The Game (1997)

Nach einer anstrengenden Arbeitswoche, während der ich noch gegen die Ausläufer meiner Grippe gekämpft habe, bin ich nun sehr froh, dass endlich Wochenende ist. Eingeläutet haben wir es natürlich mit einem Film: Die Wahl ist heute auf David Finchers „The Game“ gefallen, den ich damals sehr mochte. Die letzte Sichtung liegt mindestens 13 Jahre zurück und ich war sehr gespannt, ob er auch heute noch funktioniert. Mehr dazu in der folgenden Besprechung…

The Game (1997) | © Universal Pictures Germany GmbH

The Game (1997) | © Universal Pictures Germany GmbH

Einer der unterschätzen David-Fincher-Filme

Ich kann heute gar nicht mehr sagen, wann ich „The Game“ zum ersten Mal gesehen habe. Vermutlich war es nach der Sichtung von „Fight Club“ im Kino. Oder doch schon nach „Sieben“? Nach einem der beiden Filme habe ich auf jeden Fall angefangen, die anderen Filme des Regisseurs nachzuholen – und auch wenn „The Game“ neben den beiden genannten Werken immer etwas untergeht, so mag ich ihn jedoch sehr gerne. In der allgemeinen Wahrnehmung zählt er zusammen mit „Panic Room“ wohl eher zu den schwächeren Filmen des Regisseurs, doch sind beide technisch makellos und die Handlung wunderbar packend. Für Fincher vielleicht nur eine Fingerübung, doch damit immer noch gelungener, als die meisten anderen Thriller.

Kann es wirklich sein, dass „The Game“ bereits 22 Jahre auf dem Buckel hat? Für mich war es immer ein sehr moderner Thriller. Ja, beinahe schon ein High-Tech-Thriller! Aus heutiger Sicht wirken einige Elemente (die großen Röhrenfernseher, die Telefone und Mobilgeräte) doch recht angestaubt, was man von der restlichen Inszenierung glücklicherweise nicht behaupten kann. David Fincher zieht abermals alle Register und entführt uns auf ein mysteriöses, düsteres und rasantes Abenteuer, das von Michael Douglas wunderbar getragen wird. Die häufig kritisierten Logiklöcher fallen, wenn man denn gewillt ist, sich auf die Geschichte einzulassen, überhaupt nicht auf.

Fazit

Ja, auch nach 22 Jahren kann David Finchers „The Game“ immer noch überzeugen. Auch wenn mir die große Enthüllung am Ende des Films noch im Gedächtnis war, so hatte ich erneut viel Spaß auf dem Weg dorthin. Nach wie vor einer der gelungensten Mystery-Thriller, die man sich anschauen kann: 8/10 Punkte.

Anaconda (1997)

Nach einer sehr anstrengenden Arbeitswoche, durch die ich mich mehr schlecht als recht mit einer fiesen Erkältung geschleppt habe, stand heute der Kindergeburtstag unseres Zwergofanten auf dem Programm. Danach war ich so durch, dass ich fast im Kinderzimmer eingeschlafen wäre. Dennoch wollte ich unbedingt noch einen Film schauen und habe mich mit „Anaconda“ für das anspruchsloseste Werk entschieden, das ich im Regal finden konnte:

Anaconda (1997) | © Sony Pictures Home Entertainment

Anaconda (1997) | © Sony Pictures Home Entertainment

Wenn Jon Voight mit der Schlange tanzt

Luis Llosas Film ist kein Unbekannter. Bereits vor 20 Jahren habe ich ihn im Kino gesehen. 20 Jahre. Unfassbar. Ich konnte mich an nicht mehr viel erinnern und überlasse die Zusammenfassung deshalb lieber Filmschrott, der wie immer sehr unterhaltsam die Höhepunkte des Films wiedergibt. Ich dagegen konzentriere mich lieber auf die Wirkung dieses Tierhorror-Streifens: Der Film ist so unglaublich 90er, dass es schon fast erschreckend ist. Man ist ja inzwischen die Filmästhetik der 80er gewöhnt, doch auch das Jahrzehnt danach kann aus heutiger Sicht ganz schön angestaubt und seltsam wirken. Hat man wirklich ernsthaft solche Frauenfiguren geschrieben? Und was haben sich eigentlich Jon Voight und Owen Wilson bei ihren Darbietungen gedacht?

