Coco (2017)

Weihnachten liegt hinter uns und somit auch die Zeit der weihnachtlichen Filmabende. Da die letzten Tage ein wenig anstrengend waren, wollten wir die Kinder dennoch einmal wieder in die Welt der bewegten Bilder entführen. Trotz größeren Protesten (uh, da geht es ja um tote Menschen!) habe ich „Coco“ in den Player geschoben. Ein Film, der schon viel zu lange unbeachtet im Regal stand. Wie sagte der Zwergofant nach der Sichtung? „Papa, den können wir uns gerne noch einmal anschauen!“

Coco (2017) | © Walt Disney

Coco (2017) | © Walt Disney

Ein in jeder Hinsicht perfekter Animationsfilm

Schon während des Prologs merkt man, wie unfassbar durchdacht dieser Pixar-Film einmal wieder ist. Da ist kein Fitzelchen an Information zu viel, keine Szene unnötig. Die Balance zwischen Humor und einer bedeutsamen Botschaft ist von Anfang an perfekt. Dann dieses Setting: Ein kleines mexikanisches Dorf, der Tag der Toten und die Liebe zu Mariachi-Musik. Wirklich nicht das, was momentan bei den Kids angesagt ist. Und doch (oder gerade deshalb) funktioniert „Coco“ von der ersten Sekunde an. Man nimmt die Figuren und ihre Welt ernst. Es sind echte Charaktere und die Welt wirkt einfach lebendig. Man bekommt einen Einblick in die mexikanische Kultur und diese wird untrennbar mit der Geschichte verwoben. Großartig!

Dann geht es weiter ins Reich der Toten und hier dreht der Film noch einmal richtig auf. Er wird zu einem richtigen Abenteuer, vernachlässigt dabei den Kern der Geschichte jedoch nie. Es geht um Familie und Erinnerungen, eigene Ziele im Leben und die Vereinbarkeit von all dem. Dazu kommt es noch zu einer sehr emotionalen Wendung, die mir am Ende des Films die Tränen in die Augen getrieben hat. Wirklich wunderschön traurig. Miguels Reise ist weit weniger albern als andere Pixar-Filme, ja selbst der erwachsenere und thematisch durchaus verwandte „Onward: Keine halben Sachen“ wirkt nicht ganz so auf den Punkt inszeniert und geschrieben. Am Ende blieben wir aufgrund des famoses Erlebnisses nur sprachlos vor dem Fernseher sitzen. Das hatten wir so geballt auch schon lange nicht mehr.

Fazit

Mit „Coco“ habe ich kurz vor Jahresende noch den besten Film (zumindest wenn es um Neusichtungen geht) des Jahres gesehen. Für mich definitiv unter den Top 5 aller Pixar-Filme. Eine wunderschöne Geschichte, die zudem zum Nachdenken anregt und dennoch famos zauberhaft aussieht, speziell in 3D. Ganz großes Kino: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

13 Gedanken zu “Coco (2017)

  1. Da springe ich dir zur Seite und stimme zu, der Film hat einfach viel mehr Liebe verdient als er zu bekommen scheint. Mich als Fan des PC-Adventures „Grim Fandango“ hat das Setting sofort für sich in Beschlag genommen und kurz geschnüfft habe ich ebenfalls beim emotionalen Teil. Ich kann allerdings auch verstehen, dass man ohne Berührungspunkte zum mexikanischen Tag der Toten den Film nicht mit der ganz großen Begeisterung aufnimmt.

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    • Das war für mich tatsächlich das eigentlich Überzeugende am Film: Ich habe mit Mexiko und dem Tag der Toten auch nichts am Hut. Und dennoch hat mich das Storytelling reingezogen. Hat mich etwas an „Ratatouille“ erinnert, denn auch dieses Setting fasziniert mich (im Gegensatz zu z.B. „Toy Story“ oder „Wall-E“) nicht wirklich. Die Kunst von Pixar ist, dass sie die Figuren und Geschichte so auf den Punkt hin inszenieren, dass man bereitwillig in diese fremden Welten eintaucht. Wie bei einem gute Dokumentarfilm über ein Thema, das einen eigentlich gar nicht interessiert.

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  2. Na hoppla, volle Punktzahl? 😀 Also nicht falsch verstehen, ich mag ihn, aber gerade die Geschichte fand ich sehr öde und unglaublich vorhersehbar. Das Ende mit der Omma hat mich dann aber umso härter getroffen. Da hat es Pixar wieder geschafft die richtigen Knöpfe zu drücken

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    • Klar, wenn nicht „Coco“, welcher Film verdient dann die volle Punktzahl? 😉

      Ich bin auch früher als die Figuren auf die wahre Identität des Vorfahren gekommen, fand den Twist dennoch sehr gelungen. Dass alles andere sich in Wohlgefallen auflösen wird, hatte ich so erwartet und sehe das nicht als Negativpunkt, sondern als Stärke. Für mich einer der großen Animationsfilme. Aber das bleibt natürlich Geschmackssache. 🙂

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