Ist Streaming für Filmfreunde mehr Fluch als Segen?

Nach meiner anfänglichen Skepsis nutze ich Streaming inzwischen recht häufig und gerne, um vor allem aktuellere Serien zu verfolgen. Das ist bequem und einfach. Viele Serien laufen inzwischen zudem zeitnaher im Stream als sie auf DVD oder Blu-ray veröffentlicht werden. Hinzu kommt kommt, dass ein stets größer werdendes Angebot an Filmen zur Verfügung steht. Warum also nicht einmal die Blu-ray im Laden stehen lassen und den offiziellen Full-HD-Stream genießen?

Hilfe, da fehlt ja das halbe Bild!

Inzwischen habe ich schon einige Filme via Stream nachgeholt und bereits bei „Terminator: Genisys“ fand ich es seltsam, dass solch ein Blockbuster im Bildformat 1,77:1 (16:9-Vollbild) läuft und nicht, wie die anderen Filme der Reihe, im breiteren 2,40:1-Format (16:9 mit schwarzen Balken). Kürzlich habe ich auch „Mission Impossible: Rogue Nation“ via Stream gesehen – und auch dieser Actionfilm lief in 16:9-Vollbild. Bei meiner Sichtung ist mir deutlich aufgefallen, dass man zu nahe am Geschehen dran ist und Bildelemente an den Seiten fehlen – und tatsächlich, der Film wurde für die Verwendung als Stream seitlich beschnitten:

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In der Mitte der Stream – links und rechts die fehlenden Bildinhalte (Quelle: Amazon-Stream & Trailer)

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Mozart in the Jungle – Season 1 & 2

So langsam aber sicher arbeite ich mich durch alle Amazon-Eigenproduktionen durch. Da ich Musik-Serien sehr gerne sehe, war es nur eine Frage der Zeit bis „Mozart in the Jungle – Season 1 & 2“ den Weg in unser Abendprogramm findet. Und dort ist die Serie über die Laufzeit ihrer ersten beiden Staffeln auch geblieben…

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Die Amazon-Serie basiert auf einem Buch, mit dem reißerischen Untertitel „Sex, Drugs, and Classical Music“ – da weiß man doch gleich, was man bekommt, oder? Zumindest bei HBO hätte die Serie wohl ganz anders ausgesehen und sich wohl in erster Linie auf die beiden erstgenannten Punkte konzentriert. Bei Amazon dagegen liegt der Fokus der Serie größenteils auf klassischer Musik und Geschichten, die das Orchester betreffen. Zwar gibt es auch mal Sex und Drogen, doch insgesamt ist die Serie für ihr Thema doch erstaunlich zahm und nett. Doch dies trifft ja fast schon auf alle Amazon-Serien (z.B. „Alpha House“) zu, die ich bisher gesehen habe.

Wie schon bei der Musical-Serie „Smash“ steht das Leben der Künstler im Mittelpunkt. Die Atmosphäre beider Serien ist auch ähnlich, doch ist „Mozart in the Jungle“ deutlich mehr Comedy als das oft unnötig dramatische Musical. Da Musikserien ein eher noch seltenes Genre sind („Nashville“ kenne ich zum Beispiel noch nicht), lohnt sich der Blick hinter die Kulissen der New Yorker Symphoniker auf jeden Fall. Ihre Qualität hält die Serie übrigens auch im zweiten Jahr:

  1. „Mozart in the Jungle – Season 1“ (7.9 Punkte)
  2. „Mozart in the Jungle – Season 2“ (7.9 Punkte)

Wer auf der Suche nach leichter Comedy-Unterhaltung abseits von teils brachialem Sitcom-Humor ist, der sollte durchaus einmal in diese nette Serie reinschauen. Kommt zudem ein Faible für klassische Musik hinzu, dann könnt ihr richtig viel Spaß mit „Mozart in the Jungle“ haben: 8/10 (7.9) Punkte.

