeniert. Dazu eine absolut passende musikalische Untermalung und großes Drama unter den Figuren. Wirklich sehr stark und im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend.

Nach dem starken Anfang wirkt die Geschichte wie eine realistischere Variante von Romeros „Land of the Dead“. Der Alltag kehrt ein und ein Stadtteil wird wieder den Bewohnern zugänglich gemacht. Inklusive verbotener Zone und allem was dazu gehört. Der erneute Ausbruch der Seuche ist dann einigermaßen unglaubwürdig und von starken Zufällen abhängig. Aber nun gut. Ist ja schließlich auch ein Zombiefilm. Weiter geht es nun wie es kommen musste: Eine kleine Gruppe von Überlebenden kämpft sich durch Horden von Infizierten, um letztendlich mit einem Hubschrauber zu fliehen. Der Kreis zu Romero schließt sich wieder.

Die Flucht ist teils sehr bedrückend inszeniert. Die Szenen mit Nachtsichtgerät haben mich unweigerlich an Neil Marshalls grandiosen „The Descent“ denken lassen. Der Rest ist eher typische Zombiehatz mit einigen netten Effekten. War alles halt schon ein paarmal da. Den Rest füllt „28 Weeks Later“ mit Genreversatzstücken auf. Somit fehlt dem Film die Originalität seines Vorgängers und zurück bleibt ein wirklich unterhaltsamer und teils bedrückend inszenierter Reißer – und das ist für eine Fortsetzung im Horrorgenre schon einmal mehr, als man erwarten würde.

Für hartgesottene Zombiefans, die schon den Vorgänger mochten, kann ich eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen. Man darf nur nichts Neues erwarten und sollte über die mangelnde Logik hinwegsehen können: 7/10 Punkte.

Gutschein für buch.de

Aktuell gibt es einmal wieder einen Universal-Gutschein über 10 EUR für buch.de (Mindestbestellwert 40 EUR, einlösbar bis zum 30. September 2007).

Gutschein-Code:
MilesandMore10

Dazu noch ein Schmankerl: Wer über 40 EUR bestellt – was bei dem Gutschein sowieso Voraussetzung ist – bekommt zusätzlich noch die DVD von „Der Teufel trägt Prada“ kostenlos dazu. Das ist doch ein Angebot, das man (fast) nicht ablehnen kann und artet fast schon wieder in einen Kaufrausch aus…

Wo ist Fred? (WS1)

Gestern Abend waren wir bei Freunden mit einem brandneuen 37 Zoll LCD-TV. Da tun sich ganz neue Sichtungsmöglichkeiten auf und das Heimkino rückt wirklich in greifbare Nähe. Ich habe „Wo ist Fred?“ beigesteuert, der zu meiner Freude bei allen Teilnehmern des spontanen DVD-Abends wirklich gezündet hat – und auch mein äußerst positiver Eindruck von der letzten Sichtung wurde bestätigt.

Dieses Mal ist für mich noch deutlicher herausgekommen wie untypisch für deutsche Komödien der Film doch ist. Am ehesten lässt er sich wohl mit US-Komödien à la „Meine Braut, ihr Vater und ich“ (OT: „Meet the Parents“) vergleichen. Vermutlich gefällt mir der Film auch deshalb so gut. Screwball und Slapstick stehen im Vordergrund. Typische Elemente der deutschen Beziehungskomödie bleiben glücklicherweise außen vor – und das Beste: Der Film ist wirklich verdammt lustig!

Wenn man sich von Til Schweiger – der mir hier trotz allem sehr gut gefällt – nicht abschrecken lässt, wird man mit wunderbaren Darbietungen von hochklassigen Schauspielern, wie Jürgen Vogel oder Christoph Maria Herbst („Stromberg“), belohnt – die süße Alexandra Maria Lara gibt es zudem als Sahnehäubchen obendrauf. Ein rundum fantastisches Ensemble.

Wer sich einfach nur einmal gut unterhalten lassen will (ohne hintergründigen Witz, dafür mit ein paar politisch nicht ganz so korrekten Szenen), dem kann ich „Wo ist Fred?“ wirklich ans Herz legen: 8/10 Punkte.