John Rambo – OT: Rambo (2008)

Der letzte Urlaubstag stand heute erneut im Zeichen des Aufräumens und Ausmistens. Dabei sind so einige Schätze ans Tageslicht gekommen. Am Abend wollte ich, nachdem alle im Bett waren, nur noch Abschalten und habe somit „John Rambo“ in den Player geschoben. Damit kenne ich nun endlich jeden Film des Franchises, das ich erst im Frühling diesen Jahres begonnen habe nachzuholen…

John Rambo (2008) | © Warner Home Video

John Rambo (2008) | © Warner Home Video

Ein alter Mann metzelt sich durch den Dschungel

Sieht man einmal vom großartigen ersten Teil ab, war die Reihe bisher geprägt von dummen Sprüchen und sinnloser Gewalt. Etwas Ähnliches erwartete ich auch von der verspäteten Rückkehr der 80er-Jahre-Ikone. Die hier gezeigt Gewalt ist jedoch noch einmal einige Stufen brutaler und vor allem grimmiger geworden. Zudem ist uns der Konflikt in Burma bzw. Myanmar heute viel näher als der Vietnamkrieg, den wir nur aus Geschichtsbüchern kennen. Spätestens mit Auftritt der Söldnertruppe, kommt aber dennoch wieder das Gefühl eines 80er-Jahre-Actionstreifens auf, was in Kombination für eine seltsame Mischung sorgt.

Mit nur gut 80 Minuten Laufzeit (ohne Abspann), ist „John Rambo“ knackig erzählt und hält sich nicht lange mit Dialogen oder Füllszenen auf. Große Teile des Films, genauer gesagt die gesamte Befreiungsaktion, haben mich stark an „Rambo 2: Der Auftrag“ erinnert. Die übertriebene Action und das reihenweise Abschlachten von allen möglichen Kämpfern, hat den Film näher an „Rambo 3“ verortet. Die letzte Szene bildet dann sogar die Klammer zum ikonischen „First Blood“. Von allem etwas, ohne jedoch auch nur annähernd die Bedeutung oder Kraft des ersten Teils zu erreichen. Auch die Botschaft, dass letztendlich nur Waffengewalt etwas ausrichten kann, wurde viel zu platt vorgetragen und ist zudem auch nicht mehr zeitgemäß. Doch schließlich ist das hier „John Rambo“. Was will man da schon erwarten?

Fazit

Wie bereits bei den vorangegangenen Fortsetzungen, hatte ich durchaus meinen Spaß an der actionreichen Geschichte. Ob ich mich mit der Kombination aus ernsthafter Gewalt, markigen Sprüchen und fast schon comichafter Eskalation aber so wirklich anfreunden kann? Die letzte Szene hat mich dann doch versöhnlicher aus dem Film gehen lassen, als ich das zuvor vermutet hätte. Und ja, die Befreiungsaktion war spannend und die Action durchaus mitreißend. Insgesamt aber ein wenig zu unentschlossen, was den Erzählton angeht: 6/10 Punkte.

Man on Wire (2008)

Schon viel zu lange habe ich keinen Dokumentarfilm mehr gesehen. Nachdem erst letztes Jahr Robert Zemeckis‘ „The Walk“ im Kino lief, wurde auch immer wieder die Doku „Man on Wire“ angesprochen. Der 2009er Oscar-Gewinner hatte mich damals nicht sonderlich interessiert, doch inzwischen habe ich regelrecht einen Drang verspürt, mir den Film anzusehen. Ob sich es sich letztendlich gelohnt hat, diesem Drang nachzugeben, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Die Geschichte, wenn man sie nüchtern betrachtet, scheint gar nicht so spektakulär. Im Gegensatz zu anderen Dokumentarfilmen, wie zum Beispiel „The Imposter“, ist auch nicht mit unglaublichen Wendungen oder gar einem überraschenden Finale zu rechnen. Wir wissen, dass Philippe Petit der Drahtseilakt zwischen den beiden Türmen des World Trade Centers gelungen ist. Keine Überraschung also an dieser Stelle. Aber bedeutet das auch keine Spannung? Weit gefehlt! Obwohl der Ausgang dieses außergewöhnlichen Abenteuers bekannt ist, ist gerade der Weg dorthin interessant: die Vorbereitungen, die unterschiedlichen involvierten Personen – und allen voran die unglaubliche Motivation Philippe Petits, seine Vision umzusetzen.

