A Song of Ice and Fire, Book 3: A Storm of Swords (George R. R. Martin)

Ein halbes Jahr. Welch trauriger Rekord. Dabei hätte ich auch den dritten Teil von George R. R. Martins „A Song of Ice and Fire“-Saga am liebsten am Stück verschlungen. Doch die knapp 1200 Seiten haben ihren Tribut gezollt und somit war „A Storm of Swords“ für lange, lange Zeit mein treuer Begleiter. Trotz der enormen Seitenzahl habe ich mich zu keinem Zeitpunkt gelangweilt oder durch die Seiten quälen müssen, was auch daran liegt, dass Martin geschickt und gezielt mit den Erwartungen der Leserschaft bricht – und darunter haben die Charaktere schmerzlichst zu leiden…

Die Welt wird nicht kleiner. Martin erweitert seine personalen Erzähler um neue Figuren und so darf man als Leser nun u.a. auch an der Gedankenwelt von Jaime Lannister teilhaben, was gewisse Ereignisse in ein neues Licht rückt. Ein spannender Ansatz, der die Welt noch epischer erscheinen lässt, aber auch unübersichtlicher macht – es ist ja nicht so, als hätte es in den ersten beiden Büchern zu wenige Charaktere gegeben. Allerdings dünnt Martin seine Hauptfiguren ja auch wieder kräftig aus, so dass die Anzahl der Gedankenwelten im Vergleich zu „A Clash of Kings“ tatsächlich wohl nicht viel größer geworden sein dürfte.

Meine bevorzugten Handlungsstränge wurden dieses Mal erneut von Arya und John Snow bestritten. Tyrion fand ich zwar auch spannend, doch war mir seine Figur im Vergleich zu den zwei vorangegangenen Büchern zu passiv – zumindest bis zum großen Finale. Faszinierend war auch wieder die Daenerys Handlungsstrang, doch letztendlich haben sich hier keine sonderlich spannenden Entwicklungen ergeben, außer dass ihre Armee angewachsen ist. Dennoch weiterhin eine der interessanteren Figuren. Dazwischen gibt es einiges an Füllstoff, der von den Autoren der TV-Serie bestimmt gekonnt verdichtet wird, und einige einschneidende Ereignisse – ich denke da nur an die zwei Hochzeiten: wow!

Auch wenn es ein halbes Jahr gedauert hat, so habe ich mich doch jeden Abend darauf gefreut wenigstens für ein paar Seiten nach Westeros abzutauchen. Es war wieder einmal ein tolles Erlebnis! Nun hadere ich mit mir, ob ich mich an „A Feast for Crows“ heranwagen oder lieber einmal wieder das Genre wechseln soll – zumal ich aufgrund der immer näher rückenden privaten Großereignisse in den nächsten Monaten wohl sowieso kaum zum Lesen kommen werde. So oder so bin ich – besonders nach dem überraschenden Cliffhanger – gespannt, wie die Saga weitergeht und werde mit Freude nach Westeros zurückkehren: 10/10 Punkte.

29 Gedanken zu “A Song of Ice and Fire, Book 3: A Storm of Swords (George R. R. Martin)

    • Bei mir lag weniger an der Fremdsprache, als an der fehlenden Zeit. Früher hätte ich das Buch in ein paar Wochen durchgehabt, doch seit Familie und Job (und zugegebenermaßen Serien und Filme) das Leben beherrschen, ist abends maximal noch Zeit für ca. 10 Seiten und da zieht sich solch ein Wälzer doch schon ziemlich…

      Da du ja anscheinend schon durch bist: Was würdest du empfehlen? Lieber direkt weiterlesen, oder eine Pause einlegen? Ich habe nur Angst, dass ich in ein paar Monaten schon wieder viele Details der komplexen Handlung vergessen habe.

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  1. Also ich würde grundsätzlich empfehlen, nach Möglichkeit direkt oder nur mit kurzer Pause (ein paar Wochen) weiter zu lesen, dann kommt man am besten mit und kann sich immer noch gut an die wichtigsten Sachen erinnern.

    Wenn mich allerdings an mein Lesen der ersten vier Bände (bzw. acht im deutschen) zurückerinnere, habe ich diese in einem Zeitraum von 2-3 Jahren gelesen, teilweise mit längeren Pausen zwischendrin, was nicht unbedingt zu empfehlen ist.

