Meg – OT: The Meg (2018)

Vor gut 13 Jahren habe ich im Internet die Konzeptzeichnung zu einem Film namens „Meg“ gesehen, welche mich dazu brachte das gleichnamige Buch von Steve Alten zu lesen. Der Film sollte vorerst in der Produktionshölle verweilen, bis er 2018 endlich das Licht der Welt erblickte. Somit bin ich nach all den Jahren doch noch zu meinem Filmauftritt des Megalodon gekommen…

Meg (2018) | © Warner Home Video

Meg (2018) | © Warner Home Video

„We’re gonna need a bigger boat!“

Ja, „Meg“ ist ein Sommer-Blockbuster, wie er im Buche steht. Laut, bunt, dumm. Und mit Jason Statham in der Hauptrolle. Er spielt aber auch zu großen Teilen im und unter Wasser und hat einen riesigen Hai als Kontrahenten zu bieten. Da überwiegen doch eindeutig die positiven Aspekte! Zudem ist sich Jon Turteltaubs Film seines Status jederzeit bewusst. Er erzählt die gerade nötige Geschichte mit viel Humor, ohne dabei jedoch zu smart sein zu wollen. Es überwiegt die Action, die dummen Sprüche und die imposanten Unterwasserszenen mit dem Monsterhai. Die Vorlage hat damals eine andere Geschichte erzählt, auch wenn Versatzstücke immer noch vorhanden sind. Vielleicht orientiert sich der Film aber auch einfach an einer vielen der Fortsetzungen. Ich bezweifle es allerdings. Das hier ist einfach ein 08/15-Hollywood-Drehbuch – und als solches funktioniert es wunderbar.

Ich hatte tatsächlich extrem viel Spaß mit „Meg“. Die Bilder sind toll, gerade in 3D. Zwar hätte ich gerne etwas mehr Zeit abseits der Forschungsstation verbracht, doch insgesamt mag ich mich nicht groß beschweren. In seiner übertriebenen Hai-Action hat mich der Film teils an das Finale von „The Shallows“ erinnert, bleibt dabei jedoch konsistenter im Ton. Jason Statham passt perfekt in diese Rolle und mehr gibt es über die Schauspieler auch nicht zu sagen. Doch, eine Sache: Rainn Wilson (bekannt als Dwight Schrute aus „The Office“) ist viel weniger Comic-Relief als ich einerseits befürchtet, andererseits aber auch gehofft hatte.

Fazit

Wie Stammleser meines Blogs vermutlich schon mitbekommen haben, liebe ich Filme, die am, im oder unter Wasser spielen. Sehr sogar. Dazu noch ein riesiger Hai? Count me in! Davon abgesehen ist nichts an dem Film irgendwie besonders. Weder in die eine, noch die andere Richtung. Und dennoch sind die knapp zwei Stunden wie im Flug vergangen. Manchmal reicht das schon: 7/10 Punkte.

Nur noch 60 Sekunden – OT: Gone in 60 Seconds (2000)

Zurzeit häufen sich die beruflichen und privaten Termine. Am Wochenende bedeutet das nun vermehrt liegengebliebene Hausarbeit nachzuholen. Auch davon abgesehen war heute ein nur wenig erfreulicher Tag, so dass der Film am Abend eine willkommene Ablenkung war: Die Wahl ist auf „Nur noch 60 Sekunden“ gefallen. Eine der wenigen Jerry-Bruckheimer-Produktionen der späten 1990er bzw. frühen 2000er Jahre, die ich bisher noch nicht kannte…

Nur noch 60 Sekunden (2000) | © Touchstone

Nur noch 60 Sekunden (2000) | © Touchstone

Vor knapp 20 Jahren war das Kino noch anders

Je häufiger ich Filme aus dieser Ära sehe, desto mehr muss ich zugeben, dass ich ihre Ästhetik sehr mag. Egal ob „Crimson Tide“, „Con Air“ oder „Staatsfeind Nr. 1“ – die Filme wirken zwar unglaublich bombastisch inszeniert, doch zugleich auf fast schon altmodische Art und Weise handgemacht. Diese Wahrnehmung hat sich bei mir aber auch erst in den letzten Jahren des CGI-Overkills ergeben, denn zur Entstehungszeit waren sie mir fast zu schnell geschnitten und zu treibend erzählt. Aus heutiger Sicht ist die Charaktereinführung extrem langsam (und klischeehaft), die Action übersichtlich und die Effekte herrlich analog. So kann sich der subjektive Eindruck ändern. Davon abgesehen bietet „Gone in 60 Seconds“ eine simple Geschichte, dumme Sprüche und viel plakative Action.

