The Leftovers – Season 1 to 3

In den letzten Monaten habe ich mich einmal wieder einem Serien-Großprojekt gewidmet. Groß eher aufgrund des Inhalts und weniger aufgrund der doch recht kompakten drei Staffeln bzw. 28 Episoden. Die Rede ist von „The Leftovers“. Der HBO-Serie eilt der Ruf voraus sehr düster zu sein. Extrem düster. Und ja, das ist sie auch. Was die Serie des „Lost“-Autoren Damon Lindelof sonst noch zu bieten hat, erfahrt ihr in der folgenden, spoilerfreien Besprechung…

The Leftovers – Season 1 to 3 | © Warner Home Video

The Leftovers – Season 1 to 3 | © Warner Home Video

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Red Oaks – Season 1 to 3

Schon vor geraumer Zeit hatten wir uns die Pilot-Episode von „Red Oaks“ angesehen. Damals konnte sie uns nicht sofort abholen, so dass die Amazon-Produktion wieder aus unserem Programm verschwunden ist. Aufgrund der mehrfachen Empfehlung durch den Sneakpod wollte ich der Serie noch einmal eine Chance geben und siehe da: Wir waren vollends begeistert. Manchmal lohnt es sich eben doch, Serien eine zweite Chance zu geben…

Red Oaks – Season 1 to 3 | © Amazon Prime Video

Red Oaks – Season 1 to 3 | © Amazon Prime Video

Staffel 1: Willkommen in den 80ern

In der ersten Staffel lernen wir die Charaktere kennen, die uns unglaublich schnell ans Herz gewachsen sind. Auch im titelgebenden Country-Club „Red Oaks“ fühlten wir uns sofort zu Hause, was auch kein Wunder ist, steht dieser doch im Zentrum nahezu jeder Episode. Besonders großartig fand ich das authentisch wirkende 80er-Jahre-Gefühl, das durch die Serie heraufbeschworen wird. Man wähnt sich schon fast in einem modernen John-Hughes-Film, was durchaus als Kompliment zu verstehen ist. Großartig fand ich auch die Body-Switch-Episode „Body Swap“, welche sich trotz der ungewöhnlichen Prämisse wunderbar in die Serienwelt eingliedert. Ein wahrlich großartiges Vergnügen: 9/10 (8.6) Punkte.

Staffel 2: Eine Zeit des Umbruchs

Mit der zweiten Staffel zeigt sich recht deutlich, dass wir die eingeschlagenen Pfade verlassen. Die erste Episode spielt komplett in Paris und spiegelt die Nouvelle Vague sowohl inhaltlich als auch inszenatorisch wider. Auch in den weiteren Episoden lassen wir „Red Oaks“ als zentralen Schauplatz größtenteils hinter uns und begleiten die nun etablierten Charaktere bei großen Veränderungen in ihrem Leben: sei es die Scheidung von Davids Eltern, neue Beziehungen oder berufliche Umorientierungen. Das große Thema Coming-of-Age wird auf alle Figuren ausgedehnt und jeder macht eine signifikante Entwicklung durch. Das mochte ich wirklich sehr. Dennoch fühlt sich die zweite Staffel nicht mehr ganz so frisch an, wie die erste: 8/10 (8.2) Punkte.

Staffel 3: Der Abschied von „Red Oaks“

In der dritten Staffel haben alle Charaktere noch einmal einen Sprung nach vorne gemacht: David hat endlich eine Wohnung in New York City, sein Vater eine neue Beziehung, seine Mutter erlebt ihre zweite Jugend und zwischen Wheeler und Misty wird es ernst. Douglas Getty (grandios gespielt von Paul Reiser) versucht das Schicksal von „Red Oaks“ aus dem Gefängnis zu lenken – und man merkt auch als Zuschauer, dass an diesem ursprünglichen Zentrum der Handlung nur noch aus Nostalgie festgehalten wird. Gegen Ende fügen sich alle Handlungsstränge wunderbar schlüssig zusammen und jeder einzelnen Figur wird ein passendes Ende spendiert. Vielleicht ein wenig zu positiv, doch warum auch nicht? Ich mochte das sehr und hätte gerne noch mehr Zeit mit den Figuren verbracht: 9/10 (8.8) Punkte.