Der unglaubliche Drang dieses Mannes, das Unmögliche möglich zu machen, ist einfach faszinierend. Es wirkt als würden er und die um ihn versammelte Gruppe einen Raubzug planen, der genau durchgeplant werden will – und ein solcher Coup ist es im Prinzip auch. Manchmal wirkt die Geschichte, als würde man spielende Kinder beobachten, in anderen Momenten wieder wie ein ausgeklügelter Kriminalfall. Die Stimmung ist verträumt, ja fast schon magisch. Der Film zeigt was möglich ist, wenn man nur daran glaubt und mit aller Kraft daran arbeitet.

Ich hatte mich anfangs gefragt, inwieweit „Man on Wire“ wohl den 11. September thematisieren wird – und war erstaunt, dass dieses Ereignis überhaupt nicht explizit erwähnt wird. Implizit aber bilden die Geschehnisse des Films die perfekte Antithese zu 9/11. James Marshs Dokumentarfilm ist lebensbejahend und aufregend, lässt durch seinen Schauplatz ganz automatisch an jenen düsteren Tag denken und feiert gerade durch das scheinbare Ignorieren der Ereignisse die positiven Aspekte des Lebens.

Selbst wenn das Thema auf den ersten Blick uninteressant wirken mag, so erzählt „Man on Wire“ doch eine unglaublich spannende und dabei zutiefst menschliche Geschichte. Die Bilder sind, obwohl der Hochseilakt nur in Fotografien festgehalten wurde, absolut atemberaubend und die einzelnen Stationen der Geschichte packend. Ich bin begeistert und kann mir nicht vorstellen, dass „The Walk“ auch nur annähernd die Kraft dieses Dokumentarfilms besitzt: 9/10 Punkte.

Death Race (2008)

Nachdem ich mich gestern kaum bewegen konnte und abends auch keinen Film durchgehalten hätte, wollte ich es heute zumindest versuchen. Eine bequeme Sitzposition zu finden war nicht einfach, so dass ich froh war mit dem Action-Remake „Death Race“ nicht auch noch einer komplizierten Filmhandlung folgen zu müssen. Spaß hatte ich dennoch. So irgendwie.

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Das Remake des von Roger Corman produzierten „Death Race 2000“ (bzw. „Frankensteins Todesrennen“ in der deutschen Fassung) stammt aus der Feder von Paul W. S. Anderson, was geneigte Kinogänger schon einmal abschrecken könnte. Anderson ist hauptsächlich bekannt für seine weichgespülten Adaptionen der „Resident Evil“-Reihe – 1997 hatte er aber auch den atmosphärisch dichten Sci-Fi-Horror „Event Horizon“ in Szene gesetzt. Von „Death Race“ erwartete ich mir nun nicht viel, erhoffte mir aber zumindest geradlinige Action-Unterhaltung.

Im Vergleich zum mir unbekannten Original empfinde ich es schon als Fehler, dass das Transkontinentale Straßenrennen räumlich auf einen Rundkurs begrenzt wurde. Somit atmet der Film weniger die Atmosphäre von „Mad Max“ bzw. „The Road Warrior“ als von Super Mario Kart. Dies ist zwar irgendwie auch witzig, doch letztendlich gleichen sich Schauplätze und Actionszenen doch zu sehr – bei einem Film, der so gut wie keine nennenswerte Handlung aufweist, ist dies leider kein gutes Zeichen.

Letztendlich hat mich „Death Race“ über seine gut 100 Minuten tatsächlich recht brauchbar unterhalten. Jason Statham passt in die Rolle des Einzelkämpfers, die Action ist gefällig inszeniert und eine gewisse Härte bietet der Film auch. Leider wirkt das alles (inklusive Geschichte samt deren Auflösung) so dermaßen glatt, dass die Härte nur umso aufgesetzter wirkt. Das alles ist ja irgendwie nett anzusehen, doch kann ich mich schon jetzt an keinen einzelnen Charakter mehr erinnern und morgen werde ich den Rest auch vergessen haben – und nein, das liegt nicht an den Schmerzmitteln: 5/10 Punkte.

