Ratatouille (2007) (WS2)

Nach einem Samstag, den wir trotz des durchwachsenen Wetters größtenteils draußen verbracht haben, stand abends natürlich ein Film auf dem Programm. Speziell die Kinder haben sich darauf gefreut, denn wir haben die Abwesenheit der polternden Mama für einen Filmabend genutzt. Die Wahl des Films war gar nicht so einfach, da der Zwergofant immer recht schnell Angst hat. Daher dachte ich mit „Ratatouille“ eine gute Entscheidung getroffen zu haben, doch ob dem auch so war?

Ratatouille (2007) | © Walt Disney

Ratatouille (2007) | © Walt Disney

Man sollte „Ratatouille“ nicht hungrig sehen

Tatsächlich ist „Ratatouille“ der Pixar-Film, den ich in den letzten Jahren am häufigsten gesehen habe. Ich kann mir gar nicht erklären warum. Das heißt, inzwischen schon, denn die Geschichte rund um die Ratte Remy, die in Paris Erfüllung als Koch findet, ist einfach großartig erzählt. Trotz der für einen Animationsfilm ungewöhnlich langen Laufzeit sowie der unspektakulär klingenden Geschichte, ist „Ratatouille“ unfassbar unterhaltsam und die Bilder scheinen teils von der Leinwand bzw. dem Fernseher zu springen. Das fiktive Paris vibriert und die Gerichte aus Gusteaus Küche wirken zum Anbeißen lecker. Wo kann ich einen Tisch reservieren?

Auch wenn „Ratatouille“ eher dezent Spannung verbreitet und selbst der Antagonist nur wenig furchteinflößend ist, hat der Zwergofant den Film nur mit Unterbrechungen genießen können. Ich hoffe wirklich, dass dieses Jahr noch kein Kinobesuch in der Schule ansteht, denn das könnte wirklich schwierig werden. Das Zappelinchen war dagegen wieder einmal begeistert, doch von welchem Film ist sie das nicht?

Fazit

Auch wenn „Ratatouille“ von allen Pixar-Filmen vielleicht am gewöhnlichsten oder am wenigsten ausgefallen wirken mag, so besitzt er doch einen ganz eigenen Zauber, dem ich mich immer wieder gerne hingebe. Schon alleine für dieses Zitat liebe ich den Film:

„In many ways, the work of a critic is easy. We risk very little, yet enjoy a position over those who offer up their work and their selves to our judgment. We thrive on negative criticism, which is fun to write and to read. But the bitter truth we critics must face, is that in the grand scheme of things, the average piece of junk is probably more meaningful than our criticism designating it so. But there are times when a critic truly risks something, and that is in the discovery and defense of the new. The world is often unkind to new talent, new creations. The new needs friends.“

Anton Ego, „Ratatouille“ (2007)

Auch während dieser inzwischen schon dritten Sichtung habe ich viele neue Details entdeckt. Ich bin mir zudem sicher, dass dies nicht der letzte Besuch im Gusteau’s gewesen ist: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

TMNT: Teenage Mutant Ninja Turtles (2007)

Es ist Dezember, die Vorweihnachtszeit hat begonnen. Das Jahr setzt zum Endspurt an, sowohl beruflich als auch privat. Aufgrund der ersten Weihnachtsfeier war ich heute Abend Strohwitwer und habe mir mit „TMNT: Teenage Mutant Ninja Turtles“ einen Film ausgesucht, der wohlige Erinnerungen an einfachere Zeiten ausgelöst hat. Damals vor knapp 30 Jahren…

TMNT (2007) | © Universum Film GmbH

TMNT (2007) | © Universum Film GmbH

Cowabunga! The Turtles Are Back!

