Nach einer – subjektiv empfundenen – sehr langen Zeit des Wartens, habe ich nun endlich „ALIAS – Staffel 4“ gesehen. Unglaublich, wie sehr man eine Serie vermissen kann. Ist mir bisher nur bei Sitcoms à la „FRIENDS“ so gegangen. Ich möchte nicht wissen wie viele Serienfans nie erfahren werden, wie es mit den Bristows weitergeht, nur weil Buena Vista Deutschland es nicht auf die Reihe bekommt hierzulande eine Veröffentlichung vorzunehmen. Traurig sowas. Glücklicherweise hat Buena Vista UK da mehr Einsehen…

Der Übergang von der dritten zu vierten Staffel ist nicht halb so aufwühlend, wie bei der davor. Allerdings kommt es zu einer Konstellation, die ich anfangs fast schon etwas lächerlich fand: Arvin Sloane leitet die neue Geiheimabteilung der CIA. Wie oft wollen sie Sloane noch rehabilitieren und mit Sydneys Skepsis spielen? Das habe ich mir anfangs gedacht, doch wie so oft bei „ALIAS“ sind die Zweifel aufgrund des hohen Unterhaltungswertes doch schnell wieder verflogen. Auch die neue Umgebung – das APO-Hauptquartier – fand ich anfangs sehr gewöhnungsbedürftig. Zwar ein schönes Design, aber irgendwie zu sauber für „ALIAS“. Doch auch daran habe ich mich schnell gewöhnt.
Die Geschichte plätschert in der ersten Hälfte der Staffel meiner Meinung nach etwas vor sich hin. Zwar gibt es interessante Einsätze, doch ein großartiger Storyarc ist nicht auszumachen. Dies ändert sich jedoch in der zweiten Hälfte. Altbekannte Gesichter treten wieder in Erscheinung, es gibt neue Feinde und die liebgewonnenen Hauptfiguren werden in höchst dramatische Situationen gebracht. Davor gibt es dann noch einige humoristische Episoden, wie z.B. die Rettungsaktion Marshalls – dafür liebe ich „ALIAS“. Die letzten Episoden spitzen sich dann immer weiter zu. Rambaldi. Die Prophezeiung. Hier soll alles aufgelöst werden. Wird es auch. Irgendwie. Mich lässt diese Auflösung der – über die letzten Staffeln aufgebauten – Geschichte um Rambaldis Artefakte jedoch ziemlich kalt. So grandios ich auch die Atmosphäre dieser Zombie-Episoden fand. Der Cliffhanger am Ende der Staffel wirkt dann zwar etwas aufgesetzt, zeigt aber deutlich Wirkung. Ein wortwörtlicher Knaller.
Die vierte Staffel von „ALIAS“ ist meiner Meinung die bisher schwächste. Aber immer noch sehr gut und damit besser als die meisten anderen Serien. Tolle Geschichten, tolle Figuren und wie immer schön überzeichnet. Hat tierisch Spaß gemacht und nun beginnt leider das Warten auf die UK-Veröffentlichung der fünften – und leider letzten – Staffel von J.J. Abrams Ausnahmeserie: 8/10 Punkte.