Cloverfield (2008) (WS1)

Auch wenn mich Gareth Edwards „Godzilla“-Verfilmung nicht 100%-ig überzeugen konnte, so hat sie mir doch enorm Lust auf weitere Monsterfilme gemacht. Was war also naheliegender als mit „Cloverfield“ erneut der Zerstörung einer Metropole durch ein gigantisches Monster beizuwohnen? Spoiler sind zu erwarten.

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Im Gegensatz zu meiner ersten Sichtung von „Cloverfield“ hatte ich dieses Mal tatsächlich realistische Erwartungen, die nicht durch eine großartig effektive Marketingkampagne in den Himmel geschraubt wurden. So wusste ich bereits im Vorfeld, dass der Film, um den im Vorfeld solch ein Hype geschürt wurde, letztendlich ein simpler Monsterfilm ist. Viel bessere Voraussetzungen also, als noch bei der Erstsichtung vor sechs Jahren. Ebenso spielt die Übersättigung an Found-Footage-Filmen – eine Genrebezeichnung, die es damals noch nicht gab – dem Film in die Hände. Man kennt die Mechanismen und weiß die J. J. Abrams-Produktion heute als ikonischen Wegbereiter zu schätzen.

Bei der heutigen Sichtung hat mich die Handkamera seltsamerweise überhaupt nicht gestört. Ich mochte die beinahe 20-minütige Introsequenz sowie die folgende Non-Stop-Action. Wenn man darauf achtet, ist es auch interessant zu sehen, wie minutiös Regisseur Matt Reeves („Let Me In“) den so spontan wirkenden Film durchinszeniert hat. Schon alleine die unzähligen anderen Schaulustigen, die das Geschehen filmen, fotografieren usw. verleihen dem Setting Glaubwürdigkeit, wenngleich man sich als Zuschauer natürlich auch auf die typische Found-Footage-Dauerfilmerei einlassen muss. Für mich ist dies allerdings ein ähnlich fester Bestandteil des Genres, wie z.B. der unverwundbare Held in Actionfilmen.

Grandios fand ich erneut das Monster sowie die Mittendrin-Atmosphäre. Gerade in diesem Setting, das man bereits unzählige Male aus der Vogelperskeptive verfolgt hat, ist solch ein intimer Blick tatsächlich ein aufregender Twist. Einzig das Finale fand ich zu vorhersehbar und generisch. Vielleicht aber auch gerade deshalb passend, da der Film bereits zuvor plötzlich von lockeren Sprüchen zu panischer Ausweglosigkeit schwenkt. Insgesamt hat mir „Cloverfield“ noch einmal deutlich mehr Spaß gemacht, als bei der Erstsichtung. Auch wenn der Film nicht perfekt ist, sollten Monsterfilmfreunde unbedingt einmal reinschauen: 8/10 Punkte.

James Bond 007: Ein Quantum Trost – OT: Quantum of Solace (2008)

Nachdem ich vor zwei Tagen meiner Erinnerungen an „Casino Royale“ aufgefrischt habe, war es an der Zeit mir erstmalig die direkte Fortsetzung „James Bond 007: Ein Quantum Trost“ anzusehen. Der Film wird unter den Bond-Fans gemeinhin als schwächster der Craig-Ära angesehen, weshalb meine Erwartungen von Beginn an ein wenig gedämpft waren. Konnte mich Marc Forsters Film dennoch überzeugen?

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Ungewöhnlich für Bond ist „Quantum of Solace“ eine direkte Fortsetzung der Geschehnisse des Vorgängers. Für mich als Freund des seriellen Erzählens also ein dicker Pluspunkt. Inszenatorisch versucht Forster – noch mehr als Martin Campbell mit „Casino Royale“ – James Bond in der heutigen Zeit zu verankern und biedert sich stark an moderne Sehgewohnheiten an, d.h. Bond wirkt über weite Strecken eher wie Jason Bourne, was sich auch in einer übertriebenen Wackelkamera zeigt. Dennoch macht es weiterhin Spaß Daniel Craig in der Rolle des 007 zu sehen. Man hätte nur nicht auf Teufel komm raus vesuchen sollen alles anders machen zu wollen.

