Meg – OT: The Meg (2018)

Vor gut 13 Jahren habe ich im Internet die Konzeptzeichnung zu einem Film namens „Meg“ gesehen, welche mich dazu brachte das gleichnamige Buch von Steve Alten zu lesen. Der Film sollte vorerst in der Produktionshölle verweilen, bis er 2018 endlich das Licht der Welt erblickte. Somit bin ich nach all den Jahren doch noch zu meinem Filmauftritt des Megalodon gekommen…

Meg (2018) | © Warner Home Video

Meg (2018) | © Warner Home Video

„We’re gonna need a bigger boat!“

Ja, „Meg“ ist ein Sommer-Blockbuster, wie er im Buche steht. Laut, bunt, dumm. Und mit Jason Statham in der Hauptrolle. Er spielt aber auch zu großen Teilen im und unter Wasser und hat einen riesigen Hai als Kontrahenten zu bieten. Da überwiegen doch eindeutig die positiven Aspekte! Zudem ist sich Jon Turteltaubs Film seines Status jederzeit bewusst. Er erzählt die gerade nötige Geschichte mit viel Humor, ohne dabei jedoch zu smart sein zu wollen. Es überwiegt die Action, die dummen Sprüche und die imposanten Unterwasserszenen mit dem Monsterhai. Die Vorlage hat damals eine andere Geschichte erzählt, auch wenn Versatzstücke immer noch vorhanden sind. Vielleicht orientiert sich der Film aber auch einfach an einer vielen der Fortsetzungen. Ich bezweifle es allerdings. Das hier ist einfach ein 08/15-Hollywood-Drehbuch – und als solches funktioniert es wunderbar.

Ich hatte tatsächlich extrem viel Spaß mit „Meg“. Die Bilder sind toll, gerade in 3D. Zwar hätte ich gerne etwas mehr Zeit abseits der Forschungsstation verbracht, doch insgesamt mag ich mich nicht groß beschweren. In seiner übertriebenen Hai-Action hat mich der Film teils an das Finale von „The Shallows“ erinnert, bleibt dabei jedoch konsistenter im Ton. Jason Statham passt perfekt in diese Rolle und mehr gibt es über die Schauspieler auch nicht zu sagen. Doch, eine Sache: Rainn Wilson (bekannt als Dwight Schrute aus „The Office“) ist viel weniger Comic-Relief als ich einerseits befürchtet, andererseits aber auch gehofft hatte.

Fazit

Wie Stammleser meines Blogs vermutlich schon mitbekommen haben, liebe ich Filme, die am, im oder unter Wasser spielen. Sehr sogar. Dazu noch ein riesiger Hai? Count me in! Davon abgesehen ist nichts an dem Film irgendwie besonders. Weder in die eine, noch die andere Richtung. Und dennoch sind die knapp zwei Stunden wie im Flug vergangen. Manchmal reicht das schon: 7/10 Punkte.

Nur noch 60 Sekunden – OT: Gone in 60 Seconds (2000)

Zurzeit häufen sich die beruflichen und privaten Termine. Am Wochenende bedeutet das nun vermehrt liegengebliebene Hausarbeit nachzuholen. Auch davon abgesehen war heute ein nur wenig erfreulicher Tag, so dass der Film am Abend eine willkommene Ablenkung war: Die Wahl ist auf „Nur noch 60 Sekunden“ gefallen. Eine der wenigen Jerry-Bruckheimer-Produktionen der späten 1990er bzw. frühen 2000er Jahre, die ich bisher noch nicht kannte…

Nur noch 60 Sekunden (2000) | © Touchstone

Nur noch 60 Sekunden (2000) | © Touchstone

Vor knapp 20 Jahren war das Kino noch anders

Je häufiger ich Filme aus dieser Ära sehe, desto mehr muss ich zugeben, dass ich ihre Ästhetik sehr mag. Egal ob „Crimson Tide“, „Con Air“ oder „Staatsfeind Nr. 1“ – die Filme wirken zwar unglaublich bombastisch inszeniert, doch zugleich auf fast schon altmodische Art und Weise handgemacht. Diese Wahrnehmung hat sich bei mir aber auch erst in den letzten Jahren des CGI-Overkills ergeben, denn zur Entstehungszeit waren sie mir fast zu schnell geschnitten und zu treibend erzählt. Aus heutiger Sicht ist die Charaktereinführung extrem langsam (und klischeehaft), die Action übersichtlich und die Effekte herrlich analog. So kann sich der subjektive Eindruck ändern. Davon abgesehen bietet „Gone in 60 Seconds“ eine simple Geschichte, dumme Sprüche und viel plakative Action.