Media Monday #262

Es scheint so als wäre das Wochenende auch schon wieder vorbei. Nur was habe ich eigentlich gemacht? Samstagmorgen ist der Schwimmkurs ins Wasser (haha) gefallen, dann habe ich ein paar kleinere Reparaturen am Haus durchgeführt und nachmittags noch ein paar zwischengelagerte Umzugskisten von den Schwiegereltern geholt. Der Sonntag war eher ruhig und stand ganz im Zeichen der Vorbereitungen für den Geburtstag unseres Zappelinchens. Obwohl ich meinen Medienkonsum letzte Woche sträflich vernachlässigt habe, gibt es nun noch meine Antworten auf die aktuellen Fragen des Medienjournals – viel Spaß damit! 🙂

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  1. Mein Laufverhalten hat mich nach langer Zeit mit dem heute getätigten 375. Lauf mal wieder richtig überzeugt, nachdem ich die letzten zwei Jahre doch eher nicht weitergekommen bin.
  2. Einer gepflegten Partie Radfahren bin ich ja selten abgeneigt, denn seit ich wieder ein Fahrrad besitze, drehe ich ganz gerne mal eine Runde.
  3. „Seinfeld“ führe ich ja gern als Gegenbeispiel an, wenn es heißt US-Sitcoms mit Laugh-Track seien nicht lustig oder sogar dumm.
  4. Wird etwas via Crowdfunding finanziert bekomme ich das selten mit, allerdings habe ich mich sehr über den „Veronica Mars“-Film und Zack Braffs „Wish I Was Here“ gefreut.
  5. John Olivers „Last Week Tonight“ sollte nun wirklich jeder mal gesehen haben, schließlich bringt er das Weltgeschehen wunderbar komisch auf den Punkt.
  6. Ich bin ja quasi fest davon ausgegangen, dass Amazon Prime und Co. im richtigen Bildformat streamen, ist aber nicht so – und das erinnert doch sehr an Zeiten von Pan & Scan und andere Vollbild-Sünden.
  7. Zuletzt habe ich „Mission: Impossible – Rogue Nation“ gesehen und das war wunderbare Unterhaltung, weil die Mischung aus Action, Humor und Spannung in dieser Reihe perfekt funktioniert.
  8. Bud Spencer war einer der Helden meiner Kindheit. Wer noch einmal zurückreisen möchte, dem kann ich nur den wunderbaren Podcast „Young in the 80s“ zum Thema „Bud Spencer & Terence Hill“ ans Herz legen.

Run, Fatboy, Run (375): Spezialausgabe

Heute habe ich den letzten Lauf vor dem Halbmarathon absolviert, der kommendes Wochenende ansteht. Ich wollte eigentlich nur eine kleine 10-Kilometer-Runde laufen, habe mich dann aber doch für eine etwas längere Strecke entschieden. Das Wetter war gut: mal schattig, mal sonnig, aber nicht zu heiß. So könnte es von mir aus auch gerne nächsten Sonntag sein:

run-fatboy-run-375

Distance: 15.09 km
Duration: 01:24:54
Elevation: 97 m
Avg Pace: 5:37 min/km
Avg Speed: 10.66 km/h
Heart Rate: 169 bpm
Stride Frequency: 151 spm
Energy: 1290 kcal

Tatsächlich habe ich mit diesem Lauf auch schon wieder die 25 Läufe vollgemacht. Obwohl es erst Anfang Juli ist, war ich dieses Jahr schon länger unterwegs als die meisten anderen Jahre über die gesamten 12 Monate. Schon alleine deshalb hat sich die Anmeldung zum Halbmarathon wohl gelohnt:

2008 2009 2010 2011 2012
Länge 130,60 143,53 382,31 426,62 291,15
Laufzeit 15:32:00 15:37:00 38:48:45 41:55:03 28:39:25
kCal 12.416 11.838 32.184 33.147 22.415
min/km 7:05 6:31 6:05 5:53 5:54
2013 2014 2015 2016 Gesamt
Länge 388,03 319,01 243,70 352,52 2.677,48
Laufzeit 39:02:57 31:23:04 24:24:25 34:15:03 269:37:12
kCal 29.878 24.563 18.930 28.555 213.926
min/km 6:02 5:54 06:00 05:49 6:02

Da ich die Fastenzeit schon lange wieder hinter mir gelassen habe und mich dementsprechend normal – sprich nicht immer nur gesund – ernähre, ist es auch ein positiver Nebeneffekt, dass mein Training (und ich spreche hier nur vom Laufen) dieses Jahr schon dafür gesorgt hat, dass ich 53 Tafeln Schokolade bzw. 120 Flaschen Bier runtertrainiert habe. Mal sehen, wie sich das bis Ende des Jahre noch entwickelt… 😉

Im ersten Ohr: FatBoysRun – Episode 46: FiNaMa
Im zweiten Ohr: Fortsetzung folgt S06E19 – Wedding Is Coming
Im dritten Ohr: Gameface, Mando Diao, Fall Out Boy

Mission: Impossible – Rogue Nation (2015)

Dies ist der erste Eintrag, den ich auf Windows 10 schreibe. Das Upgrade hat also funktioniert. Nach einem langen Tag voll mit Arbeiten rund um Haus und Hof sowie Vorbereitungen für den 6. Geburtstag unseres Zappelinchens, sind wir wieder viel zu spät auf das Sofa gekommen. Dennoch hatte ich mir fest vorgenommen einen Film zu sehen und da „Mission: Impossible – Rogue Nation“ gerade bei Amazon Prime im Programm läuft, ist die Wahl auf diesen unterhaltsamen Action-Thriller gefallen…

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Zunächst einmal möchte ich auf ein technisches Thema eingehen, das Streaming betrifft und mir die Freude am Film ein wenig verleidet hat: Bei Amazon Prime läuft der 5. Teil des „Mission: Impossible“-Franchises in 16:9 und somit Vollbild. Dieses Format kam mir bereits bei „Terminator: Genysis“ seltsam vor, doch hier war der Verlust an Bildinformationen nun mehr als auffällig. Kurz nachgeschaut – und natürlich ist das Original-Seitenverhältnis 2,40:1 und so liegt der Film auch auf Blu-ray und DVD vor. Tolle neue Streaming-Welt. Ich dachte wirklich seitlich beschnittene Filme oder Pan & Scan gehörten inzwischen der Vergangenheit an. Ich werde es mir in Zukunft auf jeden Fall zweimal überlegen, ob ich mir persönlich wichtige Film per Stream anschaue.

Trotz der technischen Defizite hatte ich unglaublich viel Spaß mit „Mission: Impossible – Rogue Nation“. Die Geschichte hat zwar nicht mehr zu bieten als ein typischer Agenten-Thriller, doch ist sie so leichtfüßig und mitreißend erzählt, dass es eine wahre Freude ist. Tom Cruise funktioniert nach wie vor exzellent als Ethan Hunt und auch sein Team, allen voran Simon Pegg, weiß zu überzeugen. Die Action ist bombastisch, doch nicht zu übertrieben oder CGI-lastig. Regisseur Christopher McQuarrie schafft es wunderbar an den von J. J. Abrams in „Mission: Impossible 3“ etablierten und von Brad Bird in „Mission: Impossible – Ghost Protocol“ perfektionierten Stil anzuknüpfen.

Wer also nach drei gelungenen Teilen (den Beitrag von John Woo klammern wir lieber einmal aus) noch nicht genug vom Team der IMF hat, der dürfte auch mit dem jüngsten Abenteuer viel Spaß haben: Exotische Schauplätze, rasante Action und flotte Sprüche garantieren beste, wenn auch wohl nicht sonderlich nachhaltige, Unterhaltung. Ein wunderbar kurzweiliges Vergnügen: 8/10 Punkte.