    Zu sehr beeilen musst du dich ja auch nicht. Die Serienadaption von Band 4 kommt ja erst ab 2014 und GRRM wird Band 6 wohl nicht früher fertig haben.

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    • Danke für die Tipps. Bis 2014 habe ich ja recht gute Chancen Band 4 und Band 5 (englische Zählweise) durchzulesen. Dann irgendwann Band 6 und ich hoffe mal sehr, dass GRRM dann noch den Elan hat den finalen 7. Band fertigzustellen. Dazwischen kann ich mir ja die Erinnerungen mit der TV-Serie auffrischen…

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  2. Habe auch vor gut zwei Wochen das dritte Buch zu Ende gelesen und war (wie nach Band 1 und 2) sehr begeistert. Und auch ich war sehr angetan vom Jon Snow-Arc (nenn ich jetzt einfach mal so). Großartiger Erzählstrang.
    Nur an einer Stelle (DIE Hochzeit, Tully/Frey) war ich irgendwie perplex, da konnte ich nicht wirklich fassen, was da gerade passiert ist, auch wenn es sich mehr oder weniger angedeutet hatte. Das hat mir gar ein wenig meinen Schlaf geraubt. 😀

    Was ich erstaunlich finde: wie ich in Buch 3 mit Charakteren sympathisiere und „mitfühle“, für die ich vorher eigentlich wenig oder gar nichts übrig hatte. Bestes Beispiel: Jamie Lannister. Keine Ahnung wieso, er ist zu einem meiner heimlichen Lieblinge geworden. (Ähnliches Beispiel: Sansa)

    Und ich bin sehr gespannt auf die TV-Umsetzung bzw. die dritte Staffel, was für Material sie übernehmen werden, was der Schere zum Opfer fallen wird etc. Keine leichte Aufgabe, aber sie haben’s es ja bis dato sehr gut hinbekommen.

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    • Ja, die Tully/Frey-Hochzeit hat mich auch mitgenommen. Das hatte ich wahrlich nicht erwartet. Mindestens ebenso überrascht war ich dann aber auch vom Epilog. Auf jeden Fall schafft es GRRM immer wieder seine Leser zur verstören und zu überraschein.

      Ja, Jaime Lannister hat mich auch überrascht, doch ich denke das GRRM ja bewusst unsere Erwartungen der Charaktere auf den Kopf stellt und es nur sehr wenig Schwarz-Weiß-Zeichnung gibt.

      Ich habe bisher nur die erste Staffel gesehen und freue mich auch schon sehr auf die zweite und dritte. Bis dahin werde ich bestimmt auch noch einmal die erste sehen und ein bis zwei Bücher lesen… 😉

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  3. Jaja, ich hänge auch seit zwei Monaten mittlerweile bei „Dance With Dragons“, aber auch da wird es nicht langweilig. Martin macht das echt gut und das liegt zum größten Teil auch immer noch daran, dass er ständig die Perspektiven wechselt. Arya ist und bleibt eine der spannendsten Figuren, weil sie tatsächlich ja ordentlich rum kommt. Allerdings kann ich nie so richtig sagen, wer mir besser gefällt. Die Mischung ist immer gut.

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    • Da bist du aber schon bedeutend weiter als ich. Fällt „A Feast for Crows“ wirklich so ab im Vergleich zum Vorgänger? So oder so habe ich mich entschieden ohne Pause mit der Reihe weiterzumachen. Ich bin einfach zu neugierig, um Westeros nun schon zu verlassen…

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      • Naja, das Problem ist ein wenig, dass „Feast for Crows“ und „Dance With Dragons“ ja eigentlich ein Buch sind… Martin hatte nur irgendwann so viel geschrieben, dass er es teilte. Dadurch bleibt man mit „Feast for Crows“ hauptsächlich in Westeros… und fast nur da. D.h., Arya, Daenerys und Co. kommen da gar nicht vor. „Feast for Crows“ kümmert sich mehr um die politischen Umwälzungen, bleibt trotzdem spannend. Es fällt zugegeben etwas ab, aber nicht sehr…

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      • Ja, dass die Handlungsstränge aufgeteilt sind habe ich auch schon gelesen. Finde ich eine seltsame Entscheidung und mir wäre wohl eine chronologische Teilung lieber gewesen, aber nun gut, ist ja schließlich die Entscheidung des Autors. Mit Daenerys Abwesenheit hatte ich ja gerechnet, aber dass auch Arya nicht vorkommt ist schon hart. Ich freue mich dennoch drauf und spätestens in „A Dance with Dragons“ gibt es ja ein Wiedersehen…