Inhaltlich hatt ich mir eine mitreißende Rachegeschichte erhofft. Bond sinnt auch auf Rache, doch verpufft diese emotional leider größtenteils. Vielleicht hätten sowohl „Casino Royale“ als auch „Quantum of Solace“ gewonnen, wenn man die letzten 20 Minuten des ersten Films direkt vor den zweiten gepackt hätte. In seiner aktuellen Form hat mich der Film dem Geschehen leider recht unbeteiligt zuschauen lassen. Dabei gab es ein paar tolle Schauplätze zu bestaunen, deren Vielfalt tatsächlich an die alten Bond-Filme erinnert hat. Mein Favorit ist hier die Opernszene in Bregenz. Eine tolle Idee, die zudem sehr schön inszeniert wurde.

Das Finale, das eigentlich den Höhepunkt der Rache hätte darstellen müssen, verpufft leider vollkommen. Selbst für mich, als Zuschauer, der den Vorgänger erst vor ein paar Tagen gesehen hatte, war Vesper nur noch ein Name und die nicht wirklich ausgeübte Rache hing seltsam bedeutungslos in der Luft. Dabei hätte die Geschichte durchaus Potential gehabt und gerade Wasser als Motiv des Bösewichts zu benutzen, schien mir besonders gelungen. Man hätte mehr daraus machen müssen.

Letztendlich ist „Ein Quantum Trost“ kein schlechter Film. Doch eben auch kein wirklich guter. Bond-Feeling kommt selten auf und die schönen Schauplätze können über die unbefriedigende Rachegeschichte leider auch nicht hinwegtäuschen. Schade also, dass der Fortsetzungscharakter verschenkt und so nur ein netter Actionfilm daraus wurde: 6/10 Punkte.

W. – Ein missverstandenes Leben

Nach einer anstrengenden Arbeitswoche, habe ich den gestrigen Tag im Kreise der Familie ganz gemächlich ausklingen lassen. Eigentlich war es dann auch schon viel zu spät für einen Film, dennoch haben wir noch „W. – Ein missverstandenes Leben“ eingelegt. Meine bessere Hälfte ist recht schnell ins Traumland hinüber geglitten und auch ich hatte teils mit dem Schlaf kämpfen. Ob dies am Film liegt, oder eher den Umständen der Sichtung geschuldet ist, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Als Oliver Stones „W.“ recht zeitnah nach der letzten Amtsperiode von George W. Bush erschien, hagelte es größtenteils harrsche Kritik. Oliver Stone habe seinen Biss verloren und zeichne ein zu mildes Bild des umstrittenen 43. Präsidenten der Vereinigten Staaten. War Stone nicht einmal das politische Gewissen Hollywoods? Wie konnte er nur! Auch bei mir erweckte die kurze Produktionszeit und die Aktualität des Films durchaus eine gewisse Skepsis. Wäre es nicht besser gewesen noch ein wenig zu warten? Vermutlich war es aber gerade die schnelle Reaktionszeit Stones, die diesen Film ermöglicht hat. Das Thema war hochaktuell, brisant und Geldgeber entsprechend schnell gefunden.

Was den Inhalt des Films angeht, so kann ich nur vermuten, dass der Großteil der enttäuschten Kritiker eine bitterböse Satire erwatet hatte, die mit dem Regime Bush hart abrechnet. Oliver Stones Film lässt sich jedoch nicht so klar einordnen. Zwar gibt es durchaus satirische Elemente, doch liegen die Schwerpunkte eindeutig im Drama und der Tragödie. Der Rahmen ist dabei ein recht klassisches Biopic, das die wichtigsten Stationen in George W. Bushs Leben abarbeitet und dabei stets den Bogen zu seinem Untergang auf der politischen Bühne spannt. Dabei konzentriert sich Stone nicht auf die bereits von Michael Moore in „Fahrenheit 9/11“ totgerittenen unmittelbaren Reaktionen Bushs auf die Anschläge vom 11. September, sondern den – zumindest wie es im Film dargestellt wird – eher persönlich motivierten Angriffskrieg gegen den Irak.

Formal ist der Film durchaus gelungen. Er wirkt – typisch für Oliver Stone – meist dokumentarisch und beinhaltet auch die obligatorische Einbindung von Archivmaterial. Jedoch hatte ich an manchen Stellen das Gefühl, dass es zu schnell gehen musste. So sind einige Effektszenen, in denen Josh Brolin als George W. Bush in bestehendem Material zu sehen ist, doch eindeutig als Compositing auszumachen. Ebenso hätte man für die jüngeren Jahre durchaus einen anderen Schauspieler wählen können, da Brolin – so fantastisch er George Bush Jr. ab ca. 40 Jahren spielt – einfach nicht mehr für einen 20-jährigen Studenten durchgeht.