Neben der unverkennbaren Inszenierung eines Jerry-Bruckheimer-Films, stechen vor allem die Schauspieler heraus bzw. stehen sinnbildlich für die Ära der Entstehung: Nicolas Cage und Angelina Jolie beide mit blondierten Haaren, der großartige Robert Duvall als typische Vaterfigur und ein junger Christopher Eccleston (erst kürzlich in „The Leftovers“ zu schätzen gelernt) als völlig manischer Gangster mit Ambitionen als Hobby-Schreiner. So schön das Abtauchen in die 90er/00er Jahre auch war, so haben ein paar dümmliche Klischees und verletzende Sprüche über Minderheiten (z.B. die Asiatin, die nicht Autofahren kann) auch gezeigt, dass sich Filme heute in so mancher Hinsicht auch positiv weiterentwickelt haben. Da darf man sich auch von Nostalgie nicht blenden lassen.

Fazit

Nein, ein außergewöhnlich guter Film ist „Nur noch 60 Sekunden“ nicht. Aber ein sehr unterhaltsamer. Selbst für mich, der Autos rein als notwendiges Fortbewegungsmittel sieht. Wenn ihr auch ein Faible für das Action-Kino des frühen Jahrtausends habt, dann könnt ihr durchaus Spaß mit diesem Kracher haben. Für mich war das heute genau der richtige Film: 7/10 Punkte.

Moonlight (2016)

Das Wochenende schreitet für meinen Geschmack schon wieder viel zu schnell voran. Dabei war der Tag nicht einmal sonderlich spektakulär und ich habe mich schon auf den Film am Abend gefreut: Die Wahl ist heute auf „Moonlight“ gefallen, den Oscar-Gewinner, der 2017 unter anderem „La La Land“ ausgestochen hat. Die Erwartungen waren also entsprechend hoch…

Moonlight (2016) | © DCM (Vertrieb Universum Film)

Moonlight (2016) | © DCM (Vertrieb Universum Film)

„The Wire“ trifft in Miami auf „Boyhood“

Okay, diese Beschreibung ist vermutlich ein wenig zu plakativ. Allerdings musste ich bei der Sichtung tatsächlich mehrfach an die stilprägende Serie „The Wire“ sowie Richard Linklaters Coming-of-Age-Drama „Boyhood“ denken. Auch Barry Jenkins erzählt in „Moonlight“ das Heranwachsen eines jungen Mannes von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter. Das Setting erinnert dabei durchaus an David Simons Serie, die uns ebenfalls mit der harten Lebensrealität schwarzer Amerikaner konfrontiert. Auch die Tatsache, dass mit Chiron ein homosexueller Gangster im Zentrum der Geschichte steht, hat mich an Omar Little aus „The Wire“ denken lassen. Die Versatzstücke sind somit nicht originell und doch hat es der Film geschafft, mich zu packen.

Die Inszenierung ist sehr naturalistisch und durch den häufigen Einsatz einer Handkamera, sind wir stets nahe am Geschehen dran. Am beeindruckendsten fand ich wohl das erste Kapitel „Little“, was uns auch häufig auf Augenhöhe des jungen Chiron bringt. Der zweite Akt „Chiron“ lässt uns am Schulalltag teilhaben, was bei mir speziell Erinnerungen an die vierte Staffel von „The Wire“ geweckt hat. Am schwächsten fand ich das Finale „Black“, welches gerade die spannende Entwicklung vom unsicheren Jungen zum scheinbar harten Gangster auslässt. Dafür war die letzte Einstellung wahrlich herzzerreißend, macht sie uns doch intensiv bewusst, welch unerfülltes Leben auf Little wartet.

Fazit

Auch wenn ich „Moonlight“ nicht für das erhoffte Meisterwerk halte, so hat mich die Geschichte doch gepackt und mitgerissen. Zu viel davon habe ich jedoch schon besser erzählt in anderen Werken (ja, gerade in „The Wire“) gesehen. Dennoch werden mir viele Bilder und die dichte Atmosphäre noch länger im Gedächtnis bleiben. Sehr empfehlenswert, wenn auch nicht wirklich neu: 8/10 Punkte.