Fazit

Mir hat „Red Oaks“ nach dem holprigen ersten Start wirklich extrem gut gefallen. Letztendlich war die Serie genau mein Ding: Coming-of-Age, 80er, Filmbezug – eine ziemlich perfekte Mischung. Die Charaktere sind mir richtig ans Herz gewachsen und ich kann mit Überzeugung sagen, dass dies die beste Amazon-Serie ist, die ich bisher gesehen habe. Kann ich jedem wirklich nur ans Herz legen: 9/10 (8.5) Punkte.

Penny Dreadful – Season 1 to 3

Um die Serie bin ich im vergangenen Jahr schon länger herumgeschlichen und die beständigen Empfehlungen verschiedenster Blogger (ganz besonders mwj) haben ihr Übriges getan, um mich zum Kauf der Komplettbox von „Penny Dreadful“ zu bewegen. Im Vorfeld wusste ich nur, dass die Serie die Horrorgestalten des viktorianischen Englands vereint und Eva Green die Hauptrolle spielt. Was hat „Penny Dreadful“ sonst noch zu bieten?

Penny Dreadful – Season 1 to 3 | © Paramount (Universal Pictures)

Penny Dreadful – Season 1 to 3 | © Paramount (Universal Pictures)

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The Newsroom – Season 1 to 3

Was habe ich Aaron Sorkins Art Geschichten zu erzählen vermisst. Dieser politische Idealismus gepaart mit extrem pointierten Dialogen und oft hoffnungslos kitschigen zwischenmenschlichen Szenen. Lange hat es gedauert, bis ich endlich die komplette Serie „The Newsroom“ gesehen habe – und ich bin jetzt schon unendlich traurig, dass es bei nur drei Staffeln geblieben ist. Dabei war ich davor durchaus skeptisch und hatte Befürchtungen, dass Sorkin nicht an „The West Wing“ oder auch die noch kurzlebigere Serie „Studio 60 on the Sunset Strip“ anschließen können würde. Umso begeisterter bin ich jetzt nach diesem umwerfenden Erlebnis…

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An Idiot Abroad – Season 1 to 3

Ich liebe gut gemachte Reisedokus. Ob mit Stephen Fry die USA zu besuchen oder eine Motorradtour mit Charley Boorman zu unternehmen – ich bin stets gerne dabei, wenn sich sympathische Moderatoren auf Reise begeben. Mit „An Idiot Abroad – Season 1 to 3“ habe ich nun eine ganz andere Art von Reisedoku gesehen, welche aufgrund ihres speziellen Humors wohl nicht für jeden geeignet ist. Auch ich hatte so meine Einstiegsprobleme…

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Wer ist nur dieser Karl Pilkington, der von Ricky Gervais und Stephen Merchant („Extras“) um die Welt geschickt wird? Diese Frage ist wohl die zentrale, wenn man sich dieser Serie nähern möchte. Die beiden kreativen Köpfe hinter der originalen UK-Version von „The Office“ haben Pilkington bei den Aufnahmen zu einer Radiosendung kennengelernt – und sich sofort in ihn verliebt. Der Moderator und Produzent besitzt teils sehr abstruse Ansichten, die er auch gerne ungefiltert mit seiner Umwelt teilt. Gervais, Merchant und Pilkington haben zusammen bereits einen Podcast ins Leben gerufen, der letztendlich mit „The Ricky Gervais Show“ als TV-Show neu aufgelegt wurde. Mit „An Idiot Abroad“ steht nun erstmals Karl Pilkington selbst im Mittelpunkt, der von Gervais und Merchant auf Weltreise geschickt wird. Kann dieses Konzept aufgehen?

Während der ersten Episode wusste ich noch nicht so recht, was ich davon halten soll, doch schon bald ist der herbe Charme, den Pilkington ausstrahlt, auch auf mich übergesprungen. Natürlich kann man sich streiten, ob Karls Wesen tatsächlich so ist, wie er sich in der Show präsentiert, oder in gewisser Weise nur eine Rolle. Es gibt sogar Theorien, die nahelegen, dass es sich um eine Kunstfigur handelt, die von Gervais und Merchant geschrieben wurde. Soweit würde ich nicht gehen, jedoch bin ich mir sicher, dass sich Pilkongton der Wirkung seiner Äußerungen viel bewusster ist, als es hier inszeniert wird. Wenn man genau aufpasst, sieht man ihn sogar manchmal aus seinem Charakter ausbrechen. Für mich macht das die Show jedoch fast noch sympathischer.

