Shaun of the Dead (2004)

Beginn der Prüfungszeit. Trübes Regenwetter. Ideal zum Lernen. Was also tun? „Shaun of the Dead“ schauen. Nach einigen eher mittelmäßigen Filmen war es einmal wieder an der Zeit einen Kracher einzuschieben. Hat mir dieses Mal – vermutlich aufgrund der Kenntnis von „Spaced“ – sogar noch mehr Spaß gemacht als bei der letzten Sichtung.

Shaun of the Dead

Auch wenn ich mich damit vielleicht etwas weit aus dem Fenster lehne und in die Romantic Comedy with Zombies etwas viel hinein interpretiere: Heute ist mir der gesamte Z-Day wie eine Allegorie auf Shauns Leben vorgekommen. Nachdem Liz mit ihm Schluss gemacht hat, schreibt Shaun seine kurz- bzw. langfristigen Lebensziele auf und Peng! ist er gezwungen diese zu Verwirklichen: Seinen Mann stehen und sein Leben in die Hand nehmen, die Dinge mit Liz klären und sich mit seinen Eltern auseinandersetzen. All dies war ihm unterbewusst schon zuvor klar (erste Zombie-Sichtungen), aber es hat erst diesen Einfluss von Außen gebraucht um etwas in ihm auszulösen. Letztendlich war Shaun erfolgreich: Er ist mit Liz zusammengezogen und kann dennoch seine Freundschaft mit Ed aufrecht halten. Das Happy End einer romantischen Komödie – nur eben mit Zombies.

Doch auch auf der reinen Spaß-Ebene funtioniert „Shaun of the Dead“ immer noch grandios. Es gibt unzählige Anspielungen auf die Klassiker des Genres und die britische Situationskomik ist genauso erfrischend wie in „Spaced“. Edgar Wright, Simon Pegg und Nick Frost sind einfach ein fantastisches Team. Ich freue mich schon jetzt auf ihren neustes Werk: „Hot Fuzz“.

Insgesamt wohl mein Lieblingszombiefilm. Wohl auch meine liebste romantische Komödie: 9/10 Punkte.

Wenn Träume fliegen lernen – OT: Finding Neverland (2004)

Nun habe ich endlich den dritten wichtigen Realfilm zum Thema „Peter Pan“ gesehen: „Wenn Träume fliegen lernen“ (OT: „Finding Neverland“). Aufgrund des Oskar-Rummels war ich zunächst etwas skeptisch, doch glücklicherweise ist die Entstehungsgeschichte von „Peter Pan“ kein rein nach dem Oskar-Schema heruntergekurbelter Film.

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Am besten hat mir – wie in fast all seinen Filmen – Johnny Depp gefallen. Er gibt einen wahrlich großartigen J.M. Barrie. Leider leiden darunter etwas die Performances der anderen Darsteller. So weiß Kate Winslet zwar durchaus zu überzeugen, gegen Depps Spielfreude kommt sie allerdings nicht an. Dieser Umstand ist natürlich auch ihrem weitaus weniger schillernden Charakter (Sylvia Davies) zuzuschreiben, der gegen Ende gar etwas zum (sprichwörtlichen) Mittel zum Zweck verkommt. Das völlige Abdriften zu einem Tearjerker weiß Regisseur Marc Forster allerdings zu verhindern. Die wunderschönen Bilder überspielen hier so manch dramaturgische Schwäche mehr als gekonnt. So hat mich die Neverland-Szene deutlich mehr berührt, als die eigentliche Beerdigung.

Von der Inszenierung her wirkt der Film teils etwas altbacken – oder besser: klassisch. Ein Tatsache, die nicht unbedingt negativ zu bewerten ist, weil dadurch die phantastischen Sequenzen umso stärker hervorgehoben werden. Teils haben mich diese gar an Tim Burtons grandiosen „Big Fish“ erinnert.

Sehr gut gefallen haben mir auch die Schauspieler der Kinder. Die Rollen werden sehr gut ausgefüllt und besonders Peters Darsteller weiß zu überzeugen. Als er J.M. Barrie nach der Premiere darauf aufmerksam macht, dass dieser selbst „Peter Pan“ ist, war das für mich der Höhepunkt und die eigentliche Essenz des Films. Wirklich sehr schön gespielt. Desweiteren muss ich den Score hervorheben, der sehr gefühlvoll alle Szenen zu unterstützen weiß.

Insgesamt ist „Finding Neverland“ ein wirklich schöner Film über die entscheidenden Momente in J.M. Barries Leben. Zudem wird der Geist von „Peter Pan“ auch sehr stark greifbar. Ich konnte mich einfach schon immer gut mit dem Jungen identifizieren, der nicht erwachsen werden will. Nicht perfekt, aber anrührend und schön anzuschauen, mit einem – wie immer – fantastischen Johnny Depp: 8/10 Punkte.