Fast schon positiv überrascht war ich dagegen von den Effekten, da Luis Llosa glücklicherweise nicht vollständig auf CGI setzt, das aus heutiger Sicht leider kaum noch zu ertragen ist, sondern tatsächlich viel mit Modellen arbeitet. In diesen Szenen macht der Film wirklich Spaß, wenngleich der Horror, der von der titelgebenden Anaconda ausgeht, auch nicht besonders erschreckend ist. Das hatte ich mir aber schon 1997 gedacht – und damals wie heute war es dem Unterhaltungswert glücklicherweise kaum abträglich.

Fazit

Nein, „Anaconda“ ist kein guter Film. Wer auf Tierhorror steht und einmal sehen möchte, was in den 90er Jahren – neben den großen Produktionen – im Kino so gang und gäbe war, der kann hier ruhig einmal reinschauen. Ich hatte meinen Spaß damit, wenngleich ich auch bezweifle, den Film in den nächsten 20 Jahren noch recht häufig zu sehen: 6/10 Punkte.

Con Air (1997)

Nachdem ich heute bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr meinen Samstag vor knapp 20 Studenten verbracht habe, ist nicht nur meine Stimme weg, sondern auch die Energie. Somit habe ich meinen Feierabendlauf auf morgen vertagt und mit „Con Air“ einen Film eingelegt, der zu den alten Bekannten meiner Jugend zählt. Inzwischen hatte ich ihn bestimmt schon 10 Jahre lang nicht mehr gesehen und somit freute ich mich durchaus auf ein Wiedersehen mit dem langhaarigen Nicolas Cage…

con-air-2

Ach, was ist der Film herrlich albern und 90er Jahre durch und durch. Angefangen beim Schnitt, dem Score und Soundtrack sowie Schauspielern und Inszenierung. Für mich war „Con Air“ stets der kleine Bruder von „The Rock“, doch letztendlich nehmen sich die beiden Jerry Bruckheimer-Produktionen nicht viel, was übertriebene Action angeht. Simon Wests Regiearbeit ist geradliniger und setzt noch ein wenig mehr auf den reinen Effekt. Wirklich unglaublich, was hier an purer Zerstörungskraft freigesetzt wird – und das (größtenteils) wunderbar altmodisch mit echten Explosionen. Herrlich!

Wie auch „The Rock“ hatte „Con Air“ damals den Status des besonders harten Actionfilms inne, immerhin war er mit FSK 18 freigegeben und wurde im TV stets geschnitten. Heute kann man beinahe nur noch darüber schmunzeln, sieht man doch in jeder mit FSK 16 freigegebenen TV-Serie härtere und häufigere Gewaltszenen. Da wird einem erst einmal wieder bewusst, wie sehr sich das Sehverhalten verändert hat. Vielleicht ist der mildere Eindruck aber auch der unfreiwilligen Komik geschuldet, denn der Film trägt oft ganz schön dick auf und speziell Nicolas Cages Voice-over während der Gefägnismontage ist, zusammen mit seiner Frisur, wahrlich schwer ernst zu nehmen. Dem Unterhaltungswert tut dies aber keinen Abbruch, im Gegenteil…

Auch wenn ich wirklich sehr, sehr müde war, so hat es „Con Air“ doch geschafft mich am Ball zu halten. Der Film mag objektiv nicht sonderlich gut sein, doch schon alleine die überbordende Action und das Auflaufen an hochkarätigen Schauspielern (u.a. John Malkovich, Steve Buscemi, John Cusack, Monica Potter) machen den Film zu einem echten Klassiker des 90er Jahre Actionkinos. Ich hatte tatsächlich sehr großen Spaß auf diesem Flug: 8/10 Punkte.