The Congress (2013)

Eigentlich hätte es mir ein Warnsignal sein sollen, dass ich kurz nach der Arbeit schon auf dem Sofa eingenickt bin. Die hinter mir liegende Woche war einfach anstrengend. Nach dem Abendessen hatte ich jedoch neue Energie und habe somit leichtfertig zur Blu-ray von „The Congress“ gegriffen. Mir war bekannt, dass der Film keine leichte Kost sein soll, doch mit diesem Ausmaß an Irrwitz hatte ich nicht gerechnet…

The Congress (2013) | © Alive - Vertrieb und Marketing/DVD

The Congress (2013) | © Alive – Vertrieb und Marketing/DVD

Zu viel gewollt, zu wenig erreicht

Man muss Ari Folman für „The Congress“ durchaus Respekt zollen. Das ist nicht 08/15-Kino, wie man es kennt. Nach „Waltz with Bashir“ wagt sich der Regisseur erneut an einen (zumindest teils) animierten Film. Die Handlung und Inszenierung beginnt zunächst jedoch recht nüchtern: Schauspielerin Robin Wright (bekannt aus „Die Braut des Prinzen“ und „House of Cards“) bekommt ein unmoralisches Angebot vorgelegt, das sie nach gewissem Zögern annimmt. Dieses besagt, dass ihre Schauspielerinnen-Persona eingescannt wird und alle vorab definierten Rechte an das Filmstudio übergehen. Eine interessante Prämisse, die schon alleine Stoff genug für einen Film gegeben hätte. Allerdings wird noch Fokus auf den Sohn gelegt, dessen Krankheit ein Spiegelbild der Entwicklung des Kinos abgeben soll. Soweit, so verkopft.

Nach ca. 45 Minuten dreht „The Congress“ erst so richtig auf und wir bewegen uns nach einem Zeitsprung von 20 Jahren zusammen mit Robin Wright in eine sogenannte Animationszone. Durch die Einnahme einer Droge, verändert sich die Wahrnehmung aller Besucher in der Hinsicht, als dass sie ihre Umgebung und andere Personen als Animation wahrnehmen. Ein sehr spannender Aspekt, der audiovisuell eine Freude ist. Toll animiert und mit unzähligen visuellen Gags ausgestattet. Leider verliert sich die Geschichte hier vollkommen in (pseudo-)philosophischen Ideen, welche nur sehr konstruiert mit dem ersten Teil des Films zusammengebracht werden. Am Ende schlägt die Handlung dann noch zu einer eher drögen Dystopie um und lässt, so mein Eindruck, alle vorherigen Fäden fallen, um nur die Mutter-Sohn-Geschichte abzuschließen.

Famose Animation und dröge Real-Szenen

So toll die Animationsszenen anzusehen sind, so billig wirken leider die real gefilmten Szenen. Gerade im letzten Drittel des Films wirken Kostüme, Masken und Drehorte extrem amateurhaft. Soll uns durch die Kulissenhaftigkeit gezeigt werden, dass die Realität auch nicht wirklicher ist, als die Animationszone? Das wäre eine Erklärung, mich hat diese Anmutung jedoch eher aus dem Film gerissen. Neben den formalen Schwächen gegen Ende, hat mich „The Congress“ im Mittelteil jedoch auch inhaltlich verloren. Ari Folman hat hier zu viel gewollt und mindestens drei Geschichten ineinandergewoben, die für mich nicht organisch zusammenpassen wollen. Schade, denn der Einfallsreichtum und Stil ist durchaus bemerkenswert.

Fazit

Vielleicht liegt es an meiner Tagesform, vielleicht ist der Film auch einfach wirklich so überladen, wie ich ihn wahrgenommen habe. In vielen Aspekten ist „The Congress“ ein Kunstwerk mit spannenden Aussagen, in anderen jedoch nur ein überladen wirkender Artsy-Fartsy-Schinken. Sollte man sich als Filmfreund durchaus einmal anschauen. Formal und auch inhaltlich bemerkenswert, doch auf emotionaler Ebene konnte er mich leider nicht packen: 6/10 Punkte.