Ja, da sind sie wieder: Leonardo, Rafael, Donatello und Michelangelo. Als wären sie nie weggewesen. Der 2007er Film setzt dabei an die Realverfilmungen der 90er an und beschreitet damit einen ähnliche Weg wie Bryan Singers „Superman Returns“, sprich er möchte sowohl Fortsetzung als auch Reboot sein. Für mich hat das erstaunlich gut funktioniert, das große Publikum dagegen fand der Film leider nie. Dabei atmet er so viel mehr den Geist der Turtles als die Michael-Bay-Produktion aus dem Jahr 2014. Wirklich schade. Selbst wenn der Animationsstil zu Beginn ungewohnt wirkt (gerade was die menschlichen Charaktere angeht), so ist speziell New York City wunderbar dargestellt und bildet damit den perfekten Schauplatz für die Turtles-Action.

So überzeugend die Interaktion der vier Brüder gelungen ist, so schwach gestaltet sich leider die Handlung. Anstatt gegen Shredder und Co. zu kämpfen, treten die mutierten Schildkröten gegen einen unsterblichen Krieger an, der eine ganz eigene Agenda verfolgt. Leider wirkt das unglaublich generisch und lässt mich als ehemaligen Fan die bekannten Gegner vermissen. Unterhaltsam ist das alles dennoch anzuschauen.

Fazit

Wer nach all den Jahren einmal wieder Lust auf die Turtles hat, der kann sich „TMNT“ guten Gewissens anschauen. Der Film ist im Vergleich zu den neuen Realverfilmungen auf jeden Fall die bessere Wahl. Ich habe nun Lust auf die 90er-Jahre-Filme bekommen und muss mich wohl langsam einmal nach den Blu-rays umsehen. Nostalgie ist doch etwas Schönes: 7/10 Punkte.

Sunshine (2007) (WS1)

Nachdem ich in letzter Zeit mit „Europa Report“ und „Interstellar“ meine Vorliebe für Weltraumfilme wiederentdeckt habe, wollte ich unbedingt Danny Boyles „Sunshine“ eine weitere Chance einräumen. Nicht dass ich den Film vor 7 Jahren bei der Erstsichtung im Kino schlecht gefunden hätte, doch wurde ich seitdem das Gefühl nicht los, sein volles Potential nicht erkannt zu haben. Ein berechtigter Gedanke?

sunshine_ws1

Wenn ich mir meine damalige Besprechung so durchlese, dann kann ich sie auch heute noch unterschreiben – und doch habe ich den Film dieses Mal deutlich positiver wahrgenommen. Die ersten zwei Drittel sind wahrlich famos! Ich mag das Design, die beinahe schon fiebrige Atmosphäre je näher die Icarus II der Sonne kommt und die Konflikte, die sich unter der Crew entwickeln. Ein packendes Sci-Fi-Abenteuer, das uns – ähnlich wie andere Genrevertreter – in die Schuhe der Protagonisten zwängt und uns fragen lässt, wie wir wohl an ihrer Stelle gehandelt hätten.

Im letzten Drittel schlägt „Sunshine“ dagegen ziemlich unerwartet in einen Slasher um, was mich bei der ersten Sichtung wahrlich aus der Bahn geworfen hatte. Dieses Mal war ich allerdings darauf gefasst und konnte somit besser damit umgehen. Auch wenn die Jagdszenen auf der Icarus II durchaus spannend inszeniert sind und Bösewicht Pinbacker mehr Tiefe zu besitzen scheint, als man ihm zunächst zugestehen möchte, so hätte man den Film meiner Meinung nach stimmiger zum Abschluss bringen können.

Auf jeden Fall bin ich froh „Sunshine“ eine weitere Sichtung zugestanden zu haben, hatte ich doch viel Spaß bei dieser Reise ins Zentrum unseres Sonnensystems. Wahrlich kein perfekter Film, doch für Genrefreunde schon alleine aufgrund seiner audiovisuellen Stärken Pflicht. Nicht so episch wie Nolans jüngster Ausflug ins All, doch in den Weltraumszenen mindestens ebenso mitreißend. Auch wenn das letzte Drittel immer noch viel kaputt macht, so mag ich dem Film nach der heutigen Sichtung die Aufwertung um einen knappen Punkt nicht verwehren: 8/10 Punkte.

