Herz oder Kopf: Inner Workings – OT: Inner Workings (2016)

Da der Zwergofant heute auf einem Kindergeburtstag eingeladen war, musste für das Zappelinchen ein Alternativprogramm her: Somit habe ich es in diesem Winterurlaub doch noch ins Kino geschafft. Wir haben uns „Vaiana: Das Paradies hat einen Haken“ angeschaut, doch davor gab es noch den Vorfilm „Herz oder Kopf: Inner Workings“ zu bewundern…

inner-workings

Der Titel sagt eigentlich alles: Wir sehen einer ganz normalen Person dabei zu, wie sie ihrem ungeliebten Job nachgeht und dabei allerlei Verlockungen begegnet, die ihr Leben so viel wertvoller machen würden. Herz oder Kopf ist hier wörtlich zu nehmen und uns bietet sich ein Blick auf die inneren Organe, die hier den Ton angeben. Auch wenn es keine Gefühle sind, so musste ich dabei doch unweigerlich an Pixars „Alles steht Kopf“ oder auch „Osmosis Jones“ denken. Obwohl „Inner Workings“ eine charmante Geschichte erzählt, so bleibt sie doch immer vorhersehbar und ist nie wirklich überraschend.

Mir hat Stil und Botschaft gut gefallen und es gab auch den einen oder anderen Gag. Letztendlich hat man sich aber zu sehr auf die Idee verlassen, die zwar gut funktioniert, jedoch emotional auch nicht so zünden konnte, wie das anderen Kurzfilmen gelingt. Dennoch ohne Frage sehenswert und ein netter Bonus: 7/10 Punkte.

Lava (2014)

Heute bin ich endlich dazu gekommen, mir Pixars „Alles steht Kopf“ anzusehen, doch davor gab es mit „Lava“ natürlich erst den dazugehörigen Kurzfilm. Normalerweise weiß ich schon ungefähr, war mich erwartet – dieses Mal war ich jedoch völlig unvorbereitet…

lava-2014

Man fliegt zunächst durch eine fotorealistisch anmutende Landschaft und beginnt einem Liebeslied zu lauschen. Dieses erzählt die Geschichte eines Vulkans, der sich über ganze Epochen hinweg nichts sehnlicher als eine Partnerin wünscht. Audiovisuell ist „Lava“ wahrlich ein Hochgenuss und auch emotional konnte er mich bewegen. Inhaltlich jedoch mag ich die handlungsgetriebeneren Kurzfilme wie „La Luna“ lieber.

Eine nette Idee, wunderbar umgesetzt – und dennoch einer der schwächeren Pixar-Kurzfilme. Er hat mir das eine Mal Spaß gemacht, ist aber sicher keiner der Kurzfilme, die ich noch weitere Male einlegen werde, um sie beispielsweise meinen Kindern vorzuführen: 7/10 Punkte.

Liebe geht durch den Magen – OT: Feast (2014)

Nach der Sichtung von „Baymax: Riesiges Robowabohu“ habe ich mir noch den zugehörigen Kurzfilm „Liebe geht durch den Magen“ angesehen. Normalerweise weiß ich meist schon ungefähr was mich erwartet, doch diese knuffige und kulinarische Reise hat mich völlig überrascht…

feast-baymax-short

Man erlebt den gesamten Film durch die Augen eines kleinen Hundes. Und natürlich dreht sich bei ihm alles nur ums Essen: Der Titel „Feast“ ist somit Programm. Die Perspektive wechselt auch nie, so dass man am Leben des Herrchens auch nur über die dargebotenen Mahlzeiten teilnimmt – bis es eben zu einer Veränderung kommt, doch ich möchte an dieser Stelle nichts verraten. Schaut euch den Film selbst an!

Neben einer inhaltlich wirklich schönen Geschichte, die neben dem Logikloch, dass der Hund bereits nach ein paar Szenen kugelrund sein müsste, wirklich herzergreifend ist (dabei mag ich Hunde nicht einmal sonderlich), überzeugt „Liebe geht durch den Magen“ vor allem durch seine famose Cell-Shading-Technik. Somit ist der Kurzfilm auch ein Augenschmaus und sollte als Vor- oder Nachspeise auf jeden Fall mit auf dem Menü stehen: 9/10 Punkte.

