Terminator 2: Tag der Abrechnung – OT: Terminator 2: Judgment Day – Special Edition (1991)

Heute Abend war es einmal wieder Zeit für einen Actionkracher. Was liegt da also näher, als James Camerons „Terminator 2: Tag der Abrechnung“ in der 15 Minuten längeren Special Edition? Nichts. Zumal ich mir sowieso schon seit der letzten Sichtung des ersten Teils vornehme diesen Klassiker aus Jugendtagen in den Player zu schieben.

Wie so oft bei Lieblingsfilmen aus Kindertagen ist die heutige Sichtung schwierig. Man kann nahezu alle Dialoge mitsprechen und weiß genau, welches Handlungselement als nächstes kommt. Pure Nostalgie. Die letzte Sichtung – kurz nach Kauf der damals grandiosen Ultimate Edition von Kinowelt – liegt auch schon länger zurück. Umso interessanter war es zu sehen, wie sich die Wirkung des Films im Lauf der Zeit verändert hat. Ganz besonders im Vergleich zu der des Vorgängers.

Früher hätte ich „Terminator 2: Jugdement Day“ eindeutig zu meinem Lieblingsteil der Reihe erklärt. Keine Frage. Eine Menge lustige Sprüche, enorme Actionszenen und ein guter Arnie. Heute jedoch wirken gerade diese Elemente teils etwas aufgesetzt. Obwohl ich Edward Furlong als John Conner sehr gerne sehe, zerrt seine Darstellung in so mancher Sequenz doch sehr an meinen Nerven. Auch der ständige Hinweis, dass unser Arnie doch ja niemanden töten solle ist der Atmosphäre alles andere als zuträglich.

Doch genug des Kritisierens: James Camerons Mammutfortsetzung weiß auch heute noch bestens zu unterhalten. Die Effekte sind immer noch grandios. Besonders Robert Patricks T-1000 ist eine Wucht. Beängstigend kühl gespielt und durch bahnbrechende VFX hat diese Figur die ganze Effektbranche auf ein neues Level gehievt. Auch Arnold Schwarzenegger spielt seine Rolle erneut mit Bravour, doch hat er mich als böse Killermaschine noch weit mehr beeindruckt.

Insgesamt hat der Film mit den Jahren etwas abgebaut, doch so ist eben manchmal. In den Erinnerungen an  frühere Sichtungen spielen eben noch andere Faktoren eine Rolle, als allein die Qualität des Films. Dennoch darf man sich nicht täuschen lassen: „Terminator 2: Judgment Day“ ist zurecht immer noch einer der besten Actionfilme – wenngleich ich heute allerdings den Vorgänger bevorzugen würde: 9/10 Punkte.

Auf die harte Tour – OT: The Hard Way

Gestern Abend habe ich die seltsamerweise recht unbekannte Actionkomödie „Auf die harte Tour“ von John Badham gesehen. Wenn der Preis nicht so verlockend gewesen wäre und mich Michael J. Fox nicht vom Cover herab angegrinst hätte, dann wäre der Film wohl auch an mir vorbeigegangen. Nach der Sichtung kann ich mir den niedrigen Bekanntheitsgrad nun nicht wirklich nachvollziehen. Vielleicht kann ich ja hiermit etwas für mehr Popularität sorgen.

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„The Hard Way“ handelt von Nick Lang (Michael J. Fox), einem erfolgreichen Hollywoodstar, der für eine neue Rolle im Cop-Millieu recherchiert und dabei Detective Lt. John Moss (James Woods) zugewiesen wird. Dieser ist ein knallharter Cop, der gerade in einem verdrehten Serienkiller-Fall ermittelt. Aus dieser Prämisse entwickelt sich ein Buddy-Movie, wie er im Buche steht. Die ungleichen Partner müssen sich folglich erst einmal zusammen raufen. Dabei kommt es zu Reibereien, es fliegen die Fetzen und es hagelt schmissige Oneliner.