Die Leistungen der Schauspieler sind ohnehin sehr durchwachsen. Brolin ist fantastisch und in manchen Szenen meint man wahrlich das Original vor sich zu sehen. Eine exzellente Wahl und auf den Punkt gespielt. Ebenso grandios sind James Cromwell als George Bush Sr. oder Richard Dreyfuss als Dick Cheney. Komplette Ausfälle gibt es dagegen mit Thandie Newton als Condoleezza Rice und Jeffrey Wright als Colin Powell zu bestaunen. Was hat Stone bzw. seine Schauspieler da nur geritten?

Insgesamt ist „W.“ ein durchwachsenes Werk, das mehr ein Kaleidoskop unterschiedlicher Stationen in George W. Bushs Leben zeigt, als eine Biographie mit kohärenter Narrative zu sein. Umso erstaunter war ich, dass ich in den schmerzhaft anzusehenden finalen Szenen durchaus den Eindruck hatte einen guten Eindruck der Person W. bekommen zu haben. Hier kann ich Stone auch nur dazu beglückwünschen nicht den einfacheren Weg einer reinen Satire gegangen zu sein. Dennoch denke ich, dass mit 5 Jahren mehr Abstand und einem Autoren, wie z.B. Aaron Sorkin, aus dem auf jeden Fall ambitionierten Projekt ein wirklich großer Film hätte werden können: 7/10 Punkte.

Der unglaubliche Hulk – OT: The Incredible Hulk (2008)

In meinen Bestrebungen die Prolog-Filme zu Marvels „The Avengers“ zu sehen, habe ich mich heute an „Der unglaubliche Hulk“ herangewagt. Zugegebenermaßen interessierte mich der Film noch vor ein paar Wochen überhaupt nicht. Noch ein Film über den großen, grünen Wüterich? Doch als Filmfreund ist man ja bekanntlicherweise Komplettist, weshalb ich mich auf den Reboot eingelassen habe. Ob er jedoch wirklich nötig war?

Meine Sichtung von Ang Lees „Hulk“ liegt schon einige Jahre zurück. Ich weiß heute nur noch, dass ich von der Montage und den Schauspielern sehr beeindruckt war. Die comichafte Animation des titelgebenden Giganten war für meine Sehgewohnheiten jedoch ein beständiger Störfaktor und wollte nicht so recht zum Rest des Films passen. Ich muss allerdings zugeben die Comicvorlage nicht zu kennen, weshalb Fans des grünen Riesen vermutlich auch mit dem Kopf schütteln werden: Für mich persönlich ist jedoch die Darstellung des Hulks – zumindest im Rahmen des Mediums Film – in Louis Letteriers Version sinnhafter.

Im Gegensatz zum ersten „Hulk“ oder auch der vorangegangenen „Iron Man“-Verfilmung, wird die Verwandlung Bruce Banners schnell und bereits während der Intro-Sequenz abgehandelt. Man wird als Zuschauer in die – zugegebener recht simple – Handlung hineingeworfen und begleitet Bruce Banner auf der Suche nach einem Heilserum. Ich mochte den sehr geerdet wirkenden Einstieg in den Favelas sehr gerne und auch dass man sich zu Beginn auf den menschlichen Charakter konzentrierte. Leider stellte sich in den Dialogszenen dann recht schnell heraus, dass das Drehbuch doch recht flach ist und man sich augenscheinlich mehr auf die Actionszenen konzentriert hat. Diese sind aber immerhin wahrlich grandios anzusehen.

Der Endkampf lässt Erinnerungen an „Iron Man“ wach werden, denn auch der Hulk sieht sich mit einem Nahezu-Klon konfrontiert, der jedoch zumindest Freunde von Monsterfilmen jubeln lassen dürfte. Ich für meinen Teil fühlte mich auf jeden Fall erstaunlich gut unterhalten und auch wenn der Film nicht ohne Fehler war, so hat er mich doch wirklich positiv überrascht. Schön auch Lou Ferrignos Gastauftritt samt ausformulierter Übergabe des Zepters. Macht Spaß und kann man sich in Vorbereitung auf „The Avengers“ durchaus anschauen: 7/10 Punkte.