Get a Horse! (2013)

Mit „Die Eiskönigin: Völlig unverfroren“ habe ich seit einem halben Jahr endlich einmal wieder einen Animationsfilm gesehen. Wie es sich für Disney oder Pixar gehört, gab es mit „Get a Horse!“ im Vorfeld auch noch einen Kurzfilm. Wie toll!

get_a_horse_1

„Get a Horse!“ beginnt wie einer der klassischen Mickey-Mouse-Cartoons aus den 1920er Jahren à la „Steamboat Willie“ – inklusive 4:3-Format und winzigem Bildausschnitt. Über den Verlauf der Geschichte öffnet sich die Leinwand und Mickey betritt den 3D-Raum, was wunderbar organisch geschieht. Inhaltlich bleibt es bei Slapstick, doch formal wird der Kurzfilm zum Erlebnis. In 3D und auf großer Leinwand muss das wahrlich ein Erlebnis gewesen sein!

Auch wenn mich die Idee des Kurzfilms begeistert hat, so bleibt er inhaltlich eher konventionell und auch emotional konnte er mich nicht packen. Dafür bietet er viel Spaß und eine tolle Inszenierung! Für die sechs Minuten Laufzeit ist das auch völlig ausreichend: 8/10 Punkte.

Der blaue Regenschirm – OT: The Blue Umbrella (2013)

Pixar-Filme zu besprechen ist schon immer anstrengend, muss man sich neben dem Hauptfilm – im aktuellen Fall „Die Monster Uni“ – auch noch einem Kurzfilm widmen. Wie immer war ich auf diesen auch sehr gespannt, besonders da ich im Vorfeld noch rein überhaupt nichts von „Der blaue Regenschirm“ gehört hatte.

blue_umbrella

Die ersten Szenen konnte ich zunächst nicht zuordnen und fragte mich beinahe, ob Pixar sich erstmals an einem Realfilm bzw. einer Kombination aus Film und Animation versucht hatte. Extreme Detailaufnahmen, geringe Schärfentiefe und ein generell sehr filmischer Look könnten selbst geübte Augen trügen. Zumindest bis den Alltagsgegenständen, wie einem Postkasten oder einer Ampel, plötzlich Leben eingehaucht wird. Dabei greift Pixar das auch im Internet weit verbreitete Phänomen der Gesichter in Alltagsgegenständen auf, was zu einigen netten Effekten führt.

Die titelgebenden Regenschirme sind dagegen eher klassich animiert, was einen gewissen Charme besitzt. Die Geschichte ist ruhig und lebt vor allem durch die Inszenierung und die Kraft der Bilder. Nett, aber nicht überraschend. Schön, aber nicht herzergreifend. Am Ende wird vor allem die grandiose Optik in Erinnerung bleiben – und die Frage, ob man von Pixar demnächst einen Film in fotorealistischem Look zu sehen bekommen wird: 8/10 Punkte.

Im Flug erobert – OT: Paperman (2012)

Nach langer Zeit habe ich mir heute im Vorprogramm zu „Ralph reichts“ einmal wieder einen Kurzfilm angesehen. Disneys „Im Flug erobert“ (bzw. „Paperman“ im Original) hat Anfang des Jahres sogar den Oscar für Bester animierter Kurzfilm gewonnen und somit war ich doppelt gespannt, ob der Film seinem Ruf gerecht wird…

paperman

Zunächst einmal muss ich sagen, dass mir der Animationsstil ausgezeichnet gefällt: schön klassisch in schwarz-weiß gehalten und trotz 3D-Technik eher handgezeichnet anmutend. Daraus ergibt sich eine wunderbar dynamische Art der Kameraführung, die jedoch nicht von den Charakteren und der Geschichte ablenkt. In diesem Stil würde ich mir gerne einen kompletten Film ansehen. Herrlich!

Auch die Geschichte weiß zu gefallen: ein erstes Kennenlernen, dann eine zweite Chance und dann… ja, dann zerfällt der Film leider. Im letzten Drittel gibt es eine Wendung, die so nicht nötig gewesen wäre und die dem Film meiner Meinung nach seinen unschuldigen, zauberhaften Charme nimmt. Dennoch ist „Paperman“ nett anzusehen, wenngleich ihm die ursprünglich volle Wertung dadurch verwehrt bleibt: 8/10 Punkte.

La Luna (2012)

Wie üblich bei Pixar-Filmen, gab es auch vor „Merida: Legende der Highlands“ einen neuen Kurzfilm zu sehen. Normalerweise ist mir dieser oder zumindest seine Prämisse bereits im Vorfeld bekannt, doch von „La Luna“ wusste ich bis auf den Titel noch nichts. Glücklicherweise…

la_luna

Bisher gab es in den Pixar-Kurzfilmen viel Humor und Experimentelles zu sehen. „La Luna“ setzt dagegen voll und ganz auf Emotionen. Die kurze Geschichte ist so liebevoll erzählt und animiert, dass es eine wahre Freude ist. In knapp 6 Minuten erwachen die Charaktere zum Leben und man begleitet sie ohne Zweifel oder Gedanken an Logik auf ihre Mission, die wahrlich herzallerliebst ist.