300 (2007) (WS1)

Nachdem die Fortsetzung „300: Rise of an Empire“ inzwischen schon wieder aus den Kinos verschwunden ist und sich im Heimkino breitgemacht hat, war es für mich an der Zeit mit „300“ noch einmal zu den Ursprüngen der martialischen Fantasy-Geschichtsstunde aufzubrechen. An meine damalige Erstsichtung im Kino habe ich noch gute Erinnerungen und somit war ich gespannt, wie der Film den Test der Zeit überstanden hat…

300 (2006) | © Warner Home Video

300 (2006) | © Warner Home Video

Wie zu erwarten war ich erneut von der audiovisuellen Wucht des Films beeindruckt. Um ehrlich zu sein, dachte ich nach den ersten paar Minuten noch, dass ich den Film damals zu streng bewertet hätte. Irgendwann wurde ich jedoch auch dieses Mal der schönen Bilder überdrüssig und wünschte mir ein wenig Handlung als Abwechslung zu den imposanten Schlachtszenen – und siehe da, die gab es auch. Leider jedoch wirkt der gesamte politische Verschwörungsteil dermaßen dröge und einfältig, dass man sich prompt wieder in die Schlacht zurückwünscht. Puh, glücklicherweise hat der Film hier weiterhin Schauwerte zu bieten. Nur nicht von so etwas wie Handlung ablenken lassen. Cinematisches Fast Food für das Auge.

Da Zack Snyder „300“ völlig überstilisiert und comichaft inszeniert hat, und dabei auch inhaltlich keinen Hehl daraus macht, einfach nur ein unterhaltsamer Comicfilm sein zu wollen, kann ich auch nach dieser zweiten Sichtung die Debatte nicht nachvollziehen, die um den Film aufgemacht wurde. Als Ex-Zivi (so etwas kennt man ja heute nicht mehr), kann ich mich ohnehin nicht in die Gedankenwelt des militärischen Drills und Aufopferns einfühlen, doch selbst wenn man für so etwas empfänglich ist, muss einem doch klar sein, dass dieses Macho-Sparta nichts weiter als eine männliche Power-Fantasy ist. Da gibt es wahrlich wichtigere Diskussionen, die man führen sollte.

Letztendlich bleibt „300“ auch beim zweiten Mal ein unglaublich gut aussehender Film, in dem Zack Snyder wirklich zeigen konnte, dass er eine visuelle Sprache besitzt und diese auch einzusetzen weiß: Die Bilder sind zurecht in die Kinogeschichte eingegangen. Der Film macht Spaß, aber nicht satt. Inhaltlich ist er leider recht schwach auf der Brust und auch emotional weiß er nicht mitzureißen; Kino ist allerdings ein visuelles Medium – und dieses weiß „300“ bis zur Perfektion auszunutzen: 7/10 Punkte.

Gone Baby Gone (2007)

Nach einer unfassbar anstrengenden Woche, ist nun am Wochenende zumindest ein wenig Ruhe eingekehrt. Trotz anhaltenden Schlafmangels wollte ich heute unbedingt einen Film sehen: Die Wahl fiel auf Ben Afflecks Regiedebüt „Gone Baby Gone“, der bereits seit einer gefühlten Ewigkeit auf meiner Liste der unbedingt noch nachzuholenden Filme stand. Die Erwartungen waren hoch – sollte er seinem guten Ruf gerecht werden?

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Ich mochte bisher alle Regiearbeiten, die ich von Ben Affleck gesehen habe: Der oscarprämierte Polit-Heist-Movie „Argo“ hatte mich sehr gut unterhalten, doch noch stärker ist mir „The Town“ in Erinnerung geblieben. „Gone Baby Gone“ spielt, wie bereits das mitreißende Gangsterdrama, ebenfalls in Boston und fühlt sich auch in der gleichen filmischen Welt verortet an. Das Setting ist roh, dreckig und nah am Leben der Einwohner dran. Beinahe wirkt der Film dokumentarisch, gäbe es nicht Casey Afflecks Voice-over, das uns Zuschauer ab der ersten Minute begleitet. Dadurch ist man nah an der Hauptfigur dran und erlebt die Geschichte aus ihren Augen.