Neben der unverkennbaren Inszenierung eines Jerry-Bruckheimer-Films, stechen vor allem die Schauspieler heraus bzw. stehen sinnbildlich für die Ära der Entstehung: Nicolas Cage und Angelina Jolie beide mit blondierten Haaren, der großartige Robert Duvall als typische Vaterfigur und ein junger Christopher Eccleston (erst kürzlich in „The Leftovers“ zu schätzen gelernt) als völlig manischer Gangster mit Ambitionen als Hobby-Schreiner. So schön das Abtauchen in die 90er/00er Jahre auch war, so haben ein paar dümmliche Klischees und verletzende Sprüche über Minderheiten (z.B. die Asiatin, die nicht Autofahren kann) auch gezeigt, dass sich Filme heute in so mancher Hinsicht auch positiv weiterentwickelt haben. Da darf man sich auch von Nostalgie nicht blenden lassen.

Fazit

Nein, ein außergewöhnlich guter Film ist „Nur noch 60 Sekunden“ nicht. Aber ein sehr unterhaltsamer. Selbst für mich, der Autos rein als notwendiges Fortbewegungsmittel sieht. Wenn ihr auch ein Faible für das Action-Kino des frühen Jahrtausends habt, dann könnt ihr durchaus Spaß mit diesem Kracher haben. Für mich war das heute genau der richtige Film: 7/10 Punkte.

Letztendlich sind wir dem Universum egal – OT: Every Day (2018)

Heute war war ein extrem voller Tag: Von einem Kindergeburtstag bis hin zum Rasenmähen, Vertikutieren und Co. waren wir von früh bis spät bei herrlichstem Wetter draußen. Da hat es sich schon fast komisch angefühlt, sich abends nicht auf die Terrasse zu setzen, doch bis es soweit ist, wird es noch dauern. Also ab aufs Sofa und mit „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ die Verfilmung eines wunderbaren Romans angeschaut. Ob die Adaption der Vorlage gerecht werden konnte?

Letztendlich sind wir dem Universum egal (2018) | © Splendid Film/WVG

Letztendlich sind wir dem Universum egal (2018) | © Splendid Film/WVG

Alles eine Frage der Perspektive

Ich hatte von der Verfilmung gelesen, kurz nachdem ich den Roman „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ beendet hatte. Schon damals war ich eher skeptisch, ob und wie diese Geschichte für das Kino adaptiert werden kann, aber ich habe mich auch auf den Film gefreut. Danach habe ich ihn jedoch aus den Augen verloren, bis er mir neulich in einer Verkaufsaktion aufgefallen ist. Aber auch nur aufgrund des Titels, denn das Cover sieht verdächtig nach 08/15-Teenie-Film aus. Dennoch war ich zu neugierig, als dass ich mich davon hätte abschrecken lassen. Nach der Sichtung kann ich nun sagen: Es ist eine typische Buchverfilmung. Der Kern der Geschichte ist definitiv da, doch die feinen Nuancen und Besonderheiten der Vorlage haben es nur bedingt in das neue Medium geschafft.

