Die Hochzeits-Crasher – OT: The Wedding Crashers

Es gibt sie ja sowieso kaum: Gute Übersetzungen von – insbesondere englischen – Filmtiteln. Doch warum man sich so etwas wie „Die Hochzeits-Crasher“ (nur echt mit Bindestrich; OT: „The Wedding Crashers“) einfallen lässt? Das Wissen wohl nur die Marketingstrategen von Warner Deutschland.

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Der Film an sich bietet ausgezeichnete Unterhaltung. Nichts intellektuell wertvolles, aber das erwartet auch niemand von einem Frat-Pack-Film. Owen Wilson und Vince Vaughn zeigen sich wie erwartet sehr spielfreudig und auch der Rest der Besetzung scheint für jeden Spaß bereit gewesen zu sein. Allein Christopher Walken wirkte etwas unterfordert. Da ich mir zur Zeit die erste Staffel von „ALIAS“ ansehe, ist mir ansonsten besonders Bradley Cooper aufgefallen, der hier eine Rolle spielen darf, in der ich gerne Ben Stiller gesehen hätte. Doch Cooper erweist sich als würdiger Ersatz und sorgt für manchen Lacher.

Ein Schwachpunkt des Films ist die Geschichte. Zu voraussehbar und ohne Überraschungen. Besonders das letzte Drittel zieht sich etwas und hätte meiner Meinung nach von kleineren Straffungen profitiert. Dass der Film trotzdem funktioniert ist den wirklich witzigen Einzelszenen (das Essen, der nächtliche Besuch etc.) und dem fantastischen Ensemble zuzuschreiben.

Sehr gut gefallen hat mir zudem der Soundtrack. Besonders der Einsatz der WEAKERTHANS in den End Credits hat den Film in meinen Augen noch einmal deutlich nach vorne gebracht.

„The Wedding Crashers“ macht Spaß – ich denke in einer Wiederholungssichtung ist vielleicht sogar noch mehr drin. Deshalb gibt es von mir vorerst einmal 7/10 Punkte.

Kops – OT: Kopps

Gestern habe ich seit langer Zeit einmal wieder einen aus dem TV aufgenommenen Film gesehen: „KOPS“ – ein Film, an dem ich wohl nie Interesse gezeigt hätte, wäre er nicht die unbedingte Empfehlung eines Freundes gewesen.

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Von Anfang an auffällig ist die unglaublich sympathische Stimmung, die „KOPS“ vebreitet. Alle Charaktere wachsen einem sofort ans Herz und man würde am liebsten in das kleine schwedische Dorf einziehen – wäre es dort nicht nur so langweilig. Mit diesem Problem haben auch unsere Polizisten zu kämpfen: Es geschieht einfach nichts und als ihre Wache geschlossen werden soll, sehen sie sich gezwungen gewisse Maßnahmen zu ergreifen. Das ist im Grunde auch schon der gesamte Plot des Films.

Die kaum vorhandene Geschichte wird glücklicherweise nicht in die Länge gezogen – es stehen die Figuren und ihre Aktionen im Vordergrund. Besonders Bennys Träumereien und Erzählungen sind den ein oder anderen Lacher wert, wenngleich sie auch etwas over the top erscheinen. Die ergänzende Liebesgeschichte um Jacob und Jessica ist nett anzusehen und nervt nicht, lässt aber größtenteils den Humor des Haupterzählstrangs vermissen.

Der erwartete – und versprochene – Knüller ist „KOPS“ leider nicht, dafür haben bei mir zu wenige Gags wirklich gezündet. Dennoch ist der Film absolut sehenswert, schon allein wegen seiner entspannten Atmosphäre und seiner sympathischen Charaktere – hier könnten sich viele andere Komödien ein paar Scheiben abschneiden: 7/10 Punkte.

Be Cool

Mit „Be Cool“ habe ich gestern die Fortsetzung von „Schappt Shorty“ gesehen. Durch diverse Kritiken war ich schon vorgewarnt, dass ich dieses Mal keinen eleganten Gangsterfilm mit Stil und echter Coolness erwarten durfte. Meine Erwartunen waren dementsprechend niedrig und konnten somit auch (fast) nicht mehr entäuscht werden.

„Be Cool“ präsentiert sich tatsächlich nicht mehr als Gangsterfilm – dazu fehlt ihm eine ausgefeilte Handlung. Vielmehr steht die Parodie im Mittelpunkt. War diese Ausprägung im ersten Teil noch eher dezent und auf die Filmbranche gemünzt, muss dieses Mal das Musikbusiness dran glauben. Ich war teils wirklich sehr erstaunt, wie gut der Film als Parodie funktioniert. Figuren wie Raji (Vince Vaughn), Elliot Wilhelm (The Rock), Nick Carr (Harvey Keitel) und selbst die Truppe um Sin LaSalle (Cedric the Entertainer) sind so grenzenlos überzeichnet, dass ich teils wirklich laut lachen musste – und das obwohl (oder gerade weil) ich ansonsten überhaupt nichts mit dem ach so coolen Gangster-Hip-Hop-Getue anfangen kann. Am besten hat mir doch tatsächlich The Rock gefallen. Ein Darsteller, den ich bisher gemieden habe, wo es nur geht. Hier spielt er jedoch so sympathisch und selbstironisch, dass es eine wahre Freude ist. Wirklich klasse!

So gut diese einzelnen Szenen auch funktionieren, sie tragen jedoch kaum zur – sowieso schon fast nicht vorhandenen – Handlung bei. Die Geschichte um Chili Palmer und Edie Athens verkommt völlig zum reinen Bindeglied zwischen Gastauftritten von Größen in der Musikbranche und parodistischen Einlagen. Zwar wissen John Travolta und Uma Thurman wie (fast) immer zu überzeugen, doch können sie die mangelhafte Geschichte nicht aufwiegen – auch wenn ihre Tanzszene bei mir sehr nostalgische Gefühle geweckt hat.

Be Cool

Supernervig fand ich dann die Gesangseinlagen – wiel zu lang und breitgetreten. Das schlimmste jedoch: Völlig ohne Witz inszeniert. Ich habe mich schon fast in einer Castingshow gewähnt. Der Auftritt mit AEROSMITH ist zwar ganz nett, hatte aber eher was von „Wayne’s World“ und ich fand ihn im Chili Palmer-Universum eher unpassend. Richtig übel war auch das Ende bei den MTV-Music-Awards. So zuckersüß und ernsthaft, dass es den Film in meinen Augen fast noch einmal um ein Level heruntergerissen hätte – doch die positiven Erinnerungen an Vince Vaughn und The Rock haben dann doch überwogen und den Film auf 6/10 Punkte gerettet.