Wie der nachfolgende „The Town“ ist auch „Gone Baby Gone“ klassisch erzählt und größtenteils unaufgeregt inszeniert. Die Atmosphäre ist dicht und die Geschichte um eine Kindesentführung geht schnell an die Substanz. Dabei wartet der Film mit einigen Wendungen auf, die ich so nicht erwartet hatte – und die den Film gegen Ende in eine Richtung steuern lassen, die mich wohl noch länger über das Finale nachdenken lassen werden. Es liegt nahe den Film mit dem erst kürzlich von mir gesehenen „Prisoners“ zu vergleichen, der eine ähnliche Atmosphäre heraufbeschwört. Afflecks Debüt erzählt dabei eher eine Kriminalgeschichte, wohingegen „Prisoners“ sich deutlicher in Richtung Thriller bewegt hat – sehenswert sind auf jeden Fall beide.

Es hat mich unglaublich gefreut Ed Harris endlich einmal wieder in einer größeren Rolle zu sehen: immer noch ein wahnsinnig charismatischer Schauspieler, der mich seltsamerweise an einen älteren Viggo Mortensen erinnert hat. Auch Morgan Freeman durfte zeigen was er kann – und ist endlich einmal nicht nur als stichwortgebender Mentor o.ä. aufgetreten, wie so oft in letzter Zeit. Casey Affleck und Michelle Monaghan haben die Geschichte auch erstaunlich gut getragen, was ich nach den ersten paar Minuten so nicht erwartet hätte.

Insgesamt fand ich den „Gone Baby Gone“ wirklich gelungen und speziell das Ende wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben. Bis dahin hat der Film dramaturgisch ein wenig zu sprunghaft gewirkt, was allerdings nur wenig vom rundum positiven Gesamteindruck nimmt. Ich würde sogar beinahe soweit gehen und behaupten, dass dies Afflecks bisher gelungenste Regiearbeit ist – zumindest ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit „The Town“ ist dem Film sicher: 8/10 Punkte.

Halloween (2007)

Den heutigen kinderlosen Nachmittag habe ich genutzt, um mir einen Film anzusehen, der schon seit einer halben Ewigkeit in meinem Regal schlummert. Über Rob Zombies „Halloween“ wurde damals viel geschrieben. So berichteten manche Kritiker von einer visionären Neuinterpretation und wieder andere taten den Film als ideenloses Flickwerk ab. Der Film hätte somit theoretisch alles sein können, doch wie rücksichtslos Rob Zombie den Mythos Michael Myers zerstört, damit hatte ich wahrlich nicht gerechnet.

Bekannterweise erzählt Rob Zombie in seinem Remake die bisher nur angedeutete Hintergrundgeschichte einer der größten Ikonen des Horrorkinos. Auch wenn ich dies als großen Fehler sehe, da die geheimnisvolle Figur des Michael Myers vollkommen entmystifiziert wird, hätte man mit dem richtigen Ansatz das Franchise um einen neuen Blickwinkel erweitern können. Leider jedoch zaubert Zombie klischeehafteste Szenen aus dem Hut, die mit ihrer Küchenpsychologie eher peinlich komisch rüberkommen, als uns Zuschauer auch nur in irgendeiner Art und Weise an die Charaktere zu binden. Auch die nun folgende Zeit im Sanatorium samt Berfragung durch den als Dr. Loomis seltsam hilflos wirkenden Malcolm McDowell bringt keinerlei neue Erkenntnisse und ist zudem unglaublich langatmig und langweilig inszeniert.