Iron Man (2008) (WS1)

Gestern Abend habe ich damit begonnen alle Marvel-Verfilmungen zu sichten, die letztendlich in „The Avengers“ münden. Den Anfang machte Jon Favreaus „Iron Man“, der mir bei der Erstsichtung vor über zwei Jahren schon recht gut gefallen hatte. Der eigentliche Grund für mein wieder erwachtes Interesse an dem Franchise ist allerdings – und das sollte treue Leser nun wirklich nicht verwundern – einzig und allein Joss Whedons Beteiligung an der Saga. Hat sich meine Wahrnehmung des Films durch dieses Wissen verändert?

Ich kann auf jeden Fall behaupten, dass die gestrige Sichtung die Vorfreude auf „The Avengers“ noch einmal gesteigert hat. Weiterhin hat mir der Film noch einmal deutlich mehr Spaß gemacht, als bei meiner ersten Begegnung mit dem eisernen Helden, da mir sowohl seine Stärken als auch Schwächen bereits im Vorfeld bekannt und bewusst waren. Die Entstehung von Tony Starks Rächerfigur fand ich wieder sehr gelungen und herrlich unterhaltsam erzählt. Die Konfrontation mit Obadiah Stane (exzellent verkörpert durch Jeff Brigdes) wirkte dagegen zu sehr, als wäre sie mit der heißen Nadel gestrickt worden. Zudem hat man zwei nahezu identische Gegenspieler, was den Endkampf beinahe etwas langweilig erscheinen lässt. Insgesamt dennoch ein wirklich rundes erstes Kapitel der Superhelden-Saga.

Dieses Mal habe ich auch mehr auf die Effekte geachtet, welche größtenteils wirklich exzellent sind. Besonders die virtuelle Kameraarbeit unterstützt den Realismus durch Unschärfe, Wackler und andere bewusst inszenierte Fehler doch sehr. Auch der titelgebende Anzug wirkt extrem realistisch und sieht extrem gut aus. Wie genau sich die Macher damit an den Comics orientiert haben, kann ich mangels Kenntnis der Vorlage zwar nicht beurteilen, doch für das Medium Film wurden hier wahrlich alle Register gezogen.

Auch wenn der Film besonders dramaturgisch einige Schwächen aufweist, was seinem Prolog-Charakter geschuldet ist, hat er mich jedoch bestens unterhalten. Die ersten Anspielungen auf S.H.I.E.L.D. und somit auf das was da noch kommen wird, sind mir bei der gestrigen Sichtung auch erstmals aufgefallen. Die Schauspieler – allen voran Robert Downey Jr. – sind für diesen augenzwinkernden Superhelden-Blockbuster zudem allesamt perfekt gewählt. Marvel kann auf seinen Einstand in das Produktionsgeschäft durchaus stolz sein. Ein exzellenter Auftakt, der Lust auf mehr macht: 8/10 Punkte.

Bolt: Ein Hund für alle Fälle – OT: Bolt (2008)

Gestern Abend wanderte das zweite meiner filmischen Weihnachtsgeschenke in den dazugehörigen Player. Auf Disneys „Bolt: Ein Hund für alle Fälle“ hatte ich mich schon lange gefreut, war aber gleichzeitig skeptisch, da es sich um einen Alleingang des Animationsgiganten ohne ihren langjährigen Partner Pixar handelt. Der letzte große Disney-Animationsfilm „Tangled“ gefiel mir jedoch ausgezeichnet und so war ich guter Dinge, dass mich auch „Bolt“ nicht enttäuschen würde…

Um es kurz zu machen: Ich wurde nicht enttäuscht. Ich wurde sogar außergewöhnlich gut unterhalten. Bereits der Prolog des Films feuert solch ein Actionfeuerwerk ab, dass es eine wahre Freude ist. Völlig übertrieben und zügellos gibt man sich sämtlichen Klischees und Unarten hin, die sich im jüngeren Actionkino Hollywoods etabliert haben. Herrlich! Man bekommt folglich eine überzeichnete Persiflage des Genres zu sehen, die gleichzeitig als Hintergrund für die nun folgende Geschichte dient. Die Prämisse ist dabei so einfach, wie genial: Ein tierischer Filmstar, dem nicht bewusst ist, dass er stets nur eine Rolle gespielt hat, muss sich durch eine Welt mit ihm unbekannten Regeln kämpfen. Eine herrliche Fish-Out-of-Water-Geschichte, die nicht nur manchmal an die Abenteuer von Don Quijote (oder Buzz Lightyear) erinnert.