Gattaca (1997)

Heute war einer dieser Tage, an denen die eskapistische Flucht in Filmwelten dringend nötig war. Dabei habe ich mich für Andrew Niccols „Gattaca“ entschieden, den ich schon viel zu lange nicht mehr gesehen hatte. Eine sehr gute Wahl. Vielleicht hatte ich diese Art der ‚Du kannst alles erreichen, wenn du nur hart genug arbeitest!‘-Motivation auch einfach nötig. Doch auch davon abgesehen bietet der Sci-Fi-Klassiker beste Unterhaltung auf jeder Ebene. Ihr wollt mehr wissen? Lest einfach weiter…

gattaca-4

Am meisten begeistert hat mich von Beginn an, wie unglaublich zeitlos „Gattaca“ wirkt. Der Film hat zwar bereits 18 Jahre auf dem Buckel, doch durch seinen brillant in Szene gesetzten Retro-Futurismus mögen sich einfach keine Alterungserscheinungen auf audiovisueller Ebene einstellen. Großartig! Auch inhaltlich wirkt Niccols Dystopie aktueller denn je und reiht sich somit in die Riege der zeitlosen Genre-Klassiker à la „Soylent Greent“ oder „Logan’s Run“ ein. Die Grundidee ist ähnlich faszinierend wie die seiner leider häufig verschmähten Sci-Fi-Dystopie „In Time“ – ein Film, den man als Freund des Genres ebenfalls nicht ignorieren sollte.

Was „Gattaca“ weit über den Standard hinaushebt, ist neben der kunstvollen Inszenierung eindeutig der emotionale Kern der Geschichte. Im Zentrum steht ein Brüderpaar, wenngleich ein Teil dieses Paares im Laufe der Geschichte auch über einen anderen Charakter gespiegelt wird. Perfektion gegen Imperfektion. Motivation gegen Hoffnungslosigkeit. Schicksal gegen Selbstbestimmung. Es werden viele Themen verhandelt, was jedoch nie aufgesetzt wirkt. Die Einbettung in eine geradlinige Thriller-Handlung treibt den Film zudem voran und lässt uns Zuschauer mit Vincent/Jerome (abermals ein starker Ethan Hawke) mitfiebern.

Für Freunde dystopischer Welten und Sci-Fi-Geschichten, die sich in unserer nahen Zukunft zutragen, ist „Gattaca“ eine kleine Offenbarung. Ich mochte Niccols Film bereits bei der vorhergehenden Sichtung, doch heute hat er bei mir wirklich Eindruck hinterlassen. Insofern kann ich nur eine dicke Empfehlung aussprechen und würde mir wünschen es gäbe wieder mehr Filme mit solch originellen und perfekt umgesetzten Konzepten: 9/10 Punkte.

Das Relikt: Museum der Angst – OT: The Relic (1997) (WS1)

Da ich zurzeit einmal wieder einen Roman des Autorenduos Douglas Preston und Lincoln Child lese, den Nachfolger von „Dark Secret“, verspürte ich große Lust mir mit „Das Relikt: Museum der Angst“ noch einmal die bislang leider einzige Verfilmung eines ihrer Romane anzusehen. Im Gegensatz zur letzten Sichtung konnte ich dieses Mal Vorlage und Adaption besser trennen, was die Qualitäten des Films für mich noch greifbarer machte…

das_relikt_1997

Auch wenn es mir nach wie vor unverständlich ist, wie man die eigentliche Hauptfigur der Vorlage streichen konnte, so muss ich doch gestehen, dass Peter Hyams atmosphärisch recht nah an diese herankommt. Ich liebe den langsamen Spannungsaufbau und die pseudowissenschaftliche Note samt der archetypischen Hauptfiguren. Im besten Sinne werden hier Erinnerungen an „Der weiße Hai“, „Alien“ und „Jurassic Park“ wach – Regisseur Peter Hyams („Outland: Planet der Verdammten“) hat die großen Genrevorbilder genauestens studiert und weiß die einzelnen Versatzstücke effektiv einzusetzen.