Nach dem Sprung ins heutige Haddonfield wird John Carpenters Original nahezu unverändert nacherzählt. Dennoch liegen Welten zwischen den beiden Filmen. Angefangen bei den Darstellern, die in Zombies Remake keinerlei Sympathien auf ihre Seite ziehen können, bis zum desaströsen Drehbuch, das oft eher nach Parodie als nach einem ernsthaften Skript klingt, wirkt der Film wie eine der unzähligen und vernachlässigbaren Fortsetzungen des Originals und keinesfalls wie eine eigenständige Neuinterpretation. Teils musste ich mich tatsächlich durch den Film quälen, der immerhin ein paar nett anzusehende düster-dreckige Aufnahmen zu bieten hatte.

Ich kann Rob Zombies Remake nicht einmal den hartgesottensten Genrefans empfehlen. Schaut euch lieber noch ein dutzend Mal das stilprägende Original an. Zombies Machwerk langweilt dagegen nur mit 40 Minuten pseudo-psychologischem Geseiere in teils grotesken Bildern und zerstört den ursprünglich atmosphärischen Slasherteil durch nervige Charaktere und zu viel Blut. Für ein paar nett besetzte Nebenrollen und ein paar schöne Bilder gibt es knappe 3/10 Punkte.

Fluch der Karibik 3: Am Ende der Welt – OT: Pirates of the Caribbean: At World’s End (WS1)

Heute Abend gab es mit „Fluch der Karibik 3: Am Ende der Welt“ bereits zum zweiten Mal das Finale der erfolgreichen Piratentrilogie. Nach der Sichtung bin ich – ebenso zum wiederholten Male – etwas ernüchtert, denn der Film konnte sich zum damaligen Kinobesuch leider nicht steigern. Etwas hat sich aber verändert: Die Hoffnung auf einen gelungenen vierten Teil ist deutlich gestiegen.

Hat der erste Teil der Trilogie noch eine relativ abgeschlossene Geschichte erzählt, wurde im zweiten das Tor zu einem fantastischen Paralleluniversum aufgestoßen: Piraten, Kraken und düstere Versprechen. All dies wurde vor sonnendurchfluteter Kulisse mit viel Humor erzählt. Was hatte der Mittelteil der Trilogie jedoch nicht zu bieten? Einen Showdown – und diesen gibt es nun endlich in „At World’s End“ zu bestaunen. Ein beinahe dreistündiger Showdown, so man denn den zähen Spannungsaufbau dazuzählen mag.

Wenn auch die unnötig kompliziert erzählte Geschichte nicht wirklich viel hergibt, so muss man doch neidlos zugeben, dass das was auf der Leindwand bzw. dem Bildschirm zu sehen ist, auf jeden Fall zu beeindrucken vermag. Die See wirbelt herum, Fischmonster und Piraten sind in einen nicht enden wollenden Kampf verwickelt und die Kamera fliegt über tosende Strudel und klirrende Säbel, als wäre sie selbst Teil der Elemente. Visuell unglaublich beeindruckend, doch leider ebenso ermüdend.

Vor dem Showdown gibt es einige nette Szenen mit Capatain Jack Sparrow, denen jedoch die Leichtigkeit der vorhergehenden Späße abgeht. Überhaupt ist der gesamte Film sehr düster gehalten, was ungewohnt ist und doch eine ganz besondere Stimmung heraufbeschwört. Zu der bisherigen Filmreihe passt diese Weltuntergangsstimmung in meinen Augen jedoch nur bedingt und somit war ich richtig froh, als sich im Epilog wieder auf die wahren Stärken zurückbesinnt wurde: Lockere Späße mit unserem Lieblingscaptain. Ergo die Hoffnung auf „Fluch der Karibik 4: Fremde Gezeiten“.