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (2017)

Heute war ein eher ruhiger Samstag. Am frühen Nachmittag machten wir uns auf den Weg in die Stadt, wo ich mir eine neue Brille ausgesucht habe. Auch die Kids brachten ihr Taschengeld unter die Leute und ich verschwendete einige Gedanken daran, welchem Sport ich nachgehen könnte, wenn ich erst einmal nicht mehr laufen kann. Aber ich schweife ab. Für den heutigen Filmabend habe ich mir „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ausgesucht. Ein Film, von dem ich schon viel Gutes gehört hatte und auf den ich sehr neugierig war…

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (2017) | © Twentieth Century Fox Home Entertainment

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (2017) | © Twentieth Century Fox Home Entertainment

Ein Charakter-Drama mit vielen Wendungen, aber ohne Auflösung

Ich mochte bereits Martin McDonaghs „Brügge sehen… und sterben?“ sehr gerne. Der ungewöhnliche Gangsterfilm hat mich damals (ja, die Sichtung liegt tatsächlich schon 10 Jahre zurück) wirklich überrascht. Seinen „7 Psychos“ habe ich jedoch nie gesehen, was ich nach dem grandiosen „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ nun umso mehr nachholen möchte. McDonagh ist ernsthafter geworden und auch weniger im Genre verankert. Vielleicht liegt es an der fantastischen Frances McDormand, doch hat mich der Film teils stark an „Fargo“ von den Coen-Brüdern erinnert. Das kauzige Kleinstadtleben, die skurrilen Charaktere und eine gesunde Portion schwarzer Humor. Die Themen in McDonaghs Geschichte sind jedoch düsterer und es gibt keine wirklichen Helden. Am Ende haben sich, angestoßen durch die drei Werbetafeln, die Positionen der Schachfiguren zwar verändert, die Oberhand gewinnt jedoch niemand.

In erster Linie ist „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ein Schauspielerfilm. Neben der bereits angesprochenen Frances McDormand überzeugen vor allem Woody Harrelson und Sam Rockwell. Gerade ihre Figuren betreffend, gibt es ein paar inhaltliche Wendungen, mit denen ich so nicht gerechnet hätte. Die knapp zwei Stunden Film sind für mich extrem schnell vergangen und gerade die letzten zehn Minuten haben sich eher so angefühlt, als würde ein neues Kapitel aufgeschlagen. Als wäre die nächste Episode nur einen Klick entfernt. Verdorben durch die Serienwelt. Und dennoch funktioniert dieses offene Ende auch für diese Geschichte. Die Charaktere haben sich eben doch weiterentwickelt. Der Schritt mag klein wirken, doch in dieser von Schmerz und Alltag geprägten Welt, ist das mehr als ich zu Beginn zu hoffen gewagt hätte. Dennoch hätte ich mir ein – in welcher Form auch immer – konsequenteres Finale gewünscht.

Fazit

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ist wahrlich ein packender und mitreißender Film voll interessanter Figuren, die alle spannend genug für eine ganz eigene Geschichte wären. Hier sind sie in einer Zweckgemeinschaft gebunden, welche nicht beneidenswert ist. Ich bin wirklich ziemlich begeistert, auch wenn es für mich bis zum oft proklamierten Meisterwerk nicht ganz gereicht hat: 8/10 Punkte.

Auslöschung – OT: Annihilation (2018)

Gestern war für mich der große Area-X-Tag: Nicht nur habe ich mit „Acceptance“ Jeff VanderMeers Trilogie zu Ende gelesen, ich habe am Abend auch noch Alex Garlands Verfilmung „Auslöschung“ nachgeholt. Da der Film hierzulande bisher nur bei Netflix läuft, hatte ich mir bereits im Juni 2018 die US-Blu-ray importiert. Gut ein halbes Jahr später war es endlich soweit – gerade noch knapp vor dem 14. März, an dem auch bei uns der Film offiziell auf DVD und Blu-ray veröffentlicht wird…

Auslöschung (2018) | © Paramount (Universal Pictures)

Auslöschung (2018) | © Paramount (Universal Pictures)

Area X nach Schema F?