Zwar kann man den Twist am Ende schon recht früh erahnen, doch darum geht es in erster Linie auch nicht. Mich hat der Film vollends begeistert und ich werde ihn in den nächsten Tagen bestimmt meiner Tochter vorführen – und das ist das schönste Kompliment, das ich diesem Film machen kann: 10/10 Punkte.

Day & Night

Bevor ich gestern Abend mit „Toy Story 3“  einen der von mir wohl am meisten erwarteten Filme gesehen habe, gab es zuvor mit „Day & Night“ – ganz nach Pixar-Tradition – einen Kurzfilm zu bewundern. Und was für einen. Pixar experimentieren in ihren Kurzfilmen ja seit jeher mit neuen Techniken, doch hier wurde wahrlich neues Terrain betreten.

Die Handlung ist schwer zu beschreiben und eher abstrakt: Der personifizierte Tag trifft auf die personifizierte Nacht. Dabei führen sie sich gegenseitig ihre Eigenheiten vor. Es kommt zu einer Art Wettkampf um die Frage, welche denn die schönere Tageshälfte ist. So präsentiert der Tag z.B. eine Bikinischönheit, während die Nacht mit Autokino und Feuerwerk auftrumpfen kann. Wer wohl am Ende gewinnt?

„Day & Night“ ist der wohl bisher ungewöhnlichste Kurzfilm der kalifornischen Animationsschmiede. Einerseits aufgrund der Geschichte, andererseits aufgrund der Umsetzung. So spielen hier erstmals – zumindest in diesem Ausmaß – 2D- und 3D-Elemente zusammen, was einen ungewöhnlichen Look erzeugt. Durch die Maskentechnik kommt es zudem zu ganz besonderen Effekten, welche Anfangs befremdlich wirken, letztendlich aber ein Feuerwerk an Ideen ermöglichen.

Auch wenn es „Day & Night“ wohl nicht unter meine Kurzfilmfavoriten schafft, muss ich dennoch die irrwitzige Spielfreude würdigen, die Pixar hier aus dem Hut zaubert. Auf die Idee muss man erst einmal kommen. Zusammen mit der gelungenen Umsetzung ein wunderbarer, experimenteller Kurzfilm. Sehr sehenswert: 8/10 Punkte.

Teilweise wolkig – OT: Partly Cloudy

Wie es bei Pixar schon seit Jahren üblich ist, gibt es auch zu „Oben“ einen zugehörigen Kurzfilm. Oft werden in diesen animated shorts neue Techniken ausprobiert, was auch auf „Teilweise wolkig“ zutrifft. Wie es der Titel schon andeutet, darf man sich auf viele fluffige Wolkeneffekte freuen, die wirklich einen Augenschmaus darstellen. Doch wie sieht es mit der Handlung aus?

Die Idee für „Teilweise wolkig“ ist durchaus amüsant: Wolken sorgen für den Nachwuchs und Störche bringen diesen zu Mensch und allerlei Getier. Ein spezieller Storch hat es dabei nicht besonders leicht und darf die etwas schwierigeren Fälle austragen. Aus dieser Prämisse ergeben sich allerlei lustige Animationen, welche wirklich schön anzusehen sind. Allerdings verpufft die Geschichte gegen Ende etwas, da der Schlussgag nicht wirklich zünden mag. Absolut kein Vergleich zum Gagfeuerwerk, das im vorjährigen „Presto“ abgefeuert wurde.

Letztendlich ist Pixar auch mit „Teilweise wolkig“ ein sehenswerter Kurzfilm gelungen, der allerdings vor allem visuell zu überzeugen weiß. Kurzweilige fünf Minuten, die jedoch etwas mehr Feinschliff in der Handlung hätten vertragen können: 7/10 Punkte.

Presto

Gestern habe ich es endlich zu „WALL·E“ ins Kino geschafft. Davor gab es natürlich wieder den für Pixarfilme obligatorischen Kurzfilm – und was für einen! „Presto“ hat sich sofort in mein Animationsherz gespielt und konnte sich einen Platz unter meinen liebsten animated shorts sichern.

Wie bereits beim letztjährigen „Lifted“ ist die Prämisse herrlich einfach: Ein Zauberer, ein Hase und zwei Zauberhüte, die in direkter Verbindung zueinander stehen. Die einfachsten Geschichten sind meist wirklich immer die besten. Was Pixar aus dieser Idee für ein Animationsfeuerwerk abfeuert, sucht wirklich seines gleichen. Einfach grandios!

Für mich war „Presto“ bereits vor dem Hauptfilm ein klares Highlight. Wunderbar animiert mit perfektem comic timing – da stimmt einfach alles: 10/10 Punkte.