Inszenatorisch kann man „The Relic“ auch aus heutiger Sicht kaum Vorwürfe machen. Mögen auch die CGIs ein wenig angestaubt wirken, so wird dies durch die geschickte Kombination mit praktischen Effekten wieder wett gemacht. Leider sieht man diese Vorgehensweise inzwischen immer seltener, was den inzwischen auch schon 17 Jahre alten Film beinahe schon klassisch wirken lässt. Die Handlung des Buches wurde dagegen stark komprimiert, was Fans der Vorlage erzürnen dürfte, doch obwohl ich mich zu diesen zähle, habe ich meinen Frieden mit der Adaption gemacht.

Für mich ist „Das Relikt“ nach wie vor einer meiner liebsten Monsterfilme und ich entdecke bei jeder Sichtung neue Aspekte. Dieses Mal ist mir im Finale besonders die Nähe zwischen Ellen Ripley und Margo Green aufgefallen. Eine weitere Referenz, die ich als Pluspunkt verbuche. Mal sehen, was die nächste Sichtung so ans Licht bringt: 8/10 Punkte.

Air Force One (1997)

An manchen Filmen sieht man wie alt man geworden ist. Als ich Wolfgang Petersens „Air Force One“ damals im Kino sah war ich gerade einmal 17 Jahre alt. Danach habe ich noch ein paar TV-Ausstrahlungen mitgenommen, doch wirklich begleitet hat mich der Film beim Erwachsenwerden nicht. Vielleicht hatte ich ihn deshalb auch noch als recht modern in Erinnerung – und vielleicht hat mich sein Alter deshalb auch fast schon etwas erschrocken…

Man sieht es vor allem an Frisuren, Kleidung und Technik. Früher hatte man dieses Gefühl bei Filmen aus den 70er und 80er Jahren, doch mit der Zeit wirken auch die modernen Kinostarts der eigenen Jugend angestaubt. Es ist immer wieder faszinierend, wie die eigene Wahrnehmung hier funktioniert. Diese Anmerkungen sollen jedoch nicht die Qualität des Films in Frage stellen, denn er wirkt nach wie vor flott inszeniert und kommt mir heute mehr denn je wie „Stirb langsam“ über den Wolken vor. Aus heutiger Sicht sind John McClane und Präsident James Marshall also näher zusammengerückt, als ich mir dies vor 15 Jahren jemals hätte träumen lassen.

Bereits damals – wohlgemerkt vor den Terroranschlägen vom 11. September – wurde der Hurra-Patriotismus des Films gescholten. Heute wirkt „Air Force One“ durch die folgenden realen Ereignisse oft noch absurder, aber teils auch erschreckend nah dran an der amerikanischen Politik der Bush-Ära. Wobei der von Harrison Ford dargestellte Präsident mit George W. Bush natürlich nicht zu vergleichen ist. Mir ist es nicht schwer gefallen die politischen Untertöne auszublenden und mich auf den reinen Spaßfaktor zu konzentrieren, was den Film erneut zu einem rundum gelungenen Erlebnis machte.

Wer sich gerne in der fiktiven US-Politik tummelt, handgemachte 80er/90er Action mag und fragwürdige Handlungselemente nicht bis ins Detail analysiert, der dürfte auch heute noch viel Spaß mit Wolfgang Petersens Ausflug über die Wolken haben. Zwar schafft es der Film nicht ganz unter die Genreklassiker, doch wer nach der hundertsten Sichtung der „Stirb langsam“-Reihe etwas Abwechslung braucht, der ist mit „Air Force One“ gut beraten: 7/10 Punkte.