Am deutlichsten fällt wohl der Wechsel der Perspektive auf: Im Buch wird die gesamte Geschichte durch die Augen von A erzählt. Rhiannons Perspektive bleibt uns fremd. Der Autor David Levithan hat diese in einem zweiten Roman „Letztendlich geht es nur um dich“ verarbeitet, welcher vermutlich auch mit Grundlage für das Drehbuch des Films war. Die Geschichte wirkt dadurch deutlich konventioneller, wenngleich ich es bemerkenswert finde, wie konsistent A von den unterschiedlichen SchauspielerInnen dargestellt wurde. Im Gegensatz zum Buch steht die Liebesgeschichte noch viel deutlicher im Mittelpunkt und wir Zuschauer bekommen nur wenig Einblick in das vorherige Leben von A. Das fand ich schade, bedingt diese Änderung doch klar die Wahrnehmung von „Every Day“ als weitere Teenie-Romanze.

Fazit

Auch wenn wir in „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ nur einen Teil der Geschichte zu sehen bekommen und der Fokus zu sehr auf der Romanze liegt, so empfand ich den Film durchaus als gelungene Adaption. Zumindest hat er bei mir Erinnerungen an den Roman geweckt. Mit mehr Mut hätte etwas richtig Großes daraus werden können, doch auch so besitzt Michael Sucsys Film immer noch eine schöne Botschaft. Im Zweifel jedoch lieber das Buch lesen: 7/10 Punkte.

Downsizing (2017)

Unfassbar, wie schnell diese Woche vorübergegangen ist. Viel Arbeit, viele Termine. Aufgrund des schönen Wetters habe ich heute früher Feierabend gemacht und war noch eine Runde Radfahren. Danach war ich eigentlich viel zu müde für einen Film und dennoch will keine Möglichkeit verschenkt werden. Somit ist „Downsizing“ in den Player gewandert, dessen High-Concept-Prämisse mich sehr gereizt hat…

Downsizing (2017) | © Paramount (Universal Pictures)

Downsizing (2017) | © Paramount (Universal Pictures)

Kleine Menschen, große Probleme?

Es ist wirklich erstaunlich. Wenn man sich so umsieht, findet man beinahe nur glühende Besprechungen des Films. Zumindest von den Kritikern. Das Publikum jedoch hat kaum gute Worte für Alexander Paynes „Downsizing“ übrig. Ein echter Kritikerliebling also? Verkopftes Arthouse-Kino, mit dem das gemeine Volk nichts anzufangen weiß? Vielleicht. Aber nur ein bisschen. Die Prämisse, Menschen zu schrumpfen, um der Überbevölkerung und der damit einhergehenden Probleme Herr zu werden, finde ich nach wie vor großartig. Im Film wird diese scheinbar abstruse Idee auch völlig glaubwürdig durchgezogen. Ohne schlechte Witze oder naheliegende Actionszenen. Nein, da gibt es keine riesigen Katzen oder Vögel, die den kleinen Menschen gefährlich werden. Definitiv kein zweiter „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“. Wer solch einen Film erwartet, ist hier an der falschen Adresse.

Das erste Drittel von „Downsizing“ fand ich großartig. Eine perfekte Einführung in diese Welt, wunderbare satirische Spitzen und toll umgesetzt. Fantastisch! Das zweite Drittel, in dem unsere von Matt Damon gespielte Hauptfigur seinen Nachbarn Dušan (einfach herrlich: Christoph Waltz) kennenlernt und durch ihn von der ehemaligen, vietnamesischen Freiheitskämpferin Ngoc Lan Tran, die ihr Geld inzwischen als Reinigungskraft verdingen muss, einen neuen Sinn im Leben bekommt, war teils ein wenig forciert, hat aber schön die ebenfalls geschrumpften Probleme dieser neuen Welt aufgezeigt. Das esoterisch angehauchte letzte Drittel samt unnötiger Liebesgeschichte war mir dann zu plump und dröge. Hier hat sich Alexander Payne in meinen Augen tatsächlich übernommen und zu viel in seinen Film stecken wollen.

Fazit

„Downsizing“ ist leider nicht das proklamierte Meisterwerk, aber bei weitem auch kein schlechter Film. Die spannende Grundidee wird bis zum Ende konsequent durchgezogen und trotz satirischer Elemente, bleibt die Welt stets glaubhaft. Ein Fest für Sci-Fi-Freunde. Die Aussage und Geschichte im weiteren Verlauf können leider jedoch nicht mit der tollen Prämisse mithalten. Somit bleibt am Ende ein äußerst sehenswerter Film, dem es jedoch an Stringenz mangelt: 7/10 Punkte.