Der Abschluss von Gore Verbinskis bombastischer Filmtrilogie ist leider deutlich schwächer, als seine beiden Vorgänger. Oft lässt der Film den Eindruck entstehen, als wäre das Drehbuch mit der heißen Nadel gestrickt worden und die Effekte seien nur Mittel zum Zweck. Dennoch weiß der Film zu gefallen und für Freunde düsterer Unterhaltung, gibt es zumindest ein für solch einen Blockbuster ungewohnt bittersüßes Ende zu bestaunen. Sehenswert, aber oft leider zu gewollt: 7/10 Punkte.

Bee Movie: Das Honigkomplott

Nach einer viel zu kurzen Silversternacht und einem relativ geschäftigen Neujahrstag, war abends seichte Unterhaltung gefragt. Da ich Dreamworks‘ „Bee Movie: Das Honigkomplott“ sowieso schon länger einmal sehen wollte, kam mir die TV-Austrahlung gerade recht. Schade nur, dass ich somit auf den englischen Originalton verzichten musste.

Was hatte ursprünglich mein Interesse an „Bee Movie“ geweckt? Natürlich das aktive Mitwirken von Jerry Seinfeld, dessen TV-Serie „Seinfeld“ auch heute noch zu meinen absoluten Lieblingen zählt. Konnte denn auch etwas von dem oft respektlosen und anarchischen Humor in die bunte Cartoonwelt hinübergerettet werden? Zumindest zum Teil. Besonders wenn man bedenkt, dass es sich hier um einen auf Kinder zugeschnittenen Animationsfilm handelt, so sind manche Gags doch herrlich absurd.

Am meisten Probleme hatte ich wohl mit der nur recht oberflächlichen Charakterisierung der Hauptfiguren und der Prämisse, dass eine Biene beinahe schon selbstverständlich mit den Menschen interagiert. Das Thema Suspension of Disbelief hätte hier wahrlich mit mehr Fingerspitzengefühl angegangen werden können. Hat man die Situation aber erst einmal akzeptiert, dann macht die Geschichte durchaus Spaß. Leider jedoch geht ihr größtenteils das Herz und die erzählerische Dichte von vielen anderen Animationsfilmen – sprich den Werken aus dem Hause Pixar – ab.

Zu bewundern gibt es etliche virtuelle Gaststars – wie z.B. Sting, Ray Liotta oder Larry King – und auch die restlichen Charaktere sind ihren menschlichen Vorbildern nachempfunden: Patrick Warburton (Jeff Bingham, „Rules of Engagement“) konnte ich z.B. auch in der Synchro eindeutig identifizeren. In diesen Szenen macht der Film dann auch dem erwachsenen Publikum Spaß. Der Rest ist nett animiert, doch zu vorhersehbar und nach Schema F erzählt.

Betrachtet man „Bee Movie“ als neues Werk von Jerry Seinfeld, wird man vermutlich enttäuscht werden. Sieht man ihn aber als klassischen Animationsfilm, weiß man wohl schon eher die teils seltsam anmutenden Gags zu schätzen. Leider kein ganz großer Wurf, doch für knapp 90 Minuten durchaus unterhaltsam: 6/10 Punkte.

Transformers (2007) (WS1)

Nach einer arbeitsreichen Woche hatte ich gestern Abend Lust auf einen furiosen Actionfilm, bei dem man – wie man so schön sagt – sein Gehirn an der Kasse abgeben kann. Trotz der großen Auswahl an ebensolchen Filmen, ist meine Wahl auf Michael Bays „Transformers“ gefallen – und das obwohl ich von der Verfilmung Hasbros erfolgreicher Spielzeugreihe bei der ersten Sichtung doch etwas enttäuscht war.

Ich weiß auch nicht woran es liegt – vielleicht wirken die hektischen Schnitte auf dem heimischen Bildschirm weniger anstrengend, als auf der großen Kinoleinwand und vielleicht klingen die Dialoge im englischen Originalton nicht ganz so dämlich, wie in der Übersetzung – doch ich hatte gestern wirklich Spaß mit dem Film. Vermutlich spielt auch die Erwartungshaltung eine große Rolle, denn dieses Mal wusste ich ja auf was ich mich einlasse: Eine lächerliche Rahmenhandlung, welche mit enormen Schauwerten umgesetzt wurde.