Die schrillen Vier in Las Vegas – OT: Vegas Vacation (1997)

Gestern Abend habe ich mich erneut mit der Familie Griswold in den Urlaub begeben. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich „Die schrillen Vier in Las Vegas“ damit zum ersten Mal gesehen. Ganz im Gegensatz zu den Vorgängern, die mich durch meine filmische Jugend begleitet haben. Kann es der 8 Jahre später gedrehte Nachfolger mit den ersten drei Filmen aufnehmen?

Leider nein. Zwar war ich überrascht, wie sehr auch „Vegas Vacation“ noch den Geist der Filmreihe atmet, doch ist es vor allem das neue Reiseziel, das diesen Trip qualitativ deutlich abfallen lässt. Nach einem Roadtrip quer durch die USA, einer Reise durch Europa und der köstlichen Zelibrierung aller klischeehaften Weihnachtsrituale soll nun also eine Reise nach Las Vegas all das übetreffen? Das kann nicht so recht funktionieren. Somit sind es vor allem die Anreise, das Einchecken im Hotel und der Trip zum Hoover Dam, welche die guten alten Zeiten heraufbeschwören.

In Las Vegas selbst stagniert die Handlung enorm. Clarks Spielsucht sorgt kaum für Lacher, Ellens Techtelmechtel mit Wayne Newton empfand ich größtenteils als zu langweilig und Audreys Ausflug ins Nachtleben war viel zu brav inszeniert. Einzig Rustys Aufstieg zum großen Player hat mich als gesonderter Handlungsstrang überzeugt. Gefreut habe ich mich zudem über Cousin Eddie und Familie, deren Auftritt jedoch auch mehr Potential gehabt hätte.

Insgesamt ist „Vegas Vacation“ eindeutig der schwächste Teil der Filmreihe. Dennoch darf man ihn sich als Fan durchaus anschauen, bietet er zumindest in der ersten Filmhälfte einige nette Schmunzler und Anspielungen auf die klassischen Teile. Die Reihenfolge würde ich insgesamt folgendermaßen einordnen, wobei Platz zwei und drei nahezu austauschbar sind:

1. „Christmas Vacation“
2. „European Vacation“
3. „Vacation“
4. „Vegas Vacation“

Ein wenig Nostalgie sollte bei einer Sichtung von „Vegas Vacation“ schon mitschwingen, um dem Film etwas abgewinnen zu können. Spaß kann man mit den Griswolds durchaus auch in der Glücksspiel-Metropole haben, allerdings sollte man eine hohe Toleranz für dumme Witze und altmodische Erzählweise haben. Nett war es irgendwie dennoch: 5/10 Punkte.

Contact (1997)

Es gibt Filmerlebnisse, die stammen aus einer Zeit als das Leben noch völlig undefiniert vor einem lag. Vielleicht wohnt ihnen deshalb eine besondere Art von Magie inne. Robert Zemeckis „Contact“ ist ein solches Filmerlebnis. Inzwischen schon unzählige Male gesehen und immer wieder großartig. Ein Film aus einer Zeit der schier unendlichen Möglichkeiten und unbegrenzten Hoffnungen. Ein Ausflug zurück in eine Welt, aus der man schon längst aufgebrochen ist.

Auch abseits der rein persönlichen Assoziationen wohnt dem Film ein Wendepunkt inne. „Contact“ ist einer der letzten klassichen Filme von Robert Zemeckis, einem der großen Regisseure (u.a. „Zurück in die Zukunft“ und „Forrest Gump“) des Unterhaltungskinos. Seit „Cast Away“ hat er sich leider komplett darauf eingeschossen seine Geschichten mittels CGI und Performance Capture zu erzählen, was für mich einen großen Verlust für die Filmwelt darstellt. Doch zurück zu dem Film, der meine Liebe zu ernsthafter Science-Fiction weckte und den ich seit der ersten Sichtung zu meinen Lieblingsfilmen zähle.

