24 – Staffel 4

Tage wie dieser, das wird sich Jack Bauer auch nach Tag 4 denken. Gestern habe ich mir die letzten zwei Folgen der – zumindest in Deutschland – aktuellen vierten Season angesehen: „24 – Staffel 4“. Nachdem ich von Jacks letztem Einsatz ziemlich begeistert war, hatte ich hohe Erwartungen an Tag 4, die leider nur sehr bedingt erfüllt wurden.

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Mich haben dieses Mal irgendwie tausend Kleinigkeiten gestört. Sachen, die es bestimmt auch in den anderen Staffeln bereits gab, mir hier jedoch das erste Mal so richtig bewusst geworden sind: Die Intrigen der CTU-Mitarbeiter. Kaum zu fassen, dass sich noch jemand auf seinen eigentlichen Job konzentrieren kann, wenn die Bespitzelung von Kollegen doch ganz oben auf dem Dienstplan zu stehen scheint. Dann die Folterungen. War ja schon immer etwas übertrieben, aber gehört halt zu „24“ – doch dieses Mal war es irgendwie zu viel des Guten. Jeder wird nach Herzenslust gefoltert, egal wie gering der Verdacht auch ist – sehr fragwürdig. Auch viele Nebenhandlungen waren einfach sinnlos: Die Tocher der neuen CTU-Chefin zum Beispiel. Was hat das bitte zur Handlung beigetragen? Zudem fand ich auch die Böswichte dieses Mal recht durchschaubar. So nett der Anfang mit der Fanatiker-Familie war, so platt hat sich die Sache um Marwan gegen Ende entwickelt. Die Anschläge konnten bei mir zudem nicht das Gefühl einer wirklichen Bedrohung auskösen, so wie das die Viren in der dritten Staffel geschafft hatten. Es gab irgendwie zu wenig wirkliche Höhepunkte, dafür mehrere kleine, was sich in einer eher flachen und zu regelmäßigen Dramaturgie niedergeschlagen hat – allein die letzten Episoden haben für etwas mehr Druck gesorgt.

Das hört sich jetzt alles sehr negativ an. Ist es in einem gewissen Maße auch, doch „24“ weißt trotzdem noch die gleichen Unterhaltungswerte auf, wie bereits in den vorhergegangenen Staffeln. Jack Bauer ist nach wie vor eine coole Sau und die Serie ist immer noch tadellos inszeniert, wenngleich sich bereits erste Abnutzungserscheinungen zeigen. Schön fand ich die Idee bekannte Figuren erst nach und nach wieder ins Geschehen zu bringen. Wenigstens etwas, wenn man schon keinen wirklichen Neuanfang gewagt hat. Ich bin ja mal gespannt wie es jetzt in der nächsten Staffel mit Jack weitergeht, da dieses Mal – zumindest anscheinend – ja wirklich alle Brücken abgebrochen wurden.

Wäre dies die zweite Staffel gewesen, würde ich über so manche Ungereimtheit oder Schwäche großzügiger hinwegsehen. Die Produzenten fühlen sich aber anscheinend zu sicher und meinen deshalb weniger Zeit und Aufwand in wirklich neue Geschichten stecken zu müssen – schade, denn „24“ hat meiner Meinung nach immer noch starke Figuren und wirklich Potential. Ich vergebe dieses Mal allerdings nur 6/10 Punkte und hoffe darauf, dass Staffel 5 endlich wieder etwas Neues oder wenigstens eine ausgefeiltere Dramaturgie mit sich bringt.

4 Gedanken zu “24 – Staffel 4

  1. Pingback: Filmriss: 24 (Season Four)

  2. Pingback: 24 – Season 7 « Tonight is gonna be a large one.

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