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  4. Die Bewertung geht voll in Ordnung, auch wenn ich nach dem mittlerweile dritten Durchgang (hatte die Bücher jetzt zum ersten Mal komplett auf englisch gelesen) den zweiten noch einen Tick besser fand, weil im Laufe der Reihe für mich die, ich sage mal qualitativen, Unterschiede zwischen den Charakteren immer deutlicher werden; die Dany-Kapitel haben nach Qarth für mich schlagartig an Interesse verloren, und durch Jons Storyline musste ich mich im dritten Band wirklich durchquälen, während Arya, Jamie und meist Tyrion einfach mitreißend waren. Im vierten und fünften Band bleibt das etwa so, er ist jedenfalls nicht viel schlechter als die Vorgänger, bloß eben weniger stringenter, bis die Handlung gerade am Ende von Band 5 wieder Fahrt aufnimmt, was für den sechsten einiges verspricht.

    Und: Bloß nicht auf den Don hören, Arya kommt sehr wohl im vierten Band vor und hat da neben Jaime die bei Weitem interessanteste (wenn auch nicht wirklich zielführende) Geschichte!

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    • Wow, der dritte Durchgang? Mein Respekt! Das würde ich wohl nicht durchhalten. Was das alleine an Zeit kostet, aber ich bin halt auch schon ein alter Sack… 😉

      Freut mich auf jeden Fall zu lesen, dass ich auch im vierten Band mit Arya rechnen kann. Schließlich musste ich mich schon damit abfinden auf Jon und Danaerys zu verzichten, was – besonders im Falle von John – schwer genug ist. Auf jeden Fall freue ich mich schon, dass es weiter geht und schätze so Mitte nächsten Jahres mit Band 5 durchstarten zu können – und das ist noch optimistisch. Somit bin ich gar nicht zu traurig, dass sich GRRM auch mit dem Schreiben so viel Zeit lässt.

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  9. So. Nach knapp 3 Monaten (wenn überhaupt) habe ich alle 5 Bücher durch. Und ich kann über G.R.R. Martin nur mal wieder sagen: Was ein A*sch 😀
    Stimmt schon, Buch 4 und 5 waren teils schon sehr ausschweifend und verzweigt, aber ich wurde trotzdem dauernd mitgerissen… „Wie gehts jetzt mit dem / der weiter? Das kann doch nicht sein / ihr Ende gewesen sein?!“ Das war glaub ich meine meistgestellte Frage. Und da das nächste Buch ja bestimmt noch ein paar Jahre auf sich warten lässt, besteht die Gefahr, dass ich die Bücher noch 1-2 Mal lese. Umfangreich genug, um sich beim lesen selbst wieder zu überraschen sind sie ja.

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    • Du bist ja verrückt! Was für ein Lesemarathon. Aber das ist wohl auch die beste Art und Weise die Bücher zu lesen, denn so vergisst man einzelne Handlungsstränge wohl nicht so schnell, wie mit größerem Abstand zwischen den einzelnen Büchern. Leider jedoch ist meine Lesezeit sehr begrenzt und so komme ich insbesondere mit Band 4 nur äußerst schleppend voran – zumal ich ja auch erst einmal die „The Hunger Games“-Trilogie eingeschoben habe.

      Meine Bewunderung hast du auf jeden Fall… 😀

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      • Wer jeden Tag 2 Stunden S-Bahn fährt, der hat halt die Zeit dazu 😉
        Ja, hilft schon, alles zeitnah zu lesen. Aber teils hatte ich Sachen nach 50 Seiten schon wieder vergessen, einfach auf Grund der unglaublichen Fülle an Details und Storyzweigen… (vielleicht lags auch am schlechten Gedächtnis)
        Aber ich wollte halt einfach wissen, wie’s weitergeht 😀

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      • Oha, 2 Stunden S-Bahn sind natürlich hart und ich dachte schon ich pendle mit ca 1,5 Stunden täglich lang. Aber da ich Auto fahre kann ich leider nicht lesen… oder doch? 😉

        Mein größtes Problem mit der Reihe ist – obwohl ich sie wirklich gerne lese – wohl auch, dass Martin unglaublich viele Figuren erwähnt und alles äußerst detailliert beschreibt. Die eigentliche Handlung bleibt dabei leider oft auf der Strecke. Wissen wie es weiter geht will ich aber auch stets…

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