Insgesamt beinhaltet die Serie drei Staffeln: In der ersten Staffel (8 Episoden) wird Karl alleine um die Welt geschickt, um die sieben Weltwunder zu besuchen. Während der zweiten Staffel (8 Episoden) darf er (s)eine Bucket List (Dinge, die er vor seinem Tod noch erleben möchte) abarbeiten. Im großen Finale (3 Episoden) bekommt er Warwick Davis an seine Seite gestellt, den Filmfreunde aus dem Fantasy-Klassiker „Willow“ oder als Ewok aus „Star Wars: Episode VI – Return of the Jedi“ kennen sollten. Dies gibt der Reise eine neue Dynamik und ich hätte gerne mehr als nur drei Episoden gesehen:

  1. „An Idiot Abroad – Season 2“ (8.3 Punkte)
  2. „An Idiot Abroad – Season 1“ (7.9 Punkte)
  3. „An Idiot Abroad – Season 3“ (7.7 Punkte)

Insgesamt hatte ich viel Spaß mit „An Idiot Abroad“, auch wenn man die Serie wohl nicht als klassische Reisedoku sehen sollte – und ein Sinn für teils absurden Humor ist Voraussetzung! Über die insgesamt 19 Episoden ist mir Karl Pilkington tatsächlich so stark ans Herz gewachsen, dass ich seine jüngste Serie „The Moaning of Life“ auch noch sehen will. Wie heißt es so schön? Mission accomplished: 8/10 Punkte.

Tribe – Season 1 to 3

Bei meiner Suche nach einer neuen Doku-Serie, bin ich über „Tribe – Season 1 to 3“ gestolpert. Natur- bzw. Tierdokumentationen der BBC (z.B. „Planet Erde“ oder „Das Wunder Leben“) sehe ich sehr gerne und demnach war ich gespannt, ob ich auch dem anthropologischen Blickwinkel des Dokumentarfilmers Bruce Parry etwas abgewinnen kann. Drei Staffeln später bleibt mir nur zu sagen: Good job, Mr. Parry!

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Insgesamt umfasst die Serie 15 Episoden, die sich in drei Staffeln mit einmal drei und zweimal sechs Episoden aufteilen. Jede Episode dauert ca. 60 Minuten und zeigt den Besuch von Bruce Perry bei einem der titelgebenden Stämme. Besuch bedeutet in diesem Fall nicht einfach nur kurz vorbeischauen, sondern einen guten Monat die Lebensweise des Stammes annehmen und unter den gegebenen Bedingungen zu leben. Dabei gliedert sich Parry meist in eine der Familien ein und wird wie ein Stammesmitglied behandelt. Durch diese komplette Immersion bekommt man auch als Zuschauer einen sehr unmittelbaren Eindruck von der Lebensweise der unterschiedlichen Stämme.

Parry hat dabei eine sehr angenehme und positive Art mit den Stammesmitgliedern zu kommunizieren – auch wenn er sich meist nur durch einen Übersetzer mitteilen kann. Gesten und Handlungen gewinnen in dieser Welt viel stärker an Bedeutung. Von Jägern und Sammlern im Urwald, über abgeschiedene Inselvölker bis zu Nomaden im ewigen Eis – die Vielfalt der unterschiedlichen Lebensweisen ist beeindruckend. Parry nimmt auch stets Bezug auf die sich verändernden Bedingungen bzw. Einschnitte, die durch die westliche Zivilisation auf die verschiedenen Stämme hereinbrechen. Dabei erklärt er stets beide Seiten und spricht sowohl die Gefahren (z.B. Identitätsverlust, Aufgabe von Tradition und Wissen, Ausbeutung von Ressourcen) als auch die Möglichkeiten (z.B. medizinische Versorgung, Selbstbestimmung) an.

Beim Sichten der Serie hatte ich häufig das Gefühl, dass die gezeigten Menschen glücklicher sind – obwohl oder gerade weil sie nicht die Vorzüge der uns bekannten Zivilisation genießen. Sie arbeiten, um zu überleben. Dieses Leben ist oft hart und anstrengend, doch es werden keine Rohstoffe verschwendet und keine Zeit vergeudet. Familie und Tradition stehen im Vordergrund. Auch wenn die gezeigten Lebensumstände oft fremd und ungewöhnlich erscheinen mögen, so habe ich mich nach den jeweils 60 Minuten doch stets heimisch gefühlt und konnte den einzelnen Dokus immer wieder neue Aspekte abgewinnen. Wirklich beeindruckende und teils nachdenklich machende Unterhaltung. Großartig: 9/10 Punkte.