Bereits im Vorfeld der Sichtung war mir bewusst, dass Alex Garland („Ex Machina“) mit „Annihilation“ keine werksgetreue Adaption der Vorlage angestrebt hat, sondern eher eine Widerspiegelung seiner subjektiven Eindrücke, die er beim Lesen des ersten Teils der Southern-Reach-Trilogie hatte. Die wichtigsten Elemente finden sich somit auch im Film wieder: Die Frauengruppe rund um die Biologin (gespielt von Natalie Portman), das mysteriöse Gebiet Area X, die Southern-Reach-Organisation, die seltsam mutierte Natur, der Leuchtturm usw. Rein vom Setting und der Atmosphäre her hat Alex Garland die Vorlage ziemlich perfekt getroffen und es war für mich eine große Freude, zusammen mit den Wissenschaftlerinnen Area X zu erkunden.

Die wirklich abgefahrenen Elemente wiederum, welche die Vorlage so besonders machen, haben es dagegen nicht in den Film geschafft. Ich denke hier speziell an die  topographische Anomalie und den Crawler, welche für mich den Kern der Mysterien rund um Area X darstellen. Für mich fehlt hier ein Kernelement der Geschichte, selbst wenn alles andere ziemlich gut getroffen wurde. Ich musste hierbei an die Verfilmung von „Relic: Museum der Angst“ denken, bei der auch der Hauptcharakter der Vorlage aus der Adaption gestrichen wurde. Garland konzentriert sich in seiner Version komplett auf die Entstehung der Doppelgänger, was auch ein wichtiger Aspekt der Geschichte ist, aber eben nur einer unter vielen. Schade.

Down the Rabbit Hole

Ich habe im Vorfeld viel über die Kontroverse mitbekommen, die der Veröffentlichung des Films auf Netflix vorausging. Nachdem ich gestern erst „Acceptance“ fertig gelesen hatte, konnte ich den Gedanken des Studios auch nachvollziehen, dass das große Kinopublikum wohl so seine Schwierigkeiten mit dem Stoff haben würde. Nach der Sichtung des Films kann ich aber nur sagen: WTF? Von all den Andeutungen und vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten bleibt im Film nichts übrig. Es ist ziemlich eindeutig, wie sich die Handlung entwickelt und was mit den Charakteren passiert. Nichts, was genreverwandte Filme nicht schon ähnlich gemacht hätten. Wenn die scheinbare Komplexität des Stoffes tatsächlich der Grund des Studios gewesen sein sollte, den Film nicht in die Kinos zu bringen, dann gute Nacht, große Leinwand.

Fazit

Auch wenn ich es bemerkenswert finde, wie konsequent Alex Garland den Stoff heruntergebrochen und das Drehbuch auf wenige Elemente eingedampft hat, so finde ich es doch extrem schade, dass etliche Kernaspekte fehlen. Mir ist durchaus bewusst, dass eine 1:1-Adaption nicht möglich gewesen wäre, doch eine echte Trilogie, die sich auf die drei ineinander verschachtelten Haupterzählebenen der Vorlage beschränkt, das hätte ich famos gefunden. Dennoch ist die Atmosphäre von Area X perfekt getroffen und ich mag Natalie Portman in ihrer Rolle sehr. Für sich genommen ein großartiger Sci-Fi-Schocker, als Adaption nur bedingt gelungen: 8/10 Punkte.

Kiss the Cook: So schmeckt das Leben! – OT: Chef (2014)

Der Jahreswechsel liegt hinter uns. Das Raclette ist verdaut, der erste Lauf des Jahres ist gelaufen. Fehlt nur noch der erste Film – und mit „Kiss the Cook: So schmeckt das Leben!“ haben wir einen gar wunderbaren Einstand in das Filmjahr 2019 gewählt. Gerade auch, weil er an solch einem Regentag das Sommergefühl zurückbringt…

Kiss the Cook: So schmeckt das Leben! (2014) | © Koch Media GmbH

Kiss the Cook: So schmeckt das Leben! (2014) | © Koch Media GmbH

Besser nicht hungrig schauen!

Tatsächlich gibt es wohl auch keine besseren Tage im Jahr, „Chef“ (so der deutlich gelungenere Originaltitel) zu schauen, als diese Zeit des kulinarischen Überflusses. Denn Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller Jon Favreau gelingt es einfach unglaublich gut, die Freude am Kochen und die Freude am Essen zu inszenieren. Ich hätte nun liebend gerne auch ein leckeres Sandwich es dem El-Jeffe-Food-Truck. Und das obwohl ich von den Schlemmereien der letzten zwei Wochen immer noch komplett gesättigt bin.