Tremors 3: Die neue Brut – OT: Tremors 3: Back to Perfection (2001)

Da die Damen des Hauses heute auf einem Konzert von LEA weilen, haben der Zwergofant und ich einen Fernsehabend veranstaltet. Nein, natürlich habe ich nicht mit ihm zusammen „Tremors 3: Die neue Brut“ gesehen, sondern eine harmlose Tierdokumentation. Zu den Raketenwürmern bin ich erst danach zurückgekehrt…

Tremors 3: Die neue Brut (2001) | © Universal Pictures Germany GmbH

Tremors 3: Die neue Brut (2001) | © Universal Pictures Germany GmbH

Von Graboiden, Kreischern und Arschknallern

Auch wenn viele Fans der Reihe das anders sehen, so habe ich eine Schwäche für diesen dritten Teil. Einer der gelungensten Aspekte von „Tremors: Im Land der Raketenwürmer“ war für mich stets die Kleinstadtatmosphäre von Perfection. Das eher generische Setting des zweiten Teils kam für mich nicht dagegen an. Insofern liebe ich es, dass es zurück in die Kleinstadt geht, die von einigen uns bereits bekannten Charakteren bevölkert wird. Auch die Wirkungsstätte der Graboiden als große Touristenattraktion samt Merchandise und Geländetour aufzuziehen, ist für mich eine Idee, die wunderbar funktioniert. In diesen Momenten macht der Film für mich (fast) alles richtig.

Der Kampf gegen die unweigerlich wieder auftauchenden Graboiden ist erneut ein großes Vergnügen. Leider jedoch wurden die tollen Modelle in „Tremors 3: Die neue Brut“ immer häufiger gegen CGI-Würmer ausgetauscht – und die sehen leider äußerst bescheiden aus. Neben den Kreischern gibt es mit den Arschknallern eine weitere Entwicklungsstufe der Graboiden zu bewundern, die zwar ein wenig albern wirkt, für mich aber inzwischen fest zur Mythologie der Reihe gehört. Bei diesen ist das CGI auch nicht ganz so störend, wie bei den Würmern selbst. Dennoch mag ich, kein Wunder, die klassischen Modellszenen nach wie vor am liebsten.

Fazit

Der von Fans häufig verschmähte „Tremors 3: Die neue Brut“ steht für mich der ersten Fortsetzung in fast nichts nach, auch wenn Michael Gross den Film dieses Mal alleine und ohne großen Co-Star tragen muss. Das kommende Prequel ist mir als deutlich schwächer in Erinnerung, doch immerhin geht es auch darin wieder nach Perfection: 7/10 Punkte.

Tremors 2: Die Rückkehr der Raketenwürmer – OT: Tremors II: Aftershocks (1996)

Eine weitere Woche geht zu Ende. Eine Woche mit viel Arbeit, unbefriedigenden Neuigkeiten und zu viel Schmerzmittel. Eine Woche, die geradezu nach einem entspannten filmischen Abschluss schreit: Nachdem es erst letzte Woche den grandiosen Vorgänger gab, hat heute natürlich „Tremors 2: Die Rückkehr der Raketenwürmer“ den Weg in den Blu-ray-Player gefunden…

Tremors 2: Die Rückkehr der Raketenwürmer (1996) | © Universal Pictures Germany GmbH

Tremors 2: Die Rückkehr der Raketenwürmer (1996) | © Universal Pictures Germany GmbH

Als die Graboiden laufen lernten

Ich weiß noch genau, wie sehr ich mich damals gefreut habe, als ich erfuhr, dass es eine Fortsetzung von „Tremors: Im Land der Raketenwürmer“ gibt. Tatsächlich habe ich die Nachfolger des Kultfilms erst mit ihrem DVD-Release kennengelernt, doch war ich schon damals positiv überrascht von ihnen. Für eine Direct-to-Video-Produktion konnte „Tremors 2: Die Rückkehr der Raketenwürmer“ wunderbar an den Vorgänger anschließen und hat sogar ganz eigene Elemente in die Reihe eingebracht. Für mich war es damals eine große Überraschung, die nächste Entwicklungsstufe der Graboiden zu sehen – und wie wir heute wissen, sollte dies nicht die letzte gewesen sein.