Im Gegensatz zu „Tangled“, der eher an die großen Disneyklassiker anschließt, erinnert „Bolt“ mehr an die Pixar-Filme der jüngeren Zeit. Oft legt der Film ein unglaubliches Tempo vor, nur um in der nächsten Sekunde wieder mit ruhigen Charaktermomenten zu glänzen. Besonders die Nebenfiguren Mittens und Rhino treiben die Geschichte wunderbar komisch voran, ohne jedoch nur als Stichwortgeber zu fungieren. Die Balance stimmt hier einfach, was besonders den Drehbuchschreibern hoch anzurechnen ist.

Neben der kurzweiligen Handlung, hat mich vor allem die Inszenierung überzeugt. Detailreiche Charaktermodelle und ein zum Teil herzerweichender Animationsstil sind das Grundgerüst für einen visuellen Genuss erster Güte. Hinzu kommen teils gezeichnet wirkende Hintergründe, welche dem Film einen handgemachten Eindruck verleihen. Einzig die Darstellung der menschlichen Charaktere wirkt teils etwas befremdlich, doch das ist bei den meisten Animationsfilmen der Fall und wirkt hier keineswegs störend.

Ich bin wahrlich begeistert und kann „Bolt“ allen Animationsfreunden nur ans Herz legen. Eine nette und kurzweilige Geschichte, starke Sprecher (u.a. John Travolta und Susie Essman) und eine mitreißende Inszenierung machen den Film für nahezu jede Altersklasse sehenswert. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass der Film bei kommenden Sichtungen noch wachsen wird: 9/10 Punkte.

New York für Anfänger – OT: How to Lose Friends & Alienate People

Nach einer äußerst fordernden Arbeitswoche habe ich mir gestern Abend Robert B. Weides „New York für Anfänger“ angesehen. Die Komödie schien mir genau die richtige Wahl zu sein, um den grauen Alltag zu vergessen. Leider ist es mir nicht gelungen abzuschalten, was sich auch negativ auf das Filmerlebnis ausgewirkt hat. Trotz Simon Pegg konnte der Film meine Erwartungen somit nicht komplett erfüllen.

Nach „Run, Fatboy, Run“ wartete ich 2008 voller Hoffnung auf Simon Peggs zweiten kömodiantischen Alleingang ohne seine sonstigen Partner Nick Frost und Edgar Wright. Jedoch hat es „How to Lose Friends & Alienate People“ nie ins örtliche Kino geschafft, woraufhin ich den Film auch schnell wieder vergessen hatte. Erst kürzlich ist er mir wieder in die Hände gefallen und trotz durchwachsener Kritiken erwartete ich mir eine bissige Lifestyle-Satire mit einem meiner Lieblingsschauspieler.

Von Bissigkeit ist in „New York für Anfänger“ leider nicht viel zu spüren. Es gibt zwar formidable Ansätze, doch leider verfängt sich die Buchverfilmung immer mehr in typischen RomCom-Strukturen. Glücklicherweise gibt es den nicht zu bremsenden Simon Pegg zu bewundern, der herrlich die Balance zwischen nervtötender Penetranz und herzerweichender Trotteligkeit zu spielen weiß. Auch die meisten anderen Darsteller (u.a. Jeff Bridges, Kirsten Dunst, Gillian Anderson und Megan Fox) wissen zu überzeugen, können jedoch das unfertig wirkende Drehbuch nicht ausgleichen.

Letztendlich ist „How to Lose Friends & Alienate People“ eine etwas unausgewogene Mischung aus Lifestyle-Satire und RomCom, die aufgrund ihrer gut aufgelegten Darstellern zu unterhalten weiß. Leider jedoch hat man den Film aufgrund seiner Formelhaftigkeit bestimmt auch schon bald wieder vergessen. Für einen netten Abend aber durchaus empfehlenswert – besonders für Fans von Simon Pegg: 6/10 Punkte.