So sehr „Chef“ ein Film über das Kochen ist, so sehr ist er auch ein Film über digitales Marketing. Dieser Teil der Geschichte nimmt einen eher kleinen Teil ein, doch zeigt sich unmissverständlich, dass Chef Carl Casper ohne seinen Twitter-Account, sein viral gegangenes Video und seinen Sohn als Social-Media-Manager nicht wirklich viel Buzz erzeugt hätte. Das fand ich einen interessanten Aspekt und selten habe ich die Nutzung von Twitter und Co. so wunderbar organisch in einem Film inszeniert gesehen. Das mochte ich wirklich sehr.

Fazit

„Chef“ ist ein wunderbarer Film, der einfach nur gute Laune macht. Jon Favreau ist zu seinen Anfängen à la „Swingers“ zurückgekehrt und hat aus seinen Blockbustern (z.B. „Iron Man“) einfach seine Gaststars, wie Scarlett Johansson, Rorbert Downey Jr. und Co., mitgenommen. Daraus ist ein wunderbarer Gastro-Roadmovie entstanden, der unfassbar viel Spaß macht: 8/10 Punkte.

Percy Jackson: Diebe im Olymp – OT: Percy Jackson & the Olympians: The Lightning Thief (2010)

Um 20:30 Uhr haben wir mit dem Film begonnen. Der Film läuft knapp zwei Stunden, jetzt ist es nach Mitternacht. Wieso diese Verzögerung? Ich hatte die glorreiche Idee nebenbei das neue NAS in Betrieb zu nehmen. Leider bricht alle Nase lang die Netzwerkverbindung des PCs ab, so dass ich immer wieder manuell eingreifen muss. Das wird eine lange Nacht. Aber eigentlich wollte ich ja über „Percy Jackson: Diebe im Olymp“ schreiben. Ob die vielen Unterbrechungen dem Film geschadet haben?

Percy Jackson: Diebe im Olymp (2010) | © 20th Century Fox

Percy Jackson: Diebe im Olymp (2010) | © 20th Century Fox

Teen-Abenteuer in der griechischen Mythologie

Am Anfang ist die Welt des Percy Jackson schon reichlich albern: Griechische Götter, deren Inszenierung ein wenig an „Kampf der Titanen“ erinnert, ein Teenie-Camp für Halbgötter und Uma Thurman als Medusa mit stylischer Sonnenbrille. Das hätte ganz leicht auch nach hinten losgehen können. Doch irgendwie funktioniert diese komische Mischung, was ich einerseits den sympathischen Schauspielern und andererseits der durchaus stilsicheren Inszenierung durch Christopher Columbus zuschreiben möchte. Hinzu kommen etliche Monster und durchaus atmosphärische Schauplätze.

Am meisten mochte ich vermutlich das Abenteuer-Feeling, das durch den Roadtrip der drei Freunde ausgelöst wird. Hier hat auch das Aufeinandertreffen der realen Welt mit den mythologischen Elementen gut funktioniert. Das Finale dagegen war mir in dieser Hinsicht ein wenig zu platt. Aber okay. Und es gibt einen bärtigen Pierce Brosnan als Zentaur zu sehen. Trifft man auch nicht alle Tage.

Fazit

Der aktuelle Ordner kopiert schon wieder viel zu lange. Wenn die Verbindung gleich wieder weg ist, werde ich wahnsinnig. Für meine verminderte Aufmerksamkeit am heutigen Abend, war „Percy Jackson: Diebe im Olymp“ vermutlich genau der richtige Film. Insgesamt nicht wirklich gut, aber doch irgendwie sympathisch. Ich hatte viel Spaß damit und wäre gerne konzentrierter dabei geblieben. Vielleicht gelingt mir das ja beim zweiten Teil: 7/10 Punkte.