Michael J. Fox und James Woods harmonieren perfekt miteinander. Da stimmt die Chemie. Die Rahmenhandlung um den Partykiller ist dagegen etwas durchsichtig und ohne große Überraschungen. Sei es drum. Viel mehr Story ist hier auch nicht nötig. In seinen besten Momenten erinnert der Film an die „Lethal Weapon“-Reihe oder auch an Tony Scotts „Last Boy Scout“. Eine Actionkomödie, wie sie typisch für die späten 80er bzw. frühen 90er ist. Hart. Komisch. Reich an Action und angereicht mit Figuren, die larger than life sind.

Im Netz habe ich kaum Informationen zu dem Film gefunden und selbst auf der IMDB sieht es mau aus. So ganz kann ich es nicht verstehen, da der Film nicht viel schlechter ist, als die restlichen Actionkracher der 80er/90er Jahre. Ich habe mich auf jeden Fall wirklich gut unterhalten: 7/10 Punkte.

Robin Hood: König der Diebe – OT: Robin Hood: Prince of Thieves

Es gibt Filme, die besitzen in der Erinnerung eine besondere Wirkung. Dazu gehört auch Kevin Reynolds Verfilmung von „Robin Hood: König der Diebe“. Ich habe diesen Film in meiner Kindheit wirklich oft gesehen. Er hat nie einen besonderen Status bei mir eingommen, doch er hat mich jedesmal gut unterhalten und ich habe mich stets gerne an die vergangenen Sichtungen zurück erinnert. Weniger an den Film – aus dem mir nur noch wenige Szenen im Gedächtnis waren – als an die Atmosphäre bei den Sichtungen. Nach über 10 Jahren wollte ich nun einmal wissen, was heute noch dran ist, an dem Abenteuerspektakel der zwei Kevins.

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Zunächst einmal fällt die klassische Inszenierung auf. Man fühlt sich sogleich in einen altmodischen Abenteuerfilm versetzt. Dennoch wirkt der Film nicht altbacken im negativen Sinne. Man muss bedenken, dass er inzwischen bereits über 15 Jahre auf dem Buckel hat. Es macht auch heute noch wirklich Spaß der Bande um Robin Hood bei ihren Raubzügen zuzusehen. Ebenso imposant sind die Kampfszenen geraten. Audiovisuell kann mich der „König der Diebe“ auch heute noch voll und ganz überzeugen.

Die erzählte Geschichte zeigt da schon eher Schwachstellen. Sie ist zu geradlinig und bereits zu oft erzählt worden, als dass man als Zuschauer noch irgendwie überrascht werden könnte. Fast schon zu klassisch. Dennoch fällt dieser Umstand meiner Meinung nach nicht all zu sehr ins Gewicht, da es aufgrund der flotten Inszenierung nie langweilig wird. Kostner und Konsorten  spielen die wilde Bande allesamt sehr überzeugend und sind anscheinend mit Spaß bei der Sache.

Mit Spaß bei der Sache war anscheinend auch Alan Rickman. Sein Sherriff von Nottingham ist derart überzogen angelegt, dass man sich beinahe in einer Satire wähnt. Mich würde nicht wundern, wäre Mel Brooks nicht aufgrund seiner Performance zu der Idee von „Robin Hood: Helden in Strumpfhosen“ (OT: „Robin Hood: Men in Tights“) gekommen. Ich schätze Rickman als Darsteller wirklich sehr. Doch hier hat mich sein Overacting gewaltig genervt – besonders da er ansonsten einer der Schauspieler mit dem nuanciertesten Spiel ist. Überhaupt empfand ich den Subplot um seine Mutter und die schwarzen Rituale eher als unnötig von der Geschichte ablenkend.

„Robin Hood: König der Diebe“ ist leider ein Film, der in der Erinnerung besser wirkt, als er eigentlich ist. Dennoch macht Costners Ausflug ins Sherwood Forrest auch heute noch Spaß. Es ist jedoch nicht der Klassiker, den ich mir erhofft hatte. Einen Pluspunkt gibt es von mir noch für den Cameo von Sean Connery als Richard Löwenherz: 8/10 Punkte.