Auch wenn Kevin Bacon nicht mehr mit von der Partie ist, gelingt es Fred Ward erneut, seiner Figur des ersten Teils ihren typischen rauen Charme zu verleihen. Christopher Gartin als neuer Sidekick nervt zu Beginn ein wenig, jedoch entwickelt sich zwischen den beiden Graboiden-Jägern durchaus eine unterhaltsame Dynamik. Auch Michael Gross ist als Burt Gummer wieder mit von der Partie und legt mit seinem überzogenen Auftritt den Grundstein für seine wiederkehrende Paraderolle.

Fazit

Auch wenn „Tremors II: Aftershocks“ weit nicht mehr der perfekte Monsterfilm ist, wie es der Vorgänger war, so ist er eine wirklich gelungene Fortsetzung. Gerade in diesem Genre ist das wahrlich nicht selbstverständlich. Ich hatte erneut sehr viel Spaß mit der bunten Monsterhatz und freue mich jetzt schon auf die bald anstehende Rückkehr nach Perfection: 7/10 Punkte.

Asterix: Operation Hinkelstein – OT: Astérix et le Coup du menhir (1989)

Da meine bessere Hälfte einmal wieder strawanzen ist, haben die Kinder und ich es uns vor dem Fernseher gemütlich gemacht und bereits den zweiten Asterix-Film innerhalb einer Woche gesehen: Mit „Asterix: Operation Hinkelstein“ beginnt für mich die Ära der Filmreihe, zu der ich keinen großen Bezug mehr habe und die nostalgischen Gefühle größtenteils ausbleiben. Wie sich das auf die Bewertung auswirkt, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Asterix: Operation Hinkelstein (1989) | © STUDIOCANAL

Asterix: Operation Hinkelstein (1989) | © STUDIOCANAL

Der Film kommt nicht gegen die Vorlage an

„Der Seher“ gehört für mich zu den großen „Asterix & Obelix“-Bänden. Ich habe den Comic damals unzählige Male gelesen und vielleicht ist auch das einer der Gründe, warum „Asterix: Operation Hinkelstein“ für mich nicht so gut funktioniert, wie die vorhergehenden Filme. Obwohl „Asterix bei den Briten“ drei Jahre zuvor entstanden ist, wirkt die Animation und auch die musikalische Untermalung hier ein wenig wie ein Rückschritt. Vielleicht liegt es an der geballten Ladung psychedelischer Sequenzen und dem poppigen 80er-Jahre-Soundtrack, aber für mich besitzt der Film nicht mehr so viel Charme. Auch die Geschichte wirkt kleiner: Es gibt kein großes Abenteuer, keine Reise, keine exotischen Länder und Figuren.

Fast wirkt „Asterix: Operation Hinkelstein“ wie eine Rückbesinnung auf „Asterix der Gallier“, nur dass es in diesem noch keine weiblichen Figuren gab, während hier die Frauen in der finalen Schlacht eigenhändig das römische Lager in Schutt und Asche legen. Zumindest auf dieser Ebene ein deutlicher Fortschritt. Ansonsten mag ich immer noch die Geschichte rund um den Seher, wenngleich sie für mich in der Vorlage deutlich besser funktioniert hat. Ansonsten gibt es viele Albernheiten und visuelle Spielereien zu sehen, was zwar nett anzusehen ist, die Handlung aber nicht wirklich weiterbringt.

Fazit

Insgesamt ist „Asterix: Operation Hinkelstein“ keinesfalls ein schlechter Film, aber für mich doch ein deutlicher Rückschritt, was auch an meiner fehlenden Beziehung zu ihm liegen mag. Und doch hatte ich meinen Spaß damit. Auch den Kindern hat er, gerade in der actionreicheren zweiten Hälfte, sehr gut gefallen, was meiner unentschlossenen Wertung den nötigen Ausschlag nach oben gegeben hat: 7/10 Punkte.