Escobar: Paradise Lost (2014)

Nach einem erfolgreichen Tag, stand heute Abend natürlich ein Film auf dem Programm. In den Player wanderte „Escobar: Paradise Lost“, der schon länger ungesehen im Regal stand. Ob sich der Blick auf Pablo Escobars Leben aus einer ungewohnten Perspektive lohnt, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Escobar: Paradise Lost (2014) | © Alive Vertrieb und Marketing

Escobar: Paradise Lost (2014) | © Alive Vertrieb und Marketing

Liebe macht blind – Der Film

Zunächst einmal fällt die nicht chronologische Erzählweise auf. Das ist an sich kein besonders ungewöhnlicher Kniff, doch ist es Regisseur Andrea Di Stefano nicht immer gelungen, die Zeitebenen klar zu definieren. Das liegt vermutlich auch an der ungewohnten Montage, bei der Schwarzblenden häufig recht unmotiviert wie harte Schnitte eingesetzt werden. Für manche mag das kunstvoll wirken, mich hat es öfter aus dem Film geworfen. Wenn wir schon bei den formalen Aspekten sind, bleibt zu erwähnen, dass die Schauplätze in schönen Bildern eingefangen werden. Man bekommt ein gutes Gefühl für örtliche Zusammenhänge und die Stimmung im Land. Wirklich schön. Der Score dagegen erschien mir ziemlich aufdringlich.

Inhaltlich ist der Film ähnlich unrund, wie in seiner Inszenierung. Die Liebesgeschichte überwiegt und Pablo Escobar verkommt fast schon zum reinen Setting. Eigentlich ein interessanter Ansatz, doch spielt Benicio Del Toro den Drogenbaron so großartig und charismatisch, dass ich gerne mehr von ihm gesehen hätte. Die eigentliche, von Josh  Hutcherson gespielte, Hauptfigur Nick wird dagegen so naiv gezeichnet, dass dies trotz seiner Verliebtheit zu Pablo Escobars Nichte fast ein wenig unglaubwürdig wirkt. Dennoch wusste mich der Film, als Nick endlich aufwacht, wirklich zu packen. Das Finale ist spannend inszeniert und bleibt ganz am Ende wunderbar bittersüß. Aber eben auch unspektakulär und vorhersehbar. Überraschungen sollte man somit auch lieber nicht erwarten.

Fazit

Insgesamt war „Escobar: Paradise Lost“ ein nett anzusehender und durchaus spannender Film, dem ein wenig mehr Fokus auf seine Stärken gut getan hätte. Diese besitzt der Genre-Mix nämlich durchaus. So bleibt am Ende jedoch das Gefühl, einen nur ganz netten Film mit einem herausragenden Benicio Del Toro und ein paar spannenden Einzelszenen gesehen zu haben: 6/10 Punkte.

The Founder (2016)

Nachdem wir heute den ganzen Tag unseren Keller gestrichen haben, waren wir am Abend ziemlich platt. Auf einen Film wollte ich dennoch nicht verzichten und somit ist kurzerhand „The Founder“ in den Player gewandert – und damit lustigerweise nach „Beetlejuice“ erneut ein Film mit Michael Keaton, nur eben 28 Jahre später, in der Hauptrolle…

The Founder (2016) | © Splendid Film

The Founder (2016) | © Splendid Film

Einen Burger, Pommes und ein Milchshake, bitte!

Wie auf dem Cover der Blu-ray zurecht steht, schreibt das Leben tatsächlich die besten Geschichten. Umso erstaunlicher, dass der Aufstieg von McDonald’s erst 2016 für das Kino adaptiert wurde. Es ist der typische Amerikanische Traum und zwar in all seinen Facetten: Glaube an harte Arbeit, Beharrlichkeit, Erfindungsreichtum und letztendlich auch Skrupellosigkeit – es ist alles dabei. Und ja, es ist wirklich eine faszinierende Geschichte, wie aus einer kleinen und doch genialen Idee, ein weltumspannendes Unternehmen entstehen konnte.

Anfangs hat sich „The Founder“ noch ein wenig wie ein Werbefilm angefühlt, doch spätestens durch Ray Krocs (toll gespielt von Michael Keaton) immer skrupellosere Vorgehensweise, trat dieses Gefühl immer mehr in den Hintergrund. Neben Keaton habe ich mich besonders gefreut, Nick Offerman (bekannt aus „Parks and Recreation“) in einer größeren Rolle zu sehen.

Fazit

Im Grunde erzählt „The Founder“ eine typische Aufstiegsgeschichte. Alles passiert ziemlich genau so, wie man es auch erwartet. Fast schon ein wenig zu glatt und perfekt. Für mich war es spannend zu sehen, wie es zum Aufstieg der Marke kam, jedoch wird der Film darüber hinaus bei mir wohl keinen großen Eindruck hinterlassen. Einfach eine sehenswerte, filmische Biographie: 7/10 Punkte.