„Contact“ funktioniert wunderbar auf zwei Ebenen. Einerseits als klassischer Wissenschaftsthriller mit Forschungsszenen, mysteriösen Entdeckungen sowie einer sympathisch-nerdigen Identifikationsfigur, und andererseits als groß angelegtes Spielfeld auf dem die Frage nach einer höheren Macht aufgeworfen sowie der ewige Kampf zwischen Glaube und Wissenschaft ausgetragen wird. All dies wird verpackt in einen mitreißend inszenierten Unterhaltungsfilm, der trotz seiner beinahe zweieinhalbstündigen Laufzeit zu keiner Sekunde langweilig wird.

Ich weiß noch genau, wie damals im Freundeskreis über den eigentlichen Kontakt diskutiert wurde. Besonders häufig ist die Beschreibung „2001: Odyssee im Weltraum“ light gefallen, was eigentlich auch recht treffend ist. Ich für meinen Teil war einerseits etwas enttäuscht und andererseits auch wirklich bewegt davon. Mit jeder weiteren Sichtung haben mir die Szenen des Kontakts allerdings besser gefallen. Man darf eben nicht unterschätzen, dass der Film bis dahin eine enorme Erwartungshaltung aufbaut, die zu erreichen bzw. zu übertreffen nahezu unmöglich ist. Heute jedoch könnte ich mir keinen besseren Weg vorstellen, wie man den Kontakt hätte darstellen können. Eine perfekte Leistung von Robert Zemeckis, Carl Sagan und Jodie Foster.

„Contact“ ist für mich einer dieser Filme, die ich mir immer wieder anschauen kann. Großartige Unterhaltung, die immer wieder zum Nachdenken anregt und dabei jedoch nicht übermäßig verkopft wirkt. Hinzu kommt eine perfekte Inszenierung, fantastische Schauspieler und ein wunderschöner Score. Jedem Fan des Films kann ich übrigens die Blu-ray nur ans Herz legen, die zwar mit ganz neuen Produktionen nicht mithalten kann, den Film jedoch besser aussehen lässt als jemals zuvor. Meine unbedingte und zwingende Sehempfehlung: 10/10 Punkte. Kennt eigentlich jemand Carl Sagans Romanvorlage und mag ein paar Worte dazu verlieren?

Prädikat: Lieblingsfilm

Alien: Die Wiedergeburt – OT: Alien: Resurrection – Special Edition (1997)

Der bislang leider letzte Teil der „Alien“-Saga ist auch der einzige, den ich im Kino gesehen habe. Jean-Pierre Jeunets „Alien: Die Wiedergeburt“ wurde bereits damals sehr kritisch aufgenommen und ich weiß noch genau, dass sich die meisten meiner Freunde einer Sichtung verweigert hatten. Der harte Kern, der den Kinobesuch wagte, war jedoch begeistert und ich erinnere mich noch an den Spaß, den ich bereits damals mit dem Film hatte.

Wenn man bedenkt, dass bereits David Finchers „Alien 3“ zu kämpfen hatte, die Gunst der Fans zu erlangen, so ist es nicht erstaunlich, dass auch Jeunets „Alien: Resurrection“ bis heute nicht so richtig akzeptiert worden ist. War der direkte Vorgänger ein düsteres und beinahe schon existenzielles Drama, so wurde mit dem vierten Teil der Reihe eine hundertprozentige Kehrtwendung vollzogen und aus dem düsteren Sci-Fi-Horror wurde eine bunte und beinahe schon comichafte Groteske.