Der Handlungsstrang um Sam Witwicky (Shia LeBeouf) wirkt – besonders zu Beginn – immer noch recht albern, was aber durchaus zur Grundstimmung des Films passt. Michael Bays Militärfetisch ist – wie in all seinen Filmen – perfekt inszeniert, jedoch übertreibt er es in „Transformers“ damit doch etwas. Den dritten Handlungsstrang – rund um die Aufdeckung der Invasion – empfand ich dieses Mal als durchaus ansehbar. Die Zusammenführung der drei Kerngeschichten am Hoover-Damm ist schließlich noch einmal ein audiovisuelles Highlight.

Wenn man sich an der flachen Geschichte nicht weiter stört, der bombastischen Inszenierung etwas abgewinnen kann und – im Idealfall – als Kind tatsächlich mit den titelgebenden Actionfiguren gespielt hat, dann dürfte man mit „Transformers“ durchaus seinen Spaß haben. Ich habe mich gestern tatsächlich ziemlich gut amüsiert, weshalb sich der Film eine Aufwertung verdient hat: 7/10 Punkte.

Zimmer 1408 – Director’s Cut – OT: 1408

Da war er wieder, der Tag an dem man selbst Genrehasser dazu bringen kann einen Gruselfilm zu schauen: Halloween. Folglich haben wir uns gestern wieder einmal zusammengefunden, um dem filmischen Horror zu frönen. Die Wahl fiel auf Mikael Håfströms „Zimmer 1408“ im Director’s Cut. Der Film versprach altmodischen Spukhausgrusel nach Stephen King und konnte dieses Versprechen anfangs auch noch einlösen…

Die ruhige und ausführliche Einführung der Hauptfigur sowie der Prämisse des Films hat mir wirklich sehr gut gefallen. Die Atmosphäre schwankt zwischen beunruhigend und zynisch, was auch den Charakter des von John Cusack gespielten Autors Mike Enslin beschreibt. Auch die Ankunft im titelgebenden Zimmer konnte mich noch überzeugen. Die ersten Anzeichen des aufsteigenden Horrors waren toll gespielt und inszeniert, doch dann? Billige Effekthascherei. Als hätte Stephen Spielberg den Hai bereits in der ersten Szene gezeigt. So etwas macht man einfach nicht.

Mit der Visualisierung der ersten Schrecken des Zimmers nimmt auch plötzlich die bisher durchaus spürbare Spannung ab. Ehemalige Opfer werden als seltsame Fernsehbildgeister eingeblendet. Bereits dutzende Male gesehen und einfach nicht mehr gruselig. Die sonstigen Attacken des Zimmers werden zudem viel zu detailreich gezeigt, als dass man sich wirklich fürchten könnte. Was ist aus Andeutungen geworden? Mysteriösen Schatten? Wirklich schade, da das Zimmer an sich durchaus Gruselpotential geboten hat.

Die weitere Handlung – samt ihrer mehr oder minder vorhersehbaren Wendungen – war dann zwar nett anzusehen, doch blieb sie überraschend spannungsarm. Mit Einzug des persönlichen Dramas unseres Autoren in die Geschichte, war der weitere Verlauf dann auch unvermeidlich. Im Gegensatz zur Kinofassung endet der Director’s Cut ziemlich düster, wenngleich sich der Verlust der Charaktere nicht auf mich als Zuschauer übertragen wollte.

Letztendlich ist „Zimmer 1408“ ein relativ durchschnittlicher Gruselfilm mit nettem Setting und brauchbarer Geschichte. Leider hat man wieder einmal gemeint, dem Publikum alles zeigen zu müssen, was in meinen Augen – wenn es nicht richtig angepackt wird – der Todesstoß für Filme dieses Genres ist. Durchaus nett anzusehen, aber eben auch nicht mehr: 6/10 Punkte.