Sams in Gefahr (2003)

Nach einem guten Monat Pause, haben wir heute einmal wieder einen Filmabend veranstaltet. Das war auch bitter nötig, denn die Woche war sehr anstrengend und überhaupt ziemlich doof. Die Kinder haben sich „Sams in Gefahr“ gewünscht und somit sind wir erneut ins benachbarte Bamberg gereist, um neue Abenteuer mit der Familie Taschenbier und ihrem Sams zu erleben…

Sams in Gefahr (2003) | © Constantin Film

Sams in Gefahr (2003) | © Constantin Film

Eine durchweg sympathische Fortsetzung

Obwohl „Sams in Gefahr“ nur zwei Jahre nach „Das Sams“ erschienen ist, so wirkt der Film in vielerlei Hinsicht doch um einiges moderner. Dies ist einerseits ein Vorteil, wenn es generell um den Look des Films geht, andererseits aber auch ein Nachteil, wenn der Regisseur zu sehr auf eher unausgereifte CGI-Effekte setzt. Alles in allem erzählt aber auch der zweite Teil, der übrigens elf Jahre nach den Geschehnisses des Vorgängers spielt, eine sympathische Geschichte, in deren Zentrum der Sohn von Herrn Taschenbier steht. Mit Sportlehrer Daume gibt es zudem einen klassischen Bösewicht, der herrlich überzogen von Dominique Horwitz verkörpert wird.

Neben den, gerade für Kinder, sehr amüsanten Szenen mit dem Sams und seinen Wunschpunkten, überzeugt gerade die ein wenig absurde Geschichte rund um den Rollschuhverein samt etlicher skurriler Charaktere. Ja, daran konnten auch wir Eltern Vergnügen finden. Davon abgesehen ist der Film schön inszeniert und für den Handlungsort des idyllischen Bamberg gibt es gleich noch ein paar Bonuspunkte.

Fazit

Wie bereits den ersten Teil, hat der Zwergofant auch die Fortsetzung durchgehalten, was ja wahrlich keine Selbstverständlichkeit ist. Ich fand „Sams in Gefahr“ aufgrund der ein wenig übertriebenen Effekte nicht ganz so stark wie den altmodischeren Vorgänger, aber immer noch sehr sympathisch. Tatsächlich freue ich mich bereits auf unseren Filmabend mit dem dritten Teil der Reihe: 7/10 Punkte.

L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn – OT: Weird Science (1985)

Nach einem unsteten Samstag, der von etlichen Aktivitäten der Kids geprägt war, habe ich den Abend genutzt, um mit „L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn“ eine weitere filmische Lücke zu schließen. Nachdem ich vor ein paar Monaten bereits „Ein Ticket für Zwei“ nachgeholt hatte, stand damit ein weiterer Film von John Hughes auf dem Programm.

L.I.S.A. - Der helle Wahnsinn (1985) | © Universal Pictures Germany GmbH

L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn (1985) | © Universal Pictures Germany GmbH

Be careful what you wish for…

„L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn“ ist mir in meiner eigenen Teenager-Zeit häufig in der Fernsehzeitschrift über den Weg gelaufen. Schon damals wollte ich ihn unbedingt sehen, denn mir erschien – ganz der Teenager – die Prämisse äußerst reizvoll. Zu einer Sichtung gekommen ist es nie. Aus heutiger Sicht ist die Geschichte völlig absurd: Zwei Teenager bauen sich ihre Traumfrau. Geht es sexistischer? Ich mag mir auch gar nicht ausmalen, wie diese Idee noch Anfang der 2000er Jahre als Film ausgesehen hätte. John Hughes‘ Teenie-Version von „Frankensteins Braut“ atmet den Geist der naiven 1980er Jahre und, noch viel mehr, den seines eigenen Coming-of-Age-Kinos.