Anfangs fiel es mir schwer zu akzeptieren, dass Rilpey nun nur noch ein Klon war und man Weyland-Yutani durch eine gesichtslose Militärorganisation ersetzt hatte. Doch dieser Eindruck währte selbst bei der Erstsichtung nur einen kurzen Moment, denn bevor man sich groß Gedanken machen kann, prescht der Film mit herrlich absurden Ideen vorwärts, die mich als Zuschauer beständig zwischen Lachen und Entsetzen pendeln ließen. Heute weiß ich, wem die gelungenen Aspekte des Films zu verdanken sind und für welchen Serienmeilenstein „Alien: Resurrection“ letztendlich die Grundlage war: Man hatte Joss Whedon für das Drehbuch engagiert, der die Geschichte um eine bunt zusammengewürfelte Crew von Schmugglern herum gestaltete, die nicht nur zufällig an eine nur allzu bekannte Besatzung eines Schiffs der Firefly-Klasse erinnert.

Ich weiß nicht, wie sehr letztendlich an Whedons Drehbuch herumgedoktert wurde, doch man erkennt eindeutig seinen Stil. Besonders Ron Perlmans Johner scheint wie der verlorene Zwillingsbruder von Adam Balwins Jayne und auch die Betty könnte das Zwillingsschiff der Serenity sein. Leider lassen die Dialoge den typischen Whedon-Witz nur erahnen und auch die Handlung des Films könnte ausgewogener und stringenter sein. Jean-Pierre Jeunets visuell brachiale Inszenierung schafft es jedoch inhaltliche Schwächen geschickt zu überspielen – und Ideen hat der Film ohnehin en masse zu bieten. Ob man diese nun gelungen findet oder nicht, ist eben Geschmackssache.

Für mich ist „Alien: Resurrection“ ein absolut sehenswerter Film in einer von mir sehr geschätzten Reihe. Vermutlich gerade weil er nicht versucht die Erfolgsformel der Vorgänger zu kopieren. Neben groteskem Humor, bietet er auch einige verstörende Szenen (z.B. Klone 1-7 und insbesondere das Alien-Baby), welche durchaus Diskussionspotential bieten – und soweit ich mich entsinne auch tatsächlich geboten haben. Ein seltsamer Abschluss, den man jedoch nicht vorschnell verurteilen sollte: 8/10 Punkte.

Das Relikt: Museum der Angst – OT: The Relic

Freitagabend. Filmzeit. Heute hatte ich mich für Peter Hyams „Das Relikt: Museum der Angst“ entschieden, einen meiner liebsten Monsterfilme. Über die Jahre bestimmt schon ein halbes dutzend Mal gesehen und immer noch unterhaltsam. So lobe ich mir das.

relic3

Als Monsterfilm funktioniert „Das Relikt“ immer noch tadellos. Ein interessanter pseudowissenschaftlicher Hintergrund, sympathische Figuren und ein mitreißender Spannungsaufbau lassen das Herz jedes Genrefans höher schlagen. Wenn dann das Monster im letzten Filmdrittel endlich seinen großen Auftritt hat, wird zudem mit blutigen Effekten nicht gegeizt. So muss das sein.

Im Grunde könnte ich mit dem Gebotenen vollends zufrieden sein. Hätte ich nicht vor einigen Jahre die „Relic: Museum der Angst“ betitelte Vorlage von Douglas Preston und Lincoln Child gelesen. Mit der angepassten Filmhandlung könnte ich ja noch leben, doch dass man mit Special Agent Pendergast einfach eine der Hauptfiguren gestrichen hat, ist mir unbegreiflich. Zumal dieser in nahezu allen Romanen (u.a. „Formula“) der Autoren die Hauptrolle spielt und somit einen herrlichen Aufhänger für ein neues Film-Franchise abgegeben hätte. Wirklich unvorstellbar.

Letztendlich sind meine Gefühle den Film betreffend gemischter Natur. Einerseits bietet er fabelhafte Unterhaltung, mit der sich nur wenige Genrevettern messen können, andererseits sehe ich immer die ungenutzten Chancen vor mir. Da ich den Film jedoch bereits vor dem Buch schätzen gelernt habe, überwiegen eindeutig die positiven Aspekte: 7/10 Punkte.