Auch wenn L.I.S.A. nur als Katalysator für die persönliche Entwicklung von Wyatt und Gary dient, und sie nicht als feuchter Traum der beiden 15-jährigen agiert, so bleibt ob so mancher Szene doch ein seltsamer Nachgeschmack zurück. „Weird Science“ wird eindeutig aus der Perspektive von zwei männlichen Teenagern erzählt und John Hughes gelingt das Kunststück, die völlig irre Handlung mit einer tatsächlichen Entwicklung und viel Menschlichkeit zu verbinden. Das funktioniert auch heute noch ziemlich gut, selbst wenn man sich der zeitgeschichtlichen Einordnung stets bewusst sein sollte und, durch die Inszenierung, auch in jeder Sekunde ist. Neben dem John-Hughes-Standardschauspieler Anthony Michael Hall gibt es zudem die blutjungen Robert Downey Jr. und Bill Paxton zu sehen.

Fazit

Ja, „Weird Science“ ist deutlich in die Jahre gekommen und würde, durchaus zurecht, heute so nicht mehr gedreht werden. Der völlige Irrsinn des Films verlangt mir aber auch 2019 noch Respekt ab, denn wenn die Rockerbande aus „The Road Warrior“ in eine Teenie-Party einfällt und Bill Paxton in einen schleimigen Riesenfrosch verwandelt wird, dann kann solch ein Film nur in den 1980er Jahren entstanden sein. Wenn ihr bereit dafür seid, dann könnt ihr viel Spaß mit L.I.S.A. haben: 7/10 Punkte.

Das Sams (2001)

Wir sind treue Besucher der städtischen Bücherei. Dort leihen wir nicht nur viele Bücher, sondern auch CDs. Aktuell hört der Zwergofant liebend gerne „Eine Woche voller Samstage“ nach dem Kinderbuchklassiker von Paul Maar. Also habe ich mich auf die Suche nach einer Verfilmung gemacht und wurde mit „Das Sams“ aus dem Jahr 2001 auch bei Prime Video fündig. Der heutige Filmabend war also gesichert…

Das Sams (2001) | © Kinowelt Home Entertainment

Das Sams (2001) | © Kinowelt Home Entertainment

Eine altmodische Kinderbuchverfilmung

Ich weiß noch, dass ich damals, als ich noch öfter im Kino war, häufiger den Trailer zu „Das Sams“ gesehen habe. Dadurch kam es mir so vor, als wäre die Verfilmung noch recht aktuell. Allerdings hat Ben Verbongs Film inzwischen auch schon 18 Jahre auf dem Buckel. Kaum zu glauben! Entsprechend altmodisch wirkt die Adaption aus heutiger Sicht – und das meine ich durchaus positiv. Zwar gibt es etliche Effektszenen, doch im Vordergrund stehen eindeutig die Charaktere. Die Handlung ist dabei nicht sonderlich aufregend oder innovativ, aber stets unterhaltsam und lustig. Ich mag, wie selbstverständlich das Sams in die Welt des Herrn Taschenbier eingeführt wird. Dabei sind fast Erinnerungen an „Paddington“ wach geworden.

Neben der wunderbar amüsanten Geschichte, sticht für mich noch der Umstand heraus, dass der Film in Bamberg und damit in meiner fränkischen Heimat gedreht wurde. „Das Sams“ unterscheidet sich daher im Look von anderen typisch deutschen Produktionen, selbst wenn landesweite Stars, wie Ulrich Noethen, der übrigens auch das Hörbuch liest, oder Eva Mattes oder Armin Rohde, darin auftreten.

Fazit

Da der Zwergofant die Geschichte schon kannte, hat er „Das Sams“ tatsächlich komplett und (weitestgehend) ohne Angst gesehen. Er und seine Schwester hatten viel Freude daran und auch uns Eltern hat der Film gefallen. Vielleicht nicht der große Kinderfilmklassiker, aber doch sympathisch und unterhaltsam. Die Fortsetzungen werden bestimmt bald noch folgen: 7/10 Punkte.